Sacharow-Preis 2019 an Ilham Tohti

Der Sacharow-Preis für Menschenrechte geht in diesem Jahr an Ilham Tohti. Der uigurische Wirtschaftswissenschaftler ist seit 2014 infolge einer Verurteilung wegen “Separatismus” in einem chinesischen Gefängnis inhaftiert. Tohti setzt sich seit Jahren für eine Versöhnung im Konfilkt zwischen Han-Chinesen und Uiguren ein.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Oktober-Kolumne erschienen

In der Oktober-Ausgabe unserer monatlichen Kolumne im “Gießener Anzeiger” berichtet in diesem Monat Lena Frewer über den am 7. September erfolgten Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine. Unter den Freigelassenen befanden sich drei Journalisten, darunter auch der ukrainische Filmemacher Oleg Senzow.

Den Artikel können Sie hier nachlesen.

Gemeinsame Veranstaltung mit der VHS in Allendorf im Rahmen unserer “Worte in Ketten”- Reihe am 19. Mai

Zobaen Sondhi

Foto: Stefanie Silber

Schon als Teenager engagierte sich Zobaen Sondhi für Menschenrechte (wie die Meinungsfreiheit) in Bangladesch. Trotz gewalttätiger Reaktionen gründete er mit anderen Aktivisten den Blog „Nobojug“ (New Age), auf dem er über Menschenrechtsverletzungen und den Islam schreibt. Als radikal-islamische Gruppen eine tödliche Jagd auf die Blogger begannen und die Regierung tatenlos dabei zusah, musste er schließlich fliehen.

Neben Zobaen Sondhi liest der Hörbuchsprecher und Autor Sven Görtz Texte verfolgter und verbotener Autoren aus Syrien, Russland, Kamerun, China, der Türkei und anderen Ländern.

Hier geht es zur Veranstaltung

Tag der Pressefreiheit am 03. Mai

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Bild: Zeynep Özatalay (taz Panter Stiftung)

Anlässlich des Tages der Pressefreiheit veröffentlicht die taz Panter Stiftung eine Sonderausgabe zu diesem Thema. In dem Artikel berichtet Ines Pohl über die derzeitige Lage in vielen Regionen der Welt und was zum Schutz der Pressefreiheit getan werden kann. Zudem appelliert sie sowohl an die Journalist*Innen als auch an die Politiker*Innen und welche Rolle diese im Kampf für Presse- und Meinungsfreiheit spielen. Auch spricht sie die Rolle eines jeden Einzelnen an.

Den lesenswerten Artikel finden Sie hier

“Es bleibt alles liegen” – Nachlese zur Lesung mit Aziz Tunç, 20.02.2019

Am Mittwoch, den 20.02.2019, veranstalteten wir eine Lesung mit Aziz Tunç im Kerkradezimmer der Kongresshalle Gießen. Tunç ist kurdisch-alevitischer Herkunft und wurde 1956 im türkischen Elbistan geboren. Im Gespräch mit Zeynal Sahin vom Ausländerbeirat erzählte der Autor zunächst von seiner Erfahrungen mit Folter und wiederholten Festnahmen, die ihn seit den 1980er Jahren begleiten. Nur durch einen Zufall hielt er sich während des Putsches in der Türkei im Juli 2016 in Deutschland auf und lebt seither im Exil. IMG-20190221-WA0000

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v.l.n.r. Daniel Schneider, Aziz Tunç, Zeynal Sahin

Im Zentrum seiner Lesung stand ein Text aus seinem Buch zum Massaker von Marraş im Jahr 1978, bei dem 100 Menschen hauptsächlich kurdischer Herkunft starben. Der Autor trug den Text auf Türkisch vor, die Übersetzung wurde von Daniel Schneider vorgelesen. Er erzählte die Geschichte der Familie des Lehrers Süleyman, der 1978 in Marraş ermordet wurde. Aufgrund seiner Berichterstattung über dieses Ereignis war und ist er Verfolgungen und Repressalien durch den türkischen Staat ausgesetzt.

Im anschließenden Gespräch mit dem Publikum ging es neben seiner Erfahrung als Autor im Exil vor allem um die Frage, wie sich die deutsche Gesellschaft gegen Unterdrückung von Meinungsfreiheit und Diskriminierung religiöser Minderheiten positionieren und mobilisieren kann.

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Gruppenfoto der Vereinsmitglieder mit dem Autor

Auslieferung von Can Dündar seitens der Türkei beantragt

Die Türkei bittet um die Festnahme und Auslieferung von Can Dündar. Der Antrag hierfür wurde kurz vor dem Besuch Erdogans in Berlin übermittelt. Der offizielle Grund für die Festnahme Auslieferung soll der Vorwurf gegenüber Dündar auf Verrat, Spionage und Propaganda sein. Das Außenministerium äußerte sich bislang nicht hierzu. Der türkische Journalist und Autor lebt seit Juli 2016 in Deutschland im Exil. Er wurde kurz zuvor wegen seiner kritischen Berichterstattung zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Weitere Informationen gibt es hier

Pride-Zifferblatt von Apples Smartwatch in russischer Spracheinstellung nicht verfügbar

Das regenbogenfarbene Pride-Ziffernblatt von Apples Smartwatch ist nicht in russischer Sprache erhältlich. Diese grafische Variante der Selbstzensur von Seiten Apple lässt sich als Reaktion auf die schwierige gesetzliche Lage gegenüber Homosexuelle in Russland betrachten. Der Chef des Unternehmens, Tim Cook, hat sich selbst vor vier Jahren öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt. Der Artikel lässt sich hier einsehen.

