Studio des Künstlers Ai Weiwei ohne Vorwarnung abgerissen

Laut der BBC wurde das Studio des Künstlers Ai Weiwei in Beijing ohne Vorwarnung abgerissen. Das war aber nicht der erste Vorfall dieser Art: Auch schon 2011 wurde ein Studio Weiweis in Shanghai unvermittelt zerstört. Als einer der berühmtesten Lyriker Chinas gestaltete er für die Olympischen Spiele 2008 das Stadion in Beijing. Danach nahm jedoch seine Kritik an der chinesischen Regierung immer mehr zu. Seit 2015 lebt der mittlerweile 60-Jährige nun in Deutschland.

Verurteilung Galal El-Behairys wegen eines nicht veröffentlichten Gedichtbandes

Galal El-Behairy ist ägyptischer Lyriker und Aktivist. Aufgrund eines Liedtextes wurde er verhaftet, geschlagen und gefoltert. Nun wurde er wegen eines noch nicht veröffentlichten(!) Gedichtbandes mit dem Titel „The Finest Women on Earth“ zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 10.000 ägyptischen Pfund verurteilt. Mehr zu erfahren gibt es beim amerikanischen PEN.

Ein Gedicht Galal El-Behairys aus dem Tora Gefängnis in Kairo ist in englischer Übersetzung hier zu lesen.

Hossam Mahmoud freigelassen

Nach “Reporter ohne Grenzen” soll Hossam Mahmoud freigelassen worden sein. Der syrische Bürgerjournalist wurde vor sechs Monaten vom radikal-islamistischen Bündnis Haiʾat Tahrir asch-Scham gefangen genommen. Sein Kollege Amjad al Maleh soll sich weiterhin in Gefangenschaft befinden. Beide Journalisten wurden teils gewaltsamen Verhören unterzogen. 

Der Bericht von “Reporter ohne Grenzen” findet sich hier.

Rangliste der Pressefreiheit 2018 veröffentlicht- Deutschland Mittelmaß

Reporter ohne Grenzen haben kürzlich die aktuelle “Rangliste der Pressefreiheit” veröffentlicht. Hierbei soll sich deutlich zeigen, dass vor allem in Europa die Pressefreiheit zunehmend beschnitten wird, auch in demokratischen Staaten wie Polen und Ungarn. Deutschland ist nach wie vor im europäischen Mittelfeld und liegt auf dem 15. Platz (Vorjahr 16. Platz). An erster Stelle steht Norwegen, Schlusslicht bildet Nordkorea. Den Artikel dazu findet ihr hier.

Druck auf den öffentlich Rundfunk in Österreich

Die rechtsextreme Partei FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs) droht dem Kanal des öffentlichen Rundfunks ORF mit internen Kündigungen. Nach dem Vorwurf der Verbreitung von Unwahrheiten von dem Parteivorsitzenden Heinz-Christian Strache vor etwa zwei Monaten hat nun der Abgeordnete und ORF-Vorstandsmitglied Norbert Steger Kündigungen in Aussicht gestellt, sofern die ORF sich „nicht korrekt verhalten“. Reporter ohne Grenzen berichtete hierüber, der Artikel ist hier.

Investigativjournalist Ján Kuciak in der Slowakei ermordet

Dass Angriffe auf Journalisten und auf die Meinungsfreiheit nicht nur außerhalb der EU, sondern in ihrer Mitte stattfinden können, beweist der Fall, von dem Reporter ohne Grenzen heute berichtet: In der Slowakei wurden der Investigativjournalist Ján Kuciak und seine Lebensgefährtin ermordet. Wahrscheinlich hängt das Verbrechen mit Kuciaks journalistischer Tätigkeit zusammen, so die Vermutungen der Polizei.

Zwei iranische Journalisten nach Festnahme und Schlägen in Koma

Die Journalisten Reza Entesari und Kasra Nouri wurden im Iran während eines Konflikts zwischen der Polizei und dem religiösen Orden Gonabadi Dervishes festgenommen. Dabei wurden sie so schwer verletzt, dass sie zur Zeit im Koma liegen. Sie berichteten für die Nachrichtenseite Majzooban.org, die die einzige unabhängige Quelle für Informationen über den religiösen Orden darstellt. Die Polizei hat sich zur Zeit noch nicht zu den Gründen für die Festnahme, zum Zustand oder dem Aufenthaltsort der beiden Journalisten geäußert. Mehr Informationen finden sich bei Reporter ohne Grenzen.

