Journalistin Meşale Tolu darf Türkei verlassen

Wie Zeit online berichtet, ist die Ausreisesperre gegen die deutsche Journalistin Meşale Tolu heute überraschend aufgehoben worden. Das Verfahren gegen sie wegen der Mitgliedschaft bei der linksextremen MLK sowie „Terrorpropaganda“ bleibt jedoch bestehen. Ebenfalls fortgesetzt wird das Verfahren gegen ihren Mann Suat Çorlu, der außerdem in der Türkei zurückbleiben muss.

Shawkan seit fünf Jahren im Gefängnis

Heute auf den Tag genau sitzt der ägyptische Fotograf Mahmud Abu Seid, bekannt als Shawkan, seit fünf Jahren ohne Anklage im Gefängnis in Kairo. Weil er über die gewaltsame Auflösung der Protestcamps von Anhängern des gestürzten Präsidenten Mursi berichtete, wurde er inhaftiert. Ein amerikanischer und ein französischer Journalist, die mit ihm verhaftet worden waren, kamen sofort wieder frei. Shawkan hingegen droht die Todesstrafe. 75 Todesurteile sind in dem Massenprozess, in dem auch er angeklagt ist, schon ausgesprochen worden.

Mehr Informationen finden sich bei der Süddeutschen Zeitung. Amnesty International bietet Informationen, was jeder Einzelne tun kann, um zu helfen: Ein Brief an die bei Amnesty genannte Adresse kann helfen. Wer Shawkan unterstützen möchte, findet alles weitere hier.

Oleg Senstov wegen seines Hungerstreiks in Lebensgefahr

Heute ist der 91. Tag des Hungerstreiks des ukrainischen Filmemachers und Autors Oleg Sentsov. Am 14. Mai hatte er diesen begonnen, um auf die Inhaftierung von 65 ukrainischen politischen Gefangenen in Russland hinzuweisen und ihre Entlassung zu fordern. Mittlerweile hat er über 30 kg verloren, leidet unter Herz- und Nierenproblemen. Der Besuch eines zivilen Krankenhauses wird ihm verweigert, obwohl er schon zu schwach zum Aufstehen ist.

Mehr Informationen finden sich bei PEN International.

Bangladeschische Schriftsteller und Aktivist Shahidul Alam verhaftet

Der bangladeschische Schriftsteller, Fotograf und Aktivist Shahidul Alam wurde in der Nacht des 5. August festgenommen. Grund dafür seien ein Radiointerview und Beiträge in sozialen Medien gewesen, in denen er die Regierung kritisiert habe, so Salil Tripathi, Vorsitzende des Writers in Prison Committee von PEN International. Er ist Geschäftsführer der Drik Picture Library, Gründer einer Fotoschule und hat mehrere Bücher veröffentlicht. Mit seinen Arbeiten weist er auf die Marginalisierten in der Gesellschaft Bangladeshs hin.

Mehr Informationen finden sich bei PEN International.

Studio des Künstlers Ai Weiwei ohne Vorwarnung abgerissen

Laut der BBC wurde das Studio des Künstlers Ai Weiwei in Beijing ohne Vorwarnung abgerissen. Das war aber nicht der erste Vorfall dieser Art: Auch schon 2011 wurde ein Studio Weiweis in Shanghai unvermittelt zerstört. Als einer der berühmtesten Lyriker Chinas gestaltete er für die Olympischen Spiele 2008 das Stadion in Beijing. Danach nahm jedoch seine Kritik an der chinesischen Regierung immer mehr zu. Seit 2015 lebt der mittlerweile 60-Jährige nun in Deutschland.

Verurteilung Galal El-Behairys wegen eines nicht veröffentlichten Gedichtbandes

Galal El-Behairy ist ägyptischer Lyriker und Aktivist. Aufgrund eines Liedtextes wurde er verhaftet, geschlagen und gefoltert. Nun wurde er wegen eines noch nicht veröffentlichten(!) Gedichtbandes mit dem Titel „The Finest Women on Earth“ zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 10.000 ägyptischen Pfund verurteilt. Mehr zu erfahren gibt es beim amerikanischen PEN.

Ein Gedicht Galal El-Behairys aus dem Tora Gefängnis in Kairo ist in englischer Übersetzung hier zu lesen.

Juli-Ausgabe der monatlichen Kolumne erschienen

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In der Juli-Ausgabe unserer monatlichen Kolumne macht Alex Günter auf das Schicksal der beiden russischen Investigativjournalistinnen Jelena Walerjewna Milaschina und Irina Gordienko aufmerksam. Durch ihre Berichte über die Situation Homosexueller in ihrem Heimatland sind sie ständiger Bedrohung und Gewalt ausgesetzt.

Den Artikel können Sie in voller Länge hier nachlesen.

