Veranstaltung mit Can Dündar

In Kooperation mit dem Literarischen Zentrum Gießen, dem Hessischen Literaturrat, der Universität Gießen und hr2 konnte am vergangenen Donnerstag eine Veranstaltung mit einem ganz besonderen Gast realisiert werden. Can Dündar, türkischer Journalist der inzwischen in Deutschland lebt, war zu Gast in der Aula der Universität. Als Chefredakteur der türkischen Zeitung Cumhuriyet wurde er in der Türkei aufgrund seiner Recherchen unter anderem über den illegalen Waffenhandel der türkischen Regierung inhaftiert und verurteilt. Einen Bericht des Gießener Anzeigers über den Abend findet man hier. Außerdem finden sich auf Youtube  die Begrüßungsreden von Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und Madelyn Rittner, Vorsitzende von Gefangenes Wort e.V und Geschäftsführerin des Hessischen Literaturrats. Ebenso ein Ausschnitt aus dem aktuellen Buch von Can Dündar, Verräter: Von Istanbul nach Berlin. gelesen von Roman Kurtz und das anschließende Gespräch mit Prof. Dr. Sascha Feuchert. IMG_5013 IMG_5017

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Erfolgreiche Teilnahme am WG-Flohmarkt 2018

Am 05.Mai haben wir uns mit einem Bücherstand am WG-Flohmarkt in Gießen beteiligt. Dabei konnten 514 Bücher verkauft und 486 € eingenommen werden!
Herzlichen Dank an alle Helfer_innen, die stundenlang auf den Beinen waren!  Danke auch an alle Spender_innen und Bücherfreund_innen die fleißig Bücher gekauft haben!

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Rangliste der Pressefreiheit 2018 veröffentlicht- Deutschland Mittelmaß

Reporter ohne Grenzen haben kürzlich die aktuelle “Rangliste der Pressefreiheit” veröffentlicht. Hierbei soll sich deutlich zeigen, dass vor allem in Europa die Pressefreiheit zunehmend beschnitten wird, auch in demokratischen Staaten wie Polen und Ungarn. Deutschland ist nach wie vor im europäischen Mittelfeld und liegt auf dem 15. Platz (Vorjahr 16. Platz). An erster Stelle steht Norwegen, Schlusslicht bildet Nordkorea. Den Artikel dazu findet ihr hier.

Zweifache Flucht aus der Heimat

Najet Adouani 2014 c Simone Ahrend sah-photo 5Im Rahmen unserer Artikelserie im Gießener Anzeiger steht im März das Schicksal der tunesischen Schriftstellerin Najet Adouani im Fokus. Annina Hofferberth berichtet über eine Autorin, die 2012 bereits zum zweiten Mal aus ihrer Heimat flüchten musste und dort nun Schreibverbot erhalten hat.

Im Februar 2014 machten wir erstmals in Form einer Kolumne auf Najet Adouani aufmerksam. Zudem war die Autorin erst kürzlich im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Worte in Ketten” bei uns zu Gast. Den aktuellen Artikel von Annina Hofferberth zu Najet Adouani finden Sie hier.

Eindrücke der Lesung “Worte in Ketten” mit Najet Adouani am 11.03.2018

Die Stadtbibliothek Lich war an diesem Vormittag gut besucht. © Yuen-Yee Leung

Die Lesung mit Najet Adouani war bereits die zweite Veranstaltung der Reihe “Worte in Ketten”. © Yuen-Yee Leung

In der einladenden Atmosphäre der Stadtbibliothek Lich fand gestern – am Sonntag, den 11. März 2018 – die Lesung mit Najet Adouani statt.

Dieses Mal stand das Werk der tunesischen Autorin Najet Adouani im Mittelpunkt. © Yuen-Yee Leung

Dies war die zweite Veranstaltung der Reihe “Worte in Ketten”, die erstmals im November 2017 stattfand. Wie auch schon am 24. November in der Licher Volkshochschule wurden gestern zunächst Texte verfolgter Autoren aus den Ländern Kamerun, Syrien und Russland vom Autor und Hörbuchsprecher Sven Görtz gelesen. Im Anschluss an diese kürzeren Leseteile stand das Werk der tunesischen Dichterin und Journalistin Najet Adouani im Fokus, die gestern in Lich zu Gast war. Die Autorin trug ausgewählte Gedichte in der Originalsprache vor und stand dem Publikum danach zur Diskussion über ihr Werk und ihre Verfolgungsgeschichte zur Verfügung. Najet Adouani lebt seit 2012 in Deutschland, nachdem in ihrem Heimatland Tunesien infolge des Arabischen Frühlings ein Veröffentlichungsverbot über sie verhängt wurde.