Bahrainische Journalisten verlieren ihre Staatsbürgerschaft

In Bahrain wird Journalisten immer häufiger die Staatsbürgerschaft aberkannt – und mit ihnen verlieren auch ihre Kinder diesen Status. Seit 2011 haben sieben Journalisten und Bürgerjournalisten ihre Staatsbürgerschaft verloren. Damit sollen andere Journalisten und Medien beeinflusst werden, nicht kritisch von der Regierung zu berichten. Von den sieben Journalisten ohne Staatsbürgerschaft, so berichtet Reporter ohne Grenzen, wurden drei inhaftiert und vier leben im Exil.

Ägyptischer Journalist verschwindet in Haft

Moataz Wadnan, ein ägyptischer Journalist, wurde am 16. Februar 2018 zusammen mit drei seiner Verwandten verhaftet. Während diese jedoch am selben Tag wieder freigelassen wurden, wurde Wadnan zum Amt für die Strafverfolgung der Staatssicherheit gebracht – und seitdem ist er verschwunden. Das Amt bestreitet, er säße bei ihnen in Haft, doch sein Verbleib bleibt unbekannt. Mehr dazu ist beim Committee to Protect Journalists zu lesen.

Journalist am hellichten Tag in Uganda entführt

Der Journalist Charles Etukuri wurde in Uganda am 13. Februar 2018 am hellichten Tag von fünf Unbekannten in Militäruniform entführt. Fünf Tage zuvor hatte er noch in einem Artikel von einem finnischen Geschäftsmann berichtet, der Sicherheitssysteme verkauft hatte und am 5. Februar vom ugandischen Geheimdienst verhaftet worden sei. Ein Tag später war dieser tot in einem Hotel aufgefunden worden. Eine Verbindung zwischen dem Geheimdienst und dem Tod legte Etukuri nahe. Reporter ohne Grenzen fordert die Aufklärung der Entführung und die Befreiung des Journalisten.

Deniz Yücel kommt frei

Nach der vorgestrigen guten Meldung, dass Eskinder Nega freigelassen wurde, folgt nun die nächste: Auch Deniz Yücel ist aus dem türkischen Gefängnis entlassen worden. Vor einem Jahr war er wegen “Terrorverdachts” inhaftiert worden, eine Anklage oder einen Prozess hat es seitdem nicht gegeben. Nun ist er frei, auch wenn die türkischen Ermittlungen gegen ihn weiterlaufen. Das berichtet die Zeit.

Journalist Eskinder Nega freigelassen

Vor wenigen Tagen haben wir von Eskinder Negas Fall berichtet: Der äthiopische Journalist weigerte sich, ein falsches Geständnis zu unterschreiben und verblieb deswegen im Gefängnis. Nun vermeldet das Committee to Protect Journalists, dass Eskinder Nega nach fast sieben Jahren unrechtmäßiger Haft endlich freigelassen wurde. Wir freuen uns über diese Entwicklung!

Rekordzahlen inhaftierter Journalisten in der Türkei, China und Ägypten

Das zweite Jahr in Folge wurde ein trauriger Rekord erreicht: Die Anzahl weltweit inhaftierter Journalisten erreicht ein historisches Hoch. Grund dafür sind laut dem Committee to Protect Journalists der fehlender Druck der USA und anderer westlicher Länder gegenüber denjenigen Staaten, die zu den schlimmsten Verfolgern der Journalisten zählen: Türkei, China und Ägypten.

Journalist Eskinder Nega weigert sich, falsches Geständnis zu unterzeichnen

Die äthiopische Regierung setzte den Journalisten und Blogger Eskinder Nega unter Druck, im Austausch für eine Freilassung ein falsches Geständnis zu unterschreiben. In diesem sollte er zugeben, dass er Mitglied der “Ginbot 7“ wäre, einer Organisation, die von der Regierung als terroristische Gruppierung eingestuft wurde. Er weigerte sich jedoch und muss nun weiterhin eine 18-jährige Haftstrafe absitzen, die durch ein Gerichtsverfahren zustande kam, das von der “U.N. Arbeitsgruppe für willkürliche Festnahmen” als nicht den internationalen Standards entsprechend beurteilt wurde. Mehr hierzu finden Sie auf der Website des Committee to Protect Journalists.

Zwei Journalisten in Guatemala ermordet

In Coatepeque, im Südwesten Guatemalas, wurden die beiden Journalisten Laurent Castillo und Luis Alfredo de León von Bauern tot in einem Feld gefunden. Sie waren gefesselt und durch Kopfschüsse ermordet worden. Die beiden Autoren waren unterwegs, um über den Karneval zu berichten. Ob der Mord im Zusammenhang mit ihrer Arbeit steht, ist nicht bekannt. Mehr dazu ist bei Reporter ohne Grenzen zu lesen.