Exklusives Interview von Gefangenes Wort mit Bobomurod Abdullaev

Bobomurod Abdullaev (© Reporter ohne Grenzen/RSF)

Bobomurod Abdullaev (© Reporter ohne Grenzen/RSF)

Im Zuge der Recherche zur Juli-Kolumne hatten wir die Gelegenheit, ein schriftliches Interview mit dem usbekischen Journalisten Bobomurod Abdullaev zu führen, der derzeit in Deutschland im Exil lebt. An dieser Stelle veröffentlichen wir das vollständige Interview, wobei wir Bobomurod Abdullaev ausdrücklich für seine Zustimmung hierfür danken möchten.

Weiterlesen

Unsere Kolumne: Pseudonym durch fatalen Fehler aufgeflogen

Im Juli stellen wir in unserer monatlichen Kolumne das Schicksal des usbekischen Journalisten Bobomurod Abdullaev vor, der 15 Jahre lang das Regime des autoritär regierenden Präsidenten Islom Karimov kritisierte, indem er seine Artikel unter einem geheimen Pseudonym veröffentlichte. Nachdem seine Tarnung aufgeflogen war, musste er fliehen. Lesen Sie hier die ganze Geschichte.

Digitale Podiumsdiskussion. Pressefreiheit: (k)ein Thema für Europa?

Poster_HomepageGefangenes Wort e.V. lädt gemeinsam mit der Fachjournalistik Geschichte (JLU Gießen) und dem ZMI (JLU Gießen) zur digitalen Podiumsdiskussion am Tag der Pressefreiheit ein. Inwiefern die Pressefreiheit und die Einschränkung dieser auch ein Thema für die europäische Presselandschaft – insbesondere der britischen und österreichischen – ist, wird in der digitalen Veranstaltung diskutiert werden. Es wird um den Einfluss der Boulevardmedien auf den demokratischen Meinungsbildungsprozess gehen sowie die jeweiligen Angriffe auf öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten wie die BBC bzw. den ORF. Ferner wird es auch darum gehen, welche Rolle Whistleblower spielen, ein prominentes Beispiel wäre hier der australische Journalist und WikiLeaks Gründer Julian Assange. Hierzu haben wir verschiedene Podiumsgäste eingeladen: Nina Horaczek (Falter), Friedbert Meurer (Deutschlandradio) und Dr. Rubina Möhring (Reporter ohne Grenzen, Österreich). Moderiert wird die Veranstaltung von Ulrike Weckel (Professorin für Fachjournalistik Geschichte, JLU).

Die Veranstaltung wird am 3. Mai über Zoom stattfinden und beginnt um 19:30 Uhr.

https://us02web.zoom.us/j/89910326717?pwd=MkdZZ0gxTDZPM2xMQzU2aHZ6RUhKQT09

Meeting ID: 899 1032 6717 / Passcode: 784321

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

 

Nidzara Ahmetasevic vorübergehend inhaftiert

Nidzara Ahmetasevic ist eine bosnische Journalistin und Menschenrechtsaktivistin, die über die Situation von Migranten und Flüchtlingen in Bosnien und Herzegovina arbeitet und seit 2015 Menschenrechtsverletzungen und Gewaltaten auf der Balkan-Route dokumentiert. Erst vor kurzem wurde sie aufgrund anhaltender Bedrohungen und Einschüchterungen, denen sich in Bosnien lebende JournalistInnen und MenschenrechtsaktivistInnen vermehrt ausgesetzt sehen, als Human Rights Defender  aufgenommen. Am 06.03. wurde sie nun willkürlich in Sarajevo für mehrere Tage festgenommen, wie frontlinedefenders hier berichtet.

Trauer um Katja Behrens

Wir sind tief traurig über den Tod von Katja Behrens. Die Autorin verstarb am Abend des 6. März. Sie war eine frühe Unterstützerin katja_behrensunseres Vereins und gab den Anstoß für die Gründung von Gefangenes Wort. Ihren Leitspruch “Wer lesen will, muss dafür kämpfen, dass andere Schreiben dürfen.” haben wir auch zu unserem gemacht. Mit ihr verlieren wir eine wichtige Schriftstellerin und Kämpferin für die Meinungsfreiheit.

Gefangenes Wort unterstützt Stipendium für Bobomurod Abdullaev

Usbekischer Journalist kommt erneut als Nothilfe-Stipendiat nach Deutschland

(c) Reporter ohne Grenzen / RSF

(c) Reporter ohne Grenzen / RSF

Der usbekische Journalist Bobomurod Abduallev musste aus seiner Heimat flüchten und ist seit Ende Januar dieses Jahres Nothilfe-Stipendiat von Reporter ohne Grenzen. Gefangenes Wort beteiligt sich an der Finanzierung des zunächst auf vier Monate angelegten Stipendiums mit einem Betrag von 4000,00 €. Abdullaev war bereits von November 2019 bis Februar 2020 im Rahmen eines Stipendiums in Berlin, nachdem er zuvor über 15 Jahre lang kritische Berichte über das Regime des früheren usbekischen Staatspräsidenten Islom Karimov veröffentlicht hatte. Zudem berichtete er immer wieder über Korruption und illegale Waffengeschäfte des Karimov-Clans sowie über die massive Unterdrückung der politischen Opposition.

Nachdem sein Pseudonym Ende des Jahres 2017 aufgedeckt wurde, verhafteten ihn usbekische Sicherheitskräfte unter dem Vorwand, er habe zum gewaltsamen Regierungsumsturz aufgerufen. Nach seiner Freilassung nutzte Abdullaev seinen Aufenthalt in Berlin, um an einem Buchprojekt zu arbeiten und eine Video-Fortbildung zu absolvieren. Doch als er im März 2020 nach Kirgisien ging, wurde er festgenommen und nach Usbekistan abgeschoben. Dort wurde er erneut in einem fragwürdigen strafrechtlichen Verfahren angeklagt. Zwar wurde das Verfahren später eingestellt, doch Abdullaev fühlt sich in seiner Heimat nicht mehr sicher. Über die Türkei konnte er 2021 nach Deutschland kommen, wo er nun erstmal in Sicherheit leben und arbeiten kann. Gefangenes Wort ist glücklich, sich an dem Stipendium für Bobomurod Abdullaev substantiell beteiligen zu können und damit einen mutigen und investigativen Journalisten zu unterstützen, der sich trotz aller Schikanen nicht mundtot machen lässt.

Prozess gegen Meşale Tolu geht weiter

Gestern ist der Prozess in Istanbul gegen die deutsche Journalistin Meşale Tolu weitergegangen. Der Vorwurf gegen die Journalistin kurdischer Herkunft: “Terrorpropaganda” und “Mitgliedschaft in einer Terrororganisation”. Sie ist nur eine von mehr als 200 Medienschaffenden, die in den letzten viereinhalb Jahren wegen ihrer Arbeit in türkischen Gefängnissen saßen. Reporter ohne Grenzen fordert, Tolu endlich freizusprechen.

Russischer Journalist bei Studioaufnahme verprügelt

Der russische Journalist Ruslan Totrov war am 21. Januar im Studio, um einen Videoblog aufzunehmen. Da drangen zwei Männer ein und verprügelten ihn. Sie drohten ihm mit Mord, sollte er nicht mit seiner Berichterstattung stoppen. Die Angreifer identifizierte Totrov als Mitglied des regionalen Verteidigungsministeriums und einem Vertrauten des Präsidenten der Region. Das Committee to Protect Journalists fordert die Aufklärung des Falls und bietet weitere Informationen.