Erinnerung an Shawkan und die ägyptische Todesfolter

EGYPT-TRIAL-MEDIA-SHAWKAN

Seit vier Jahren sitzt Mahmud Abu Zeid – genannt Shawkan – nun in Ägypten im Gefängnis. Vor Kurzem wurde er dreißig Jahre alt, sein Gesundheitszustand verschlechtert sich zunehmend. Nach Anämie und Hepatitis C saß er bei den letzten Besuchen seiner Familie bereits häufig im Rollstuhl. Der Antrag auf eine Freilassung aus gesundheitlichen Gründen wurde von der Regierung abgelehnt – Shawkan sei gesund, so die Aussage.

Während das Sisi Regime für Deutschland einer der führenden Waffenkunden ist, warten jene Ägypter, die sich in ihrem Land für Meinungs- und Versammlungsfreiheit einsetzen und infolgedessen im Gefängnis sitzen, zumeist umsonst auf Unterstützung.

Shawkans Bruder unterhält die facebook Seite “Freedom for Shawkan”, um an das Schicksal seines Bruders zu erinnern. Der gesamte Artikel über die aktuelle Situation Shawkans und die Lage in Ägypten findet sich hier.

Worte in Ketten – Lesung und Autorengespräch

Gestern, am Freitag, den 24. November, fand die von der vhs Landkreis Gießen und uns organisierte Veranstaltung “Worte in Ketten” statt. Im Rahmen dieser las der Hörbuchsprecher Sven Görtz vor etwa 45 Gästen Texte verfolgter und verbotener Autoren aus Syrien, Russland, Kamerun, China, der Türkei und anderen Ländern vor. Des Weiteren gab der 2014 aus Syrien geflohene Autor Yamen Hussein durch das Lesen eigener Texte dem Publikum einen eindrucksvollen Einblick in arabische Originalwerke. Auf die Lesung folgte eine Gesprächsrunde, in welcher Yamen Hussein, die Landrätin Anita Schneider, Prof. Dr. Sascha Feuchert (Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN) und Sven Görtz über politisch-gesellschaftliche Fragen – aber auch die bedrückende und lebensbedrohliche Situation Betroffener diskutierten. Dank der tollen Lesung, dem guten anschließenden Gespräch und einem interessierten Publikum, war es ein rundum gelungener Abend!

 

Erhebliche Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit Polens

Passend zum Writers-in-Prison-Day hat das EU-Parlament in Straßburg für eine Überprüfung der Rechtsstaatlichkeit Polens gestimmt. Im Rahmen dieser sollen die Justizreformen sowie die Eingriffe in die Medien- und Versammlungsfreiheit genauer beleuchtet werden. In den Maßnahmen der regierenden Partei PiS sehen die Abgeordneten einen massiven “Verstoß gegen die europäischen Grundwerte”. Sollte ein solcher festgestellt werden, könnte Polen ein Entzug der Stimmrechte drohen. Den ganzen Artikel finden Sie hier.

Writers-in-Prison-Day 2017

Heute, am 15.11., ist der Writers-in-Prison-Day (Tag des inhaftierten Schrifstellers), durch welchen jährlich auf das Schicksal zu Unrecht inhaftierter Autoren, DoiW-2017Journalisten, Verleger und Blogger aufmerksam gemacht werden soll. Außerdem soll an eben jene erinnert werden, welche getötet wurden, weil sie ihre Meinung frei geäußert haben.

Der internationale PEN stellt jedes Jahr exemplarisch die Schicksale einiger Autoren und Journalisten vor. Dieses Jahr stehen die Türkei, Äquatorialguinea, Honduras, Vietnam und Syrien im Fokus. Hier gelangen Sie zum ganzen Artikel.

