Stimmen der Hoffnung. Aufzeichnungen, Gedichte, Texte der Belarussischen Freiheitsbewegung

Stimmen der Hoffnung_CoverDie Rufe nach Freiheit, die im August 2020 in Belarus begannen, haben nicht nur eine bunte und vielfältige Protestkultur hervorgebracht, sondern setzten ungewöhnliche Energien auch in künstlerischer Hinsicht frei. In den sozialen Netzwerken und bei den Protesten kursierten Reden, Erzählungen, Traumprotokolle und Gedichte. Plötzlich hatten die eine Stimme, die sonst nur schweigen durften. Stimmen der Hoffnung sammelt diese Stimmen und. macht sie durch Übersetzung auch hierzulande sichtbar. Der Band vereint Texte aus dem vielfältigen Kreis der Protestierenden in Belarus – professionelle Autoren und Menschen, die das während der Proteste Erlebte spontan schriftlich ausgedrückt haben. Ausgewählt werden Texte von denen, die an den Protesten aktiv teilgenommen haben, auch aber von denen, die das Geschehen von zu Hause aus unterstützt haben. Der Band dokumentiert die Stimmen von Menschen, die es wagen, gegen autokratische Verhältnisse für die Freiheit und die Demokratie aufzustehen. Inzwischen ist die Protestbewegung massiv unter Druck geraten. Zwischen den Stimmen der Hoffnung stehen Berichte von Protestierenden, die von der Staatsmacht verhaftet und festgesetzt, zum Teil auch misshandelt wurden. Aber auch sie ließen sich nicht mundtot machen. Sie erzählen ihre Geschichten.

Alina Lisitzkaya (Hrsg.): „Stimmen der Hoffnung. Aufzeichnungen, Gedichte, Texte der belarusischen Freiheitsbewegung“
Zweispachige Ausgabe
Verlag: Das Kulturelle Gedächtnis
22 €

Exklusives Interview von Gefangenes Wort mit Bobomurod Abdullaev

Bobomurod Abdullaev (© Reporter ohne Grenzen/RSF)

Bobomurod Abdullaev (© Reporter ohne Grenzen/RSF)

Im Zuge der Recherche zur Juli-Kolumne hatten wir die Gelegenheit, ein schriftliches Interview mit dem usbekischen Journalisten Bobomurod Abdullaev zu führen, der derzeit in Deutschland im Exil lebt. An dieser Stelle veröffentlichen wir das vollständige Interview, wobei wir Bobomurod Abdullaev ausdrücklich für seine Zustimmung hierfür danken möchten.

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Unsere Kolumne: Pseudonym durch fatalen Fehler aufgeflogen

Im Juli stellen wir in unserer monatlichen Kolumne das Schicksal des usbekischen Journalisten Bobomurod Abdullaev vor, der 15 Jahre lang das Regime des autoritär regierenden Präsidenten Islom Karimov kritisierte, indem er seine Artikel unter einem geheimen Pseudonym veröffentlichte. Nachdem seine Tarnung aufgeflogen war, musste er fliehen. Lesen Sie hier die ganze Geschichte.

Zensiert! Die Geschichte der Meinungsfreiheit (ZEIT GESCHICHTE 2/21)

Zeit-Geschichte Zensiert CoverNoch nie konnten so viele Menschen ihre Meinung öffentlich äußern wie heute im Zeitalter der sozialen Medien, noch nie war die Freiheit so grenzenlos. Trotzdem wächst das Gefühl, bei bestimmten Themen nicht frei sprechen zu können – weil der »Mainstream« zu mächtig, die Kritik zu hasserfüllt ist. Mehr als 150 überwiegend amerikanische Intellektuelle beklagen im Juli 2020 eine »Atmosphäre von Zensur« in den Debatten – mit »schweren Vergeltungsmaßnahmen« für diejenigen, die sich »vermeintliche sprachliche oder gedankliche Entgleisungen« leisten. Neu ist daran, dass der Liberalismus nicht nur von rechts unter Druck gerät; auch linke Protestbewegungen erheben ihre Moral zum Dogma. Und wie frei ist die Meinung, wenn es Internetriesen wie Twitter sind, die entscheiden, welcher Lautsprecher vom Netz genommen wird?
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Gefangenes Wort unterstützt Stipendium für Bobomurod Abdullaev

