Erinnerung an Shawkan und die ägyptische Todesfolter

EGYPT-TRIAL-MEDIA-SHAWKAN

Seit vier Jahren sitzt Mahmud Abu Zeid – genannt Shawkan – nun in Ägypten im Gefängnis. Vor Kurzem wurde er dreißig Jahre alt, sein Gesundheitszustand verschlechtert sich zunehmend. Nach Anämie und Hepatitis C saß er bei den letzten Besuchen seiner Familie bereits häufig im Rollstuhl. Der Antrag auf eine Freilassung aus gesundheitlichen Gründen wurde von der Regierung abgelehnt – Shawkan sei gesund, so die Aussage.

Während das Sisi Regime für Deutschland einer der führenden Waffenkunden ist, warten jene Ägypter, die sich in ihrem Land für Meinungs- und Versammlungsfreiheit einsetzen und infolgedessen im Gefängnis sitzen, zumeist umsonst auf Unterstützung.

Shawkans Bruder unterhält die facebook Seite “Freedom for Shawkan”, um an das Schicksal seines Bruders zu erinnern. Der gesamte Artikel über die aktuelle Situation Shawkans und die Lage in Ägypten findet sich hier.

Bücherflohmarkt 2016: Bilanz

Und schon ist er wieder vorbei. Der diesjährige Bücherflohmarkt von Gefangenes Wort ist vorüber und wieder haben viele Bücher einen neuen Besitzer gefunden. Um genau zu sein waren es dieses Jahr 1434 Bücher, mit deren Verkauf 2212,35 Euro erlöst wurden.
Ein herzliches Dankeschön geht an alle Spender, Käufer und Helfer! Nun hoffen wir, dass unsere Petition für den ägyptischen Fotojournalisten Shawkan etwas bewirken kann. Wer nicht zum Unterschreiben gekommen ist, kann das auf diesem Wege gerne tun:

https://www.reporter-ohne-grenzen.de/mitmachen/shawkan/

 

Bücherflohmarkt 2016: Bilanz des 1. Tages

Der erste BücherflohBücherflohmarkt 2016markttag ist vorbei und wir sagen DANKE:

- für viele, viele Unterschriften auf der Petition für den inhaftierten ägyptischen Fotojournalisten Shawkan
- für 803 verkaufte Bücher

Und natürlich besonders an alle Helfer, die heute stundenlang auf den Beinen waren!

Morgen sind wir von 9-16 Uhr nochmal im Phil 1, also kommt zahlreich vorbei!!

Ägyptischer Fotograf Mahmud Abu Seid sitzt seit über drei Jahren im Gefängnis

Verhaftet. Der Fotograf Shawkan im Mai 2015 in Kairo - dpa

Verhaftet. Der Fotograf Shawkan im Mai 2015 in Kairo. Foto: dpa

Die Bilder des ägyptischen Fotografen Mahmud Abu Seid, genannt Shawkan, erzählen vom Wunsch der Ägypter nach Freiheit und Frieden in ihrem Land, zeigen aber auch politische Demonstrationen für soziale Gerechtigkeit und gegen Hunger. Leslie Kuhlmann schildert in der Oktober-Kolumne anschaulich, welche Wirkmacht Shawkans Bilder entfalten und welche Konsequenzen er dafür erdulden muss.

“Große Geschichten verstecken sich vermutlich in dieser Spiegelwelt”

“Ihre Zunge ist so scharf wie die Messer eines Metzgers und gnadenlos. Ihre liebste Beschäftigung besteht darin, sich über das Leben der anderen genau zu informieren und darüber zu plaudern (…).” geb_SU

Wie eine der Figuren Abbas Khiders in seinem Roman “Brief in die Auberginenrepublik” (Nautilus Verlag 2013) kann auch das Buch als solches beschrieben werden. Scharf wie ein Messer, gnadenlos und genau. Der zunächst plauderhafte und für den Leser angenehm nachvollziehbare Tonfall täuscht nicht über die Schwermütigkeit und thematische Tiefe des Romans hinweg. Abbas Khider schickt seinen Leser mit einem von Salim Al-Kateb an seine Freundin Samia verfassten Brief auf eine Odyssee quer durch die arabische Welt. Salim, der aufgrund angeblich “illegalen Buchbesitzes” verhaftet und gefoltert geworden, letztlich jedoch im Exil untergetaucht ist, macht ein Netzwerk von illegalen Briefboten ausfindig und vertraut ihnen eine Nachricht an seine Geliebte an. Der Brief begibt sich mitsamt dem Leser auf eine schier unendliche Reise vorbei an der Zensur quer durch Arabien. Immer begleitet von Menschen verschiedenster kultureller, religiöser und moralischer Hintergründe, werden dem Leser auf seiner Briefreise unterschiedlichste Schicksale und Lebensumstände eröffnet.

