Lesung mit Victoria Feshchuck

315300070_455753380031716_7748083433904670430_nDie ukrainische Schriftstellerin und Übersetzerin Victoria Feshchuk erhielt 2022 das Stipendium “Hafen der Zuflucht Hessen” des Vereins Gefangenes Wort. Ihre Texte wurden in mehreren Formaten und verschiedenen Sprachen veröffentlicht. Der Krieg in der Ukraine spielt eine elementare Rolle in ihren Geschichten, Essays und Gedichten.

Im Anschluss an die Lesung auf ukrainisch und deutsch (deutsche Stimme: Antje Tiné) tauscht sich Victoria Feshchuk mit Moderatorin Annika Teichmann und dem Publikum über ihr Schreiben und Leben aus.

Musikalisch untermalt wird der Abend von Darja Goldberg.

Wo: Hermann-Levi-Saal im Rathaus Gießen
Berliner Platz 1
35390 Gießen

Wann: Dienstag, 15. November 2022 um 19:30 Uhr

Eintritt frei

Die Veranstaltung wird durchgeführt mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst sowie des Kulturamtes Gießen.

Frauenrechtlerin Salma al-Shebab zu 34 Jahren Haft verurteilt

Die saudische Studentin Salma al-Shebab wurde zu 34 Jahren Haft verurteilt. Vorgeworfen wird ihr vor allem ihr Einsatz für die 2021 festgenommene Frauenrechtlerin Loujain al-Hathoul und das Teilen von Tweets saudi-arabischer Dissidenten im Exil. Die ursprünglich auf drei Jahre angesetzte Strafe wurde nun auf 34 Jahre erhöht. Das Urteil beinhaltet auch, dass Salma al-Shebab nach Verbüßung ihrer Haftstrafe 34 Jahre lang nicht das Land verlassen darf.

Mehr dazu hier

Angriff auf den Autor Salman Rushdie

Österreich | Salman Rushdie | indisch-britischer SchriftstellerWir sind schockiert über den Angriff auf den Autor Salman Rushdie. Er wurde am Freitag am Rande einer Lesung im US-Bundesstaat New York niedergestochen und kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.

Hintergründe dazu hier: https://www.dw.com/de/autor-salman-rushdie-bei-attentat-in-new-york-niedergestochen/a-62733694

W.i.E. erzählt… Umar Abdul Nasser

Photo credit - Maximilian Gödecke

Photo credit – Maximilian Gödecke

Der irakische Schriftsteller, Dichter und Filmemacher Umar Abdul Nasser versteht es, Lyrik, Musik und Bilder miteinander zu verknüpfen. Der Autor liest aus seinen Texten und untermalt diese multimedial. Seine Arbeit wurde vom IS als unvereinbar mit dem islamischen Recht angesehen. Seine Gedichte erzählen von Frieden und Freiheit.

Umar Abdul Nasser (*1985) ist ein irakischer Schriftsteller, Dichter und Filmemacher. Er versteckte sich zwei Jahre lang vor dem IS, bevor er es schaffte, das Land für ein Stipendien-Aufenthalt bei ICORN in Breslau (2017 bis 2019) zu verlassen. Von Juli 2019 bis Juni 2022 war er Stipendiat im Writers-in-Exile-Programm des PEN-Zentrums Deutschland und des Vereins „Weimar – Stadt der Zuflucht“.

Wann: 15. September 2022, 19:30 Uhr

Wo: Prototyp, Georg-Philipp-Gail-Straße 5, 35394 Gießen

Eintritt frei

Um Spenden wird gebeten.

Eine Kooperation von Gefangenes Wort und ZellKultur – Büro für angewandte Kultur und Bildung.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe “Leseland Hessen”.
Gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und dem Medienpartner hr2-Kultur.

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Ahmed Samir Santawy ist frei!

Wir sind erleichtert über die Freilassung von Ahmed Samir Santawy! Satawy studierte in Wien an der “Central European University”

und besuchte seine Familie in Ägypten, als er im Februar 2021 aufgrund seiner kritischen Posts auf Facebook festgenommen wurde. Im Juni vergangenen Jahres wurde er wegen “Verbreitung von Falschmeldungen auf Social Media” zu vier Jahren Haft verurteilt.

Porträt eines Mannes mit dunklen Locken und Brille, der in die Kamera lächelt.

© privat

Im Rahmen des Urgent-Action-Programms hatte sich Amnesty International mit Nachdruck für seine Freilassung eingesetzt. Unter dem Hashtag #FreeAhmed hatten außerdem Ahmeds Universität und die Österreichische Hochschüler*innenschaft eine Kampagne ins Leben gerufen.
Hintergründe zu Ahmeds Fall und seiner Freilassung bei Amnesty International.

