Solidarität mit netzpolitik.org

Wie gestern bekannt geworden, hat die Bundesanwaltschaft Ermittlungen gegen die Betreiber des Politik-Blogs netzpolitik.org sowie gegen Unbekannt aufgenommen; die Strafanzeige hatte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, gestellt. Es bestehe der Verdacht des Landesverrats, da netzpolitik.org in zwei Blogeinträgen Anfang des Jahres aus internen Dokumenten des Verfassungsschutzes zur Internetüberwachung, die als „Verschlussache – vertraulich“ geführt worden seien, zitiert hatte. Ein Gutachter prüfe nun, ob es sich bei den betreffenden Dokumenten tatsächlich um Staatsgeheimnisse handle (Vgl. hierzu Zeit Online).

Zwar ruhen die Ermittlungen seit heute Nachmittag, doch wurde das Verfahren damit nicht endgültig eingestellt; man warte lediglich auf das Ergebnis des Gutachtens, um dann gegebenenfalls weitere juristische Schritte einzuleiten. Die wichtigsten Fragen zum Fall von netzpolitik.org klärt Spiegel Online unter folgendem Link.

Ebenso schnell, wie sich diese Informationen verbreitet haben, ist seit gestern Abend auch die Solidarität mit den Betreibern von netzpolitik.org gewachsen (Vgl. Spiegel Online).

Auch wir sehen die Pressefreiheit elementar bedroht, wenn kritische journalistische Arbeit durch juristischen Druck erschwert und unterdrückt wird. Markus Beckedahl und Andre Meister als Betreiber und Autoren von netzpolitik.org verdienen unsere Solidarität.

Unter https://netzpolitik.org/spenden/ kann man die Arbeit von netzpolitik.org unterstützen – gerne auch langfristig.

Spende über 1000 € für Gefangenes Wort

Am vergangenen Samstag wurde Gefangenes Wort gemeinsam mit der Kindertagesstätte „Kinder der Welt“, der Grundschule Gießen-West, der Deutsch-Bulgarische Gesellschaft e. V. und der Evangelischen Petrusgemeinde mit einer Geldspende von je 1000 € bedacht. Die dm-Drogeriemärkte hatten anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens in Gießen zu einer Geburtstags-Wette eingeladen: Die Gießener Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und der bekannte Kinderliedermacher Fredrik Vahle sangen gemeinsam mit mehr als 200 großen und kleinen Gießenern einige Lieder, darunter auch “Anne Kaffeekanne” und der “Cowboy Jim aus Texas”. Die von dm zur Verfügung gestellten 5000 € wurden an die fünf genannten Vereine gespendet, die von Frau Grabe-Bolz persönlich ausgewählt worden waren. Gefangenes Wort sagt Danke an Frau Grabe-Bolz, Fredrik Vahle und die dm-Drogeriemärkte in Gießen und freut sich gemeinsam mit den übrigen Gewinnern.

Das Geld wird von uns selbstverständlich zur Unterstützung verfolgter Schrifstellerinnen, Autoren und Journalistinnen eingesetzt werden, die aufgrund ihrer freien Meinungsäußerung unter Repressionen und Verfolgung leiden.

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Fotoband “Fotos für die Pressefreiheit”

Am 3. Mai ist der Internationale Tag der Pressefreiheit. Zu diesem Anlass gibt Reporter ohne Grenzen Deutschland den Fotoband “Fotos für die Pressefreiheit” heraus. Per Crowdfunding unter https://www.startnext.com/pressefreiheit2015 sollen die notwendigen 7500 € für die Veröffentlichung eingeworben werden. Nach Spendensumme gestaffelt winken kleinere und größere Geschenke zum Thema Meinungs- und Pressefreiheit. Man kann sich noch bis einschließlich 17.4.2015 mit einer Spende beteiligen.

Buchtipp: “1000 Peitschenhiebe” von Raif Badawi

Morgen erscheint im Ullstein Verlag der Titel “1000 Peitschenhiebe”. Geschrieben hat ihn der saudische Blogger Raif Badawi, dessen Schicksal seit Monaten Menschen weltweit bewegt. Informationen von Spiegel Online folgend enthält das Buch nicht nur einen Text, den Badawi seiner Frau Ensaf Haidar per Telefon aus der Haft heraus diktiert habe, sondern – erstmals auch in deutscher Sprache – die mittlerweile gelöschten Blogeinträge, die zu seiner Verurteilung im vergangenen Jahr geführt hatten.

Der Gewinn soll Badawi und seiner Familie zugute kommen.

