Enoh Meyomesse seit heute in Deutschland

Eine große Freude und Erleichterung ist, dass Enoh Meyomesse nicht nur seit April dieses Jahres frei, sondern auch seit heute in Deutschland ist! Er landete heute Morgen in Frankfurt und konnte schon kurz danach seine neue Wohnung in Darmstadt beziehen, wo der Schiftsteller ab sofort Elsbeth-Wolffheim-Stipendiat ist und durch das Writers-in-Exile-Programm des PEN betreut wird.

Enoh Meyomesse im Arbeitszimmer seiner neuen Wohnung mit Kerstin Martini (PEN Deutschland), Renate Rook (Stadt Darmstadt) und Julia Richter (Gefangenes Wort e.V.)

Enoh Meyomesse im Arbeitszimmer seiner neuen Wohnung mit Kerstin Martini (PEN Deutschland), Renate Rook (Stadt Darmstadt) und Julia Richter (Gefangenes Wort e.V.)

Unter den wenigen Dingen, mit denen er am Flughafen ankam, war auch der Laptop, den Gefangenes Wort Enoh Meyomesse durch Preisgelder und die Unterstützung des PEN senden konnte. Auch durch den Computer, erzählte er uns, habe sich für ihn im Gefängnis Vieles verändert. Er sei ein eines der Zeichen dafür gewesen, dass sein Schicksal in der Welt nicht unbemerkt geblieben ist.

 

„I have a feeling that my happiness is abundant and boundless.”

 

F.Y.Wir freuen uns sehr über die guten Neuigkeiten von Fouad Yazji: Aufgrund seines schriftstellerischen Wirkens während der syrischen Revolution hatte er seine gesamte Existenz sowie seine Leser verloren und musste nach Ägypten fliehen, wo er, völlig mittellos und in ständiger Angst vor einer erneuten Verhaftung, allenfalls geduldet wurde. Nun ist er seit Anfang September in Deutschland. Möglich gemacht wurde dies durch die Zusammenarbeit des Goethe-Instituts und des PEN-Zentrums Deutschland.
Auch Gefangenes Wort steht mit ihm seit November 2014 in regelmäßigem Kontakt und konnte Yazji durch Mittel aus dem vereinseigenen Soforthilfefond finanziell unterstützen (wir berichteten im April in unserer Zeitungskolumne). Kurz nach seiner Ankunft schrieb er uns von seiner Erleichterung:  „I have a feeling that my happiness is abundant and boundless.”

Äthiopische Journalistin Reeyot Alemu ist frei

Wir freuen uns sehr über die Nachricht, dass die äthiopische Journalistin Reeyot Alemu aus der Haft entlassen wurde. Die Umstände ihrer Inhaftierung am 21. Juli 2011 liegen weitgehend im Dunkeln. Die Journalistin hatte sich einige Tage zuvor in einer Zeitungskolumne kritisch gegenüber der Äthiopischen Regierungspartei EPRDF und dem Mittlerweile verstorbenen Premierminister Meles Zenawi geäußert. Auch wenn die offizielle Anklage und die Verurteilung auf Grundlage äthiopischer Anti-Terror-Gesetze erfolgte, wurde sie vermutlich wegen ihrer Berichterstattung verhaftet. In einem ersten Verfahren im Januar 2012 wurde Reeyot Alemu zu einer Strafe von 14 Jahren Gefängnis verurteilt, welche ein Berufungsgericht ein halbes Jahr später auf fünf Jahre reduzierte, wobei es jedoch an dem Vorwurf festhielt, Alemu habe sich an den Vorbereitungen zu einem terroristischen Akt beteiligt. Die Haftbedingungen im Kality-Gefängnis waren katastrophal, bereits während des Verfahrens erhielt sie nicht die Möglichkeit, Besuch von Verwandten oder ihrem Anwalt zu empfangen. Während der Haft verschlechterte sich ihr Zustand rapide: Im April 2012 musste ihr ein Tumor entfernt werden, nach der Operation schickte man sie kurze Zeit später, ohne ausreichende Folgeversorgung, zurück in die Haftanstalt.
Gefangenes Wort unterstütze Reeyot Alemu vergangenes Jahr im Rahmen einer großen Postkartenaktion – man konnte ein Foto machen und es mit Grüßen versehen an die Journalistin ins Gefängnis schicken und einer Petition. Zudem kam ihr die Hälfte des Erlöses des im November veranstalteten Bücherflohmarktes, an dem über 2160 Bücher verkauft wurden, zugute.

