Der Kampf gegen die Desinformation durch die russische Regierung

Vladimir Sevrinovsky bereiste als unabhängiger Journalist alle 85 Regionen Russlands und berichtet über soziale und kulturelle Missstände Russlands, zuletzt über die Pandemie im Land. Während er dabei noch relativ frei arbeiten konnte, war das bei seinen Kollegen nicht der Fall. Von diesen Schwierigkeiten und seiner Arbeit erzählt er in einem Interview mit dem Committee to Protect Journalists.

Einsatz für LGBTQI-Rechte – August-Kolumne im Gießener Anzeiger

Künstlerin Julia Tsvetkova ist auf dem Bildschirm eines Laptops während des Video-Chats mit dem dpa-Korrespondenten zu sehen. Foto: dpa

Künstlerin Julia Tsvetkova ist auf dem Bildschirm eines Laptops während des Video-Chats mit dem dpa-Korrespondenten zu sehen. Foto: dpa

Sich für LGBTQI-Rechte einzusetzen, ist für den russischen Staat gleichzusetzen mit der Propagierung von Homosexualität. Deswegen drohen der russischen Aktivistin Yulia Tsvetkova nun mehrere Jahre Haft. Mit der heute erschienenen Kolumne möchten wir auf ihren Fall aufmerksam machen.

Sorge um Narges Mohammadis Gesundheit vertieft sich

16 Jahre soll die iranische Schriftstellerin und Journalistin Narges Mohammadi wegen ihrer Tätigkeit als Menschenrechtsaktivistin absitzen. Schon im Vorfeld war sie gesundheitlich angeschlagen (wir berichteten schon vor zweieinhalb Jahren über ihren Fall). Nun hat sie sich auch noch mit COVID 19 angesteckt, was ihre Lage noch gefährlicher macht. Deswegen fordert PEN International ihre sofortige Freilassung. Mehr Infos zu ihrem Fall und Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden, finden sich hier.

Schreiben als Ausbruch aus dem Gefängnis

Eine eigene Form des Ausbruchs nutzt der türkische Autor Ahmet Altan, der im Zuge des türkischen Putschversuchs inhaftiert wurde: Während seiner Haft schrieb er eine Reihe von Essays mit dem Titel „I will Never See the World Again“, die er durch seine Anwälte aus dem Gefängnis schmuggeln ließ. Letztes Jahr erhielt er dafür den 50.000 Pfund dotierten Baillie Gifford Preis. Gerade schreibt er an einem Roman mit dem Titel „Lady Life“. The Observer berichtet ausführlich über sein Schicksal.

Fünf Journalisten aus türkischer Haft entlassen

Als Unterstützer von Terrorgruppen waren fünf Journalisten der Tageszeitung „Cumhuriyet“ letztes Jahr festgenommen und verurteilt worden. Der Vowurf: Sie hätten den im Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen unterstützt, der angeblich hinter dem Putschversuch gegen Erdogan stehen sollte. Nun sind Musa Kart, Guray Oz, Onder Celik, Mustafa Kemal Gungor und Hakan Kara endlich wieder frei. Eine Ausreisesperre besteht jedoch noch, sodass sie das Land vorerst nicht verlassen dürfen. Mehr Infos gibt es beim Spiegel.

Oleg Senzow nach einem Jahr Haft frei

Wir freuen uns unglaublich: Oleg Senzow ist frei! Im Rahmen eines Gefangenenaustausches zwischen Russland und der Ukraine ist er nach mehr als einem Jahr Haft frei gekommen. Zuletzt berichteten wir im Rahmen unserer Kolumne über das kürzlich erschienene Buch „Leben.Geschichten“ des ukrainischen Regisseurs und Autors. Mehr Informationen gibt es bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Ugandische Schriftstellerin zu 18 Monaten Haft verurteilt

Anfang August wurde die ugandische Schriftstellerin Stella Nyanzi zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Grund: Online-Belästigung, denn auf Facebook kritisierte sie den ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni. Der PEN ist davon überzeugt, dass sie nur verhaftet wurde, weil sie das Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen habe. Dr. Danson Kahyana, Präsident des ugandischen PEN, befürchtet, dass Leute jetzt davor zurückschrecken werden, ihre Meinung online auszudrücken. Mehr Infos finden sich hier.

Yücels Haft war rechtswidrig

Wir haben immer wieder auch auf Deniz Yücels Fall hingewiesen. Nach seiner Freilassung 2018 folgt nun eine weitere gute Nachricht: Der türkische Verfassungsgerichtshof bestreitet zwar weiterhin, dass Yücel in Untersuchungshaft gefoltert worden sei – trotz dessen gegenteiliger und glaubhafter Aussagen. Doch es stellt fest, dass Yücels Verhaftung rechtswidrig gewesen sei. Das Urteil weist damit auch Edogans Allmachtsanspruch zurück und ist ein kleiner Sieg für die Meinungsfreiheit. Mehr Infos findet ihr bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Erfolgreicher Bücherflohmarkt 2019

Letztes Wochenende war unser Benefiz-Bücherflohmarkt im Rahmen des WG-Flohmarkts in Gießen. Dabei konnten 541 Bücher verkauft und 521,36 € eingenommen werden (sogar noch ein kleines Stück mehr als im letzten Jahr)! An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bei allen Helfer_innen bedanken, die für den guten Zweck stundenlang auf den Beinen waren!  Und danke natürlich auch an alle Spender_innen und Bücherfreund_innen, die fleißig Bücher gekauft haben!

