Neuer Verstand bei der Jahreshauptversammlung gewählt

Auf der Jahreshauptversammlung am 26. Januar wurde ein großer Teil des Vorstands in seiner Position bestätigt: Wie im letzten Jahr übernimmt Madelyn Rittner den Vorsitz, Michael Novian und Michael Weise fungieren als stellvertretende Vorsitzende. Lisa Weise, die in den letzten Jahre die Kasse makellos geführt hat, gibt sie nun an Lena Frewer ab. Wir möchten Lisa an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich danken! Kassenprüferinnen sind Sarah Noske und Annina Hofferberth.
Nach der Jahreshauptversammlung folgte die schon traditionelle Klausurtagung, in der es um neue Projekte des Vereins ging.

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Der neue Vorstand (v. l. n. r.): Michael Weise, Michael Novian, Lena Frewer und Madelyn Rittner.

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Gruppenfoto von der Klausurtagung

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Übermorgen liest und spricht Aziz Tunç in der Kongresshalle

Aziz-Tunc-1Übermorgen, am Mittwoch, den 20. Februar, findet um 20 Uhr die Veranstaltung “W.i.E. erzählt … Aziz Tunç” statt, in der der kurdisch-alevitische Autor aus seinen Texten lesen und uns im Gespräch von seinem Schaffen und seinen Erfahrungen erzählen wird: Seit seiner Jugend setzte er sich in seiner Heimat gegen die Militärdiktatur ein, prangerte das Massaker von Maraş in zwei seiner Bücher an, stand auf der Fahndungsliste und musste ins Gefängnis.
Entsprechend spannend wird die Lesung samt Gespräch, zu der der Ausländerbeirat und wir herzlich in das Kerkradezimmer in der Kongresshalle einladen. Einen Lageplan findet sich unter folgendem Link. Der Eintritt ist frei.

W.i.E. erzählt … Aziz Tunc am 20. Februar 2019

Aziz-Tunc-2Es ist bald wieder soweit für eine neue Runde “W.i.E. erzählt”, dieses Mal mit dem kurdisch-alevitischen Autor Aziz Tunç. Am Mittwoch, den 20. Februar, kommt er um 20 Uhr für eine Lesung samt Gespräch zu uns nach Gießen ins Kerkradezimmer in der Kongresshalle. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Ausländerbeirat.

Schon als Jugendlicher hatte Tunç gegen die Militärdiktatur in der Türkei protestiert, kam später ins Gefängnis, erlebte das Massaker von Maraş, über das er zwei Bücher verfasste. Er stand auf der Fahndungsliste der neuen Regierung, musste untertauchen und lebte seit dem Putschversuch 2016 in Deutschland.

Wir freuen uns sehr auf diese spannende Gelegenheit, mehr von Tunçs Arbeit und seinem Leben zu erfahren, und laden Euch ebenfalls herzlich dazu ein. Einen Lageplan findet sich unter folgendem Link. Der Eintritt ist frei.

Die Uncensored Playlist von Reporter ohne Grenzen

Heute möchten wir auf ein cooles, unkonventionelles Projekt hinweisen, mit der Reporter ohne Grenzen gegen die Unterdrückung von Meinungs- und Pressefreiheit angeht: Im März 2018 veröffentlichten sie die Uncensored Playlist, für die Texte von chinesischen, ägyptischen, thailändischen, usbekischen und vietnamesischen Journalist_innen zu Pop-Songs umgearbeitet wurden. So können Texte, die vorher streng zensiert wurden, doch verbreitet werden – denn Streaming-Dienste werden nicht so streng kontrolliert. Nun gibt es die Playlist auch auf Vinyl – für diejenigen, die Reporter ohne Grenzen vielleicht auf diesem Wege unterstützen möchten. Hier findet ihr mehr Infos zum Projekt.

Inhaftierter Schriftsteller Rashad Ramazanov befindet sich im Hungerstreik

Der aserbaidschanische Schriftsteller Rashad Ramazanov wurde schon vor fast sechs Jahren zu neun Jahren Haft verurteilt – angeblich, weil er Drogen besessen und verkauft haben soll. Der PEN International hingegen hält die Anklage für politisch motiviert. Nun befindet sich Ramazanov im Hungerstreik, um auf seine Inhaftierung und die anderer Blogger hinzuweisen.
Zu ihnen gehört auch Mehman Huseynov, der sich gegen Korruption einsetzt. Eigentlich hätte er längst freigelassen werden sollen, doch stattdessen haben die aserbaidschanischen Behörden weitere Anklagen erhoben.

Wer mehr zu diesen Fällen erfahren und vielleicht sogar einen Brief an die aserbaidschanischen Behörden schreiben möchte, um gegen die Inhaftierung der Schriftsteller zu protestieren, findet bei PEN International weitere Informationen.

Pelin Ünker wegen der Recherche zu den Paradise Papers zu einem Jahr Haft verurteilt

Die Paradise Papers, die 2017 öffentlich machten, wie in tausenden Fällen Milliardäre und Konzerne Steuern hinterzogen, sind heute fast schon wieder vergessen. Für Pelin Ünker, eine Journalistin und Mitglied des Internationalen Netzwerks investigativer Journalisten, sind sie leider sehr aktuell: Vor einem Istanbuler Gericht wurde sie wegen Diffamierung und Beleidigung zu einem Jahr Haft verurteilt. Denn ihre Mitarbeit an der Veröffentlichung der Panama Papers deckte auf, dass der vormalige Premierminister Binali Yıldırım und dessen Söhne ebenfalls in solche Geschäftspraktiken involviert waren.

Weitere Informationen finden sich bei The Guardian.

