W.i.E. (Writers-in-Exile) erzählt… Fouad Yazji

© Simone AhrendAm Freitag, den 08.09.2017 setzen wir mit dem syrischen Autor Fouad Yazji unsere Lesereihe “W.i.E. erzählt” fort. Unser Gast liest aus seinem Werk, spricht über seine literarisch-philosophischen Einflüsse (u.a. Friedrich Nietzsche) und berichtet über seine Erfahrungen von Flucht und Exil. Die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr und findet im Bildungszentrum Nord (Reichenberger Str. 15, 35396 Gießen) statt. Der Eintritt ist frei.

Neben dem Literarischen Zentrum Gießen, das die Veranstaltungsreihe seit Jahren begleitet, gehört dieses Mal auch das Bildungszentrum Gießen Nord zu den Kooperationspartnern.

Taliban bedrohten auch Leben ihres Sohnes

Elena Müller berichtet in unserer aktuellen Kolumne im Gießener Anzeiger über die afghanische Journalistin Sharmila Hashimi. Die junge Frau wurde aufgrund ihrer kritischen Beiträge und dem Versuch, ein Zentrum für den Schutz, die Vertretung und Ausbildung von Journalisten aufzubauen in ihrem Land bedroht und verfolgt.Sharmila Hashimi Als auch ihr Sohn in den Blick der Taliban gerät, begibt sie sich mit ihm auf eine dreimonatige Flucht nach Deutschland. Ihr Mann wird jedoch zurückgehalten, Mutter und Sohn müssen die Flucht alleine fortsetzen.

Den vollständigen Artikel gibt es auf der Seite des Gießener Anzeigers. Weiterführende Informationen finden Sie außerdem auf der Hompage des Fluters sowie auf der Website von Reporter ohne Grenzen.

Stell dir vor, es ist Krieg und du bist falsch angezogen

Adibas Buchcover

Der Roman adibas des georgischen Exil-Schrifstellers Zaza Burchuladze liegt jetzt in einer deutschen Übersetzung von Anastasia Kamarauli  beim Aufbau Verlag vor:

Es gibt eine neue Realität, in der echt und gefälscht nicht mehr zu unterscheiden sind, eine Realität, in der Konzerne und Regierungen die Medien manipulieren und Menschen ihre Körper und Gefühle. Es ist die Realität 2.0, sie ist gefährlich, der Name dafür ist: adibas

“Zaza Burchuladze hat ein sehr bewegendes, hochkomisches und zugleich tieftrauriges Buch geschrieben.” – Wladimir Sorokin

Es herrscht Krieg zwischen Russland und Georgien. Die russischen Truppen haben Tiflis eingekreist. Doch die Happy Few der Neureichen-Bohème, der Tiflis-Hipster und Womanizer erleben den Krieg vor ihrer Haustür hauptsächlich durch Fernsehen, Radio und Internet. Keiner weiß, welcher Information noch zu trauen ist. Die Augen weit geschlossen durchstreifen sie die Stadt zwischen Alltag und Ausnahmezustand. Was ist echt in einer Welt aus Fake-Nachrichten, Fake-Brüsten, Fake-Gefühlen und Fake-Kriegen? Echtheit spielt nur in einer Hinsicht eine Rolle: Markenklamotten. So die profane Antwort der Protagonisten. Erst als auch diese letzte Gewissheit ins Wanken gerät, beginnen sie zu verstehen.

Aufbau Verlag

Writer-In-Residence-Woche geht zu Ende

Heute endet die erste Gießener Writer-In-Residence-Woche, in der der georgische Exil-Schriftsteller Zaza Burchuladze mit seiner Familie zu Gast in Gießen war. Die Woche war im literaturwissenschaftlichen Seminar „Zensiert. Verfolgt. Ermordet“ unter Leitung von Sascha Feuchert, Lars Meuser und Michael Weise  gemeinsam mit 20 Studierenden der Justus-Liebig-Universität wissenschaftlich begleitet und konzeptionell vorbereitet worden.

