Äthiopische Journalistin Reeyot Alemu ist frei

Wir freuen uns sehr über die Nachricht, dass die äthiopische Journalistin Reeyot Alemu aus der Haft entlassen wurde. Die Umstände ihrer Inhaftierung am 21. Juli 2011 liegen weitgehend im Dunkeln. Die Journalistin hatte sich einige Tage zuvor in einer Zeitungskolumne kritisch gegenüber der Äthiopischen Regierungspartei EPRDF und dem Mittlerweile verstorbenen Premierminister Meles Zenawi geäußert. Auch wenn die offizielle Anklage und die Verurteilung auf Grundlage äthiopischer Anti-Terror-Gesetze erfolgte, wurde sie vermutlich wegen ihrer Berichterstattung verhaftet. In einem ersten Verfahren im Januar 2012 wurde Reeyot Alemu zu einer Strafe von 14 Jahren Gefängnis verurteilt, welche ein Berufungsgericht ein halbes Jahr später auf fünf Jahre reduzierte, wobei es jedoch an dem Vorwurf festhielt, Alemu habe sich an den Vorbereitungen zu einem terroristischen Akt beteiligt. Die Haftbedingungen im Kality-Gefängnis waren katastrophal, bereits während des Verfahrens erhielt sie nicht die Möglichkeit, Besuch von Verwandten oder ihrem Anwalt zu empfangen. Während der Haft verschlechterte sich ihr Zustand rapide: Im April 2012 musste ihr ein Tumor entfernt werden, nach der Operation schickte man sie kurze Zeit später, ohne ausreichende Folgeversorgung, zurück in die Haftanstalt.
Gefangenes Wort unterstütze Reeyot Alemu vergangenes Jahr im Rahmen einer großen Postkartenaktion – man konnte ein Foto machen und es mit Grüßen versehen an die Journalistin ins Gefängnis schicken und einer Petition. Zudem kam ihr die Hälfte des Erlöses des im November veranstalteten Bücherflohmarktes, an dem über 2160 Bücher verkauft wurden, zugute.

Ihre Schwester hat hier einige Bilder vom Wiedersehen gepostet:

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W.I.E. erzählt Teshome Damtew?

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© Scholz

Am vergangenen Mittwoch fand in Kooperation mit dem Literarischen Zentrum Gießen die bereits dritte Veranstaltung unserer Reihe W.I.E. (Writers in Exile) erzählt..? statt. Zu Gast war dieses Mal der aus Äthiopien stammende Schriftsteller Teshome Damtew, der seinen Roman „Der Graf von Motta“ vorstellte.

Berichtet haben darüber Lea Meister von der Gießener Zeitung (den Artikel finden Sie hier), Stephan Scholz vom Gießener Anzeiger (den Artikel finden Sie hier, oder als PDF), sowie Doris Wirkner von der Gießener allgemeinen Zeitung (den Artikel finden Sie hier als PDF).

W.I.E. (Writers In Exile) erzählt… Teshome Damtew?

Teshome DamtewDer äthiopische Autor Teshome Damtew erzählt vom Leben und Schreiben im Exil und stellt seinen Roman Der Graf von Motta vor. „Du verschwindest – freiwillig oder unfreiwillig!“ Spätestens nach diesem „Ratschlag“ eines Ministeriumsmitarbeiters war Teshome Damtew klar, dass er Äthiopien verlassen würde. Im Jahr 1991, nachdem sein Roman Der Graf von Motta der staatlichen Zensur zum Opfer gefallen war, suchte er Asyl in Deutschland. Heute lebt er in Lahnau, wo er den Roman, der ihn das Leben hätte kosten können, vor kurzem noch einmal in deutscher Sprache publiziert hat. In dem Werk geht es um Ben, der vom Land in die Stadt zieht, um dort für sich und seine Familie das Glück zu finden. Einen besonderen Reiz macht dabei die einzigartige Weise aus, in der die Schilderung äthiopischer Kultur mit Verweisen auf die europäische Philosophie und Kultur verwoben wird.

5. November – 19.30 Uhr
Eintritt frei
KiZ (Kongresshalle)
Südanlage 3a
35390 Gießen

In Kooperation mit dem Literarischen Zentrum Gießen (LZG)

Auf der Homepage des LZG finden Sie auch eine Rezension zu Damtews Roman

 

Aufruf zur Bücherspende

Gießen, 06. Oktober 2014 – Es ist wieder soweit: Auch in diesem Jahr veranstaltet der Gießener Verein Gefangenes Wort e.V. einen Bücherflohmarkt. Im Vorfeld gibt es an zwei Samstagen, am 18. Oktober und am 01. November jeweils von 10-16 Uhr, die Möglichkeit, im KiZ (Südanlage 3a, 35390 Gießen) gut erhaltene Bücher abzugeben. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre können Bildbände, Zeitschriften und Schulbücher leider nicht angenommen werden. Auch die Abholung von Büchern ist aus personellen Gründen nicht möglich.