Freispruch für Deniz Yücel abgelehnt

Der zuständige Richter hat den Antrag auf Freispruch, den Yücels Anwalt Veysel Ok gestellt hatte, abgelehnt und dabei unter anderem auf die “Schwere der Anklage verwiesen”. Yücel nimmt an dem Prozess nicht teil, da er nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft ausgereist war. Weitere Informationen zum Prozess gegen ihn finden Sie hier.

Prozess gegen Deniz Yücel findet morgen statt

Laut Reporter ohne Grenzen findet morgen der Prozess gegen den deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel statt. Der Prozess wird in der Türkei vollzogen. Vorgeworfen werden dem Journalisten “Aufstachelung zu Hass und Feindseligkeit” und “Propaganda für eine Terrororganisation”. Yücel befand sich bis zum Februar 2018 für ein Jahr in der Türkei in Haft und wurde. Mehr Informationen und eine Aktion von RoG findet ihr hier

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Hossam Mahmoud freigelassen

Nach “Reporter ohne Grenzen” soll Hossam Mahmoud freigelassen worden sein. Der syrische Bürgerjournalist wurde vor sechs Monaten vom radikal-islamistischen Bündnis Haiʾat Tahrir asch-Scham gefangen genommen. Sein Kollege Amjad al Maleh soll sich weiterhin in Gefangenschaft befinden. Beide Journalisten wurden teils gewaltsamen Verhören unterzogen. 

Der Bericht von “Reporter ohne Grenzen” findet sich hier.

Crowdfunding-Kampagne zu “Eine Hand voller Sterne” verlängert

STERNE-STARS_Header_StartnextDie Laufzeit der Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung des Filmprojekts “Eine Hand voller Sterne” wurde bis zum 24. Juni 2018 verlängert. Gefangenes Wort unterstützt das Projekt der Verfilmung von Rafik Schamis eindrucksvollem Roman und ruft zur Spende dafür auf. Hier kann man sich über das Projekt informieren und bei Interesse auch gleich spenden.

Verleugnung des Tian’anmen-Massaker am Jahrestag

Mehrere Journalisten in China wurden im Rahmen des 29. Jahrestags des Tian’anmen-Massaker unter Polizeiaufsicht gestellt. Das berichtet Reporter ohne Grenzen online.

1989 wurden bei einem friedlichen Protest über 1000 demonstrierende getötet. Die Volksrepublik China leugnet diese Tat bis heute.

Der ursprüngliche Artikel ist hier zu finden.

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Crowdfunding für den Film “Eine Hand voller Sterne”

852BWUmd_ID6 Marco und Michael STERNE-STARS_Header_StartnextDer Inhalt von Rafik Schamis Roman „Eine Hand voller Sterne“ ist aktueller denn je. Er erzählt die Geschichte des Bäckerjungen Sami, der Ende der 60er Jahre in den engen Altstadtgassen von Damaskus aufwächst. Samis großer Wunsch ist es, Schriftsteller zu werden – in einem Land, dessen totalitäres Regime jeden Ansatz von freier Meinungsäußerung mit Gefängnis und Folter beantwortet.
Als sein Vater ohne Grund vom Regime verhaftet und gefoltert wird, erkennt Sami, dass er sein Schreibtalent für etwas Wichtigeres einsetzen muss: Mit seinen Freunden Mahmud und Habib veröffentlicht er eine Untergrundzeitung, die Sockenzeitung – und bringt schnell die Geheimpolizei gegen sich auf.
Der Roman „Eine Hand voller Sterne“ wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, ist in rund 20 Sprachen übersetzt und wird in knapp 40 Ländern verkauft. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist er zudem Schulliteratur. Der Regisseur und Drehbuchautor Michael Schäfer sowie der Produzent Marco Gilles und ihr Team stellen sich nun der Aufgabe den Roman zu verfilmen. Bei der internationalen Koproduktion geht es nicht nur um einen Kinofilm, sondern um ein Projekt von gesellschaftlicher und politischer Strahlkraft. Themen wie Presse- und Meinungsfreiheit, die Rolle der Frau, das Zusammenleben der Religionen und gesellschaftliche wie politische Missstände werden in
der Geschichte auf poetische und universelle Art und Weise erzählt.

Wir von Gefangenes Wort e.V. unterstützen dieses schöne und wichtige Filmprojekt, welches das Thema Meinungs- und Pressefreiheit für eine breite Zielgruppe zugänglich machen kann und sind gespannt auf die Umsetzung!

Zum weltweiten Tag der Pressefreiheit starteten Michael Schäfer, Marco Gilles und ihr Team am 3.Mai 2018 eine Crowdfunding Kampagne zur Teilfinanzierung der Verfilmung. Unterstützen und Teil des Projektes werden könnt ihr noch bis zum 10. Juni 2018 hier.