„Attacks on the Press: Gender and Media Freedom Worldwide“

111923090XDas Buch „Attacks on the Press: Gender and Media Freedom Worldwide“, herausgegeben vom “Committee to Protect Journalists“ (CPJ), zeigt den Zustand der Pressefreiheit auf der ganzen Welt. Die aktuelle Ausgabe konzentriert sich auf geschlechtsspezifische Bedrohungen für Journalisten und Medien.

Es enthält eine Sammlung von analytischen Berichten von freien Journalisten und anderen Experten, die Einblick in Verletzung der Pressefreiheit in Bezug auf Geschlecht, Belästigung in der digitalen Welt, Diskriminierung, eingeschränktem Zugang zu Meinungsmachern, Haft sowie physische und sexuelle Angriffe haben.

Das Buch ist außerdem eine Anleitung, wie man mit solchen Bedrohungen und Einschränkungen umgehen kann und zeigt mögliche Lösungen, einschließlich Sicherheitsmaßnahmen, auf.

Committee to Protect Journalists (Hrsg.): Attacks on the Press: Gender and Media Freedom Worldwide. Bloomberg Press, New York City. 176 Seiten.

„Bin nur ein einfacher Arbeiter und Manga-Zeichner“

In unserer ‪‎Kolumne im Gießener Anzeiger hat Daniel Schneider im April über den Mangazeichner Kazuto Tatsuta geschrieben.

Mit Mitte 40 hätte Kazuto Tatsuta das Manga-Zeichnen beinahe an den Nagel gehängt. Zunächst nur um Geld zu verdienen, heuerte Tatsuta 2012 als Aufräumarbeiter auf dem ehemaligen AKW-Gelände in Fukushima an. Bald erkannte er allerdings das Potential seiner Erlebnisse dort und griff erneut zu Stift und Papier. Sein Manga „Reaktor 1F – Ein Bericht aus Fukushima“ machte ihn 2014 binnen kurzer Zeit zu einem der erfolgreichsten Mangaka Japans. Dass Kazuto Tatsuta jedoch ein Pseudonym ist und niemand das Gesicht des Zeichners kennt, ist ein Symptom der fragilen Lage der Meinungsfreiheit in Japan fünf Jahre nach der Katastrophe.

Den vollständigen Artikel gibt es auf der Seite des Gießener Anzeigers oder hier als PDF.

Erfolgreiche Unterstützung: Fotobuch “Fotos für die Pressefreiheit 2015″

Reporter ohne Grenzen veröffentlicht jährlich am 3. Mai, dem Internationalen Tag der Pressefreiheit, das Fotobuch „Fotos für die Pressefreiheit“. Ziel des Projektes ist es, auf Verstöße gegen die Presse- und Meinungsfreiheit hinzuweisen. In diesem Jahr hat Reporter ohne Grenzen per Crowdfunding das Geld für die Finanzierung des Buches gesammelt. Gefangenes Wort hat das Projekt mit einer Spende in Höhe von 100 Euro unterstützt. Die Erlöse aus dem Buchverkauf kommen direkt der Menschenrechtsarbeit des Vereins zugute.

In dem Buch sind in Bildern und Texten Ereignisse aus dem Jahr 2014 dokumentiert. Der erste Teil befasst sich mit den Ländern, die die Menschen weltweit im vergangenen Jahr besonders bewegt haben. Im zweiten Teil findet man Bildserien und spannende Reportagen. Mit dem Fotobuch möchte Reporter ohne Grenzen darauf aufmerksam machen, wie wichtig die Einhaltung und der Schutz von Menschenrechten ist. Ein wirklich unterstützenswertes Projekt, wir warten gespannt auf das Ergebnis.

Mehr Informationen gibt es hier.