Ihre Schwester hat hier einige Bilder vom Wiedersehen gepostet:

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Preis kann „Dein Job, eine Kugel oder Gefängnis“ sein

Quelle: PEN international

Quelle: PEN international

Weil er sich kritisch über das Präsidentenamt Erdogans äußerte sowie über die Einstellung eines Korruptionsverfahrens gegen einige hochrangige Regierungsbeamte und deren Familien, muss sich Can Dündar derzeit vor Gericht verantworten. Am 28. Juni haben wir für den türkischen Journalisten einen Sommerflohmarkt veranstaltet. In unserer monatlichen Kolumne im Gießener Anzeiger berichtet Julia Richter über das Schicksal des Chefredateurs der Tageszeitung „Cumhuriyet“.

Den Artikel finden Sie hier online oder als PDF.

Nachbericht über den diesjährigen Bücherflohmarkt

2014-11-25 GA Nachbericht Bücherflohmarkt - BildAuch in diesem Jahr konnten wir mit dem Bücherflohmarkt ein tolles Ergebnis erzielen: In drei Tagen wurden 2162 Bücher verkauft und 210 Unterschriften für die Freilassung der inhaftierten Journalistin Reeyot Alemu aus Äthiopien gesammelt. Was mit dem Geld nun passieren wird, erfahren Sie im Artikel Gießener Anzeigers.

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Besuch des Präsidenten des Unabhängigen Chinesischen PEN

Besuch

Ein ganz besonderer Gast besuchte uns an unserem ersten Uni-Bücherflohmarkttag am Dienstag: Bei Ling, der Präsident des Unabhängigen Chinesischen PEN, machte sich ein Bild von unserer Arbeit und durfte sich schnell über das Erstöbern eines zweisprachigen Gedichtbandes von Rilke freuen – der, wie er uns versicherte, zu seinen absoluten Lieblingslyrikern gehört.

Writers-in-Prison-Day

WIPWas steckt eigentlich hinter der Entscheidung, den Bücherflohmarkt immer im November zu veranstalten?
Es ist der Writers-in-Prison-Day, der jedes Jahr am 15. November an alle diejenigen Schriftsteller, Blogger, Autoren und Journalisten weltweit erinnert, die wegen ihrer gewaltfreien freien Meinungsäußerungen inhaftiert sind.
Der internationale PEN stellte die Schicksale von Enoh Meyomesse aus Kamerun, Nelson Aguilera aus Paraguay, Gao Yu aus China, Azimjon Askarov aus Kirgisistan und Mahvash Sabet aus dem Iran in den Fokus (mehr Informationen finden Sie hier)

Reeyot Alemu

Reeyot Alemu

Wir unterstützen dieses Jahr die äthiopische Journalistin Reeyot Alemu (mehr Informationen über sie gibt es hier). Es kann jeder mitmachen: Auf dem Flohmarkt liegt eine Petition für sie aus. Außerdem bieten wir Ihnen die Möglichkeit, sich an einer Fotoaktion zu beteiligen und Reeyot Alemu eine Postkarte ins Gefägnis zu schicken. Dadurch können wir zeigen, dass sie nicht vergessen ist.

Bücherflohmarkt 2014

BücherflohmarktJetzt können die Stifte gespitzt und die Terminkalender gezückt werden. Die Termine für unseren diesjährigen Bücherflohmarkt stehen fest – und wir in den Startlöchern!

Hermann Kesten-Preis 2014

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Morgen wird in Darmstadt der Hermann Kesten-Preis verliehen. Die Auszeichnung würdigt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für verfolgte und inhaftierte Schriftsteller und Journalisten einsetzen.

Dieses Jahr erhält ihn der Menschenrechtsanwalt Wolfgang Kaleck aus Berlin. Kaleck hatte sich immer wieder für die Opfer staatlicher Gewalt, etwa in Argentinien, Tschetschenien, Kolumbien, Pakistan, Mexiko, Usbekistan und im Irak engagiert. Darüber hinaus ist er als Edward Snowdens Rechtsbeistand bekannt geworden.

Weitere Imformationen finden Sie auf den Seiten des PEN.

“Mit Bücherflohmarkt verfolgte Autoren unterstützen”

PDFVielleicht haben Sie schon eins der grünen Plakate gesehen, mit denen wir dieses Jahr auf unseren großen Bücherflohmarkt zugunsten verfolgter Schriftsteller aufmerksam machen wollen.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und diesen Samstag geht es auch schon los! Einen Artikel, der Sie über die Hintergründe und Termine informiert, hat Stephan Scholz vom Gießener Anzeiger geschrieben. Diesen können Sie als PDF oder auf der Homepage des Anzeigers lesen.

W.I.E. erzählt Teshome Damtew?