Bücherflohmarkt Juni 2019

Sorge um Narges Mohammadis Gesundheit

Im Juni 2010 wurde die iranische Journalistin Narges Mohammadi verhaftet. Seitdem wurde sie zu fünf Jahren Gefängnis wegen „konspirativer Vereinigung“, einem Jahr wegen „Verbreitung regierungsfeindlicher Propaganda“ und zehn Jahre für ihre Arbeit mit Legam, die sich gegen die Todesstrafe richtet, verurteilt. Letzteres wurde als „Gründung und des Betriebs einer illegalen Organisation“ eingestuft.
Im Gefängnis entwickelte sie eine Infektion. Nach einer Operation wurden ihr die nötigen Medikamente wie Antibiotika vorenthalten. Erst entzündeten sich die OP-Wunden, nun breitete sich die Infektion auf ihren Blutkreislauf aus und ihr Zustand verschlechtert sich weiter.

Mehr Informationen zu Mohammadis Fall, findet ihr bei PEN International.

Juni-Kolumne im Gießener Anzeiger

Im April hat Reporter ohne Grenzen die Rangliste der Pressefreiheit 2019 herausgegeben, in denen sie die Lage der Presse- und Informationsfreiheit in 180 Ländern bewerten. Schlusslicht bildet Turkmenistan. Deshalb berichtet Annina Hofferberth in der aktuellen Kolumne im Gießener Anzeiger über die turkmenische Journalistin Soltan Achilova, die wegen ihrer unabhängigen Arbeit schon beleidigt, mit dem Tod bedroht, ausgeraubt und an der Ausreise gehindert wurde. Den Artikel findet ihr hier.

Bücherspendenannahme und Bücherflohmarkt am Samstag, 8. Juni

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Auch dieses Jahr veranstalten wir wieder einen Benefiz-Bücherflohmarkt im Rahmen des diesjährigen Gießener WG-Flohmarktes am Samstag, den 8. Juni 2019.

Wenn ihr Bücher für einen guten Zweck spenden möchtet, könnt ihr das von 10:00-14:00 Uhr in der Ludwigstraße 57 im Hof des Wirtshauses Apfelbaum tun. Es werden im Rahmen der Bücherspenden keine Bildbände angenommen. Wir bitten um Verständnis, dass ggf. einzelne Bücher nicht angenommen werden können (z.B. aufgrund zu schlechten Zustands).

Der Buchverkauf startet um 16:00 Uhr und läuft bis um 22:00 Uhr am selben Ort. Wie immer kommen die Einnahmen des Bücherflohmarktes dem Vereinszweck zugute und unterstützen zu Unrecht verfolgte Journalist*innen und Schriftsteller*innen weltweit. Also kommt gerne zum Stöbern vorbei!

Neuer Verstand bei der Jahreshauptversammlung gewählt

Auf der Jahreshauptversammlung am 26. Januar wurde ein großer Teil des Vorstands in seiner Position bestätigt: Wie im letzten Jahr übernimmt Madelyn Rittner den Vorsitz, Michael Novian und Michael Weise fungieren als stellvertretende Vorsitzende. Lisa Weise, die in den letzten Jahre die Kasse makellos geführt hat, gibt sie nun an Lena Frewer ab. Wir möchten Lisa an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich danken! Kassenprüferinnen sind Sarah Noske und Annina Hofferberth.
Nach der Jahreshauptversammlung folgte die schon traditionelle Klausurtagung, in der es um neue Projekte des Vereins ging.

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Der neue Vorstand (v. l. n. r.): Michael Weise, Michael Novian, Lena Frewer und Madelyn Rittner.

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Gruppenfoto von der Klausurtagung

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Übermorgen liest und spricht Aziz Tunç in der Kongresshalle

Aziz-Tunc-1Übermorgen, am Mittwoch, den 20. Februar, findet um 20 Uhr die Veranstaltung “W.i.E. erzählt … Aziz Tunç” statt, in der der kurdisch-alevitische Autor aus seinen Texten lesen und uns im Gespräch von seinem Schaffen und seinen Erfahrungen erzählen wird: Seit seiner Jugend setzte er sich in seiner Heimat gegen die Militärdiktatur ein, prangerte das Massaker von Maraş in zwei seiner Bücher an, stand auf der Fahndungsliste und musste ins Gefängnis.
Entsprechend spannend wird die Lesung samt Gespräch, zu der der Ausländerbeirat und wir herzlich in das Kerkradezimmer in der Kongresshalle einladen. Einen Lageplan findet sich unter folgendem Link. Der Eintritt ist frei.