Erhebliche Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit Polens

Passend zum Writers-in-Prison-Day hat das EU-Parlament in Straßburg für eine Überprüfung der Rechtsstaatlichkeit Polens gestimmt. Im Rahmen dieser sollen die Justizreformen sowie die Eingriffe in die Medien- und Versammlungsfreiheit genauer beleuchtet werden. In den Maßnahmen der regierenden Partei PiS sehen die Abgeordneten einen massiven “Verstoß gegen die europäischen Grundwerte”. Sollte ein solcher festgestellt werden, könnte Polen ein Entzug der Stimmrechte drohen. Den ganzen Artikel finden Sie hier.

Writers-in-Prison-Day 2017

Heute, am 15.11., ist der Writers-in-Prison-Day (Tag des inhaftierten Schrifstellers), durch welchen jährlich auf das Schicksal zu Unrecht inhaftierter Autoren, DoiW-2017Journalisten, Verleger und Blogger aufmerksam gemacht werden soll. Außerdem soll an eben jene erinnert werden, welche getötet wurden, weil sie ihre Meinung frei geäußert haben.

Der internationale PEN stellt jedes Jahr exemplarisch die Schicksale einiger Autoren und Journalisten vor. Dieses Jahr stehen die Türkei, Äquatorialguinea, Honduras, Vietnam und Syrien im Fokus. Hier gelangen Sie zum ganzen Artikel.

Hoffnung auf Meinungs- und Pressefreiheit im Iran noch weit von der Erfüllung entfernt.

Golrokh-Ebrahimi-Iraee-1In unserer November Kolumne im Gießener Anzeiger berichtet Madelyn Rittner über die iranische Autorin und Aktivistin Golrokh Ebrahimi Iraee, die aufgrund einer verschriftlichten Kritik an der Praktik des Steinigens zu sechs Jahren Haft verurteilt wurde. Auch ihren Mann, den Menschenrechtsaktivisten Arash Sadeghi, verurteilte das Gericht wegen Propaganda- und Konspirationsvorwürfen zu 19 Jahren Haft. Durch einen Hungerstreik konnte dieser eine kurzzeitige Haftentlassung Iraees bewirken. Am 22. Januar 2017 wurde die Schriftstellerin jedoch erneut festgenommen.

Der ganze Artikel lässt sich hier nachlesen.

Askarow nach Bericht über gewalttätige ethnische Unruhen zu jahrelanger Haft verurteilt

Elena Müller berichtet diesen Monat in unserer Kolumne über den kirgisischen Journalisten und Menschenrechtsaktivisten Asimschon Askarow, dem seit seiner Festnahme im September 2010 kein fairer Prozess gemacht wurde.Azimzhan_Askarov
Der Vorwurf: “Beihilfe in einem Mordfall und Anstachelung zum Hass”…

Hier geht es zum Artikel des Gießener Anzeigers.

Kamerunischer Lyriker Enoh Meyomesse zu Gast im KiZ

Am Dienstag, den 05.07.2016 las der kamerunische Lyriker, Politiker und Menschenrechtsaktivist Enoh Meyomesse im Kultur im Zentrum. Eingeladen durch das Literarische Zentrum Gießen, las der Autor einiger seiner während und nach der Haft entstandenen Gedichte in französischer Sprache vor. Daniel Schneider verlas die deutsche Fassung, Julia Richter und Madelyn Rittner moderierten in englischer wie deutscher Sprache.img_L2ZtLzgxOS90aHVtYm5haWxzL0NPTl81Mjk0MTk2NjlfNjM0NzNfTS5qcGcuMzAzNjAzODQuanBn_L2ZtLzgxOS90aHVtYm5haWxzL0NPTl81Mjk0MTk2NjlfNjM0NzNfTS5qcGcuMzAzNjAzODYuanBn

 

Enoh Meyomesse, der aufgrund seiner regierungskritischen Texte und Äußerungen sowie seines Einsatzes für die Meinungsfreiheit über drei Jahre in Kamerun im Gefängnis saß, lebt seit Oktober 2015 in Darmstadt als Elsbeth-Wolffheim-Stipendiat im Writers-in-Exile-Programm des deutschen PEN. In seinen gelesenen Gedichten thematisierte er sowohl die Zensur seiner Texte, Isolations- und Dunkelhaft, Schutzgelderpressung und Folter, als auch die Gefühle und Zukunftserwartungen nach dem Ende seiner Haft und auf der Reise ins Exil.

