Zeitung und Fernsehsender in Gabun verboten

Im zentralafrikanischen Gabun haben die Behörden die Pressefreiheit weiter eingeschränkt, wie Reporter ohne Grenzen berichtet: Für ein Jahr wurde dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender France 2 das Senden verboten. Und auch die Zeitung Echo du Nord wurde für einen Monat verboten. Beide hatten kritisch über den Präsidenten Ali Bongo und seine Verbündete berichtet. Anlass für den Verbot des Senders war eine Dokumentation über die Bongo-Familie, die laut Behörden die „öffentliche Ordnung“ stören könnte.

James Akena und weitere Journalisten in Uganda misshandelt

Einige Journalisten waren im ugandischen Kampala am 20. August anwesend, um über die dortigen Proteste zur Freilassung des Parlamentsabgeordneten Robert Kyagulanyi zu berichten. Unter ihnen war der Fotojournalist James Akena, der Fotograf Alfred Ochwo und zwei NTV-Journalisten Ronald Galiwango und Juma Kirya. Sie alle wurden von Soldaten verprügelt und gezwungen, den Inhalt ihrer Kameras und Smartphones zu löschen, wie Reporter ohne Grenzen berichtet.

Journalistin Meşale Tolu darf Türkei verlassen

Wie Zeit online berichtet, ist die Ausreisesperre gegen die deutsche Journalistin Meşale Tolu heute überraschend aufgehoben worden. Das Verfahren gegen sie wegen der Mitgliedschaft bei der linksextremen MLK sowie „Terrorpropaganda“ bleibt jedoch bestehen. Ebenfalls fortgesetzt wird das Verfahren gegen ihren Mann Suat Çorlu, der außerdem in der Türkei zurückbleiben muss.

Shawkan seit fünf Jahren im Gefängnis

Heute auf den Tag genau sitzt der ägyptische Fotograf Mahmud Abu Seid, bekannt als Shawkan, seit fünf Jahren ohne Anklage im Gefängnis in Kairo. Weil er über die gewaltsame Auflösung der Protestcamps von Anhängern des gestürzten Präsidenten Mursi berichtete, wurde er inhaftiert. Ein amerikanischer und ein französischer Journalist, die mit ihm verhaftet worden waren, kamen sofort wieder frei. Shawkan hingegen droht die Todesstrafe. 75 Todesurteile sind in dem Massenprozess, in dem auch er angeklagt ist, schon ausgesprochen worden.

Mehr Informationen finden sich bei der Süddeutschen Zeitung. Amnesty International bietet Informationen, was jeder Einzelne tun kann, um zu helfen: Ein Brief an die bei Amnesty genannte Adresse kann helfen. Wer Shawkan unterstützen möchte, findet alles weitere hier.

Oleg Senstov wegen seines Hungerstreiks in Lebensgefahr

Heute ist der 91. Tag des Hungerstreiks des ukrainischen Filmemachers und Autors Oleg Sentsov. Am 14. Mai hatte er diesen begonnen, um auf die Inhaftierung von 65 ukrainischen politischen Gefangenen in Russland hinzuweisen und ihre Entlassung zu fordern. Mittlerweile hat er über 30 kg verloren, leidet unter Herz- und Nierenproblemen. Der Besuch eines zivilen Krankenhauses wird ihm verweigert, obwohl er schon zu schwach zum Aufstehen ist.

Mehr Informationen finden sich bei PEN International.

Bangladeschische Schriftsteller und Aktivist Shahidul Alam verhaftet

Der bangladeschische Schriftsteller, Fotograf und Aktivist Shahidul Alam wurde in der Nacht des 5. August festgenommen. Grund dafür seien ein Radiointerview und Beiträge in sozialen Medien gewesen, in denen er die Regierung kritisiert habe, so Salil Tripathi, Vorsitzende des Writers in Prison Committee von PEN International. Er ist Geschäftsführer der Drik Picture Library, Gründer einer Fotoschule und hat mehrere Bücher veröffentlicht. Mit seinen Arbeiten weist er auf die Marginalisierten in der Gesellschaft Bangladeshs hin.

Mehr Informationen finden sich bei PEN International.

Studio des Künstlers Ai Weiwei ohne Vorwarnung abgerissen

Laut der BBC wurde das Studio des Künstlers Ai Weiwei in Beijing ohne Vorwarnung abgerissen. Das war aber nicht der erste Vorfall dieser Art: Auch schon 2011 wurde ein Studio Weiweis in Shanghai unvermittelt zerstört. Als einer der berühmtesten Lyriker Chinas gestaltete er für die Olympischen Spiele 2008 das Stadion in Beijing. Danach nahm jedoch seine Kritik an der chinesischen Regierung immer mehr zu. Seit 2015 lebt der mittlerweile 60-Jährige nun in Deutschland.

Verurteilung Galal El-Behairys wegen eines nicht veröffentlichten Gedichtbandes

Galal El-Behairy ist ägyptischer Lyriker und Aktivist. Aufgrund eines Liedtextes wurde er verhaftet, geschlagen und gefoltert. Nun wurde er wegen eines noch nicht veröffentlichten(!) Gedichtbandes mit dem Titel „The Finest Women on Earth“ zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 10.000 ägyptischen Pfund verurteilt. Mehr zu erfahren gibt es beim amerikanischen PEN.

