Der harte Kampf verfolgter Autoren um Asyl

In einem Gespräch mit der »Jungen Welt« berichtet Sascha Feuchert, Vizepräsident des PEN-Zentrums Deutschland und Literaturwissenschaftler an der ­JLU Gießen, über die prekäre Lage der in Asyl lebenden Schriftsteller in Deutschland. Den Artikel finden Sie hier auf der Seite der Tageszeitung.

Bei Besuch im Gefängnis selbst verhaftet

nguyen-ngoc-nhu-quynhVietnamesische Bloggerin Nguyen Ngoc Nhu Quynh wurde wegen ihrem Einsatz für Menschenrechte der „Propaganda“ gegen den Staat bezichtigt.

Lena Frewer berichtet in unserer monatlichen Kolumne im Gießener Anzeiger über das Schicksal der vietnamesischen Bloggerin.
Nguyen Ngoc Nhu Quynh begann ihren ersten Blog im Jahr 2006 unter dem Pseudonym “Me Nam” (“Mutter Pilz”). Die Verweigerung medizinischer Behandlung sozial benachteiligter Menschen in einem Krankenhaus nahm sie zum Anlass, auf Missstände der Menschenrechtslage in Vietnam aufmerksam zu machen. Die thematischen Schwerpunkte ihrer Texte liegen seither vor allem auf Sozialpolitik, Ökologie, Menschenrechtsverletzungen sowie der Korruption in ihrem Heimatland.

Den ganzen Artikel finden Sie hier auf der Seite des Gießener Anzeigers.

„Es ist Zeit. China gehört allen“

ZuhYufu

Copyright © 2012 Ragged Banner Press.

„Es ist Zeit, Menschen Chinas! Es ist Zeit. Ein Lied gehört allen. Aus Deiner eigenen Kehle. Es ist Zeit, das Lied Deines Herzens zum Ausdruck zu bringen“, schreibt Zhu Yufu in “It’s time”. (frei übersetzt) Es ist Zeit, die eigene Meinung zu vertreten und sich für seine Rechte einzusetzen. In China kein einfaches Unterfangen.
Leslie Kuhlmann berichtet in der Mai Ausgabe  unserer monatlichen Kolumne im Gießener Anzeiger  über den chinesischen Dichter und Demokraten Zhu Yufu. Den ganzen Artikel findet ihr auf der Seite des Gießener Anzeigers.

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Buchtipp: “Zuflucht in Deutschland” Texte verfolgter Autoren

Buchcover Zuflucht in DeutschlandJosef Haslinger zählt zu den wichtigsten  und engagiertesten deutschsprachigen Schriftstellern der Gegenwart. Seit 2013 ist der österreichische Bestsellerautor („Opernball“, „Phi Phi Island“) Präsident des PEN-Zentrums Deutschland. Zusammen mit Franziska Sperr hat er nun unter dem Titel „Zuflucht in Deutschland“ eine Anthologie mit Texten von verfolgten Autoren herausgebracht.

Am 16.05. um 19 Uhr findet im Literaturhaus Darmstadt eine Lesung und Gespräch mit Franziska Sperr statt, in der Sie als Herausgeberin und Vizepräsidentin des PEN zwei Darmstädter Stipendiaten Sanath Balasooriya und Enoh Meyomesse aus Kamerun mit ihren Texten aus der Anthologie vorstellt. Weitere Termine sind der 23.06 und der 10.11 (Mehr Details finden Sie hier).

“Zuflucht in Deutschland”
Texte verfolgter Autoren
Herausgegeben von: Josef Haslinger + Franziska Sperr 
ISBN: 978-3-596-29800-6
Fischer Taschenbuch, März 2017
Euro 9,99

Lebenslang für die Wahrheit

can_duendar_lebenslangIm November 2015 werden Can Dündar, Chefredakteur der regierungskritischen Tageszeitung »Cumhuriyet«, und Erdem Gül, Hauptstadtkorrespondent, verhaftet. Die türkische Staatsanwaltschaft wirft ihnen Spionage und Verrat von Staatsgeheimnissen vor, Staatspräsident Erdogan stellt persönlich Strafanzeige und fordert lebenslange Haft. Hintergrund ist ihre Berichterstattung über Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes an syrische Extremisten. Nach drei Monaten kommen die Journalisten vorläufig frei. Anfang Mai beginnt der Prozess: Dündar wird zu sechs, Gül zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt; das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

In »Lebenslang für die Wahrheit« erzählt Dündar die ganze Geschichte von der Entdeckung der geheimen Waffenlieferungen über die Entscheidung, das belastende Filmmaterial zu veröffentlichen, bis zu den Ereignissen, die der Veröffentlichung folgten: Die Drohungen, die er und die Redaktion erhalten haben, die Angst vor Terroranschlägen, seine Zeit in Einzelhaft. Dündars Aufzeichnungen aus dem Gefängnis zeigen, dass sein Widerstand ungebrochen ist und er nicht aufgeben wird im Kampf für Presse- und Meinungsfreiheit.