Die facettenreiche Lesung endete mit einer Aufforderung des LZG und des PEN Zentrums Deutschland an das Publikum. Gebeten wurde um das Ausfüllen einer Postkarte an den türkischen Präsidenten, welche die Aufforderung der Freilassung Can Dündars und Erdem Güls enthielt.

Lesen Sie den ganzen Artikel zur Lesung von Enoh Meyomesse als PDF unter dem angezeigten Link oder auf der Seite des Gießener Anzeigers.

In Vietnam existiert das Recht auf Pressefreiheit – zumindest theoretisch

In unserer Kolumne im Juli hat Svenja Gabriel-Jürgens dieses mal über den Blogger und Priester Nguyen Van Ly berichtet.FATHER THADDEUS NGUYEN

Insgesamt 25 Jahre verbrachte der mittlerweile 70 Jährige in Haft, weil er sich er sich für Katastrophenhilfe sowie die Religions- und Meinungsfreiheit in Vietnam einsetzte. Die Regierung fasste seine Aktivitäten als Angriff auf das System auf und inhaftierte den katholischen Priester immer wieder. Nguyen Van Lys Reaktion: Die Gründung des Bloc 8406, einem Zusammenschluss verschiedener Schriftsteller, die gemeinsam ein „Manifest zu Freiheit und Demokratie in Vietnam“ veröffentlichten.

Heute ist Nguyen Van Ly frei. Und leidet doch unter den Folgen jahrelanger Haft.

Den vollständigen Artikel gibt es auf der Seite des Gießener Anzeigers.

SPD-Bundesvorsitzender und hessischer Landes- und Fraktionsvorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel widmet Gefangenes Wort seine Facebook Aktion

Diese Woche widmet der SPD-Bundesvorsitzende und hessische Landes- und Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel seine Facebook-Aktion für besonderes gesellschaftliches Engagement unserem Verein! Er begründet dies wie folgt: „Freie Meinungsäußerung ist ein Menschenrecht. Der Verein Gefangenes Wort setzt sich mit Aktionen für Meinungsfreiheit und für inhaftierte Autoren, Journalisten und Künstler ein. Dieses Engagement ist ein wichtiges Zeichen für Menschenrechte.”

Wir freuen uns sehr und bedanken uns ganz herzlich bei Thorsten Schäfer-Gümbel.

Mehr Infos über die Aktion findet ihr unter http://www.schaeferguembel.de/meldungen/39999/202779/Fuer-freie-Meinungsaeuszerung.html

“Große Geschichten verstecken sich vermutlich in dieser Spiegelwelt”

“Ihre Zunge ist so scharf wie die Messer eines Metzgers und gnadenlos. Ihre liebste Beschäftigung besteht darin, sich über das Leben der anderen genau zu informieren und darüber zu plaudern (…).” geb_SU

Wie eine der Figuren Abbas Khiders in seinem Roman “Brief in die Auberginenrepublik” (Nautilus Verlag 2013) kann auch das Buch als solches beschrieben werden. Scharf wie ein Messer, gnadenlos und genau. Der zunächst plauderhafte und für den Leser angenehm nachvollziehbare Tonfall täuscht nicht über die Schwermütigkeit und thematische Tiefe des Romans hinweg. Abbas Khider schickt seinen Leser mit einem von Salim Al-Kateb an seine Freundin Samia verfassten Brief auf eine Odyssee quer durch die arabische Welt. Salim, der aufgrund angeblich “illegalen Buchbesitzes” verhaftet und gefoltert geworden, letztlich jedoch im Exil untergetaucht ist, macht ein Netzwerk von illegalen Briefboten ausfindig und vertraut ihnen eine Nachricht an seine Geliebte an. Der Brief begibt sich mitsamt dem Leser auf eine schier unendliche Reise vorbei an der Zensur quer durch Arabien. Immer begleitet von Menschen verschiedenster kultureller, religiöser und moralischer Hintergründe, werden dem Leser auf seiner Briefreise unterschiedlichste Schicksale und Lebensumstände eröffnet.