Gefangenes Wort erhält großzügige Spende

 (© Stadt Gießen)

Madelyn Rittner und Lisa Novian überbringen Oberbürgermeisterin Grabe-Bolz die Glückwünsche von Gefangenes Wort (© Stadt Gießen)

Die Gießener Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz zählt seit Jahren zu engagiertesten Unterstützern von Gefangenes Wort e.V. Anlässlich ihres 60. Geburtstags, zu dem ihr die Vorsitzende Madelyn Rittner und die ehemalige stellvertretende Vorsitzende Lisa Novian im Namen des Vereins herzlich gratulierten, verzichtete die Oberbürgermeisterin auf persönliche Geschenke und bat stattdessen um Spenden für die Gießener Tafel und Gefangenes Wort. Warum ihre Wahl neben der Tafel auch auf Gefangenes Wort fiel, erläutert Grabe-Bolz wie folgt: „Gerne habe ich anlässlich meines 60. Geburtstages zu Spenden für Gefangenes Wort e.V. aufgerufen. Mit seinem Einsatz für Hunderte weltweit in Gefängnissen sitzende Schriftsteller/innen, Autoren/innen, Journalisten/innen, Künstler/innen setzt sich der Verein für die Meinungsfreiheit, für die Inhaftierten und für die Freiheit des kritischen Geistes ein und weist uns darauf hin, dass wir für die Meinungsfreiheit kämpfen müssen, wenn wir den Gedanken der Freiheit ernst nehmen. Denn Freiheit ist immer auch die Freiheit des Andersdenkenden – hier und überall. Herzlichen Dank für Ihr Engagement!”

Die Gäste folgten dem Wunsch des Stadtoberhaupts und zeigten sich äußerst großzügig: Nach derzeitigem Stand beläuft sich die Summe der Spenden auf 3171,15 €. Die Vorsitzende Rittner ist hoch erfreut, „dass Frau Oberbürgermeisterin Grabe-Bolz unseren Verein Gefangenes Wort anlässlich ihres 60. Geburtstages nicht nur finanziell fördert, sondern uns vor allem auch während ihrer Geburtstagsfeier im Gießener Rathaus eine Plattform bot, um unsere Tätigkeiten vorzustellen. Aber nicht nur dafür, sondern auch für ihre Unterstützung in den vergangenen Jahren, sind wir der Oberbürgermeisterin zu großem Dank verpflichtet.“ Mit den Einnahmen unterstützt Gefangenes Wort Schriftsteller/innen und Journalisten/innen auf der ganzen Welt, die aufgrund ihrer kritischen Meinungsäußerung drangsaliert, inhaftiert und verfolgt werden. Und der Unterstützungsbedarf ist – leider – nach wie vor hoch, denn derzeit sind weltweit allein über 350 Journalisten/innen, Medienassistenten/innen und Blogger/innen im Gefängnis.

Asli Erdogan berichtet über ihre Zeit im Gefängnis

Seit dem 29.Dezember 2016 ist die Schritstellerin Asli Erdogan wieder in Freiheit. Vorerst, denn das Gerichtsverfahren gegen Sie dauert an. Wie vielen anderen Journalist*innen, die in der Türkei verhaftet wurden, wird ihr die Gründung und die Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation vorgeworfen.
In einem bewegenden Interview berichtet die Schritstellerin Asli Erdogan in der FAZ über ihre Zeit in einem türkischen Frauengefängnis.

Derzeit sitzen nach Informationen von Reporter ohne Grenzen (ROG) noch mehr als 80 Journalist*innen in türkischen Gefängnissen. In einer Petition fordert daher ROG, der deutsche PEN sowie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. die Bundesregierung und die EU-Kommission auf, klar Position zur Lage in der Türkei zu beziehen, die Meinungs- und Pressefreiheitfreiheit in ihren Entscheidungen, Handlungen und Äußerungen kompromisslos und aktiv einzufordern und sie nicht zum Verhandlungsgegenstand zu machen. Hier kann man mitmachen.

Bücherflohmarkt im November

FB_bookfairAuch diesen November veranstalten wir wieder unseren jährlichen Bücherflohmarkt im Foyer des Philosophikum I (Otto-Behagel-Str. 10a). Am 3. und 4. November gibt es wie gewohnt Romane, Krimis, Kinder- und Jugendliteratur, Fach- und Sachbücher sowie internationale Literatur zu günstigen Preisen.

