DW-Beitrag über unsere Stipendiatin Victoria Feshchuk (Übersetzung)

(Dieser Text wurde mithilfe des Deepl-Übersetzers vom Ukrainischen ins Deutsche übersetzt. Der ursprüngliche Artikel ist hier nachzulesen: https://www.dw.com/uk/ukrainska-poetka-pyshe-virshi-na-dveriakh-kvartyry-v-kasseli/a-62780259)

EIN FENSTER NACH DEUTSCHLAND

Ukrainische Dichterin schreibt Gedichte auf Wohnungstüren in Kassel

In Deutschland wurde ein neues Programm zur Unterstützung von Schriftsteller*innen, Journalist*innen und Künstler*innen ins Leben gerufen, die ihr Heimatland verlassen mussten. Die erste Stipendiatin ist eine ukrainische Dichterin.

Als Reaktion auf die zunehmende Verfolgung von Aktivist*innen, Künstler*innen, Schriftsteller*innen und Journalist*innen in der ganzen Welt im und im Besonderen mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine wurde in Hessen ein neues Programm zur Förderung von Künstler*innen aus Ländern, in denen die Meinungs- und Schaffensfreiheit bedroht wird, ins Leben gerufen: „Hafen der Zuflucht Hessen“. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Verein „Gefangenes Wort“, des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und der Stiftung Brückner-Kühner, die Schriftsteller*innen im In- und Ausland unterstützt. Das erste Stipendium ging an die ukrainische Dichterin und Übersetzerin Victoria Feshchuk aus Kiew, die damit bis Ende des Jahres in Kassel leben und arbeiten kann.

Ukrainische Stipendiatin von hessischer Ministerin begrüßt

Die hessische Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn traf während ihrer Sommerreise die junge ukrainische Schriftstellerin in den Räumen der Brückner-Kühner-Stiftung. „Ich danke dem Verein Gefangenes Wort und der Brückner-Kühner Stiftung, dass sie dieses Stipendium so schnell organisiert haben und wir Victoria Feshchuk in unserem Bundesland Hessen willkommen heißen“, sagte die Ministerin bei ihrem Besuch. „Mit diesem Programm unterstützen wir Künstler, Journalisten und Autoren, die Bedrohungen ausgesetzt sind, und geben ihnen die Möglichkeit, ihre Arbeit fortzusetzen.“

Putins Krieg gegen die Ukraine, die gewaltsame Unterdrückung Andersdenkender in Russland und Weißrussland, die Situation in Hongkong und die Machtübernahme durch die Taliban in Afghanistan sind allesamt große Bedrohungen für die Freiheit der Meinungsäußerung, der Kunst- und der Wissenschaftsfreiheit. „Mit dem neuen Programm will das Land Hessen dazu beitragen, demokratische Werte zu erhalten und zu schützen“, so Angela Dorn.

Ukrainerin erhält erstes Stipendium im Rahmen des neuen Programms

Victoria Feshchuk wurde 1996 in der Region Rivne geboren und arbeitet als Journalistin, Übersetzerin und Theaterautorin. Sie hat mehrere ukrainische Preise erhalten und ist Autorin von Büchern und Übersetzungen russischer, polnischer und englischer Texte. Das Stipendium unterstützt Künstler*innen aus verschiedenen Ländern beim Aufbau kreativer Kontakte und der Zusammenarbeit mit Kollegen in Deutschland sowie bei der Organisation ihrer öffentlichen Auftritte. Die Stipendiat*innen bekommen auch die Möglichkeit, an Veranstaltungen auf der Frankfurter Buchmesse teilzunehmen.

„Das Landesprogramm Hafen der Zuflucht Hessen wurde im April 2022 gestartet. Der Verein unterstützt seit 2018 Schriftsteller und Journalisten, die in ihrem Heimatland interviewt werden“, sagt Projektleiterin Susann Franke der DW.

Laut Franke wird im Herbst dieses Jahres eine weitere Person in das Programm aufgenommen werden. Es ist nicht genau bekannt, um welches Land es sich handelt.

Die Geschichten an den Wohnungstüren

Der Verein „Gefangenes Wort“ unterstützt seit mehreren Jahren unterdrückte Schriftsteller*innen und Journalist*innen in ihrer Heimat mit Spenden für Material und Ausrüstung oder Anwälte, die sich für ihre Rechte einsetzen.

Das Projekt finanzierte die Unterkunft und das Arbeitsstipendium für die ukrainische Staatsbürgerin Victoria Feshchuk in Kassel. Victoria ist nun dabei, sich einzugewöhnen: Die Tür ihres Zimmers, auf der sie den Text ihrer neuen Werke markiert, ist zu einem Symbol ihrer Arbeit geworden. DW hat sich mit der jungen Dichterin in Verbindung gesetzt und sie gebeten, uns von sich und ihrem neuen Leben in Deutschland zu erzählen.

„Ich kam am 19. Juli dieses Jahres auf Anfrage der Brückner-Kühner-Stiftung aus Kiew nach Kassel. Ich bekam ein Zimmer hier im Dichterhaus, und seitdem lebe und arbeite ich dort. Ich freue mich, hier zu sein. Vom ersten Tag des Kriegsausbruchs an, am 24. Februar dieses Jahres, begann ich, ein Gedicht zu schreiben und jeden Tag drei Zeilen hinzuzufügen. Das Gedicht wird so lang sein, wie der Krieg dauert. Es gibt jetzt 168 Stücke Text, jeweils drei Reihen. Es wurde begonnen, es ins Deutsche zu übersetzen“, sagt die 26-jährige Dichterin.

In Kiew studierte Feshchuk ukrainische Philologie und arbeitete für ein Onlineportal über ukrainische Kultur und den Buchverlag Chitomo. Ihre Werke sind in Anthologien erschienen und sie wurde mit mehreren Preisen für junge Schriftsteller und Dichter ausgezeichnet. Ihr künstlerischer Weg hat gerade erst begonnen. Doch der Krieg hat alles verändert und sie um klare Pläne und Perspektiven gebracht. „Sie wissen nicht genug über die ukrainische Kultur und Literatur in Deutschland, und es ist wichtig für mich, so viel wie möglich darüber zu erzählen“, sagt Feshchuk.

Ihre Familie und engen Verwandten leben noch in der Region Rivne, wo sie geboren wurde und aufgewachsen ist. Sie rufen jeden Tag an. „Es ist schwierig, unter ständiger Angst und weit weg voneinander zu leben, vor allem, wenn in der Heimat Krieg herrscht“, sagt Feshchuk.

„Ich hoffe, Ende des Jahres nach Kiew zurückzukehren und meine Arbeit in meiner Heimatstadt fortzusetzen. Im kulturellen Raum der Ukraine gibt es viel Arbeit, viel Geschichte, die es der Welt zu vermitteln gilt“, fügt sie hinzu.