“Die Wahrheit zu schreiben, kann Dich die Freiheit kosten”

Bildschirmfoto 2016-02-06 um 12.54.31In unserer jüngsten Kolumne im “Gießener Anzeiger” schreibt Sergej Gil über einen beunruhigenden Fall aus Mazedonien, der zeigt, wie schlecht es um Demokratie und Pressefreiheit in dem Balkanstaat steht. Es geht um den verurteilten Journalisten Tomislav Kezarovski, der über seine Heimat im Jahr 2016 sagt: “Die Wahrheit zu schreiben, kann dich die Freiheit kosten”.

Den vollständigen Artikel gibt es auf der Seite des Gießener Anzeigers.

Wir bedanken uns für die Auszeichnung mit dem Hermann-Kesten-Förderpreises des deutschen PEN-Zentrums

Auch auf diesem Weg möchten wir uns für die Auszeichnung am vergangenen Mittwoch bedanken und mit Euch die Dankesrede von Michael Weise und ein paar Eindrücke des abends teilen.

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Meine sehr geehrten Damen und Herren,

es ist mir eine große Ehre im Namen von Gefangenes Wort diesen Preis entgegenzunehmen und nun ein paar Worte des Danks sprechen zu dürfen. Einen Preis für unsere ehrenamtliche Arbeit zu erhalten, das ist für uns etwas wirklich Besonderes und daher möchte ich mich zuallererst bei der Auswahlkommission bedanken, die uns diese Auszeichnung verliehen hat.

Dass wir unsere Arbeit als Verein in der gegenwärtigen Form tun können, ist neben dem ausgezeichneten Engagement der Vereinsmitglieder auch der Unterstützung von Freunden und Förderern des Vereins geschuldet. Und da Preisverleihungen traditionell ein Anlass sind, an dem Preisträger sich bedanken können, möchte auch ich die heutige Gelegenheit dazu sehr gerne nutzen.

Der erste Dank gilt dir, liebe Katja, und zwar nicht nur für die wunderbare Laudatio, sondern auch für den Anfangsimpuls, mit dem du das ganze Projekt 2008 überhaupt ins Rollen gebracht hast. Auch danach hast du unsere Arbeit immer interessiert mitverfolgt und uns mit Rat und Ideen immer zur Seite gestanden, wenn es nötig war. 12235750_1032118943519150_954312514_o

Auch der Nachfolger von Katja Behrens im Amt des Writers-in-Prison-Beauftragten, Dirk Sager, hat uns in vielfältiger Form unterstützt und uns von Anfang an viel Vertrauen und Zutrauen entgegengebracht. Bis zu seinem Tod im Januar 2014 hat er stets Anteil genommen an der Entwicklung von Gefangenes Wort. Er war und ist uns darüber hinaus ein Vorbild darin, wie man sich aufrecht, engagiert und couragiert für die Werte und Menschen einsetzen kann, die einem wichtig sind.

Erwähnt werden soll an dieser Stelle auch der aktuelle Writers-in-Prison-Beauftragte, Sascha Feuchert, der ebenfalls von Beginn an ein wichtiger Ratgeber, Förderer und Begleiter von Gefangenes Wort war und es bis heute ist. Danke dir, Sascha, für viele Jahre der Unterstützung. für die vielen Gespräche, Anregungen und Kooperationen.

Viele weitere Mitglieder und Mitarbeiter des deutschen und des internationalen PEN haben wir in den letzten Jahren als vertrauensvolle und zuverlässige Kooperationspartner kennengelernt, wie z.B. die Writers-in-Exile-Beauftragten Christa Schuenke und Franziska Sperr. Mit ihnen zusammen haben wir die Lesereihe „WIE erzählt“ initiiert, bei denen Exil-Autoren ein Raum für ihre Stimme und ihre Geschichte geboten wird. Auch ihnen gilt unser Dank, für die Bereitschaft, mit uns zusammen, neue Projekte zu entwickeln und umzusetzen.

Als nach wie vor eher kleiner Verein sind wir bei vielen Projekten und Aufgaben auf die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Institutionen angewiesen, etwa wenn wir Informationen und Kontaktmöglichkeiten zu einem konkreten Autor ermitteln wollen. Neben dem PEN haben Organisationen wie Reporter ohne Grenzen, Libereco oder die Liga zur Verteidigung der Menschenrechte in Iran uns ihre Hilfe immer wieder dort zuteilwerden lassen, wo unsere eigenen Kompetenzen und Ressourcen ausgeschöpft waren.