Can Dündar: Lebenslang für die Wahrheit – Aufzeichnungen aus dem Gefängnis
Hoffmann und Campe Verlag
In einer Übersetzung von Sabine Adatepe

„Vehement gegen Kurs von Präsident Erdogan gestellt“

can_dündarVor mehr als einem Jahr haben wir an dieser Stelle über Can Dündar berichtet. Damals deutete sich bereits an, dass dem türkischen Schriftsteller und Journalisten erneut juristische Sanktionen drohten. Hintergrund: Ein Bericht von Mai 2015 in der türkischen Tageszeitung Cumhuriyet, in dem Dündar zusammen mit dem Leiter des Hauptstadtbüros, Erdem Gül, Belege für mögliche Waffenlieferungen der Türkei an syrische Extremisten veröffentlichte. Videos und Fotos sollten dokumentieren, dass der türkische Geheimdienst MIT im Sommer 2014 Waffen an Extremisten in Syrien lieferte. Präsident Recep Tayyip Erdogan drohte nach Veröffentlichung des Berichts, dass die Verfasser hierfür einen hohen Preis zahlen würden.

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Lebensgefährlicher Atheismus

Bangladesch: Blogger Ananta Bijoy Dash von militanten Islamisten brutal ermordet / 83 weitere Zielpersonen

Portrait Ananta Bijoy Dash

In unserer Kolumne im Gießener Anzeiger befasst sich Florian Voß diesen Monat mit dem bangladesischen Blogger Ananta Bijoy Dash, der 2015 von militanten Islamisten brutal ermordet wurde.

Den Artikel finden Sie hier als pdf-Datei.

Hinauf in das winzige Zelt von Blau

Writers in Prison

Auch heute noch werden mehr Schriftsteller und Schriftstellerinnen inhaftiert oder ermordet als man in den westlichen Demokratien glauben mag.

Titelcover Hinauf in das winzige Zelt von BlauDer Band widmet sich Autoren, die verfolgt, inhaftiert oder gar ermordet wurden und werden. Die »Case-List« des PEN verzeichnet derzeit 900 aktuelle Fälle. Vor allem in der Türkei und in China werden Menschen für literarisches Engagement hart bestraft. Doch nicht nur Staaten verfolgen Autoren: In Mexiko etwa wurden seit dem Jahr 2000 von Drogenkartellen knapp 100 Schreibende, vor allem Journalisten, ermordet oder verschleppt – die Aufklärungsrate liegt bei etwa 10%.

Sascha Feuchert, Hans Thill und Regula Venske haben einen Band zusammengestellt, in dem die Betroffenen selbst zu Wort kommen oder von bekannten Kollegen porträtiert werden. Ergänzt werden die Texte mit Grafiken bedrohter bildender Künstler.
Mit Beiträgen u.a. von Mohammed al-Adjami, Gioconda Belli, Sabine Kebir, Enoh Meyomesse, Roswitha Quadflieg, Johano Strasser, Ilija Trojanow und Liao Yiwu.

Zusammengestellt von Sascha FeuchertHans Thill und Regula Venske
Reihe: die horen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik (Hg. von Jürgen Krätzer); Bd. 261, 61. Jahrgang, Wallenstein Verlag, 2016.

Bücherflohmarkt im November

FB_bookfairAuch diesen November veranstalten wir wieder unseren jährlichen Bücherflohmarkt im Foyer des Philosophikum I (Otto-Behagel-Str. 10a). Am 3. und 4. November gibt es wie gewohnt Romane, Krimis, Kinder- und Jugendliteratur, Fach- und Sachbücher sowie internationale Literatur zu günstigen Preisen.

Mit dem Erlös wird der usbekische Journalist Salijon Abdurakhmanov unterstützt, der wegen vermeintlichen Drogenbesitzes seit nunmehr sieben Jahren inhaftiert ist. Im November 2014 wurde Salijon Abdurakhmanow mit dem Johann-Philipp-Palm-Preis ausgezeichnet, den er aufgrund der Inhaftierung nicht persönlich entgegen nehmen konnte. Der Preis würdigt Menschen und Institutionen, die „in herausragender Weise ein Beispiel für persönlichen oder institutionellen Einsatz zur ungehinderten Verwirklichung von Meinungs- und Pressefreiheit geben.“

Bücherspenden werden im Oktober während der Öffnungszeiten des LZG (Montag und Donnerstag von 10-14 Uhr und Dienstag von 15-19 Uhr) und zusätzlich am Samstag, 31.10.2015 von 10-12 Uhr dankend entgegen genommen.

Hermann Kesten-Preis 2015 für Verleger Madjid Mohit und Hermann Kesten-Förderpreis für Verein Gefangenes Wort e.V.

Wir gratulieren dem Verleger Madjid Mohit (Sujet-Verlag, Bremen), der dieses Jahr den Hermann Kesten-Preis des deutschen PEN-Zentrums erhält.

