Liu Xiaobo – China

Autor-Patenschaft 2008

Liu Xiaobo ist Literaturkritiker, Schriftsteller und politischer Aktivist aus Peking, der sich derzeit in Haft befindet. Von 2003 bis 2007 war er Präsident des PEN China und hat auch heute einen Sitz im Vorstand inne. Er arbeitete als Dozent an der Pädagogischen Universität Peking und hat außerdem als Gastdozent außerhalb Chinas gelehrt, so zum Beispiel an den Universitäten Oslo und Hawaii sowie der Columbia University in New York City.

Liu Xiaobo musste von 1969 bis 1973 mit seinen Eltern in der Volkskommune Dashizhai in der Inneren Mongolei leben. Sein 1977 begonnenes Studium der Literatur an der Jilin-Universität schloss er 1982 mit einem Bachelor ab und wechselte an die Pädagogische Universität Peking. Dort war er von 1986 bis 1988 Doktorand und schloss sein Studium mit einer literaturwissenschaftlichen Promotion ab.

Im Dezember 2008 unterstützte er mit 302 anderen Intellektuellen das im Internet veröffentlichte Bürgerrechtsmanifest Charta 08 zum Internationalen Tag der Menschenrechte und wurde daraufhin wegen „Untergrabung der Staatsgewalt“ am 09.11.2008 festgenommen. Im Juni 2009 wurde offiziell Anklage gegen ihn erhoben. Bei der Charta 08 handelt es sich um eine Forderungsschrift nach politischen Reformen, der Verbesserung der Menschenrechte und das Ende der Ein-Parteien-Regierung in China. Auch schon früher musste er mehrere Jahre In Haft verbringen, da er sich beispielsweise 1989 an den Pekinger Studentenprotesten beteiligte, die am 6. Juni gewaltsam beendet wurden; er saß von 1989 bis 1991 in Haft. In der Zeit von 1991 bis 1995 lebte er in Peking, schrieb Artikel und beteiligte sich an der Demokratiebewegung. Nach einer sechsmonatigen Haft 1995 wurde er 1996 bis 1999 zur „Umerziehung durch Arbeit“ herangezogen. Seit seiner Entlassung im September 1999 lebte er als freier Schriftsteller in Peking. Im November 2003 wurde er zum Präsidenten des chinesischen PEN-Club gewählt.

Am 8.Dezember 2010 wurde Liu Xiaobo der Friedensnobelpreis verliehen. Die Entscheidung des Nobelpreiskomitees in Oslo wird von Chinas Regierung als schwerwiegende Beleidigung angesehen und China drohte Norwegen eine Verschlechterung der Beziehung zwischen den beiden Ländern an.

Das Nobelpreiskomitee unter dem Komiteechef Thorbjørn Jagland sieht Xiaobos Auszeichnung als einen wichtigen Schritt in einem „langen und gewaltlosen Kampf“ für die Menschenrechte in China, einem Land, dass gegen die von ihm selbst unterzeichneten internationalen Abkommen zur Wahrung der Menschenrechte verstößt.