Am Dienstag gab es im Anschluss an eine Stadtführung die Gelegenheit für alle Beteiligten sich in gemütlicher Runde besser kennenzulernen. Am Mittwoch stand zunächst ein Empfang bei Oberbürgermeisterin Grabe-Bolz auf dem Programm, die Zaza Burchuladze als Gast der Stadt begrüßte und sich von ihm erläutern ließ, warum er sich vor gut zwei Jahren freiwillig ins deutsche Exil begeben hatte. Am Abend fand dann die erste von zwei öffentlichen Veranstaltungen statt: In der Ricker’schen Universitäts-Buchhandlung las Burchuladze aus seinem Roman „adibas“ vor knapp 60 Gästen und stellte sich anschließend den Fragen des Publikums. Eine erste Nachlese von Doris Wirkner zu dieser Veranstaltung können Sie bereits unter folgendem Link bei der Gießener Allgemeinen finden. In der Samstagsausgabe des Gießener Anzeigers hält Heidrun Helwig in einem ausführlichen Artikel Rückblick auf die Veranstaltungen der gesamten Woche.

Am Donnerstag fanden sich dann etwa 50 Gäste im Café Amélie ein: Die Studierenden hatten zu einem Polit-Talk geladen, an dem neben Zaza Burchuladze auch die georgisch-deutsche Übersetzerin Anastasia Kamarauli und Sascha Feuchert als Vizepräsident und Writers-In-Prison-Beauftragter des PEN-Zentrums Deutschland teilnahmen. In einer kurzweiligen und interessanten Gesprächsrunde wurden den Zuhörerinnen und Zuhörern spannende und mitunter irritierende Einblicke in die georgische Gesellschaft eröffnet, die geradezu zerrissen scheint zwischen gesellschaftlicher Öffnung und Pluralität einerseits und christlich-orthodox geprägter Traditionsorientierung andererseits. Vor diesem Hintergrund schilderte Burchuladze die Gründe für sein erzwungenes Exil, während insbesondere Anastasia Kamarauli den Blick auf das Wechselspiel von Politik, Öffentlichkeit und Medien während des Kaukasischen Fünftagekriegs von 2008 lenkte, der den thematischen Rahmen für Burchuladzes Roman „adibas“ bildet. Sascha Feuchert ordnete Burchuladzes Exilsgeschichte vor diesem Hintergrund in eine globale Perspektive von Literatur- und Pressezensur ein und erläuterte, welche Formen der Unterstützung der PEN in solchen Fällen bereitstellen kann.

Bevor die Writer-In-Residence-Woche heute mit einem gemeinsamen Abendessen im Kreise des Seminars endet, möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bei allen Kooperationspartnern und Sponsoren bedanken, die dieses besondere Projektseminar möglich gemacht haben. Neben den Studierenden sind dies das Literarische Zentrum Gießen und seine Programmleiterin Karina Fenner, das Institut für Germanistik der JLU Gießen, die Ricker’sche Universitäts-Buchhandlung und das Team vom Café Amélie, die allesamt Räume und Infrastruktur zur Verfügung gestellt haben. Auch danken möchten wir der Gießener Hochschulgesellschaft und dem Präsidium der JLU, dem PEN-Zentrum Deutschland, Ihring’s Wirtsstuben sowie den Firmen Faber & Schnepp aus Gießen und Pfeiffer Stahlrohrmaste aus Ortenberg, die diese Woche finanziell unterstützt haben. Nicht zuletzt gilt unser Dank der Gießener Allgemeinen und dem Gießener Anzeiger, die diese Woche journalistisch begleitet haben.

Alle Beteiligten haben durch ihre Hilfe einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass die Writer-In-Residence-Woche ein großer Erfolg geworden ist. Einer Neuauflage in naher Zukunft steht damit nichts im Wege.

