Facebook reagiert auf Posts seitens Militäroffiziere aus Myanmar

Facebook will die Konten von Militäroffizieren in Myanmar schließen, nachdem diese sich für die ethnische Säuberung von Rohingya-Muslime ausgesprochen haben. Bereits seit einem Jahr sind die Konten der Offiziere mit Aufrufen zu feindseligem Verhalten gegenüber Rohingya-Muslime aufgefallen und gemeldet worden, Facebook hat erst jetzt reagiert. Das soziale Netzwerk ist die wesentliche Nachrichtenquelle vor Ort. Genaueres lässt sich hier lesen. 

Pride-Zifferblatt von Apples Smartwatch in russischer Spracheinstellung nicht verfügbar

Das regenbogenfarbene Pride-Ziffernblatt von Apples Smartwatch ist nicht in russischer Sprache erhältlich. Diese grafische Variante der Selbstzensur von Seiten Apple lässt sich als Reaktion auf die schwierige gesetzliche Lage gegenüber Homosexuelle in Russland betrachten. Der Chef des Unternehmens, Tim Cook, hat sich selbst vor vier Jahren öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt. Der Artikel lässt sich hier einsehen.

Zeitung und Fernsehsender in Gabun verboten

Im zentralafrikanischen Gabun haben die Behörden die Pressefreiheit weiter eingeschränkt, wie Reporter ohne Grenzen berichtet: Für ein Jahr wurde dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender France 2 das Senden verboten. Und auch die Zeitung Echo du Nord wurde für einen Monat verboten. Beide hatten kritisch über den Präsidenten Ali Bongo und seine Verbündete berichtet. Anlass für den Verbot des Senders war eine Dokumentation über die Bongo-Familie, die laut Behörden die „öffentliche Ordnung“ stören könnte.

James Akena und weitere Journalisten in Uganda misshandelt

Einige Journalisten waren im ugandischen Kampala am 20. August anwesend, um über die dortigen Proteste zur Freilassung des Parlamentsabgeordneten Robert Kyagulanyi zu berichten. Unter ihnen war der Fotojournalist James Akena, der Fotograf Alfred Ochwo und zwei NTV-Journalisten Ronald Galiwango und Juma Kirya. Sie alle wurden von Soldaten verprügelt und gezwungen, den Inhalt ihrer Kameras und Smartphones zu löschen, wie Reporter ohne Grenzen berichtet.

Journalistin Meşale Tolu darf Türkei verlassen

Wie Zeit online berichtet, ist die Ausreisesperre gegen die deutsche Journalistin Meşale Tolu heute überraschend aufgehoben worden. Das Verfahren gegen sie wegen der Mitgliedschaft bei der linksextremen MLK sowie „Terrorpropaganda“ bleibt jedoch bestehen. Ebenfalls fortgesetzt wird das Verfahren gegen ihren Mann Suat Çorlu, der außerdem in der Türkei zurückbleiben muss.

Shawkan seit fünf Jahren im Gefängnis

Heute auf den Tag genau sitzt der ägyptische Fotograf Mahmud Abu Seid, bekannt als Shawkan, seit fünf Jahren ohne Anklage im Gefängnis in Kairo. Weil er über die gewaltsame Auflösung der Protestcamps von Anhängern des gestürzten Präsidenten Mursi berichtete, wurde er inhaftiert. Ein amerikanischer und ein französischer Journalist, die mit ihm verhaftet worden waren, kamen sofort wieder frei. Shawkan hingegen droht die Todesstrafe. 75 Todesurteile sind in dem Massenprozess, in dem auch er angeklagt ist, schon ausgesprochen worden.

Mehr Informationen finden sich bei der Süddeutschen Zeitung. Amnesty International bietet Informationen, was jeder Einzelne tun kann, um zu helfen: Ein Brief an die bei Amnesty genannte Adresse kann helfen. Wer Shawkan unterstützen möchte, findet alles weitere hier.

Oleg Senstov wegen seines Hungerstreiks in Lebensgefahr

Heute ist der 91. Tag des Hungerstreiks des ukrainischen Filmemachers und Autors Oleg Sentsov. Am 14. Mai hatte er diesen begonnen, um auf die Inhaftierung von 65 ukrainischen politischen Gefangenen in Russland hinzuweisen und ihre Entlassung zu fordern. Mittlerweile hat er über 30 kg verloren, leidet unter Herz- und Nierenproblemen. Der Besuch eines zivilen Krankenhauses wird ihm verweigert, obwohl er schon zu schwach zum Aufstehen ist.

