Kamerunischer Lyriker Enoh Meyomesse zu Gast im KiZ

Am Dienstag, den 05.07.2016 las der kamerunische Lyriker, Politiker und Menschenrechtsaktivist Enoh Meyomesse im Kultur im Zentrum. Eingeladen durch das Literarische Zentrum Gießen, las der Autor einiger seiner während und nach der Haft entstandenen Gedichte in französischer Sprache vor. Daniel Schneider verlas die deutsche Fassung, Julia Richter und Madelyn Rittner moderierten in englischer wie deutscher Sprache.img_L2ZtLzgxOS90aHVtYm5haWxzL0NPTl81Mjk0MTk2NjlfNjM0NzNfTS5qcGcuMzAzNjAzODQuanBn_L2ZtLzgxOS90aHVtYm5haWxzL0NPTl81Mjk0MTk2NjlfNjM0NzNfTS5qcGcuMzAzNjAzODYuanBn

 

Enoh Meyomesse, der aufgrund seiner regierungskritischen Texte und Äußerungen sowie seines Einsatzes für die Meinungsfreiheit über drei Jahre in Kamerun im Gefängnis saß, lebt seit Oktober 2015 in Darmstadt als Elsbeth-Wolffheim-Stipendiat im Writers-in-Exile-Programm des deutschen PEN. In seinen gelesenen Gedichten thematisierte er sowohl die Zensur seiner Texte, Isolations- und Dunkelhaft, Schutzgelderpressung und Folter, als auch die Gefühle und Zukunftserwartungen nach dem Ende seiner Haft und auf der Reise ins Exil.

Die facettenreiche Lesung endete mit einer Aufforderung des LZG und des PEN Zentrums Deutschland an das Publikum. Gebeten wurde um das Ausfüllen einer Postkarte an den türkischen Präsidenten, welche die Aufforderung der Freilassung Can Dündars und Erdem Güls enthielt.

Lesen Sie den ganzen Artikel zur Lesung von Enoh Meyomesse als PDF unter dem angezeigten Link oder auf der Seite des Gießener Anzeigers.

Lyriklesung mit dem kamerunischen Autor Enoh Meyomesse

© Jean Joël Oana

© Jean Joël Oan

Dienstag, 5.7. – 19:30 Uhr

KiZ (Kongresshalle)
Südanlage 3a
35390 Gießen

Eintritt frei

Moderation: Julia Richter              (Gefangenes Wort)
Deutscher Leser: Daniel Schneider (Gefangenes Wort)

 

In Kooperation mit dem Literarischen Zentrum Gießen und dem Institut für Germanistik der Uni Gießen. Mit freundlicher Unterstützung des PEN-Zentrums Deutschland.

Der Lyriker, Politiker und Menschenrechtsaktivist Enoh Meyomesse saß aufgrund seiner regierungskritischen Texte und Äußerungen über drei Jahre in Kamerun im Gefängnis. Er sah sich nicht nur mit der Zensur seiner Texte, sondern auch mit Isolations- und Dunkelhaft, Schutzgelderpressung und Folter konfrontiert.

Im April 2015 kam der Lyriker aus der Haft frei. Seit Oktober 2015 lebt er in Darmstadt als Elsbeth-Wolffheim-Stipendiat im Writers-in-Exile-Programm des deutschen PEN. In seinen Lyrikbänden Gedichte eines Häftlings in Kondengui, Blumen der Freiheit und Darmstadt: Eine afrikanische Liebeserklärung leistet Meyomesse Gedächtnisarbeit, die die vielschichtige koloniale Vergangenheit Kameruns zur Sprache bringt. Seine Lyrik ist Aufbegehren gegen erfahrene existentielle Bedrohung und Inhaftierung und sie ist subjektive Neubestimmung unter der gegenwärtigen Exilerfahrung in Deutschland.

Enoh Meyomesses Gedichte werden in französischer und deutscher Sprache gelesen.