Veranstaltung mit Can Dündar

In Kooperation mit dem Literarischen Zentrum Gießen, dem Hessischen Literaturrat, der Universität Gießen und hr2 konnte am vergangenen Donnerstag eine Veranstaltung mit einem ganz besonderen Gast realisiert werden. Can Dündar, türkischer Journalist der inzwischen in Deutschland lebt, war zu Gast in der Aula der Universität. Als Chefredakteur der türkischen Zeitung Cumhuriyet wurde er in der Türkei aufgrund seiner Recherchen unter anderem über den illegalen Waffenhandel der türkischen Regierung inhaftiert und verurteilt. Einen Bericht des Gießener Anzeigers über den Abend findet man hier. Außerdem finden sich auf Youtube  die Begrüßungsreden von Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und Madelyn Rittner, Vorsitzende von Gefangenes Wort e.V und Geschäftsführerin des Hessischen Literaturrats. Ebenso ein Ausschnitt aus dem aktuellen Buch von Can Dündar, Verräter: Von Istanbul nach Berlin. gelesen von Roman Kurtz und das anschließende Gespräch mit Prof. Dr. Sascha Feuchert. IMG_5013 IMG_5017

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Erfolgreiche Teilnahme am WG-Flohmarkt 2018

Am 05.Mai haben wir uns mit einem Bücherstand am WG-Flohmarkt in Gießen beteiligt. Dabei konnten 514 Bücher verkauft und 486 € eingenommen werden!
Herzlichen Dank an alle Helfer_innen, die stundenlang auf den Beinen waren!  Danke auch an alle Spender_innen und Bücherfreund_innen die fleißig Bücher gekauft haben!

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Rangliste der Pressefreiheit 2018 veröffentlicht- Deutschland Mittelmaß

Reporter ohne Grenzen haben kürzlich die aktuelle “Rangliste der Pressefreiheit” veröffentlicht. Hierbei soll sich deutlich zeigen, dass vor allem in Europa die Pressefreiheit zunehmend beschnitten wird, auch in demokratischen Staaten wie Polen und Ungarn. Deutschland ist nach wie vor im europäischen Mittelfeld und liegt auf dem 15. Platz (Vorjahr 16. Platz). An erster Stelle steht Norwegen, Schlusslicht bildet Nordkorea. Den Artikel dazu findet ihr hier.

Zweifache Flucht aus der Heimat

Najet Adouani 2014 c Simone Ahrend sah-photo 5Im Rahmen unserer Artikelserie im Gießener Anzeiger steht im März das Schicksal der tunesischen Schriftstellerin Najet Adouani im Fokus. Annina Hofferberth berichtet über eine Autorin, die 2012 bereits zum zweiten Mal aus ihrer Heimat flüchten musste und dort nun Schreibverbot erhalten hat.

Im Februar 2014 machten wir erstmals in Form einer Kolumne auf Najet Adouani aufmerksam. Zudem war die Autorin erst kürzlich im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Worte in Ketten” bei uns zu Gast. Den aktuellen Artikel von Annina Hofferberth zu Najet Adouani finden Sie hier.

Eindrücke der Lesung “Worte in Ketten” mit Najet Adouani am 11.03.2018

Die Stadtbibliothek Lich war an diesem Vormittag gut besucht. © Yuen-Yee Leung

Die Lesung mit Najet Adouani war bereits die zweite Veranstaltung der Reihe “Worte in Ketten”. © Yuen-Yee Leung

In der einladenden Atmosphäre der Stadtbibliothek Lich fand gestern – am Sonntag, den 11. März 2018 – die Lesung mit Najet Adouani statt.

Dieses Mal stand das Werk der tunesischen Autorin Najet Adouani im Mittelpunkt. © Yuen-Yee Leung

Dies war die zweite Veranstaltung der Reihe “Worte in Ketten”, die erstmals im November 2017 stattfand. Wie auch schon am 24. November in der Licher Volkshochschule wurden gestern zunächst Texte verfolgter Autoren aus den Ländern Kamerun, Syrien und Russland vom Autor und Hörbuchsprecher Sven Görtz gelesen. Im Anschluss an diese kürzeren Leseteile stand das Werk der tunesischen Dichterin und Journalistin Najet Adouani im Fokus, die gestern in Lich zu Gast war. Die Autorin trug ausgewählte Gedichte in der Originalsprache vor und stand dem Publikum danach zur Diskussion über ihr Werk und ihre Verfolgungsgeschichte zur Verfügung. Najet Adouani lebt seit 2012 in Deutschland, nachdem in ihrem Heimatland Tunesien infolge des Arabischen Frühlings ein Veröffentlichungsverbot über sie verhängt wurde.

Erinnerung an Shawkan und die ägyptische Todesfolter

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Seit vier Jahren sitzt Mahmud Abu Zeid – genannt Shawkan – nun in Ägypten im Gefängnis. Vor Kurzem wurde er dreißig Jahre alt, sein Gesundheitszustand verschlechtert sich zunehmend. Nach Anämie und Hepatitis C saß er bei den letzten Besuchen seiner Familie bereits häufig im Rollstuhl. Der Antrag auf eine Freilassung aus gesundheitlichen Gründen wurde von der Regierung abgelehnt – Shawkan sei gesund, so die Aussage.

Während das Sisi Regime für Deutschland einer der führenden Waffenkunden ist, warten jene Ägypter, die sich in ihrem Land für Meinungs- und Versammlungsfreiheit einsetzen und infolgedessen im Gefängnis sitzen, zumeist umsonst auf Unterstützung.

Shawkans Bruder unterhält die facebook Seite “Freedom for Shawkan”, um an das Schicksal seines Bruders zu erinnern. Der gesamte Artikel über die aktuelle Situation Shawkans und die Lage in Ägypten findet sich hier.