Mehr Informationen finden sich bei PEN International.

Bangladeschische Schriftsteller und Aktivist Shahidul Alam verhaftet

Der bangladeschische Schriftsteller, Fotograf und Aktivist Shahidul Alam wurde in der Nacht des 5. August festgenommen. Grund dafür seien ein Radiointerview und Beiträge in sozialen Medien gewesen, in denen er die Regierung kritisiert habe, so Salil Tripathi, Vorsitzende des Writers in Prison Committee von PEN International. Er ist Geschäftsführer der Drik Picture Library, Gründer einer Fotoschule und hat mehrere Bücher veröffentlicht. Mit seinen Arbeiten weist er auf die Marginalisierten in der Gesellschaft Bangladeshs hin.

Mehr Informationen finden sich bei PEN International.

Studio des Künstlers Ai Weiwei ohne Vorwarnung abgerissen

Laut der BBC wurde das Studio des Künstlers Ai Weiwei in Beijing ohne Vorwarnung abgerissen. Das war aber nicht der erste Vorfall dieser Art: Auch schon 2011 wurde ein Studio Weiweis in Shanghai unvermittelt zerstört. Als einer der berühmtesten Lyriker Chinas gestaltete er für die Olympischen Spiele 2008 das Stadion in Beijing. Danach nahm jedoch seine Kritik an der chinesischen Regierung immer mehr zu. Seit 2015 lebt der mittlerweile 60-Jährige nun in Deutschland.

Verurteilung Galal El-Behairys wegen eines nicht veröffentlichten Gedichtbandes

Galal El-Behairy ist ägyptischer Lyriker und Aktivist. Aufgrund eines Liedtextes wurde er verhaftet, geschlagen und gefoltert. Nun wurde er wegen eines noch nicht veröffentlichten(!) Gedichtbandes mit dem Titel „The Finest Women on Earth“ zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 10.000 ägyptischen Pfund verurteilt. Mehr zu erfahren gibt es beim amerikanischen PEN.

Ein Gedicht Galal El-Behairys aus dem Tora Gefängnis in Kairo ist in englischer Übersetzung hier zu lesen.

Juli-Ausgabe der monatlichen Kolumne erschienen

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In der Juli-Ausgabe unserer monatlichen Kolumne macht Alex Günter auf das Schicksal der beiden russischen Investigativjournalistinnen Jelena Walerjewna Milaschina und Irina Gordienko aufmerksam. Durch ihre Berichte über die Situation Homosexueller in ihrem Heimatland sind sie ständiger Bedrohung und Gewalt ausgesetzt.

Den Artikel können Sie in voller Länge hier nachlesen.

Freispruch für Deniz Yücel abgelehnt

Der zuständige Richter hat den Antrag auf Freispruch, den Yücels Anwalt Veysel Ok gestellt hatte, abgelehnt und dabei unter anderem auf die “Schwere der Anklage verwiesen”. Yücel nimmt an dem Prozess nicht teil, da er nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft ausgereist war. Weitere Informationen zum Prozess gegen ihn finden Sie hier.

Prozess gegen Deniz Yücel findet morgen statt

Laut Reporter ohne Grenzen findet morgen der Prozess gegen den deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel statt. Der Prozess wird in der Türkei vollzogen. Vorgeworfen werden dem Journalisten “Aufstachelung zu Hass und Feindseligkeit” und “Propaganda für eine Terrororganisation”. Yücel befand sich bis zum Februar 2018 für ein Jahr in der Türkei in Haft und wurde. Mehr Informationen und eine Aktion von RoG findet ihr hier

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Hossam Mahmoud freigelassen

Nach “Reporter ohne Grenzen” soll Hossam Mahmoud freigelassen worden sein. Der syrische Bürgerjournalist wurde vor sechs Monaten vom radikal-islamistischen Bündnis Haiʾat Tahrir asch-Scham gefangen genommen. Sein Kollege Amjad al Maleh soll sich weiterhin in Gefangenschaft befinden. Beide Journalisten wurden teils gewaltsamen Verhören unterzogen. 

Der Bericht von “Reporter ohne Grenzen” findet sich hier.