Usbekischer Journalist kommt erneut als Nothilfe-Stipendiat nach Deutschland

(c) Reporter ohne Grenzen / RSF

(c) Reporter ohne Grenzen / RSF

Der usbekische Journalist Bobomurod Abduallev musste aus seiner Heimat flüchten und ist seit Ende Januar dieses Jahres Nothilfe-Stipendiat von Reporter ohne Grenzen. Gefangenes Wort beteiligt sich an der Finanzierung des zunächst auf vier Monate angelegten Stipendiums mit einem Betrag von 4000,00 €. Abdullaev war bereits von November 2019 bis Februar 2020 im Rahmen eines Stipendiums in Berlin, nachdem er zuvor über 15 Jahre lang kritische Berichte über das Regime des früheren usbekischen Staatspräsidenten Islom Karimov veröffentlicht hatte. Zudem berichtete er immer wieder über Korruption und illegale Waffengeschäfte des Karimov-Clans sowie über die massive Unterdrückung der politischen Opposition.

Nachdem sein Pseudonym Ende des Jahres 2017 aufgedeckt wurde, verhafteten ihn usbekische Sicherheitskräfte unter dem Vorwand, er habe zum gewaltsamen Regierungsumsturz aufgerufen. Nach seiner Freilassung nutzte Abdullaev seinen Aufenthalt in Berlin, um an einem Buchprojekt zu arbeiten und eine Video-Fortbildung zu absolvieren. Doch als er im März 2020 nach Kirgisien ging, wurde er festgenommen und nach Usbekistan abgeschoben. Dort wurde er erneut in einem fragwürdigen strafrechtlichen Verfahren angeklagt. Zwar wurde das Verfahren später eingestellt, doch Abdullaev fühlt sich in seiner Heimat nicht mehr sicher. Über die Türkei konnte er 2021 nach Deutschland kommen, wo er nun erstmal in Sicherheit leben und arbeiten kann. Gefangenes Wort ist glücklich, sich an dem Stipendium für Bobomurod Abdullaev substantiell beteiligen zu können und damit einen mutigen und investigativen Journalisten zu unterstützen, der sich trotz aller Schikanen nicht mundtot machen lässt.

Freie Rede (Aus Politik und Zeitgeschichte)

Freie RedeSich frei äußern und die eigene Meinung öffentlich verbreiten zu können, ist für freiheitliche demokratische Gesellschaften unerlässlich: Der ungehinderte Austausch konkurrierender Argumente und Sichtweisen ermöglicht politischen Wettbewerb und ist eine wesentliche Voraussetzung für die demokratische Willensbildung. Entsprechend weitreichend ist der Schutz, den die Meinungsäußerungsfreiheit nach Artikel 5 Grundgesetz genießt.

Angesichts der on- wie offline zu beobachtenden sprachlichen Enthemmung und vermehrten Hassrede werden die Grenzen der freien Rede gerade vielfach ausgetestet und von Gerichten zum Teil neu definiert. Zugleich wird “politisch korrekter” Sprachgebrauch von einem nennenswerten Bevölkerungsanteil offenbar als Einschränkung der freien Rede empfunden.

Herausgeber: Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
40 Seiten

Erscheinungsdatum: 16.03.2020
Erscheinungsort: Bonn
Bestellnummer: 72012
Kostenfrei zu bestellen über diesen Link

 

Mitmachen! Kampagne für die Freilassung von Gui Minhai

Amnesty International hat eine Kampagne für die Freilassung des Buchhändlers Gui Minhai gestartet, der in China wegen „illegaler Weitergabe von sensiblen Informationen an ausländische Einrichtungen“ zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde. Gui Minhai hat weder Kontakt zu seiner Familie noch Zugang zu einem Rechtsbeistand seiner Wahl oder zu konsularischer Unterstützung. Daher besteht große Sorge, dass Gui Minhai Folter und andere Formen der Misshandlung drohen. Auch sein Gesundheitszustand ist besorgniserregend. Umso wichtiger sind die Appelle an die chinesische Regierung sowie den chinesischen Botschafter in Deutschland, denen Sie sich hier anschließen können.