Abbas Khider vermag es durch eine ständig wechselnde Perspektive der Ich-Erzähler ebenso wie durch seine schonungslosen und emotional anrührenden Schicksalsbeschreibungen, den Leser tief mit in die Zustände und Ereignisse der arabischen Länder Ende der Neunzigerjahre zu nehmen. So lernen wir neben Salim, dem ehemaligen Literaturstudenten (und Absender des Briefes) auch Walid, den – nach kurzer Haft – in Folge einer “Lungenentzündung” verstorbenen Autor und dessen Freund Majed kennen. Ebenso begegnen wir aber auch dem Polizisten Kamal und Oberst Ahmed, die der Reise des Briefes wie auch dem Verlauf der Geschichte eine neue Wendung geben. Ob der Brief seine Empfängerin Samia jemals erreichen wird? Nur soviel sei verraten: So unbeschwert die Reise zunächst beginnen mag, so dramatisch ist auch ihr Wendepunkt…

Abbas Khider, welcher 1996 nach einer zweijährigen Gefängnisstrafe selbst aus dem Irak floh und seit dem Jahr 2000 in Deutschland lebt, schreibt mit “Brief in die Auberginenrepublik” ein bewegendes und informierendes Buch, das seinem Leser orientalische Hitze- wie politische Kälteschauer gleichermaßen über den Rücken jagt und bis zur letzten Seite nicht loslässt.

(Seit Neuestem als Taschenbuch erhältlich im btb Verlag)

Die Meinungsfreiheit auf der Frankfurter Buchmesse

Leerer MessestandDie Freiheit des Wortes fand in diesem Jahr auf der Buchmesse in Frankfurt gleich zu Beginn große Aufmerksamkeit. Salman Rushdie, der seit Jahrzehnten verfolgte und bedrohte Autor, sprach gleich zu Beginn der Messe über die Relevanz der schriftstellerischen  Meinungsfreiheit. Unmut über den Besuch des indisch-britischen Autors zeigte sich am iranischen Messestand – der blieb in diesem Jahr leer.

Einen Auszug aus Rushdies Rede (bitte Untertitel unbeachtet lassen) und einen Blick auf den erschreckend leeren Stand des Iran gibt es auf Youtube:

Salman Rushdies Rede

Messestand ohne Bücher

Enoh Meyomesses afrikanische Liebeserklärung

Enoh Meyomesse„Ich kehrte zurück zu dir die hände sogleich in ketten oh land meiner geburt das so sehr ich liebe (…) oh MENSCHENRECHTE wo wart ihr als diese leute uns behandelten DERART“ – So schrieb der kamerunische Autor Enoh Meyomesse in seinem Werk “Gedichte eines Häftlings in Kondengui”.

Nun ist – pünktlich zu seiner gestrigen Ankunft in Darmstadt (wir berichteten davon) – sein neues Buch im Metropol Verlag erschienen. “Darmstadt. Eine afrikanische Liebeserklärung” heißt es und enthält eine Sammlung neuer Gedichte des Schriftstellers in deutscher wie französischer Sprache. Wir freuen uns sehr auf die Lektüre und empfehlen jedem Interessierten eine Bestellung beim Metropol Verlag: veitl@metropol-verlag.de

Taliban bedrohten auch Leben ihres Sohnes

Elena Müller berichtet in unserer aktuellen Kolumne im Gießener Anzeiger über die afghanische Journalistin Sharmila Hashimi. Die junge Frau wurde aufgrund ihrer kritischen Beiträge und dem Versuch, ein Zentrum für den Schutz, die Vertretung und Ausbildung von Journalisten aufzubauen in ihrem Land bedroht und verfolgt.Sharmila Hashimi Als auch ihr Sohn in den Blick der Taliban gerät, begibt sie sich mit ihm auf eine dreimonatige Flucht nach Deutschland. Ihr Mann wird jedoch zurückgehalten, Mutter und Sohn müssen die Flucht alleine fortsetzen.