Mit dem Erlös wird der usbekische Journalist Salijon Abdurakhmanov unterstützt, der wegen vermeintlichen Drogenbesitzes seit nunmehr sieben Jahren inhaftiert ist. Im November 2014 wurde Salijon Abdurakhmanow mit dem Johann-Philipp-Palm-Preis ausgezeichnet, den er aufgrund der Inhaftierung nicht persönlich entgegen nehmen konnte. Der Preis würdigt Menschen und Institutionen, die „in herausragender Weise ein Beispiel für persönlichen oder institutionellen Einsatz zur ungehinderten Verwirklichung von Meinungs- und Pressefreiheit geben.“

Bücherspenden werden im Oktober während der Öffnungszeiten des LZG (Montag und Donnerstag von 10-14 Uhr und Dienstag von 15-19 Uhr) und zusätzlich am Samstag, 31.10.2015 von 10-12 Uhr dankend entgegen genommen.

SPD-Bundesvorsitzender und hessischer Landes- und Fraktionsvorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel widmet Gefangenes Wort seine Facebook Aktion

Diese Woche widmet der SPD-Bundesvorsitzende und hessische Landes- und Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel seine Facebook-Aktion für besonderes gesellschaftliches Engagement unserem Verein! Er begründet dies wie folgt: „Freie Meinungsäußerung ist ein Menschenrecht. Der Verein Gefangenes Wort setzt sich mit Aktionen für Meinungsfreiheit und für inhaftierte Autoren, Journalisten und Künstler ein. Dieses Engagement ist ein wichtiges Zeichen für Menschenrechte.”

Wir freuen uns sehr und bedanken uns ganz herzlich bei Thorsten Schäfer-Gümbel.

Mehr Infos über die Aktion findet ihr unter http://www.schaeferguembel.de/meldungen/39999/202779/Fuer-freie-Meinungsaeuszerung.html

Enoh Meyomesses afrikanische Liebeserklärung

Enoh Meyomesse„Ich kehrte zurück zu dir die hände sogleich in ketten oh land meiner geburt das so sehr ich liebe (…) oh MENSCHENRECHTE wo wart ihr als diese leute uns behandelten DERART“ – So schrieb der kamerunische Autor Enoh Meyomesse in seinem Werk “Gedichte eines Häftlings in Kondengui”.

Nun ist – pünktlich zu seiner gestrigen Ankunft in Darmstadt (wir berichteten davon) – sein neues Buch im Metropol Verlag erschienen. “Darmstadt. Eine afrikanische Liebeserklärung” heißt es und enthält eine Sammlung neuer Gedichte des Schriftstellers in deutscher wie französischer Sprache. Wir freuen uns sehr auf die Lektüre und empfehlen jedem Interessierten eine Bestellung beim Metropol Verlag: veitl@metropol-verlag.de

Gefangenes Wort wird Teil des startsocial-Programms

startsocialDie 100 Stipendiaten des startsocial-Programms stehen fest – und wir gehören dazu!

Jedes Jahr vergibt startsocial e.V. – unter der Schirmherrschaft von Angela Merkel – deutschlandweit 100 Stipendien an soziale Organisationen. Nachdem sich in diesem Jahr 300 gemeinnützige Vereine beworben hatten, wurde Gefangenes Wort ausgewählt, an dem viermonatigen Beratungsstipendium teilzunehmen. An Informationsabenden in verschiedensten Städten Deutschlands (München, Düsseldorf, Frankfurt…) werden wir die Möglichkeit haben Mitstipendiaten und Coaches kennenzulernen, uns zu vernetzen und bereits einiges über die zukünftigen Beratungen zu erfahren. Während der anschließenden Termine in unserem Beratungsstandort Heuchelheim zeigen uns Coaches aus Wirtschaft und sozialen Organisationen, wie wir unser Vereinskonzept optimieren und ausbauen können.

Wir freuen uns auf die Hinweise und Anregungen, die uns bei der Weiterentwicklung unseres Vereins sicherlich von Nutzen sein werden und sind sehr gespannt auf die Bekanntschaften und Kontakte, die uns das startsocial Programm ermöglichen wird.

Eine Liste aller weiteren Stipendiaten findet ihr unter https://www.startsocial.de/aktuelles/2015-09/die-stipendiaten-stehen-fest