Gefangenes Wort verschenkt anlässlich des Welttag des Buches Kinder- und Jugendliteratur an Schüler

Welttag des Buches IIDer Verein Gefangenes Wort e.V. verschenkte zum Welttag des Buches Kinder- und Jugendliteratur an Eichendorff- und Dalheim-Schüler(innen). Die Heranwachsenden strömten mit Begeisterung zum Verschenktisch. “Wir hoffen, die Lesebegeisterung der Schüler geweckt zu haben”, sagte Lisa Henkel, Vorstandsmitglied des Vereins. Die Zahl von ca. 300 abgegebenen Bücher bestärkt diese Sicht.

Gefangenes Wort e.V. engagiert sich für die Meinungsfreiheit. Neben Petitionen und Ausstellungen organisiert der Verein auch jedes Jahr einen Bücherflohmarkt, bei dem gebrauchte Bücher gesammelt und verkauft werden. Der Erlös des Bücherflohmarkts kommt verfolgten, inhaftierten oder im Exil lebenden Schriftstellern zugute. Die gestern verteilte Kinder- und Jugendliteratur stammt aus dem Bücherschatz für den Flohmarkt. Die an diesem Tag an den beiden Schulen aktiven Mitglieder Julia, Richter, Lisa Henkel, Yuen-Yee Leung und Florian Voß hoffen mit dieser Aktion nicht nur Lesefreude, sondern auch das Interesse der Schülerinnen und Schüler an der Meinungsfreiheit geweckt zu haben.

 

“Weltbürger gegen Gottesstaat” – Eine Rezension von Sascha Feuchert

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat PEN-Vizepräsident Sascha Feuchert Raif Badawis Buch „1000 Peitschenhiebe. Weil ich sage, was ich denke“ vorgestellt. Er nennt die Publikation „ein kleines großes Buch“.

Badawi selbst schreibt: „Wir werden erst anfangen, wenn uns klar bewusst wird, dass wir weder dort ansetzen müssen, wo unseresgleichen aufgehört haben, noch dort, wo unsere Vorgänger angefangen haben. Wir müssen dort anfangen, wo wir anfangen müssen: nämlich von neuem.“

Das Schicksal des saudischen Bloggers Raif Badawi bewegt seit Monaten die ganze Welt. Er sitzt wegen Beleidigung des Islams im Gefängnis, und immer noch drohen ihm wöchentliche Auspeitschungen, die jedoch im Moment wegen seinem schlechten gesundheitlichen Zustand ausgesetzt werden.

Die vollständige Rezension von Sascha Feuchert gibt es hier.

Kraft durch Literatur

Jeder zweite Syrer ist auf der Flucht, wie die Statistiken des UN-Flüchtlingswerks UNHCR belegen. In unserer monatlichen Kolumne berichtet Manuel Emmerich über den syrischen Schriftsteller Fouad Yazji. Er hat aufgrund der syrischen Revolution sein Haus, sein Auto und vor allem seine Leser verloren. Ende August 2014 wendet er sich hilfesuchend per E-Mail an ein deutsches Kulturinstitut, denn in Kairo ist er ohne Job und ohne Geld mittellos.

Sein Hilferuf blieb nicht ungehört, das deutsche PEN-Zentrum wurde kontaktiert und so hat auch der Verein Gefangenes Wort e.V. vom Schicksal des Syrers erfahren. Den vollständigen Artikel hat der Gießener Anzeiger. Alternativ gibt es den Artikel auch als PDF.

PEN-Zentrum Deutschland für Europa-Lilie 2015 nominiert

Das PEN-Zentrum Deutschland ist für die Europa-Lilie für die herausragendste europapolitische Leistung des Jahres 2015 in Deutschland nominiert. Mit dem Aufruf „Schutz in Europa“ tritt der PEN für ein europäisches Asylrecht in Solidarität und Verantwortung ein. Nominiert sind außerdem der amtierende EKD-Ratsvorsitzende Heinrich-Bedford-Strohm für sein Engagement für gemeinsame europäische Werte und die Europäische Zentralbank für ihr entschlossenes Vorgehen zur Beruhigung des Euro-Währungsraums. Jedes Jahr werden herausragende europapolitische Leistungen in Deutschland mit der Europa-Lilie ausgezeichnet.