Zur Lage der Pressefreiheit in Mexiko

In der vergangenen Woche hat Spiegel Online einen interessanten Artikel zur Lage der Pressefreiheit in Mexiko veröffentlicht, der hier abrufbar ist. Anhand exemplarischer Fälle wird in diesem aufgezeigt, warum und wie in Mexiko kritische Stimmen zum Schweigen gebracht werden. Oftmals spielen Drogenkartelle eine bedeutende Rolle, die ihre kriminellen Geschäfte bedroht sehen. Ähnlich verhält es sich insbesondere mit Politikern, wenn Sie anfällig für Korruption und Klüngel sind und eine Offenlegung dieser Verstrickungen durch die Presse verhindern wollen.

Writer-In-Residence-Woche geht zu Ende

Heute endet die erste Gießener Writer-In-Residence-Woche, in der der georgische Exil-Schriftsteller Zaza Burchuladze mit seiner Familie zu Gast in Gießen war. Die Woche war im literaturwissenschaftlichen Seminar „Zensiert. Verfolgt. Ermordet“ unter Leitung von Sascha Feuchert, Lars Meuser und Michael Weise  gemeinsam mit 20 Studierenden der Justus-Liebig-Universität wissenschaftlich begleitet und konzeptionell vorbereitet worden.

Am Dienstag gab es im Anschluss an eine Stadtführung die Gelegenheit für alle Beteiligten sich in gemütlicher Runde besser kennenzulernen. Am Mittwoch stand zunächst ein Empfang bei Oberbürgermeisterin Grabe-Bolz auf dem Programm, die Zaza Burchuladze als Gast der Stadt begrüßte und sich von ihm erläutern ließ, warum er sich vor gut zwei Jahren freiwillig ins deutsche Exil begeben hatte. Am Abend fand dann die erste von zwei öffentlichen Veranstaltungen statt: In der Ricker’schen Universitäts-Buchhandlung las Burchuladze aus seinem Roman „adibas“ vor knapp 60 Gästen und stellte sich anschließend den Fragen des Publikums. Eine erste Nachlese von Doris Wirkner zu dieser Veranstaltung können Sie bereits unter folgendem Link bei der Gießener Allgemeinen finden. In der Samstagsausgabe des Gießener Anzeigers hält Heidrun Helwig in einem ausführlichen Artikel Rückblick auf die Veranstaltungen der gesamten Woche.

Am Donnerstag fanden sich dann etwa 50 Gäste im Café Amélie ein: Die Studierenden hatten zu einem Polit-Talk geladen, an dem neben Zaza Burchuladze auch die georgisch-deutsche Übersetzerin Anastasia Kamarauli und Sascha Feuchert als Vizepräsident und Writers-In-Prison-Beauftragter des PEN-Zentrums Deutschland teilnahmen. In einer kurzweiligen und interessanten Gesprächsrunde wurden den Zuhörerinnen und Zuhörern spannende und mitunter irritierende Einblicke in die georgische Gesellschaft eröffnet, die geradezu zerrissen scheint zwischen gesellschaftlicher Öffnung und Pluralität einerseits und christlich-orthodox geprägter Traditionsorientierung andererseits. Vor diesem Hintergrund schilderte Burchuladze die Gründe für sein erzwungenes Exil, während insbesondere Anastasia Kamarauli den Blick auf das Wechselspiel von Politik, Öffentlichkeit und Medien während des Kaukasischen Fünftagekriegs von 2008 lenkte, der den thematischen Rahmen für Burchuladzes Roman „adibas“ bildet. Sascha Feuchert ordnete Burchuladzes Exilsgeschichte vor diesem Hintergrund in eine globale Perspektive von Literatur- und Pressezensur ein und erläuterte, welche Formen der Unterstützung der PEN in solchen Fällen bereitstellen kann.

Bevor die Writer-In-Residence-Woche heute mit einem gemeinsamen Abendessen im Kreise des Seminars endet, möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bei allen Kooperationspartnern und Sponsoren bedanken, die dieses besondere Projektseminar möglich gemacht haben. Neben den Studierenden sind dies das Literarische Zentrum Gießen und seine Programmleiterin Karina Fenner, das Institut für Germanistik der JLU Gießen, die Ricker’sche Universitäts-Buchhandlung und das Team vom Café Amélie, die allesamt Räume und Infrastruktur zur Verfügung gestellt haben. Auch danken möchten wir der Gießener Hochschulgesellschaft und dem Präsidium der JLU, dem PEN-Zentrum Deutschland, Ihring’s Wirtsstuben sowie den Firmen Faber & Schnepp aus Gießen und Pfeiffer Stahlrohrmaste aus Ortenberg, die diese Woche finanziell unterstützt haben. Nicht zuletzt gilt unser Dank der Gießener Allgemeinen und dem Gießener Anzeiger, die diese Woche journalistisch begleitet haben.