Es gäbe noch viele weitere Menschen und Institutionen, die es verdient hätten, heute von uns dankend erwähnt zu werden. Da ich Ihre Geduld jedoch nicht über Gebühr beanspruchen möchte, spreche ich hiermit allen noch nicht genannten Freunden, Spendern und Förderern von Gefangenes Wort unseren tief empfundenen Dank aus. Denn ohne die vielfache Hilfe von außen wäre es uns nicht möglich gewesen, all jenen Menschen zu helfen, die wir in den letzten Jahren unterstützt haben.

Schließen möchte ich mit einem Satz von Katja Behrens, der gewissermaßen das Leitmotiv von Gefangenes Wort darstellt. Er lautet „Wer lesen will, muss dafür kämpfen, dass andere schreiben dürfen.“ Ich finde, die heutige Preisverleihung wird diesem Motto in besonderem Maße gerecht. Denn mit Madjid Mohit wird heute ein Verleger ausgezeichnet, der mit dem Sujet-Verlag die Bücher genau jener Autoren publiziert, die in ihrer Heimat nicht mehr leben können. Lieber Herr Mohit, auch im Namen von Gefangenes Wort möchte ich Ihnen ganz herzlich gratulieren.12236994_1032118950185816_932077832_o

Wir von Gefangenes Wort verstehen den Förderpreis als Ansporn, uns auch weiterhin für Menschen einzusetzen, die sich den Mund nicht verbieten lassen, sondern immer wieder mutig ihre Meinung äußern. Für ihr Recht zu schreiben, zu bloggen oder zu sprechen, dafür wollen wir uns auch in Zukunft engagieren.

Vielen Dank!

Michael Weise

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Ergebnis des diesjährigen Bücherflohmarkts

Processed with VSCOcam with p5 presetDieses Jahr konnten wir mit dem Bücherflohmarkt im Philosophikum I wieder ein tolles Ergebnis erzielen. An den zwei Tagen haben wir 1921 Bücher verkauft. Die dadurch eingenommenen 2692,16 € kommen dem usbekischen Schriftsteller Salijon Abdurakhmanov zugute. Wir haben uns auch sehr über die 190 Unterschriften für die Freilassung Abdurakhmanovs gefreut.

Mehr über Salijon Abdurakhmanovs Situation erfahrt in unserer Kolumne im Gießener Anzeiger .

Drogen als Vorwand? Usbekische Behörden halten kritischen Journalisten seit sieben Jahren fest

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Madelyn Rittner und Julia Richter berichten in unserer jüngsten Kolumne im „Gießener Anzeiger“ über den usbekischen Journalisten Salijon Abdurakhmanov, der bis vor sieben Jahren immer wieder über Korruption und Menschenrechtsverletzungen in seinem Land berichtet hatte. 2008 wurde er an der turkmenischen Grenze verhaftet, als die Polizei Drogen in seinem Auto fand. Seitdem sitzt er im Gefängnis. Die fadenscheinige Begründung: Abdurakhmanov soll mit den Drogen Geschäfte gemacht haben. Bis heute gehen Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und PEN von einer politisch motivierten Aktion der usbekischen Behörden aus.

Den vollständigen Artikel gibt es auf der Seite des Gießener Anzeigers. Weiterführende Informationen finden Sie außerdem auf der Hompage von Human Rights Watch sowie auf der Website des PEN America.

Von Regierung und Terroristen bedroht

azzawiIn unserer aktuellen Kolumne im Gießener Anzeiger schreibt Leslie Kuhlmann über den syrischen Schriftsteller Abdelwahhab Azzawi, der in seiner Heimat als einer der schärfsten Kritiker der Regierung gilt – und deswegen fliehen musste.

Der studierte Augenarzt wurde 2012 in der Öffentlichkeit geschlagen, vermutlich steckten regierungstreue Sicherheitsleute dahinter. Mit anderen Worten: Azzawi war in Syrien nicht mehr sicher. Im vergangenen Jahr beschloss er daher, gemeinsam mit seiner Frau und den zwei Töchtern in den Jemen zu flüchten. Auch dort wurde seine Familie jedoch bedroht. Azzawi flüchtete nach Deutschland, er folgte einer Einladung des Universitätsklinikums Saarland. Seine Familie musste im Jemen bleiben. Wann er sie wiedersieht, weiß der Schriftsteller nicht.

Den Artikel können Sie entweder direkt auf der Webseite des Gießener Anzeigers lesen oder hier als pdf-Datei.