Erstmals verleiht der PEN auch den Hermann Kesten-Förderpreis. Unserem Verein kommt die Ehre zuteil als erste diese Auszeichnung zu erhalten! Wir freuen uns sehr darüber und danken dem deutschen PEN recht herzlich.

Link zur Pressemeldung

Stell dir vor, es ist Krieg und du bist falsch angezogen

Adibas Buchcover

Der Roman adibas des georgischen Exil-Schrifstellers Zaza Burchuladze liegt jetzt in einer deutschen Übersetzung von Anastasia Kamarauli  beim Aufbau Verlag vor:

Es gibt eine neue Realität, in der echt und gefälscht nicht mehr zu unterscheiden sind, eine Realität, in der Konzerne und Regierungen die Medien manipulieren und Menschen ihre Körper und Gefühle. Es ist die Realität 2.0, sie ist gefährlich, der Name dafür ist: adibas

“Zaza Burchuladze hat ein sehr bewegendes, hochkomisches und zugleich tieftrauriges Buch geschrieben.” – Wladimir Sorokin

Es herrscht Krieg zwischen Russland und Georgien. Die russischen Truppen haben Tiflis eingekreist. Doch die Happy Few der Neureichen-Bohème, der Tiflis-Hipster und Womanizer erleben den Krieg vor ihrer Haustür hauptsächlich durch Fernsehen, Radio und Internet. Keiner weiß, welcher Information noch zu trauen ist. Die Augen weit geschlossen durchstreifen sie die Stadt zwischen Alltag und Ausnahmezustand. Was ist echt in einer Welt aus Fake-Nachrichten, Fake-Brüsten, Fake-Gefühlen und Fake-Kriegen? Echtheit spielt nur in einer Hinsicht eine Rolle: Markenklamotten. So die profane Antwort der Protagonisten. Erst als auch diese letzte Gewissheit ins Wanken gerät, beginnen sie zu verstehen.

Aufbau Verlag

Hinter jeder Aktion ein Schicksal

Studenten der Justus-Liebig-Universität haben sich im Rahmen eines Seminars zur journalistischen Praxis in Zusammenarbeit mit der Gießener Allgemeinen Zeitung dem Verein Gefangenes Wort gewidmet. Zentrale Texte der Arbeit sind ein Interview mit unserem Vereinsvorsitzenden Daniel Schneider sowie ein Porträt zu Salijon Abdurakhmanov mit einem kurzen Hintergrundbericht zur Situation kritischer Journalisten in Usbekistan. Der Artikel erschien am 29.08.2015 in der Printausgabe der GAZ. Diesen können Sie sich als PDF hier ansehen.

Aus friedlicher Hilfe werden zwei Jahre Haft

omar-hazeqIn unserer aktuellen Kolumne im Gießener Anzeiger berichtet Sergej Gil über den ägyptischen Dichter und Schriftsteller Omaz Hazek. Omar Hazek hat im Dezember 2013 an einer Demonstration aus Solidarität zu dem 2010 verstorbenen Blogger Khalid Said teilgenommen. Weil er einem anderen Demonstranten helfen wollte, wurde er von der Polizei aufgegriffen. Kurz darauf verurteilte man ihn zu 2 Jahren Haft wegen der Teilnahme an einer illegalen Demonstration. 

Den vollständigen Artikel gibt es auf der Website des Gießener Anzeigers. Weiterführende Informationen finden Sie außerdem auf der Homepage des internationalen PEN.

Zeichner verteidigen die Meinungsfreiheit

zeichner_verteidigen_meinungsfreiheit„Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein Grundrecht der Aufklärung und darf zu keiner Zeit verhandelbar sein. Wir brauchen eine offene Gesellschaft wie die Luft zum Atmen.“, schreibt der Aladin-Verlag zur Veröffentlichung dieses Buches. 29 Zeichner aus Australien, Deutschland, England, Frankreich, Österreich sind dem Aufruf des Aladin-Verlags gefolgt und treten mit ihren Bildern dafür ein, dass die Meinungsfreiheit respektiert und verteidigt wird.
Die gesamten Erlöse kommen dem „Writers in Prison“-Programm des PEN zugute.

Zehnmonatige Haftstrafe für Twitter-Nachricht

fazil_sayAuch in der Türkei erschienen Teile des Satiremagazins „Charlie Hebdo“, als es nach dem Anschlag Anfang Januar eine Woche später mit einer Rekordauflage von sieben Millionen in 16 Sprachen und 25 Ländern herauskam. Kurz darauf folgte in der Türkei eine Zugangssperre zu allen Webseiten, die das Cover dieser Ausgabe zeigten, das als „religiöse Beleidigung“ angesehen wurde.

Für das Verfassen einiger Twitter-Nachrichten, die ein türkisches Gericht ebenfalls als Beleidigung des Islams ansah, wurde der türkische Pianist Fazil Say zu einer zehnmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel aus unserer Kolumne im Gießener Anzeiger. Alternativ können Sie den Aritkel auch als PDF aufrufen.