Jeder kann seine Stimme abgeben und so mitentscheiden, wer mit der Europa-Lilie prämiert wird. Zur Abstimmung geht es hier.

Tolle Aktion von Amnesty International

Die Weihnachtszeit steht vor der Tür – passend dazu hat Amnesty International sich eine tolle Kampagne ausgedacht. Um mehr Solidarität für ihr Anliegen zu shaffen haben sie zusammen mit der Agentur Leo Burnett die Viral-Kampagne „#gifFreedom“ ins Leben gerufen. Nutzen werden aufgerufen, sich für unschuldig Inhaftierte einzusetzen. Wie das geht? Ganz einfach: Auf einer Online-Plattform können per Webcam Selfie-Videos von sich hinter Gittern aufgenommen werden. Mit Hilfe des Gif-Animator werden die Videos dann zu animierten Gifs gemacht, bei denen die Porträtierten die Gitterstäbe auseinander biegen.

Die Gifs werden dann im Rahmen einer großen Galerie auf giffreedom.de gezeigt. Die Menschenrechtsogranisation hofft auf eine starke Interaktivität, denn die Nutzer sollen die Gifs natürlich in ihren Freundeskreisen verbreiten. Die dadurch generierte Aufmerksamkeit will Amnesty außerdem dazu nutzen, um möglichst viele Unterschriften für eine Petition zu bekommen, die die Freilassung fünf politischer Gefangener fordert. Denn was wäre ein tolleres Geschenk zu Weihnachten als Freiheit?

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Aufruf zur Bücherspende

Gießen, 06. Oktober 2014 – Es ist wieder soweit: Auch in diesem Jahr veranstaltet der Gießener Verein Gefangenes Wort e.V. einen Bücherflohmarkt. Im Vorfeld gibt es an zwei Samstagen, am 18. Oktober und am 01. November jeweils von 10-16 Uhr, die Möglichkeit, im KiZ (Südanlage 3a, 35390 Gießen) gut erhaltene Bücher abzugeben. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre können Bildbände, Zeitschriften und Schulbücher leider nicht angenommen werden. Auch die Abholung von Büchern ist aus personellen Gründen nicht möglich.

Der Erlös des Bücherflohmarkts kommt verfolgten, inhaftierten oder im Exil lebenden Schriftstellern zugute. Dieses Jahr liegt der Fokus auf den Ländern Äthiopien und Kamerun und der Erlös wird dort inhaftierten Autoren gespendet. Der Flohmarkt findet dieses Jahr am Samstag, den 15. November im KiZ und am 18./19. November an der Justus-Liebig-Universität (Philosophikum I, Otto-Behaghel-Str. 10A, 35394 Gießen) jeweils von 9-16 Uhr statt.

 

Fotoaktion für die inhaftierte äthiopische Autorin Reeyot Alemu

Galerie

Diese Galerie enthält 15 Fotos.

Impressionen unserer Fotoaktion für die inhaftierte äthiopische Autorin Reeyot Alemu im Rahmen unserer Ausstellungseröffnung “Von Rebellen und Ketzern, Träumern und Tollköpfen. Zensur und Meinungsfreiheit weltweit“ in der Gießener Universitätsbibliothek. Die Fotos schicken wir Reeyot Alemu ins Gefängnis, um ihr zu … Weiterlesen

Ausstellungseröffnung in der UB ein voller Erfolg

Lars Meuser Ausstellungseröffnung UBAm vergangenen Donnerstag wurde unsere Ausstellung “Von Rebellen und Ketzern, Träumern und Tollköpfen. Zensur und Meinungsfreiheit weltweit“ in den Räumen der Gießener Universitätsbibliothek eröffnet.

Die Gießener Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz erinnerte bei ihrer Begrüßungsrede daran, daran, dass Presse- und Meinungsfreiheit Errungenschaften sind, die „noch gar nicht so alt sind“. Auch Dr. Peter Reuter, Direktor der UB, stellte fest: „Die Ausstellung erinnert an etwas, das es eigentlich nicht geben sollte. Dennoch ist es so alltäglich, dass man darüber verzweifeln möchte.”