Sacharow-Preis 2019 an Ilham Tohti

Der Sacharow-Preis für Menschenrechte geht in diesem Jahr an Ilham Tohti. Der uigurische Wirtschaftswissenschaftler ist seit 2014 infolge einer Verurteilung wegen “Separatismus” in einem chinesischen Gefängnis inhaftiert. Tohti setzt sich seit Jahren für eine Versöhnung im Konfilkt zwischen Han-Chinesen und Uiguren ein.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Yücels Haft war rechtswidrig

Wir haben immer wieder auch auf Deniz Yücels Fall hingewiesen. Nach seiner Freilassung 2018 folgt nun eine weitere gute Nachricht: Der türkische Verfassungsgerichtshof bestreitet zwar weiterhin, dass Yücel in Untersuchungshaft gefoltert worden sei – trotz dessen gegenteiliger und glaubhafter Aussagen. Doch es stellt fest, dass Yücels Verhaftung rechtswidrig gewesen sei. Das Urteil weist damit auch Edogans Allmachtsanspruch zurück und ist ein kleiner Sieg für die Meinungsfreiheit. Mehr Infos findet ihr bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Urteil gegen “Cumhuriyet”-Journalisten bestätigt

Die Urteile gegen die 14 Mitarbeiter der türkischen Zeitung “Cumhuriyet” wurden heute in Istanbul bestätigt. Die Journalisten wurden 2016 zu jeweils fünf Jahren Haft verurteilt, ein im vergangenen Jahr eingeleitetes Berufungsverfahren wurde heute abgelehnt. Ihnen werden Mitgliedschaft und Unterstützung von Terrororganisationen vorgeworfen.

Weitere Informationen zum Prozess erfahren Sie hier.

Wettbewerb für Schüler*innen zum Tag der Pressefreiheit

Unter dem Motto “Wir reden mit!” veranstalten Reporter ohne Grenzen, der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger, die Stiftung Lesen und die Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen zum Tag der Pressefreiheit einen Wettbewerb für Kinder und Jugendliche. Dabei geht es darum, Schüler*innen Raum für Themen ihrer Wahl zu geben, zu denen sie ihre Meinung äußern möchten. Bis zum 1. März haben Teilnehmende Gelegenheit, ihre Beiträge einzureichen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Uncensored Playlist von Reporter ohne Grenzen

Heute möchten wir auf ein cooles, unkonventionelles Projekt hinweisen, mit der Reporter ohne Grenzen gegen die Unterdrückung von Meinungs- und Pressefreiheit angeht: Im März 2018 veröffentlichten sie die Uncensored Playlist, für die Texte von chinesischen, ägyptischen, thailändischen, usbekischen und vietnamesischen Journalist_innen zu Pop-Songs umgearbeitet wurden. So können Texte, die vorher streng zensiert wurden, doch verbreitet werden – denn Streaming-Dienste werden nicht so streng kontrolliert. Nun gibt es die Playlist auch auf Vinyl – für diejenigen, die Reporter ohne Grenzen vielleicht auf diesem Wege unterstützen möchten. Hier findet ihr mehr Infos zum Projekt.

Inhaftierter Schriftsteller Rashad Ramazanov befindet sich im Hungerstreik

Der aserbaidschanische Schriftsteller Rashad Ramazanov wurde schon vor fast sechs Jahren zu neun Jahren Haft verurteilt – angeblich, weil er Drogen besessen und verkauft haben soll. Der PEN International hingegen hält die Anklage für politisch motiviert. Nun befindet sich Ramazanov im Hungerstreik, um auf seine Inhaftierung und die anderer Blogger hinzuweisen.
Zu ihnen gehört auch Mehman Huseynov, der sich gegen Korruption einsetzt. Eigentlich hätte er längst freigelassen werden sollen, doch stattdessen haben die aserbaidschanischen Behörden weitere Anklagen erhoben.

Wer mehr zu diesen Fällen erfahren und vielleicht sogar einen Brief an die aserbaidschanischen Behörden schreiben möchte, um gegen die Inhaftierung der Schriftsteller zu protestieren, findet bei PEN International weitere Informationen.

Pelin Ünker wegen der Recherche zu den Paradise Papers zu einem Jahr Haft verurteilt

Die Paradise Papers, die 2017 öffentlich machten, wie in tausenden Fällen Milliardäre und Konzerne Steuern hinterzogen, sind heute fast schon wieder vergessen. Für Pelin Ünker, eine Journalistin und Mitglied des Internationalen Netzwerks investigativer Journalisten, sind sie leider sehr aktuell: Vor einem Istanbuler Gericht wurde sie wegen Diffamierung und Beleidigung zu einem Jahr Haft verurteilt. Denn ihre Mitarbeit an der Veröffentlichung der Panama Papers deckte auf, dass der vormalige Premierminister Binali Yıldırım und dessen Söhne ebenfalls in solche Geschäftspraktiken involviert waren.

Weitere Informationen finden sich bei The Guardian.

Fotograf Lu Guang inhaftiert

Der chinesische Fotograf Lu Guang wurde nach Aussage seiner Frau Anfang November festgenommen. Er befand sich auf dem Weg in die Provinz Xinjiang. Das berichtet Reporter ohne Grenzen. Der in New York lebende Lu Guang befasst sich in seinen Projekten mit Umwelt und sozialen Themen. Der volle Bericht findet sich hier