Gefangenes Wort unterstützt Stipendium für Bobomurod Abdullaev

Usbekischer Journalist kommt erneut als Nothilfe-Stipendiat nach Deutschland

(c) Reporter ohne Grenzen / RSF

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Der usbekische Journalist Bobomurod Abduallev musste aus seiner Heimat flüchten und ist seit Ende Januar dieses Jahres Nothilfe-Stipendiat von Reporter ohne Grenzen. Gefangenes Wort beteiligt sich an der Finanzierung des zunächst auf vier Monate angelegten Stipendiums mit einem Betrag von 4000,00 €. Abdullaev war bereits von November 2019 bis Februar 2020 im Rahmen eines Stipendiums in Berlin, nachdem er zuvor über 15 Jahre lang kritische Berichte über das Regime des früheren usbekischen Staatspräsidenten Islom Karimov veröffentlicht hatte. Zudem berichtete er immer wieder über Korruption und illegale Waffengeschäfte des Karimov-Clans sowie über die massive Unterdrückung der politischen Opposition.

Nachdem sein Pseudonym Ende des Jahres 2017 aufgedeckt wurde, verhafteten ihn usbekische Sicherheitskräfte unter dem Vorwand, er habe zum gewaltsamen Regierungsumsturz aufgerufen. Nach seiner Freilassung nutzte Abdullaev seinen Aufenthalt in Berlin, um an einem Buchprojekt zu arbeiten und eine Video-Fortbildung zu absolvieren. Doch als er im März 2020 nach Kirgisien ging, wurde er festgenommen und nach Usbekistan abgeschoben. Dort wurde er erneut in einem fragwürdigen strafrechtlichen Verfahren angeklagt. Zwar wurde das Verfahren später eingestellt, doch Abdullaev fühlt sich in seiner Heimat nicht mehr sicher. Über die Türkei konnte er 2021 nach Deutschland kommen, wo er nun erstmal in Sicherheit leben und arbeiten kann. Gefangenes Wort ist glücklich, sich an dem Stipendium für Bobomurod Abdullaev substantiell beteiligen zu können und damit einen mutigen und investigativen Journalisten zu unterstützen, der sich trotz aller Schikanen nicht mundtot machen lässt.

Freie Rede (Aus Politik und Zeitgeschichte)

Freie RedeSich frei äußern und die eigene Meinung öffentlich verbreiten zu können, ist für freiheitliche demokratische Gesellschaften unerlässlich: Der ungehinderte Austausch konkurrierender Argumente und Sichtweisen ermöglicht politischen Wettbewerb und ist eine wesentliche Voraussetzung für die demokratische Willensbildung. Entsprechend weitreichend ist der Schutz, den die Meinungsäußerungsfreiheit nach Artikel 5 Grundgesetz genießt.

Angesichts der on- wie offline zu beobachtenden sprachlichen Enthemmung und vermehrten Hassrede werden die Grenzen der freien Rede gerade vielfach ausgetestet und von Gerichten zum Teil neu definiert. Zugleich wird “politisch korrekter” Sprachgebrauch von einem nennenswerten Bevölkerungsanteil offenbar als Einschränkung der freien Rede empfunden.

Herausgeber: Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
40 Seiten

Erscheinungsdatum: 16.03.2020
Erscheinungsort: Bonn
Bestellnummer: 72012
Kostenfrei zu bestellen über diesen Link

 

Mitmachen! Kampagne für die Freilassung von Gui Minhai

Amnesty International hat eine Kampagne für die Freilassung des Buchhändlers Gui Minhai gestartet, der in China wegen „illegaler Weitergabe von sensiblen Informationen an ausländische Einrichtungen“ zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde. Gui Minhai hat weder Kontakt zu seiner Familie noch Zugang zu einem Rechtsbeistand seiner Wahl oder zu konsularischer Unterstützung. Daher besteht große Sorge, dass Gui Minhai Folter und andere Formen der Misshandlung drohen. Auch sein Gesundheitszustand ist besorgniserregend. Umso wichtiger sind die Appelle an die chinesische Regierung sowie den chinesischen Botschafter in Deutschland, denen Sie sich hier anschließen können.

Cut it out – Filme gegen Zensur

Das Goethe Institut hat ebenso wichtiges wie kreatives Projekt initiiert, dessen Erträge nun rache-lea-jones-formatkey-jpg-defaultauf ARTE zu sehen ist: Cut it out – Filme gegen Zensur. Regisseure aus 20 Ländern haben Filme gegen Zensur erstellt. Jeder Film, maximal 45 Sekunden lang, setzt ein Zeichen der Solidarität mit Menschen in all jenen Ländern, die unter der Einschränkung von Meinungsfreiheit leiden, und macht auf die Gefahr von Zensur aufmerksam, die auch liberale Gesellschaften bedroht.

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März-Kolumne im Gießener Anzeiger

Michal_Havran_(c) CC BY 2.0Vor einer Woche wurde in der Slowakei ein neues Parlament gewählt und die Hoffnung im Land ist groß, dass die neue Regierung die vielfältigen Probleme des Landes entschlossen angeht. Dazu zählt neben Korruption und Filz auch die Bedrohung der Meinungsfreiheit, insbesondere für kritische Journalisten. Zu ihnen zählt Michal Havran, der derzeit wegen angeblicher Verleumdung angeklagt wird. Ihm drohen drei Jahre Haft. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Interview mit der georgischen Journalistin Edita Badasyan

Im Rahmen der Übung “Online-Journalismus im Spannungsfeld von Pressefreiheit und Zensur”, die im Wintersemester 2018/19 an der JLU Gießen stattfand und von einem Edita BadasyanGefangenes Wort-Mitglied mitveranstaltet wurde, haben die drei Studierenden Isabella Iskra, Christopher Giogios und Nico Terhorst ein überaus spannendes Interview mit der georgischen Journalistin Edita Badasyan geführt. Darin geht es um die Rolle von Netzwerken für international arbeitende Reporterinnen, die Abhängigkeitsverhältnisse der Presse im Südkaukasus und tabuisierte Themen, die von Badasyan öffentlich gemacht wurden. Lesen Sie hier das Interview.

