Investigativjournalist Ján Kuciak in der Slowakei ermordet

Dass Angriffe auf Journalisten und auf die Meinungsfreiheit nicht nur außerhalb der EU, sondern in ihrer Mitte stattfinden können, beweist der Fall, von dem Reporter ohne Grenzen heute berichtet: In der Slowakei wurden der Investigativjournalist Ján Kuciak und seine Lebensgefährtin ermordet. Wahrscheinlich hängt das Verbrechen mit Kuciaks journalistischer Tätigkeit zusammen, so die Vermutungen der Polizei.

Zwei iranische Journalisten nach Festnahme und Schlägen in Koma

Die Journalisten Reza Entesari und Kasra Nouri wurden im Iran während eines Konflikts zwischen der Polizei und dem religiösen Orden Gonabadi Dervishes festgenommen. Dabei wurden sie so schwer verletzt, dass sie zur Zeit im Koma liegen. Sie berichteten für die Nachrichtenseite Majzooban.org, die die einzige unabhängige Quelle für Informationen über den religiösen Orden darstellt. Die Polizei hat sich zur Zeit noch nicht zu den Gründen für die Festnahme, zum Zustand oder dem Aufenthaltsort der beiden Journalisten geäußert. Mehr Informationen finden sich bei Reporter ohne Grenzen.

Ägyptischer Journalist verschwindet in Haft

Moataz Wadnan, ein ägyptischer Journalist, wurde am 16. Februar 2018 zusammen mit drei seiner Verwandten verhaftet. Während diese jedoch am selben Tag wieder freigelassen wurden, wurde Wadnan zum Amt für die Strafverfolgung der Staatssicherheit gebracht – und seitdem ist er verschwunden. Das Amt bestreitet, er säße bei ihnen in Haft, doch sein Verbleib bleibt unbekannt. Mehr dazu ist beim Committee to Protect Journalists zu lesen.

Journalist am hellichten Tag in Uganda entführt

Der Journalist Charles Etukuri wurde in Uganda am 13. Februar 2018 am hellichten Tag von fünf Unbekannten in Militäruniform entführt. Fünf Tage zuvor hatte er noch in einem Artikel von einem finnischen Geschäftsmann berichtet, der Sicherheitssysteme verkauft hatte und am 5. Februar vom ugandischen Geheimdienst verhaftet worden sei. Ein Tag später war dieser tot in einem Hotel aufgefunden worden. Eine Verbindung zwischen dem Geheimdienst und dem Tod legte Etukuri nahe. Reporter ohne Grenzen fordert die Aufklärung der Entführung und die Befreiung des Journalisten.

Deniz Yücel kommt frei

Nach der vorgestrigen guten Meldung, dass Eskinder Nega freigelassen wurde, folgt nun die nächste: Auch Deniz Yücel ist aus dem türkischen Gefängnis entlassen worden. Vor einem Jahr war er wegen “Terrorverdachts” inhaftiert worden, eine Anklage oder einen Prozess hat es seitdem nicht gegeben. Nun ist er frei, auch wenn die türkischen Ermittlungen gegen ihn weiterlaufen. Das berichtet die Zeit.

Journalist Eskinder Nega freigelassen

Vor wenigen Tagen haben wir von Eskinder Negas Fall berichtet: Der äthiopische Journalist weigerte sich, ein falsches Geständnis zu unterschreiben und verblieb deswegen im Gefängnis. Nun vermeldet das Committee to Protect Journalists, dass Eskinder Nega nach fast sieben Jahren unrechtmäßiger Haft endlich freigelassen wurde. Wir freuen uns über diese Entwicklung!

Rekordzahlen inhaftierter Journalisten in der Türkei, China und Ägypten

Das zweite Jahr in Folge wurde ein trauriger Rekord erreicht: Die Anzahl weltweit inhaftierter Journalisten erreicht ein historisches Hoch. Grund dafür sind laut dem Committee to Protect Journalists der fehlender Druck der USA und anderer westlicher Länder gegenüber denjenigen Staaten, die zu den schlimmsten Verfolgern der Journalisten zählen: Türkei, China und Ägypten.

Journalist Eskinder Nega weigert sich, falsches Geständnis zu unterzeichnen

Die äthiopische Regierung setzte den Journalisten und Blogger Eskinder Nega unter Druck, im Austausch für eine Freilassung ein falsches Geständnis zu unterschreiben. In diesem sollte er zugeben, dass er Mitglied der “Ginbot 7“ wäre, einer Organisation, die von der Regierung als terroristische Gruppierung eingestuft wurde. Er weigerte sich jedoch und muss nun weiterhin eine 18-jährige Haftstrafe absitzen, die durch ein Gerichtsverfahren zustande kam, das von der “U.N. Arbeitsgruppe für willkürliche Festnahmen” als nicht den internationalen Standards entsprechend beurteilt wurde. Mehr hierzu finden Sie auf der Website des Committee to Protect Journalists.