Alle Beteiligten haben durch ihre Hilfe einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass die Writer-In-Residence-Woche ein großer Erfolg geworden ist. Einer Neuauflage in naher Zukunft steht damit nichts im Wege.

 

Georgischer Exil-Autor Zaza Burchuladze als Writer-in-Residence zu Gast in Gießen

WIR-WeekIn der Woche vom 23. bis 29. März 2015 präsentieren Studierende der Germanistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen, Gefangenes Wort und das Literarische Zentrum Gießen ein neues literarisches Veranstaltungsformat. In Kooperation mit dem PEN-Zentrum Deutschland wird der im Exil lebende georgische Schriftsteller Zaza Burchuladze als Writer-in-Residence zu Gast in Gießen sein.

Burchuladze musste seine Heimat Georgien mit seiner Familie verlassen, nachdem er wegen seines literarischen Schaffens immer wieder angefeindet, bedroht und zuletzt körperlich angegangen worden war. Burchuladze spricht in seinen Texten wie auch in öffentlichen Debatten immer wieder gesellschaftspolitische Probleme an, wobei er die Kontroverse nicht scheut. Darüber hinaus stellt er Fragen nach überkommenen Vorstellungen zur sexuellen Orientierung und dem klassischen Geschlechterrollenverständnis. Auch findet die Auseinandersetzung mit der Rolle der georgisch-orthodoxen Kirche im georgischen Alltagsleben Einzug in seine Werke.

Im Rahmen des Germanistik-Seminars „Zensiert, Verfolgt, Ermordet“ unter der Leitung von Hon.-Prof. Sascha Feuchert, Michael Weise und Lars Meuser haben sich die Studierenden mit der Geschichte und Gegenwart der literarischen Zensur und dem Werk Burchuladzes auseinandergesetzt und verschiedene Veranstaltungsformate für die Writer-In-Residence-Week erdacht.

So wird es am Mittwoch, den 25.3.15 um 18.30 Uhr  in der Rickerschen Universitätsbuchhandlung eine Lesung aus Burchuladzes aktuellem Roman „adibas“ geben. Am Donnerstag, den 26.3.15 um 18.00 Uhr im Café Amélie wird ein Polit-Talk mit Zaza Burchuladze sowie den beiden Kaukasiologen Jost Gippert und Manana Tandaschwili stattfinden, bei dem die gegenwärtige gesellschaftspolitische Lage Georgiens in den Blick genommen werden soll. Beide Veranstaltungen werden jeweils in englischer Sprache stattfinden, der Eintritt ist frei. Hier gibt es den Flyer im pdf-Format.

Die Studierenden, Gefangenes Wort, das Literarische Zentrum Gießen und das Institut für Germanistik laden herzlich zu diesen Veranstaltungen ein.

Zum Welttag gegen Internetzensur: Reporter ohne Grenzen macht gesperrte Nachrichtenwebsites wieder zugänglich

Heute ist der Welttag gegen Internetzensur. Zu diesem Anlass hat Reporter ohne Grenzen neun zensierte bzw. gesperrte Nachrichtenwebsites in elf Ländern zugänglich gemacht. Unter folgendem Link findet man die entsprechenden Websites, die unter anderem in Russland, China und Saudi-Arabien eigentlich nicht zugänglich sind.

Sprachbarrieren überwinden helfen: Spendenübergabe an Hessische Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge

Am vergangenen Dienstag konnte Gefangenes Wort eine Geld- und Sachspende an die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen übergeben. Neben teilweise mehrsprachigen Kinderbüchern im Wert von 200€ umfasst diese einen Scheck im Wert von 300€, womit am jeweiligen Bedarf orientiert Wörterbücher für die Asylsuchenden angeschafft werden können. Hier geht zum Bericht beim Gießener Anzeiger und hier findet man den Scan des Artikels als pdf-Datei. Auch die Gießener Allgemeine berichtet; zum Scan des Artikels geht es hier.

Die Spendensumme wurde aus dem mit 1000€ dotierten HelferHerzen-Preis der dm-Drogeriemärkte bestritten, den Gefangenes Wort im vergangenen Sommer erhalten hatte. Die übrigen 500€ wurden an den Verein Weimar – Stadt der Zuflucht e.V. gespendet, um Stipendien für verfolgte Schriftstellerinnen und Autoren zu unterstützen.

