Tsering Woeser – China

Tsering Woeser wurde 1966 in Lhasa geboren. Ihre Eltern waren loyale Kommunisten, der Vater ein tibetisch-chinesischer Vize-Kommandeur der Chinesischen Volksbefreiungsarmee. In Chengdu (Sichuan) besuchte sie die Oberschule sowie die Universität. Sie merkte schnell, dass sie zu einer Minderheit gehörte und begann, verbotene Schriften zu lesen: „Da standen Dinge, die das Gegenteil von dem waren, was man uns gelehrt hatte.“

Nach Abschluss des Studiums wurde sie Redakteurin einer literarischen Zeitung in Lhasa, wo sie mit Mönchen ins Gespräch kam, die ihr von der Niederschlagung der Proteste in Tibet 1989 erzählten. Diese Gespräche prägten sie nachhaltig. Nachdem sie ihren Arbeitsplatz verloren hatte, ging sie nach Peking, wo sie den chinesischen Schriftsteller Wang Lixiong heiratete.

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Mohammad Hassan Fallahiya – Iran

Im November 2006 wurde der Journalist Mohammad Hassan Fallahiya verhaftet, nachdem er regierungskritische Artikel veröffentlicht und angeblich oppositionelle Gruppen im Ausland kontaktiert hatte. Fallahiya wurde am 21. April 2007 in einem Verfahren zu drei Jahren Haft verurteilt, in dem ihm laut Amnesty International jeder Rechtsbeistand verweigert wurde. Der P.E.N. forderte fortwährend bedingungslos seine Freilassung, da seine Inhaftierung eine eindeutige Verletzung des Rechts auf freie Meinungsäußerung darstelle.

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Melissa Rocío Patiño Hinostroza – Peru

Die 21-jährige peruanische Dichterin und Studentin Melissa Rocío Patiño Hinostroza ist Mitglied des „Círculo del Sur“, einer Dichtergruppe in Lima und leitet eine Lyriksendung im Radio für junge Leute. Seit 2008 steht sie vor Gericht. Im Februar desselben Jahres besuchte sie eine Konferenz in Ecuador, die von der Coordinadora Continental Boliviariana (CCB) organisiert worden war. Als sie von dort zurückkehrte, wurde sie zusammen mit sechs weiteren Teilnehmern verhaftet.

Es wird ihr vorgeworfen, Mitglied einer linken politischen Organisation zu sein, die laut der peruanischen Regierung in Kontakt mit terroristischen Vereinigungen steht. Patiño selbst leugnet, politisch aktiv zu sein. Sie wurde fast drei Monate im Hochsicherheitsgefängnis in Chorrillos (Lima) unter strenger Aufsicht festgehalten. Am 8. Mai 2008 wurde sie schließlich gegen eine Kaution von umgerechnet 240 Euro freigelassen und wartet seitdem auf ihren Prozess.

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Jorge Olivera Castillo – Kuba

Jorge Olivera Castillo war zwischen 1983 und 1993 Redakteur des staatlichen kubanischen Fernsehens und wurde gezwungen, seine Arbeit niederzulegen, nachdem er sich öffentlich gegen die Zensurpolitik Kubas ausgesprochen hatte.

Am 1. März 2006 wurde Castillo erneut zu einer Anhörung vor das kommunale Volkstribunal in Havanna vorgeladen, wo er über eine große Anzahl von Auflagen informiert wurde, die er zu befolgen habe, sollte er weiterhin außerhalb des Gefängnisses leben wollen. Obwohl er aus gesundheitlichen Gründen im Dezember des Jahres 2004 aus der Haft entlassen worden war, lägen die Haftgründe weiterhin vor, weshalb Castillo auf Geheiß der kubanischen Behörden jederzeit dazu gezwungen werden könne, den Rest seiner 18jährigen Haftstrafe zu verbüßen.

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Doğan Akhanlı – Türkei

Dogan Akhanli wurde 1957 in der Türkei geboren. Nach dem Militärputsch am 12. September 1980 musste er in den Untergrund gehen, da er als Student Mitglied der maoistischen Gruppe TDKP war. 1984 wurde er in Izmir verhaftet und saß anschließend drei Jahre in Istanbul im Gefängnis, wo er mehrmals gefoltert wurde. 1988 kam er vorübergehend frei und ging wieder in den Untergrund. Drei Jahre später floh er nach Deutschland, wo er als politischer Flüchtling anerkannt wurde. Seit 2001 ist er deutscher Staatsbürger, nachdem die Türkei ihn 1998 zwangsausgebürgert hatte.

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