Cut it out – Filme gegen Zensur

Das Goethe Institut hat ebenso wichtiges wie kreatives Projekt initiiert, dessen Erträge nun rache-lea-jones-formatkey-jpg-defaultauf ARTE zu sehen ist: Cut it out – Filme gegen Zensur. Regisseure aus 20 Ländern haben Filme gegen Zensur erstellt. Jeder Film, maximal 45 Sekunden lang, setzt ein Zeichen der Solidarität mit Menschen in all jenen Ländern, die unter der Einschränkung von Meinungsfreiheit leiden, und macht auf die Gefahr von Zensur aufmerksam, die auch liberale Gesellschaften bedroht.

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März-Kolumne im Gießener Anzeiger

Michal_Havran_(c) CC BY 2.0Vor einer Woche wurde in der Slowakei ein neues Parlament gewählt und die Hoffnung im Land ist groß, dass die neue Regierung die vielfältigen Probleme des Landes entschlossen angeht. Dazu zählt neben Korruption und Filz auch die Bedrohung der Meinungsfreiheit, insbesondere für kritische Journalisten. Zu ihnen zählt Michal Havran, der derzeit wegen angeblicher Verleumdung angeklagt wird. Ihm drohen drei Jahre Haft. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Interview mit der georgischen Journalistin Edita Badasyan

Im Rahmen der Übung “Online-Journalismus im Spannungsfeld von Pressefreiheit und Zensur”, die im Wintersemester 2018/19 an der JLU Gießen stattfand und von einem Edita BadasyanGefangenes Wort-Mitglied mitveranstaltet wurde, haben die drei Studierenden Isabella Iskra, Christopher Giogios und Nico Terhorst ein überaus spannendes Interview mit der georgischen Journalistin Edita Badasyan geführt. Darin geht es um die Rolle von Netzwerken für international arbeitende Reporterinnen, die Abhängigkeitsverhältnisse der Presse im Südkaukasus und tabuisierte Themen, die von Badasyan öffentlich gemacht wurden. Lesen Sie hier das Interview.

Blockseminar zu “Online-Journalismus im Spannungsfeld von Pressefreiheit und Zensur” an der JLU Gießen

An zwei Wochenenden im Januar und Februar 2019 haben sich 18 Studierende des Studienfachs Fachjournalistik Geschichte intensiv mit den Herausforderungen, Chancen und Gefahren beschäftigt, die der Online-Journalismus im Kampf um Pressefreiheit bietet, dabei aber auch neue Formen der Zensur recherchiert und diskutiert. Geleitet wurde die Übung von Christoph Asche, stellvertretender Chefredakteur bei Business Insider, und Michael Weise, stellvertretender Vorsitzender von Gefangenes Wort. Lesen Sie hier den Pressebericht zum Seminar.

Im Rahmen dieser Veranstaltung haben drei Studierende Kolumnen verfasst, die in den Monaten März, April und Mai am ersten Samstag des Monats im Gießener Anzeiger erscheinen werden. Den Auftakt hat bereits Ann-Kathrin Wächter mit einem Artikel über den Kanada lehrenden polnischen Historiker Jan Grabowski gemacht.

Tolle Aktion von ROG: Fonts for Freedom

Fonts for FreedomAllein im Jahr 2018 wurden bisher über 140 Medienorganisationen zensiert bzw. geschlossen. Aus diesem Grund hat Reporter ohne Grenzen eine unbedingt unterstützenswerte Aktion initiiert: Fonts for Freedom. ROG hatte die Schriften verbotenener Zeitungen nachgebaut und sie auf diese Weise zu Botschaftern der Pressefreiheit gemacht. Erfahren Sie hier mehr über die Aktion und unterstützen Sie das Projekt.

Doku-Tipp: “Schweig. Oder Stirb.”

Die ARD zeigt eine spannende, investigative Doku über den Mord an den beiden Journalisten Jan Kuciak (Slowakei) und Daphne Caruana Galizia (Malta). Der Film rekonstruiert nicht nur die Morde, sondern verfolgt die Recherchen weiter, die den beiden Reportern das Leben kosteten. In der Mediathek ist die Doku jederzeit abrufbar.

Rudolf Bahro im “Leseland DDR”

Diesen Monat widmet sich Michael Novian in seiner Kolumne einem historischen Thema: der Zensur im selbsternannten “Leseland DDR”. Er beschäftigt sich mit dem Autor Rudolf Bahro, der sich kritisch mit dem sozialistischen System auseinandersetze, weshalb seine Bücher in der DDR nicht erscheinen konnten. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.