Der Erlös des Bücherflohmarkts kommt verfolgten, inhaftierten oder im Exil lebenden Schriftstellern zugute. Dieses Jahr liegt der Fokus auf den Ländern Äthiopien und Kamerun und der Erlös wird dort inhaftierten Autoren gespendet. Der Flohmarkt findet dieses Jahr am Samstag, den 15. November im KiZ und am 18./19. November an der Justus-Liebig-Universität (Philosophikum I, Otto-Behaghel-Str. 10A, 35394 Gießen) jeweils von 9-16 Uhr statt.

 

Fotoaktion für die inhaftierte äthiopische Autorin Reeyot Alemu

Galerie

Diese Galerie enthält 15 Fotos.

Impressionen unserer Fotoaktion für die inhaftierte äthiopische Autorin Reeyot Alemu im Rahmen unserer Ausstellungseröffnung “Von Rebellen und Ketzern, Träumern und Tollköpfen. Zensur und Meinungsfreiheit weltweit“ in der Gießener Universitätsbibliothek. Die Fotos schicken wir Reeyot Alemu ins Gefängnis, um ihr zu … Weiterlesen

Ausstellung „Von Rebellen, Ketzern, Träumern und Tollköpfen. Meinungsfreiheit und Zensur weltweit“

Ausstellung14Ihr habt es nicht geschafft, unsere Ausstellung „Von Rebellen, Ketzern, Träumern und Tollköpfen. Meinungsfreiheit und Zensur weltweit“ in der VHS Landkreis Gießen zu besuchen? Dann habt Ihr vom 16. Oktober bis zum 23. November in der Gießener Universitätsbibliothek die Möglichkeit, dies nachzuholen.

In China wird „Pu der Bär“ zensiert, in Belarus werden Menschen inhaftiert, weil sie klatschen. In Mexiko sterben jedes Jahr Journalisten, weil sie Korruption und Drogenhandel anprangern. Weltweit wird das Recht auf Meinungsfreiheit immer wieder bedroht, eingeschränkt oder radikal unterdrückt. Die Ausstellung zum Thema Meinungsfreiheit und Zensur zeigt anhand historischer und aktueller Beispiele, wie sich das Recht auf freie Meinungsäußerung entwickelt hat und in welchem Verhältnis die jeweiligen Zensurpraktiken dazu stehen. Im Vordergrund stehen hierbei die Länder Deutschland, Ungarn, Russland, die Türkei, China, Äthiopien und Mexiko, die sowohl historisch als auch in Hinsicht auf die aktuelle Lage der Meinungsfreiheit thematisiert werden. Neben den schriftlichen Dokumenten verleihen Bilder, dreidimensionalen Exponate sowie Kunstobjekte des freien Künstlers Pjervoj Ogonjok der Ausstellung Anschaulichkeit.

Die Vernissage findet am Donnerstag, den 16. Oktober 2014, um 18 Uhr in der UB statt, alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Eröffnet wird die Ausstellung von der Gießener Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, dem Bibliotheksdirektor Dr. Peter Reuter und unserem Vereinsmitglied Lars Meuser. Anschließend besteht die Möglichkeit, die Ausstellung bei einem Umtrunk zu erkunden.

Mitglieder des äthiopischen Bloggerkollektivs “Zone 9″ inhaftiert

Free Zone 9 BloggersDie Bloggergruppe “Zone 9″ berichtet über gesellschaftspolitische Themen, um öffentliche Diskussionen in seiner ostafrikanischen Heimat anzustoßen und sich für ein freieres Äthiopien einzusetzen. Neun Unterstützer der Bloggerveinigung wurden im April 2014 inhaftiert, ein Urteil steht noch aus. Im Falle des Vorwurfs terroristischer Aktivitäten drohen den neun Autoren 15 Jahre Haft, im schlimmsten Fall die Todesstrafe. Elena Müller berichtet in der Juli-Kolumne über das Schicksal dieser außergewöhnlichen Gruppe junger Freidenker.
Lesen Sie den gesamten Artikel entweder direkt beim Gießener Anzeiger oder hier als pdf-Datei.

Nachlese zur Ausstellungseröffnung

Werbeplakat-Lich-A4Am vergangenen Samstag wurde im Rahmen einer gut besuchten Vernissage unsere Ausstellung “Von Rebellen, Ketzern, Träumern und Tollköpfen. Meinungsfreiheit und Zensur weltweit” in der VHS Kreis Gießen in Lich eröffnet. Landrätin Anita Schneider sprach zu diesem Anlass ein Grußwort, in dem sie die grundlegende Bedeutung von Meinungs- und Pressefreiheit für freie Gesellschaften herausstellte. Torsten Denker, Programmbereichsleiter der VHS stellte alsdann unsere Vereinsarbeit vor, bevor unser Mitglied Leslie Kuhlmann die Anwesenden inhaltlich in die Ausstellung einführte. Nach einer ersten Erkundung gab es für die Gäste die Möglichkeit, sich bei einer Tasse Kaffee über die gesammelten Eindrücke auszutauschen und sie auf dem Platz der Meinungsfreiheit niederzuschreiben.