Dem weißrussischen Lohvinau-Verlag droht das Aus

Quelle: PEN Deutschland

In unserer monatlich erscheinenden Kolumne im Gießener Anzeiger berichtet Lisa Weise dieses Mal vom Schicksal des regierungskritischen Lohvinau-Verlags. Diesem droht nach Lizenzentzug und einer empfindlichen Geldstrafe das Aus. Sie finden den Artikel beim Gießener Anzeiger und hier als pdf-Datei.

Saudischer Blogger Badawi: Neuauflage des Prozesses könnte Todesurteil bedeuten

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Quelle: Ensaf Haidar, provided by PEN International

Seit Monaten nehmen Menschen weltweit Anteil am Schicksal des saudischen Bloggers Raif Badawi, der 2014 wegen Beleidigung des Islam zu einer Geldstrafe, zehn Jahren Haft und 1000 Peitschenhieben verurteilt worden war: Er hatte auf seiner Internetpräsenz „Die Saudischen Liberalen“ sowohl Angehörige anderer Religionen als auch Atheisten als mit Muslimen gleichwertig bezeichnet und wiederholt Kritik an der strengen Auslegung des Islam in Saudi-Arabien geübt. Auch großer öffentlicher Druck konnte nicht verhindern, dass Anfang des Jahres die ersten 50 Peitschenhiebe vollstreckt wurden. Seither werden die wöchentlich angesetzten Peitschenhiebe immer wieder ausgesetzt – aus medizinischen Gründen, wie es von offizieller Seite heißt. Badawis Ehefrau, Ensaf Haidar, die seit seiner Verhaftung in Kanada lebt, berichtet, dass es ihm sowohl körperlich als auch psychisch sehr schlecht geht.

Nachdem Badawi in der vergangenen Woche der Freedom of Speech Award der Deutschen Welle DW (Link) verliehen worden war, hat sie sich gestern in einem Interview mit den heute-Nachrichten (Link) mit einer direkten Bitte an Vizekanzler Gabriel gewandt, sich für ihren Ehemann einzusetzen. Gabriel wird am kommenden Wochenende an einem deutsch-saudischen Wirtschaftsgipfel in Saudi-Arabien teilnehmen. Umso dringlicher erscheint die Bitte Haidars im Lichte aktuellster Informationen, nach denen Badawi bei einer Neuauflage des Verfahrens die Todesstrafe wegen des Abfalls vom Glauben drohen könnte (unter anderem Spiegel Online).

Auch Sie können aktiv werden. Unter dem Titel www.stopfolter.de hat Amnesty International eine Petition eingerichtet, mit der Sie sich für Raif Badawi und andere Opfer staatlicher Gewalt einsetzen können. Für Badawis Anwalt Waleed Abu al- Khair, der zu einer 15jährigen Haftstrafe verurteilt worden war, hat Amnesty sowohl einen Info-Flyer (Link) als auch eine Urgent Action (Link) geschaltet.

Bericht zur Jahrestagung 2014 des PEN-Zentrums Deutschland

Vom 15. bis 18. Mai fand die Jahrestagung des PEN-Zentrums Deutschland  in Schwäbisch Hall statt. Während des viertägigen Treffens wurden nicht nur 25 Autorinnen und Autoren in die Schriftstellervereinigung aufgenommen, sondern auch Christoph Hein einstimmig zum neuen Ehrenpräsidenten gewählt. Hein war von 1998 bis 2000 Präsident des damals frisch wiedervereinigten deutschen PEN.

Darüber hinaus bestimmten aktuelle politische und literaturpolitische Entwicklungen die Jahrestagung. So zeigen sich die Mitglieder in ihren Resolutionen besorgt über die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine (zur Resolution) und unterstützen das gemeinsame Bemühen der PEN-Zentren Russlands und der Ukraine zu einer friedlichen Lösung (zur Resolution). Zudem protestieren sie vehement gegen die Strafanzeige des türkischen Premierministers Erdogan gegen den Journalisten Can Dündar (zur Resolution) und positionieren sich mit einem Zehn-Punkte-Manifest zum Urheberrecht (zur Resolution).

In einem ausführlichen Artikel berichtet Regula Venske, Generalsekretärin des PEN-Zentrums Deutschland, ausführlich über die Jahrestagung; für die Deutsche Welle berichtet Jochen Kürten. Unter folgendem Link kann zudem eine Foto-Serie abgerufen werden.