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© Scholz

Am vergangenen Mittwoch fand in Kooperation mit dem Literarischen Zentrum Gießen die bereits dritte Veranstaltung unserer Reihe W.I.E. (Writers in Exile) erzählt..? statt. Zu Gast war dieses Mal der aus Äthiopien stammende Schriftsteller Teshome Damtew, der seinen Roman „Der Graf von Motta“ vorstellte.

Berichtet haben darüber Lea Meister von der Gießener Zeitung (den Artikel finden Sie hier), Stephan Scholz vom Gießener Anzeiger (den Artikel finden Sie hier, oder als PDF), sowie Doris Wirkner von der Gießener allgemeinen Zeitung (den Artikel finden Sie hier als PDF).

Erdogan-Kritik als „kriminelle Diffamierung“

Erol_ÖzkorayIn unserer monatlichen Kolumne im Gießener Anzeiger berichtet dieses Mal Julia Richter über den türkischen Sozialwissenschaftler und Journalisten Erol Özkoray, der im September zu einer hohen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt wurde, weil er Fotos der Gezi-Park Proteste in seinem Buch abdruckte.

Als die türkische Regierung im Mai 2013 endgültig entschied, ein Einkaufszentrum auf dem Gelände des Gezi-Parks in Istanbul zu errichten, wurde die Grünanlage zum Zentrum einer Protestbewegung. Diese richtete sich schnell nicht mehr nur gegen die Bebauungspläne, sondern vor allem gegen die als autoritär empfundene Politik der Regierungspartei AKP und gegen Recep Tayyip Erdogan, den zu jenem Zeitpunkt Vorsitzenden der Partei.

Über die Tage des Protests und die Besetzung des Gezi-Parks berichteten auch der Journalist und Herausgeber Erol Özkoray und seine Frau Nurten 2013 in ihrem Buch „Gezi Fenomeni“ (Das Phänomen von Gezi). Beide hatten bei ihren Recherchen Presseartikel über die Massenproteste und die Reaktion der Sicherheitskräfte ausgewertet. Weil sie die Proteste der Demonstranten auch dokumentierten, indem sie Fotos von deren Bannern, Plakaten und Graffiti abdruckten, die sich kritisch gegen Erdogan richteten, musste sich Erol Özkoray nun vor Gericht verantworten.

Sie können den vollständigen Artikel entweder auf der Website des Gießener Anzeigers oder hier als pdf-Datei lesen.

Filmtipp

Morgen Abend zeigt ARTE gleich zwei, wie wir finden, sehr interessante Dokumentationen zum Thema Meinungs- und Pressefreiheit:
Los geht es mit:

Ausgelacht!?

Karikaturen und Pressefreiheit

Dienstag, 07. Mai um 22:05 Uhr, 53 Min.

KARIKATUREN UND PRESSEFREIHEIT Wie steht es um die Meinungsfreiheit? Das 2006 im Zuge der Affäre um die Mohammed-Karikaturen ins Leben gerufene multimediale Projekt ‘Ausgelacht? – Karikaturen und Pressefreiheit’ befragt Pressezeichner zu diesem Thema, die als Künstler und Journalisten an vorderster Front der politischen Auseinandersetzungen stehen.

hier eine kleine Vorschau: http://www.arte.tv/guide/de/046174-000/ausgelacht

und weiter mit:

Forbidden Voices

Dienstag, 07. Mai um 22:55 Uhr, 91 Min.

Yoani Sánchez aus Kuba, Zeng Jinyan aus China und Farnaz Seifi aus dem Iran zählen zu den furchtlosen Frauen, die sich von den diktatorischen Regimes ihrer Länder nicht länger den Mund verbieten lassen. Sie decken rückhaltlos Missstände auf und prangern sie im Internet an. Der Dokumentarfilm zeigt die Schwierigkeiten, mit denen die Bloggerinnen zu kämpfen haben.

hier eine kleine Vorschau: http://www.arte.tv/guide/de/042782-000/forbidden-voices

Dzmitry Bandarenka – Weißrussland

Autor-Patenschaft 2011

Zur Person
- * 28. September 1963
- verheiratet mit Olga Bandarenka, gemeinsame Tochter Julia
-  Bandarenka ist Gründer der Menschenrechtsorganisation Charter`97 und Koordinator der Bürgerkampagne Europäisches Belarus
-  während der Präsidentschaftswahlen 2010 war er Pressesprecher und Stellvertreter – des Oppositionskandidaten Andrej Sannikau
- engagiert sich aktiv für die Menschenrechte in Belarus, ist Mitglied der belarussischen Journalistenvereinigung

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