Den vollständigen Artikel gibt es auf der Seite des Gießener Anzeigers. Weiterführende Informationen finden Sie außerdem auf der Hompage des Fluters sowie auf der Website von Reporter ohne Grenzen.

Gefangenes Wort wird Teil des startsocial-Programms

startsocialDie 100 Stipendiaten des startsocial-Programms stehen fest – und wir gehören dazu!

Jedes Jahr vergibt startsocial e.V. – unter der Schirmherrschaft von Angela Merkel – deutschlandweit 100 Stipendien an soziale Organisationen. Nachdem sich in diesem Jahr 300 gemeinnützige Vereine beworben hatten, wurde Gefangenes Wort ausgewählt, an dem viermonatigen Beratungsstipendium teilzunehmen. An Informationsabenden in verschiedensten Städten Deutschlands (München, Düsseldorf, Frankfurt…) werden wir die Möglichkeit haben Mitstipendiaten und Coaches kennenzulernen, uns zu vernetzen und bereits einiges über die zukünftigen Beratungen zu erfahren. Während der anschließenden Termine in unserem Beratungsstandort Heuchelheim zeigen uns Coaches aus Wirtschaft und sozialen Organisationen, wie wir unser Vereinskonzept optimieren und ausbauen können.

Wir freuen uns auf die Hinweise und Anregungen, die uns bei der Weiterentwicklung unseres Vereins sicherlich von Nutzen sein werden und sind sehr gespannt auf die Bekanntschaften und Kontakte, die uns das startsocial Programm ermöglichen wird.

Eine Liste aller weiteren Stipendiaten findet ihr unter https://www.startsocial.de/aktuelles/2015-09/die-stipendiaten-stehen-fest

24-jähriger Nigerianer Moses Akatugba erhält nach erzwungenem Geständnis Todesstrafe

Update: Am 28.5.2015 hat der regierende Gouverneur des Bundesstaates Delta, Dr. Emmanuel Uduaghan, die Begnadigung und Freilassung von Moses Akatugba bekannt gegeben. Als Grund wurde explizit der große öffentliche Druck genannt! Weitere Informationen unter: http://www.amnesty.de/2015/5/29/grosser-erfolg-moses-akatugba-wird-nicht-hingerichtet?destination=startseite

Moses AkatugbaIn unserer aktuellen Kolumne im Gießener Anzeiger berichtet Madelyn Rittner über einen jungen Erwachsenen aus Nigeria, der bereits mit 16 Jahren erstmals zum Folteropfer wurde. Diesen Monat thematisieren wir ausnahmsweise nicht das Schicksal eines Autors/Journalisten, sondern wenden uns aus aktuellem Anlass einem durch den Amnesty International Briefmarathon unterstützten Opfer von Folter und Gewalt zu: Dem mittlerweile 24-jährigen Moses Akatugba.

Den vollständigen Artikel gibt es auf der Website des Gießener Anzeigers und als PDF.

Mitglieder des äthiopischen Bloggerkollektivs “Zone 9″ inhaftiert

Free Zone 9 BloggersDie Bloggergruppe “Zone 9″ berichtet über gesellschaftspolitische Themen, um öffentliche Diskussionen in seiner ostafrikanischen Heimat anzustoßen und sich für ein freieres Äthiopien einzusetzen. Neun Unterstützer der Bloggerveinigung wurden im April 2014 inhaftiert, ein Urteil steht noch aus. Im Falle des Vorwurfs terroristischer Aktivitäten drohen den neun Autoren 15 Jahre Haft, im schlimmsten Fall die Todesstrafe. Elena Müller berichtet in der Juli-Kolumne über das Schicksal dieser außergewöhnlichen Gruppe junger Freidenker.
Lesen Sie den gesamten Artikel entweder direkt beim Gießener Anzeiger oder hier als pdf-Datei.