Neujahrsgrüße und Einstieg in 2019 mit unserem Januar-Artikel

Wir wünschen allen ein frohes neues Jahr und möchten die Gelegenheit nutzen, uns bei allen zu bedanken, die uns 2018 bei unserem Einsatz für die Meinungsfreiheit begleitet und unterstützt haben. Für 2019 sind natürlich auch schon Veranstaltungen geplant, über die wir euch auf unserer Website und über Facebook auf dem Laufenden halten werden.

Erwarten könnt ihr aber auch weiterhin jede Menge aktuelle Informationen zur allgemeinen Lage der Meinungsfreiheit in der Welt und zu verfolgten Schriftstellerinnen und Schriftstellern. Einen tollen Gesamtüberblick bietet Daniel Schneider in unserer Kolumne im Januar, die ihr hier finden könnt. Daniel wirft darin einen Blick zurück auf die wachsende Gefährdung der Meinungsfreiheit in der Welt, aber auch in Deutschland. Grund genug für uns, unsere Arbeit 2019 umso motivierter fortzusetzen!

Zeitung und Fernsehsender in Gabun verboten

Im zentralafrikanischen Gabun haben die Behörden die Pressefreiheit weiter eingeschränkt, wie Reporter ohne Grenzen berichtet: Für ein Jahr wurde dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender France 2 das Senden verboten. Und auch die Zeitung Echo du Nord wurde für einen Monat verboten. Beide hatten kritisch über den Präsidenten Ali Bongo und seine Verbündete berichtet. Anlass für den Verbot des Senders war eine Dokumentation über die Bongo-Familie, die laut Behörden die „öffentliche Ordnung“ stören könnte.

James Akena und weitere Journalisten in Uganda misshandelt

Einige Journalisten waren im ugandischen Kampala am 20. August anwesend, um über die dortigen Proteste zur Freilassung des Parlamentsabgeordneten Robert Kyagulanyi zu berichten. Unter ihnen war der Fotojournalist James Akena, der Fotograf Alfred Ochwo und zwei NTV-Journalisten Ronald Galiwango und Juma Kirya. Sie alle wurden von Soldaten verprügelt und gezwungen, den Inhalt ihrer Kameras und Smartphones zu löschen, wie Reporter ohne Grenzen berichtet.

Journalistin Meşale Tolu darf Türkei verlassen

Wie Zeit online berichtet, ist die Ausreisesperre gegen die deutsche Journalistin Meşale Tolu heute überraschend aufgehoben worden. Das Verfahren gegen sie wegen der Mitgliedschaft bei der linksextremen MLK sowie „Terrorpropaganda“ bleibt jedoch bestehen. Ebenfalls fortgesetzt wird das Verfahren gegen ihren Mann Suat Çorlu, der außerdem in der Türkei zurückbleiben muss.

Shawkan seit fünf Jahren im Gefängnis

Heute auf den Tag genau sitzt der ägyptische Fotograf Mahmud Abu Seid, bekannt als Shawkan, seit fünf Jahren ohne Anklage im Gefängnis in Kairo. Weil er über die gewaltsame Auflösung der Protestcamps von Anhängern des gestürzten Präsidenten Mursi berichtete, wurde er inhaftiert. Ein amerikanischer und ein französischer Journalist, die mit ihm verhaftet worden waren, kamen sofort wieder frei. Shawkan hingegen droht die Todesstrafe. 75 Todesurteile sind in dem Massenprozess, in dem auch er angeklagt ist, schon ausgesprochen worden.

Mehr Informationen finden sich bei der Süddeutschen Zeitung. Amnesty International bietet Informationen, was jeder Einzelne tun kann, um zu helfen: Ein Brief an die bei Amnesty genannte Adresse kann helfen. Wer Shawkan unterstützen möchte, findet alles weitere hier.

Oleg Senstov wegen seines Hungerstreiks in Lebensgefahr

Heute ist der 91. Tag des Hungerstreiks des ukrainischen Filmemachers und Autors Oleg Sentsov. Am 14. Mai hatte er diesen begonnen, um auf die Inhaftierung von 65 ukrainischen politischen Gefangenen in Russland hinzuweisen und ihre Entlassung zu fordern. Mittlerweile hat er über 30 kg verloren, leidet unter Herz- und Nierenproblemen. Der Besuch eines zivilen Krankenhauses wird ihm verweigert, obwohl er schon zu schwach zum Aufstehen ist.

Mehr Informationen finden sich bei PEN International.

Bangladeschische Schriftsteller und Aktivist Shahidul Alam verhaftet

Der bangladeschische Schriftsteller, Fotograf und Aktivist Shahidul Alam wurde in der Nacht des 5. August festgenommen. Grund dafür seien ein Radiointerview und Beiträge in sozialen Medien gewesen, in denen er die Regierung kritisiert habe, so Salil Tripathi, Vorsitzende des Writers in Prison Committee von PEN International. Er ist Geschäftsführer der Drik Picture Library, Gründer einer Fotoschule und hat mehrere Bücher veröffentlicht. Mit seinen Arbeiten weist er auf die Marginalisierten in der Gesellschaft Bangladeshs hin.

Mehr Informationen finden sich bei PEN International.

Studio des Künstlers Ai Weiwei ohne Vorwarnung abgerissen

Laut der BBC wurde das Studio des Künstlers Ai Weiwei in Beijing ohne Vorwarnung abgerissen. Das war aber nicht der erste Vorfall dieser Art: Auch schon 2011 wurde ein Studio Weiweis in Shanghai unvermittelt zerstört. Als einer der berühmtesten Lyriker Chinas gestaltete er für die Olympischen Spiele 2008 das Stadion in Beijing. Danach nahm jedoch seine Kritik an der chinesischen Regierung immer mehr zu. Seit 2015 lebt der mittlerweile 60-Jährige nun in Deutschland.