Dass sowohl die Vorbereitung unserer Ausstellung so problemlos funktioniert als auch in Form der Vernissage einen passenden Rahmen gefunden hat, liegt ganz wesentlich am besonderen Engagement Torsten Denkers. Ihm möchten wir an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit danken. Ein großes Dankeschön gebührt auch dem Gießener Künstler Pjervoj Ogonjok, der uns verschiedene Exponate zur Verfügung gestellt hat, die der Ausstellung einen besonderen ästhetischen Reiz verleihen.

Die Ausstellung kann noch bis zum einschließlich 25. Juli 2014 zu den Öffnungszeiten der VHS besucht werden. Was die Presse zu Ausstellung und Vernissage denkt, kann hier nachgelesen werden:

Gießener Anzeiger (auch als pdf-Datei)

Gießener Allgemeine (auch als pdf-Datei)

Mittelhessen.de

Sonntag-Morgenmagazin (Ausgabe Gießen Land – Butzbach – Lich – Grünberg)

Vernissage zur Ausstellung “Von Rebellen, Ketzern, Träumern und Tollköpfen. Meinungsfreiheit und Zensur weltweit” morgen in Lich

Werbeplakat-Lich-A4Am morgigen Samstag, den 10.5.2014 wird unsere Ausstellung “Von Rebellen, Ketzern, Träumern und Tollköpfen. Meinungsfreiheit und Zensur weltweit” in den Räumen der VHS Kreis Gießen in Lich eröffnet. Die Vernissage beginnt um 16 Uhr; und auch danach kann man die Ausstellung noch bis einschließlich 27. Juni 2014 besuchen. Weitere Informationen zur Ausstellung können unter http://www.gefangenes-wort.de/?p=1947 abgerufen werden.

Ausstellung: Von Rebellen, Ketzern, Träumern und Tollköpfen. Meinungsfreiheit und Zensur weltweit

Werbeplakat Lich A4

Am 10. Mai um 16 Uhr eröffnet der Gießener Verein „Gefangenes Wort“ seine Ausstellung „Von Rebellen, Ketzern, Träumern und Tollköpfen. Meinungsfreiheit und Zensur weltweit“ in der Volkshochschule – VHS Landkreis Gießen (Lich).
In China wird „Pu der Bär“ zensiert, in Belarus werden Menschen inhaftiert, weil sie klatschen. In Mexiko sterben jedes Jahr Journalisten, weil sie Korruption und Drogenhandel anprangern. Weltweit wird das Recht auf Meinungsfreiheit immer wieder bedroht, eingeschränkt oder radikal unterdrückt. Die Ausstellung zum Thema Meinungsfreiheit und Zensur zeigt anhand historischer und aktueller Beispiele, wie sich das Recht auf freie Meinungsäußerung entwickelt hat und in welchem Verhältnis die jeweiligen Zensurpraktiken dazu stehen. Im Vordergrund stehen hierbei die Länder Deutschland, Ungarn, Russland, die Türkei, China, Äthiopien und Mexiko, die sowohl historisch als auch in Hinsicht auf die aktuelle Lage der Meinungsfreiheit thematisiert werden. Neben den schriftlichen Dokumenten verleihen Bilder, dreidimensionalen Exponate sowie Kunstobjekte des freien Künstlers Pjervoj Ogonjok der Ausstellung Anschaulichkeit.
Die Vernissage wird von der Landrätin Anita Schneider und Vereinsmitgliedern eröffnet. Anschließend besteht die Möglichkeit bei einem Sekt die Ausstellung zu erkunden. Die Ausstellung kann vom 10. Mai bis zum 27. Juni 2014 zu den Öffnungszeiten der VHS Lich besucht werden. Der Eintritt ist frei.
Veranstaltungsdaten:

10. Mai – 16 Uhr
Eintritt frei
Volkshochschule – VHS Landkreis Gießen
Kreuzweg 33
35423 Lich

„Für die Wahrheit einstehen, egal ob es riskant ist oder nicht“

MENSCHENRECHTE Äthiopische Journalistin Reeyot Alemu zu fünf Jahren Haft verurteilt / Gespräche mit Anwalt untersagt

Reeyot Alemu

In der August-Ausgabe unserer monatlichen Kolumne im Gießener Anzeiger  berichtet Lars Meuser über die zu fünf Jahren Haft verurteilte äthiopische Journalistin Reeyot Alemu. Hier geht’s zum Artikel.

„Der mutigste und bewundernswerteste Autor“

Äthiopischer Journalist Eskinder Nega wurde gerade zu 18 Jahren Haft verurteilt – „Für Ende der politischen Unterdrückung und Korruption eingesetzt“

GIESSEN (red). Auf die Bedrohung und Verfolgung von Schriftstellern und Journalisten wollen Studierende der Justus-Liebig-Universität (JLU) aufmerksam machen. Deshalb haben die jungen Leute im Jahr 2008 die Initiative „Gefangenes Wort“ gegründet und zahlreiche Aktionen gestartet. Um noch intensiver auf Einzelschicksale hinzuweisen, kooperiert der Gießener Anzeiger mit der Studierendeninitiative und stellt jeweils am ersten Samstag des Monats einen Fall auf der Hochschulseite vor. Diesmal berichtet Leslie Kuhlmann über den äthiopischen Journalisten Eskinder Nega.