Blockseminar zu “Online-Journalismus im Spannungsfeld von Pressefreiheit und Zensur” an der JLU Gießen

An zwei Wochenenden im Januar und Februar 2019 haben sich 18 Studierende des Studienfachs Fachjournalistik Geschichte intensiv mit den Herausforderungen, Chancen und Gefahren beschäftigt, die der Online-Journalismus im Kampf um Pressefreiheit bietet, dabei aber auch neue Formen der Zensur recherchiert und diskutiert. Geleitet wurde die Übung von Christoph Asche, stellvertretender Chefredakteur bei Business Insider, und Michael Weise, stellvertretender Vorsitzender von Gefangenes Wort. Lesen Sie hier den Pressebericht zum Seminar.

Im Rahmen dieser Veranstaltung haben drei Studierende Kolumnen verfasst, die in den Monaten März, April und Mai am ersten Samstag des Monats im Gießener Anzeiger erscheinen werden. Den Auftakt hat bereits Ann-Kathrin Wächter mit einem Artikel über den Kanada lehrenden polnischen Historiker Jan Grabowski gemacht.

Tolle Aktion von ROG: Fonts for Freedom

Fonts for FreedomAllein im Jahr 2018 wurden bisher über 140 Medienorganisationen zensiert bzw. geschlossen. Aus diesem Grund hat Reporter ohne Grenzen eine unbedingt unterstützenswerte Aktion initiiert: Fonts for Freedom. ROG hatte die Schriften verbotenener Zeitungen nachgebaut und sie auf diese Weise zu Botschaftern der Pressefreiheit gemacht. Erfahren Sie hier mehr über die Aktion und unterstützen Sie das Projekt.

Doku-Tipp: “Schweig. Oder Stirb.”

Die ARD zeigt eine spannende, investigative Doku über den Mord an den beiden Journalisten Jan Kuciak (Slowakei) und Daphne Caruana Galizia (Malta). Der Film rekonstruiert nicht nur die Morde, sondern verfolgt die Recherchen weiter, die den beiden Reportern das Leben kosteten. In der Mediathek ist die Doku jederzeit abrufbar.

Rudolf Bahro im “Leseland DDR”

Diesen Monat widmet sich Michael Novian in seiner Kolumne einem historischen Thema: der Zensur im selbsternannten “Leseland DDR”. Er beschäftigt sich mit dem Autor Rudolf Bahro, der sich kritisch mit dem sozialistischen System auseinandersetze, weshalb seine Bücher in der DDR nicht erscheinen konnten. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Freispruch für Deniz Yücel abgelehnt

Der zuständige Richter hat den Antrag auf Freispruch, den Yücels Anwalt Veysel Ok gestellt hatte, abgelehnt und dabei unter anderem auf die “Schwere der Anklage verwiesen”. Yücel nimmt an dem Prozess nicht teil, da er nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft ausgereist war. Weitere Informationen zum Prozess gegen ihn finden Sie hier.

Crowdfunding-Kampagne zu “Eine Hand voller Sterne” verlängert

STERNE-STARS_Header_StartnextDie Laufzeit der Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung des Filmprojekts “Eine Hand voller Sterne” wurde bis zum 24. Juni 2018 verlängert. Gefangenes Wort unterstützt das Projekt der Verfilmung von Rafik Schamis eindrucksvollem Roman und ruft zur Spende dafür auf. Hier kann man sich über das Projekt informieren und bei Interesse auch gleich spenden.

W.i.E. (Writers-in-Exile) erzählt… Fouad Yazji

© Simone AhrendAm Freitag, den 08.09.2017 setzen wir mit dem syrischen Autor Fouad Yazji unsere Lesereihe “W.i.E. erzählt” fort. Unser Gast liest aus seinem Werk, spricht über seine literarisch-philosophischen Einflüsse (u.a. Friedrich Nietzsche) und berichtet über seine Erfahrungen von Flucht und Exil. Die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr und findet im Bildungszentrum Nord (Reichenberger Str. 15, 35396 Gießen) statt. Der Eintritt ist frei.

Neben dem Literarischen Zentrum Gießen, das die Veranstaltungsreihe seit Jahren begleitet, gehört dieses Mal auch das Bildungszentrum Gießen Nord zu den Kooperationspartnern.

Examenskonzert in Gießen – Erlös kommt Gefangenes Wort zugute

Heute Abend, am Donnerstag, den 29. Juni 2017,  interpretieren junge Musiker und Musikerinnen der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) die Werke bekannter und weniger bekannter Komponisten auf ihre eigene kreative Art. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr und findet in der Gießener Uni-Aula (Ludwigstraße 23) statt. Mit dabei ist auch das Philharmonische Orchester Gießen unter der Leitung von Martin Spahr. Der Erlös des Konzerts kommt Gefangenes Wort zugute. Ein ganz herzlicher Dank geht daher schon jetzt an alle Beteiligten! Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der HfMDK, beim Stadttheater Gießen und in der Berichterstattung des Gießener Anzeigers.