Ein Gedicht Galal El-Behairys aus dem Tora Gefängnis in Kairo ist in englischer Übersetzung hier zu lesen.

Investigativjournalist Ján Kuciak in der Slowakei ermordet

Dass Angriffe auf Journalisten und auf die Meinungsfreiheit nicht nur außerhalb der EU, sondern in ihrer Mitte stattfinden können, beweist der Fall, von dem Reporter ohne Grenzen heute berichtet: In der Slowakei wurden der Investigativjournalist Ján Kuciak und seine Lebensgefährtin ermordet. Wahrscheinlich hängt das Verbrechen mit Kuciaks journalistischer Tätigkeit zusammen, so die Vermutungen der Polizei.

Worte in Ketten – Lesung mit Najet Adouani am 11. März

Najet Adouani 2014 c Simone Ahrend sah-photo 5Najet Adouani (Copyrights: Simone Ahrend)

Am Sonntag, den 11. März, findet um 11 Uhr die Lesung “Worte in Ketten” in der Stadtbibliothek Lich statt. Der Hörbuchsprecher und Autor Sven Görtz liest Texte verfolgter und verbotener Autoren aus Syrien, Russland, Kamerun, China, der Türkei und anderen Ländern. Auf die Lesung folgt ein Gespräch mit der tunesischen Autorin und Journalistin Najet Adouani, die aufgrund ihrer schriftstellerischen Tätigkeit in ihrer Heimat verfolgt wird.

Das freie Wort ist ein Menschenrecht. Doch nicht überall auf der Welt. In einer wachsenden Zahl von Diktaturen und autokratischen Staaten werden systematisch Menschen unterdrückt, ja teils mit dem Tode bedroht, die es wagen, öffentlich Kritik zu üben oder einfach nur das zu tun, was ihre Arbeit ist – Schreiben. Sei es als Journalist und Blogger, als Dichter, Dramatiker und Schriftsteller. Das freie Wort liegt in Ketten. Wer Glück hat, kann fliehen – wer nicht, verliert seine Freiheit oder sein Leben. Nicht erst seit der Verhaftung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel wirft das Problem eine drängende globale Frage auf: Wie können wir, die wir in einem Rechtsstaat leben, diesen Menschen Hilfe und Unterstützung sein?
Eine Antwort lautet: indem wir die verfolgten Autoren der Anonymität entreißen und ihren Texten Gehör verschaffen. Das ist neben der Freude an guter und ansprechender Literatur der Kerngedanke der Lesung und des Autorengesprächs.

Organisiert wird die Veranstaltung von Gefangenes Wort, der VHS Landkreis Gießen, Sven Görtz und der Stadtbilbiothek Lich.

Zwei iranische Journalisten nach Festnahme und Schlägen in Koma

Die Journalisten Reza Entesari und Kasra Nouri wurden im Iran während eines Konflikts zwischen der Polizei und dem religiösen Orden Gonabadi Dervishes festgenommen. Dabei wurden sie so schwer verletzt, dass sie zur Zeit im Koma liegen. Sie berichteten für die Nachrichtenseite Majzooban.org, die die einzige unabhängige Quelle für Informationen über den religiösen Orden darstellt. Die Polizei hat sich zur Zeit noch nicht zu den Gründen für die Festnahme, zum Zustand oder dem Aufenthaltsort der beiden Journalisten geäußert. Mehr Informationen finden sich bei Reporter ohne Grenzen.

Bahrainische Journalisten verlieren ihre Staatsbürgerschaft

In Bahrain wird Journalisten immer häufiger die Staatsbürgerschaft aberkannt – und mit ihnen verlieren auch ihre Kinder diesen Status. Seit 2011 haben sieben Journalisten und Bürgerjournalisten ihre Staatsbürgerschaft verloren. Damit sollen andere Journalisten und Medien beeinflusst werden, nicht kritisch von der Regierung zu berichten. Von den sieben Journalisten ohne Staatsbürgerschaft, so berichtet Reporter ohne Grenzen, wurden drei inhaftiert und vier leben im Exil.

Ägyptischer Journalist verschwindet in Haft

Moataz Wadnan, ein ägyptischer Journalist, wurde am 16. Februar 2018 zusammen mit drei seiner Verwandten verhaftet. Während diese jedoch am selben Tag wieder freigelassen wurden, wurde Wadnan zum Amt für die Strafverfolgung der Staatssicherheit gebracht – und seitdem ist er verschwunden. Das Amt bestreitet, er säße bei ihnen in Haft, doch sein Verbleib bleibt unbekannt. Mehr dazu ist beim Committee to Protect Journalists zu lesen.

Journalist am hellichten Tag in Uganda entführt

Der Journalist Charles Etukuri wurde in Uganda am 13. Februar 2018 am hellichten Tag von fünf Unbekannten in Militäruniform entführt. Fünf Tage zuvor hatte er noch in einem Artikel von einem finnischen Geschäftsmann berichtet, der Sicherheitssysteme verkauft hatte und am 5. Februar vom ugandischen Geheimdienst verhaftet worden sei. Ein Tag später war dieser tot in einem Hotel aufgefunden worden. Eine Verbindung zwischen dem Geheimdienst und dem Tod legte Etukuri nahe. Reporter ohne Grenzen fordert die Aufklärung der Entführung und die Befreiung des Journalisten.