1000 Tage Haft und mehr für Narges Mohammadi

Seit 1000 Tagen sitzt die iranische Journalistin und Menschenrechtsverteidigerin Narges Mohammadi in Haft. Der Vorwurf der “Gründung einer verbotenen Gruppierung” resultierte in einer insgesamt 16-jährigen Haftstrafe. Mittlerweile ist sie gesundheitlich stark angeschlagen, weil ihr die nötige medizinische Behandlung versagt wurde. Reporter ohne Grenzen fordert die internationale Gemeinschaft dringend zur Reaktion gegen diese Ungerechtigkeit auf. Mehr Details finden Sie hier.

Der harte Kampf verfolgter Autoren um Asyl

In einem Gespräch mit der »Jungen Welt« berichtet Sascha Feuchert, Vizepräsident des PEN-Zentrums Deutschland und Literaturwissenschaftler an der ­JLU Gießen, über die prekäre Lage der in Asyl lebenden Schriftsteller in Deutschland. Den Artikel finden Sie hier auf der Seite der Tageszeitung.

Askarow nach Bericht über gewalttätige ethnische Unruhen zu jahrelanger Haft verurteilt

Elena Müller berichtet diesen Monat in unserer Kolumne über den kirgisischen Journalisten und Menschenrechtsaktivisten Asimschon Askarow, dem seit seiner Festnahme im September 2010 kein fairer Prozess gemacht wurde.Azimzhan_Askarov
Der Vorwurf: “Beihilfe in einem Mordfall und Anstachelung zum Hass”…

Hier geht es zum Artikel des Gießener Anzeigers.

Asli Erdogan berichtet über ihre Zeit im Gefängnis

Seit dem 29.Dezember 2016 ist die Schritstellerin Asli Erdogan wieder in Freiheit. Vorerst, denn das Gerichtsverfahren gegen Sie dauert an. Wie vielen anderen Journalist*innen, die in der Türkei verhaftet wurden, wird ihr die Gründung und die Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation vorgeworfen.
In einem bewegenden Interview berichtet die Schritstellerin Asli Erdogan in der FAZ über ihre Zeit in einem türkischen Frauengefängnis.

Derzeit sitzen nach Informationen von Reporter ohne Grenzen (ROG) noch mehr als 80 Journalist*innen in türkischen Gefängnissen. In einer Petition fordert daher ROG, der deutsche PEN sowie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. die Bundesregierung und die EU-Kommission auf, klar Position zur Lage in der Türkei zu beziehen, die Meinungs- und Pressefreiheitfreiheit in ihren Entscheidungen, Handlungen und Äußerungen kompromisslos und aktiv einzufordern und sie nicht zum Verhandlungsgegenstand zu machen. Hier kann man mitmachen.

Lebenslang für die Wahrheit

can_duendar_lebenslangIm November 2015 werden Can Dündar, Chefredakteur der regierungskritischen Tageszeitung »Cumhuriyet«, und Erdem Gül, Hauptstadtkorrespondent, verhaftet. Die türkische Staatsanwaltschaft wirft ihnen Spionage und Verrat von Staatsgeheimnissen vor, Staatspräsident Erdogan stellt persönlich Strafanzeige und fordert lebenslange Haft. Hintergrund ist ihre Berichterstattung über Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes an syrische Extremisten. Nach drei Monaten kommen die Journalisten vorläufig frei. Anfang Mai beginnt der Prozess: Dündar wird zu sechs, Gül zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt; das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

In »Lebenslang für die Wahrheit« erzählt Dündar die ganze Geschichte von der Entdeckung der geheimen Waffenlieferungen über die Entscheidung, das belastende Filmmaterial zu veröffentlichen, bis zu den Ereignissen, die der Veröffentlichung folgten: Die Drohungen, die er und die Redaktion erhalten haben, die Angst vor Terroranschlägen, seine Zeit in Einzelhaft. Dündars Aufzeichnungen aus dem Gefängnis zeigen, dass sein Widerstand ungebrochen ist und er nicht aufgeben wird im Kampf für Presse- und Meinungsfreiheit.

Can Dündar: Lebenslang für die Wahrheit – Aufzeichnungen aus dem Gefängnis
Hoffmann und Campe Verlag
In einer Übersetzung von Sabine Adatepe