Bedrohung von Rechts: Blogger Heinrich Schmitz gibt auf

Heinrich SchmitzWie wir vergangene Woche einigen Medien entnehmen konnten, verlässt ein weiteres Mitglied die Initiative #HeimeohneHass, die sich unter anderem gegen Demontrationen vor Flüchtlingsheimen in Deutschland einsetzt. Heinrich Schmitz verabschiedet die Initiative mit den Worten: “Die „besorgten Bürger“ können die Korken knallen oder die Bierdosen spritzen lassen. Sie können sich auch vor Freude einpissen. Es ist mir egal. Sie haben gewonnen. Ich kapituliere. Mir reicht’s. (…)”
Nachdem der ehemalige Kolumnist von The European sich gegen Hassproteste vor Flüchtlingsheimen eingesetzt und sich aktiv in der Initiative #HeimeohneHass engagiert hatte, sah er sich massiven Bedrohungen gegen sich und seine Familie ausgesetzt. Wir müssen feststellen, dass auch in der Bundesrepublik Deutschland die Meinungsfreiheit bedroht ist. Es ist keine staatlich verordnete Zensur, jedoch wird durch Bedrohung und Repression eine Atmosphäre der Angst geschaffen, die die freie Meinungsäußerung einiger Blogger und Journalisten beschneidet. Denn auch Selbstzensur ist Zensur.
Weiterführende Informationen zu der Initiative #HeimeohneHass und den Austritt von Heinrich Schmitz finden Sie unter anderem in den Artikeln von Der Spiegel und Der Tagesspiegel.

Entführt, erschlagen, verbrannt

Sandeep Kothari Unsere aktuelle Kolumne: Indischer Journalist Sandeep Kothari schrieb über Korruption und mafiöse Strukturen in Indien / Verletzungen der Meinungsfreiheit zugenommen.

In unserer aktuellen Kolumne im Gießener Anzeiger berichtet Leslie Kuhlmann über den indischen Journalisten Sandeep Kothari und die Meinungs- und Pressefreiheit in Indien. Sandeep Kothari war Reporter der hinduistischen “Jabalpur Newspaper” und nahm sich die Freiheit, über die subtile Form von Zensur in Indien zu schreiben: dem Streben nach wirtschaftlichen Vorteilen. Mit diesen Berichten machte er sich einflussreiche wirtschaftspolitische Feinde, denn er verwies in seinen Artikeln auf die Einengung der medialen Vielfalt durch “bezahlte Nachrichten” und eine starke Marktkonzentration. Nach Erpressungen und Drohungen, die ihn von der Veröffentlichung seiner Enthüllungen abhalten sollten, bezahlte Sandeep Kothari seine Berichte mit dem Leben.

Den vollständigen Artikel gibt es auf der Website des Gießener Anzeigers und als PDF. Weiterführende Informationen finden Sie außerdem auf der Homepage des internationalen PEN.

 

Haftstrafe für katarischen Dichter Mohammed al-Ajami “verkürzt”

Die Haftstrafe des katarischen Dichters Mohammed al-Ajami wurde heute von lebenslänglich auf 15 Jahre “verkürzt”, wie die Nachrichtenagentur Reuters gemeldet hat. Bereits Anfang des Monats berichteten wir in unserer monatlichen Artikelserie im Gießener Anzeiger über das Schicksal des zu Unrecht inhaftierten Dichters. Seit November 2011 befindet sich Mohammed al-Ajami in Haft. Vorgeworfen wird ihm die “Beleidigung des Emirs” und die “Anstiftung zum Sturz des Regimes” durch sein Gedicht “Tunesischer Jasmin”.

Unterstützen Sie Mohammed al-Ajami, indem Sie einen Brief an den katarischen Botschafter in Berlin senden und gegen die 15-jährige Haftstrafe protestieren. Auf der Webseite des deutschen PEN finden Sie einen Musterbrief zum Herunterladen.

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