Abbas Khider vermag es durch eine ständig wechselnde Perspektive der Ich-Erzähler ebenso wie durch seine schonungslosen und emotional anrührenden Schicksalsbeschreibungen, den Leser tief mit in die Zustände und Ereignisse der arabischen Länder Ende der Neunzigerjahre zu nehmen. So lernen wir neben Salim, dem ehemaligen Literaturstudenten (und Absender des Briefes) auch Walid, den – nach kurzer Haft – in Folge einer “Lungenentzündung” verstorbenen Autor und dessen Freund Majed kennen. Ebenso begegnen wir aber auch dem Polizisten Kamal und Oberst Ahmed, die der Reise des Briefes wie auch dem Verlauf der Geschichte eine neue Wendung geben. Ob der Brief seine Empfängerin Samia jemals erreichen wird? Nur soviel sei verraten: So unbeschwert die Reise zunächst beginnen mag, so dramatisch ist auch ihr Wendepunkt…

Abbas Khider, welcher 1996 nach einer zweijährigen Gefängnisstrafe selbst aus dem Irak floh und seit dem Jahr 2000 in Deutschland lebt, schreibt mit “Brief in die Auberginenrepublik” ein bewegendes und informierendes Buch, das seinem Leser orientalische Hitze- wie politische Kälteschauer gleichermaßen über den Rücken jagt und bis zur letzten Seite nicht loslässt.

(Seit Neuestem als Taschenbuch erhältlich im btb Verlag)

Aus friedlicher Hilfe werden zwei Jahre Haft

omar-hazeqIn unserer aktuellen Kolumne im Gießener Anzeiger berichtet Sergej Gil über den ägyptischen Dichter und Schriftsteller Omaz Hazek. Omar Hazek hat im Dezember 2013 an einer Demonstration aus Solidarität zu dem 2010 verstorbenen Blogger Khalid Said teilgenommen. Weil er einem anderen Demonstranten helfen wollte, wurde er von der Polizei aufgegriffen. Kurz darauf verurteilte man ihn zu 2 Jahren Haft wegen der Teilnahme an einer illegalen Demonstration. 

Den vollständigen Artikel gibt es auf der Website des Gießener Anzeigers. Weiterführende Informationen finden Sie außerdem auf der Homepage des internationalen PEN.

Peter Greste ist frei!

Wir freuen uns, dgihoch_0410_peter-greste.jpgass der in Ägypten inhaftierte Journalist Peter Greste heute nach 400 Tagen Haft freigelassen wurde! Wie in unserer monatlichen Kolumne dargelegt, wurde er zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil er über die Demonstrationen in Ägypten berichtet hatte. Seine Kollegen, die mit ihm verhaftet wurden, befinden sich jedoch weiterhin in Haft.

Weitere Infos finden Sie hier.

Schuldspruch fühlte sich an wie Schlag ins Gesicht

gihoch_0410_peter-greste.jpgIn diesem Monat berichtet Lisa Weise in unserer Kolumne im Gießener Anzeiger über den australischen Journalisten Peter Greste, der zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, weil er für den Sender Al-Jazeera über die Demonstrationen in Ägypten berichten wollte.

Der 49-Jährige arbeitete schon für die BBC in Afghanistan, Mexiko und Argentinien und war als freiberuflicher Journalist in verschiedenen Ländern Afrikas tätig. Während seines Aufenthaltes in Ägypten Ende Dezember 2013 drangen zivile Fahnder des Innenministeriums in sein Hotelzimmer ein und sperrten ihn und seine Kollegen in winzige Gefängniszellen. Die Regierung beschuldigte sie, mit gezielt falscher Berichterstattung das Ansehen des Staates gefährdet und eine terroristische Organisation unterstützt zu haben. Am 23. Juni 2014 wurden Greste und sein kanadisch-ägyptischer Kollege Mohamed Adel Fahm zu sieben Jahren Haft verurteilt, ein weiterer Mitarbeiter zu zehn Jahren Haft.

Den vollständigen Artikel gibt es auf der Website des Gießener Anzeigers oder hier als pdf-Datei.