Enoh Meyomesses afrikanische Liebeserklärung

Enoh Meyomesse„Ich kehrte zurück zu dir die hände sogleich in ketten oh land meiner geburt das so sehr ich liebe (…) oh MENSCHENRECHTE wo wart ihr als diese leute uns behandelten DERART“ – So schrieb der kamerunische Autor Enoh Meyomesse in seinem Werk “Gedichte eines Häftlings in Kondengui”.

Nun ist – pünktlich zu seiner gestrigen Ankunft in Darmstadt (wir berichteten davon) – sein neues Buch im Metropol Verlag erschienen. “Darmstadt. Eine afrikanische Liebeserklärung” heißt es und enthält eine Sammlung neuer Gedichte des Schriftstellers in deutscher wie französischer Sprache. Wir freuen uns sehr auf die Lektüre und empfehlen jedem Interessierten eine Bestellung beim Metropol Verlag: veitl@metropol-verlag.de

Enoh Meyomesse seit heute in Deutschland

Eine große Freude und Erleichterung ist, dass Enoh Meyomesse nicht nur seit April dieses Jahres frei, sondern auch seit heute in Deutschland ist! Er landete heute Morgen in Frankfurt und konnte schon kurz danach seine neue Wohnung in Darmstadt beziehen, wo der Schiftsteller ab sofort Elsbeth-Wolffheim-Stipendiat ist und durch das Writers-in-Exile-Programm des PEN betreut wird.

Enoh Meyomesse im Arbeitszimmer seiner neuen Wohnung mit Kerstin Martini (PEN Deutschland), Renate Rook (Stadt Darmstadt) und Julia Richter (Gefangenes Wort e.V.)

Enoh Meyomesse im Arbeitszimmer seiner neuen Wohnung mit Kerstin Martini (PEN Deutschland), Renate Rook (Stadt Darmstadt) und Julia Richter (Gefangenes Wort e.V.)

Unter den wenigen Dingen, mit denen er am Flughafen ankam, war auch der Laptop, den Gefangenes Wort Enoh Meyomesse durch Preisgelder und die Unterstützung des PEN senden konnte. Auch durch den Computer, erzählte er uns, habe sich für ihn im Gefängnis Vieles verändert. Er sei ein eines der Zeichen dafür gewesen, dass sein Schicksal in der Welt nicht unbemerkt geblieben ist.

 

Wahlmanipulation und Schikanierung Andersdenkender

KAMERUN Zu sieben Jahren Haft verurteilter Menschenrechtsaktivist Enoh Meyomesse schreibt von Nahrung, Korruption und Schwarzmarkt / Prekäre Bedingungen
Leslie Kuhlmann stellt im Dezember-Artikel das Schicksal des kamerunischen Dichters und Menschenrechtsaktivisten Enoh Meyomesse vor, der sich gegen die Korruption und die Missstände in seinem Heimatland wandte und dafür nun in Haft sitzt. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.
Übrigens: Bei der Veranstaltung “Querleser Spezial” am 12.12.2013 um 19.30 Uhr in der Gießener Stadtbibliothek wird Leslie Kuhlmann den eben erschienen Lyrikband “Gedichte des Häftlings in Kondengui” (Löcker Verlag) von Meyomesse vorstellen. 

Querleser spezial

Am Donnerstag, den 12. Dezember 2013 findet um 19.30 Uhr in der Gießener Stadtbibliothek (Berliner Platz 1) eine Büchervorstellung unter dem Titel “Querleser” statt. Die präsentierten Werke drehen sich im weitesten Sinne um das Thema Migration. Unsere Vereinsmitglieder Madelyn Rittner und Leslie Kuhlmann werden bei dieser Gelegenheit Bücher von Pinar Selek und Enoh Meyomesse vorstellen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen unter: http://www.giessen.de/index.phtml?object=tx%7c1894.17.1&ModID=11&FID=684.34111.1&sNavID=1894.102&mNavID=1894.8&La=1&object=tx|1894.17.1|0&ModID=11&FID=684.34111.1