Autor Jörg Albrecht in Abu Dhabi festgehalten

Wie am Wochenende bekannt geworden, ist der deutsche Schriftsteller Jörg Albrecht am 1.5.14 in Abu Dhabi von Sicherheitskräften festgenommen und für drei Tage inhaftiert worden. Auf Intervention der deutschen Botschaft und gegen Zahlung einer Kaution ist er mittlerweile wieder auf freiem Fuß, darf Abu Dhabi bis auf weiteres aber nicht verlassen. Albrecht sieht sich dem Vorwurf der Spionage ausgesetzt: Am Tag seiner Anreise zu einer internationalen Buchmesse hatte er vor seinem Hotel Straßenzüge fotografiert, und dabei offenbar zufällig diverse Botschaftsgebäude mit abgelichtet.

Der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss, der ebenfalls nach Abu Dhabi eingeladen war, sagte als Reaktion auf Albrechts Verhaftung und das Ausreiseverbot alle seine Termine vor Ort ab. Der Göttinger Wallstein Verlag hat heute auf seiner Homepage eine Pressemitteilung zu den Hintergründen des Falls veröffentlicht (Link). Zudem konnte Florian Kessler für Zeit Online ein Interview mit Jörg Albrecht führen (Link), in dem dieser die in seinen Augen kafkaeske Situation schildert. Unter change.org könnt ihr darüber hinaus eine Petition unterzeichnen, mit der die sofortige Ausreise Albrechts erwirkt werden soll.

Update vom 13.5.14: Die Welt hat mittlerweile ein weiteres Interview mit Jörg Albrecht veröffentlicht.

Update vom 14.5.14: Nachdem Jörg Albrecht gestern die Ausreise erlaubt worden war, ist er mittlerweile wieder wohlbehalten zurück in Deutschland.

Nachlese zur Ausstellungseröffnung

Werbeplakat-Lich-A4Am vergangenen Samstag wurde im Rahmen einer gut besuchten Vernissage unsere Ausstellung “Von Rebellen, Ketzern, Träumern und Tollköpfen. Meinungsfreiheit und Zensur weltweit” in der VHS Kreis Gießen in Lich eröffnet. Landrätin Anita Schneider sprach zu diesem Anlass ein Grußwort, in dem sie die grundlegende Bedeutung von Meinungs- und Pressefreiheit für freie Gesellschaften herausstellte. Torsten Denker, Programmbereichsleiter der VHS stellte alsdann unsere Vereinsarbeit vor, bevor unser Mitglied Leslie Kuhlmann die Anwesenden inhaltlich in die Ausstellung einführte. Nach einer ersten Erkundung gab es für die Gäste die Möglichkeit, sich bei einer Tasse Kaffee über die gesammelten Eindrücke auszutauschen und sie auf dem Platz der Meinungsfreiheit niederzuschreiben.

Dass sowohl die Vorbereitung unserer Ausstellung so problemlos funktioniert als auch in Form der Vernissage einen passenden Rahmen gefunden hat, liegt ganz wesentlich am besonderen Engagement Torsten Denkers. Ihm möchten wir an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit danken. Ein großes Dankeschön gebührt auch dem Gießener Künstler Pjervoj Ogonjok, der uns verschiedene Exponate zur Verfügung gestellt hat, die der Ausstellung einen besonderen ästhetischen Reiz verleihen.

Die Ausstellung kann noch bis zum einschließlich 25. Juli 2014 zu den Öffnungszeiten der VHS besucht werden. Was die Presse zu Ausstellung und Vernissage denkt, kann hier nachgelesen werden:

Gießener Anzeiger (auch als pdf-Datei)

Gießener Allgemeine (auch als pdf-Datei)

Mittelhessen.de

Sonntag-Morgenmagazin (Ausgabe Gießen Land – Butzbach – Lich – Grünberg)

Vernissage zur Ausstellung “Von Rebellen, Ketzern, Träumern und Tollköpfen. Meinungsfreiheit und Zensur weltweit” morgen in Lich

Werbeplakat-Lich-A4Am morgigen Samstag, den 10.5.2014 wird unsere Ausstellung “Von Rebellen, Ketzern, Träumern und Tollköpfen. Meinungsfreiheit und Zensur weltweit” in den Räumen der VHS Kreis Gießen in Lich eröffnet. Die Vernissage beginnt um 16 Uhr; und auch danach kann man die Ausstellung noch bis einschließlich 27. Juni 2014 besuchen. Weitere Informationen zur Ausstellung können unter http://www.gefangenes-wort.de/?p=1947 abgerufen werden.