Nach dem offiziellen Teil hatten die Gäste die Gelegenheit, mit uns ins Gespräch zu kommen und bei einer Fotoaktion und an einer Postkartenaktion für die inhaftierte äthiopischen Autorin Reeyot Alemu mitzumachen.

Die Ausstellung ist täglich von 8.30 bis 23 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Den vollständigen Nachbericht zur Ausstellungseröffnung gibt es auf der Website des Gießener Anzeigers oder hier als pdf-Datei. Auch die Online-Zeitung “Wetterauer Landbote” und die “Gießener Zeitung” haben Berichte zur Ausstellungseröffnung veröffentlicht.

Ausstellung „Von Rebellen, Ketzern, Träumern und Tollköpfen. Meinungsfreiheit und Zensur weltweit“

Ausstellung14Ihr habt es nicht geschafft, unsere Ausstellung „Von Rebellen, Ketzern, Träumern und Tollköpfen. Meinungsfreiheit und Zensur weltweit“ in der VHS Landkreis Gießen zu besuchen? Dann habt Ihr vom 16. Oktober bis zum 23. November in der Gießener Universitätsbibliothek die Möglichkeit, dies nachzuholen.

In China wird „Pu der Bär“ zensiert, in Belarus werden Menschen inhaftiert, weil sie klatschen. In Mexiko sterben jedes Jahr Journalisten, weil sie Korruption und Drogenhandel anprangern. Weltweit wird das Recht auf Meinungsfreiheit immer wieder bedroht, eingeschränkt oder radikal unterdrückt. Die Ausstellung zum Thema Meinungsfreiheit und Zensur zeigt anhand historischer und aktueller Beispiele, wie sich das Recht auf freie Meinungsäußerung entwickelt hat und in welchem Verhältnis die jeweiligen Zensurpraktiken dazu stehen. Im Vordergrund stehen hierbei die Länder Deutschland, Ungarn, Russland, die Türkei, China, Äthiopien und Mexiko, die sowohl historisch als auch in Hinsicht auf die aktuelle Lage der Meinungsfreiheit thematisiert werden. Neben den schriftlichen Dokumenten verleihen Bilder, dreidimensionalen Exponate sowie Kunstobjekte des freien Künstlers Pjervoj Ogonjok der Ausstellung Anschaulichkeit.

Die Vernissage findet am Donnerstag, den 16. Oktober 2014, um 18 Uhr in der UB statt, alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Eröffnet wird die Ausstellung von der Gießener Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, dem Bibliotheksdirektor Dr. Peter Reuter und unserem Vereinsmitglied Lars Meuser. Anschließend besteht die Möglichkeit, die Ausstellung bei einem Umtrunk zu erkunden.

Schuldspruch fühlte sich an wie Schlag ins Gesicht

gihoch_0410_peter-greste.jpgIn diesem Monat berichtet Lisa Weise in unserer Kolumne im Gießener Anzeiger über den australischen Journalisten Peter Greste, der zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, weil er für den Sender Al-Jazeera über die Demonstrationen in Ägypten berichten wollte.

Der 49-Jährige arbeitete schon für die BBC in Afghanistan, Mexiko und Argentinien und war als freiberuflicher Journalist in verschiedenen Ländern Afrikas tätig. Während seines Aufenthaltes in Ägypten Ende Dezember 2013 drangen zivile Fahnder des Innenministeriums in sein Hotelzimmer ein und sperrten ihn und seine Kollegen in winzige Gefängniszellen. Die Regierung beschuldigte sie, mit gezielt falscher Berichterstattung das Ansehen des Staates gefährdet und eine terroristische Organisation unterstützt zu haben. Am 23. Juni 2014 wurden Greste und sein kanadisch-ägyptischer Kollege Mohamed Adel Fahm zu sieben Jahren Haft verurteilt, ein weiterer Mitarbeiter zu zehn Jahren Haft.

Den vollständigen Artikel gibt es auf der Website des Gießener Anzeigers oder hier als pdf-Datei.