 

Georgischer Exil-Autor Zaza Burchuladze als Writer-in-Residence zu Gast in Gießen

WIR-WeekIn der Woche vom 23. bis 29. März 2015 präsentieren Studierende der Germanistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen, Gefangenes Wort und das Literarische Zentrum Gießen ein neues literarisches Veranstaltungsformat. In Kooperation mit dem PEN-Zentrum Deutschland wird der im Exil lebende georgische Schriftsteller Zaza Burchuladze als Writer-in-Residence zu Gast in Gießen sein.

Burchuladze musste seine Heimat Georgien mit seiner Familie verlassen, nachdem er wegen seines literarischen Schaffens immer wieder angefeindet, bedroht und zuletzt körperlich angegangen worden war. Burchuladze spricht in seinen Texten wie auch in öffentlichen Debatten immer wieder gesellschaftspolitische Probleme an, wobei er die Kontroverse nicht scheut. Darüber hinaus stellt er Fragen nach überkommenen Vorstellungen zur sexuellen Orientierung und dem klassischen Geschlechterrollenverständnis. Auch findet die Auseinandersetzung mit der Rolle der georgisch-orthodoxen Kirche im georgischen Alltagsleben Einzug in seine Werke.

Im Rahmen des Germanistik-Seminars „Zensiert, Verfolgt, Ermordet“ unter der Leitung von Hon.-Prof. Sascha Feuchert, Michael Weise und Lars Meuser haben sich die Studierenden mit der Geschichte und Gegenwart der literarischen Zensur und dem Werk Burchuladzes auseinandergesetzt und verschiedene Veranstaltungsformate für die Writer-In-Residence-Week erdacht.

So wird es am Mittwoch, den 25.3.15 um 18.30 Uhr  in der Rickerschen Universitätsbuchhandlung eine Lesung aus Burchuladzes aktuellem Roman „adibas“ geben. Am Donnerstag, den 26.3.15 um 18.00 Uhr im Café Amélie wird ein Polit-Talk mit Zaza Burchuladze sowie den beiden Kaukasiologen Jost Gippert und Manana Tandaschwili stattfinden, bei dem die gegenwärtige gesellschaftspolitische Lage Georgiens in den Blick genommen werden soll. Beide Veranstaltungen werden jeweils in englischer Sprache stattfinden, der Eintritt ist frei. Hier gibt es den Flyer im pdf-Format.

Die Studierenden, Gefangenes Wort, das Literarische Zentrum Gießen und das Institut für Germanistik laden herzlich zu diesen Veranstaltungen ein.

“Schweigen ist keine Alternative”

In der ersten Kolumne des ne315621_470869086319238_1090585394_nuen Jahres berichtet  Martin Krämer über das Schicksal des afghanischen Journalisten Ali Yaghoobi, der bei Recherchen für die ARD angeschossen wurde und mittlerweile in Warschau im Exil lebt. Den Artikel können Sie entweder als pdf oder auf der Homepage des Gießener Anzeiger lesen.

Bei Ling: Ausgewiesen. Über China. Übersetzt v. Karin Betz

Bei Ling_AusgewiesenBei Ling: Ausgewiesen. Über China
Im Westen hoch angesehen, im eigenen Land unerwünscht: Bei Ling – Verleger, Autor und Freund der Dissidenten Liu Xiaobo und Ai Weiwei – gibt in diesem autobiographischen Sachbuch Einblicke in die Mechanismen der chinesischen Staatsmacht, insbesondere der Zensur. Durch seine Arbeit als Verleger und Autor gerät er immer wieder ins Visier der Partei, 2000 wurde er von den chinesischen Sicherheitsbehörden verhaftet, weil er die regimekritische Literaturzeitschrift Tendenzen herausgegeben hatte; Susan Sontag und Günter Grass setzten sich erfolgreich für seine Freilassung ein. Nicht nur im eigenen Land will man ihm den Mund verbieten – von der Frankfurter Buchmesse wurde der Exilchinese 2009 als Podiumsgast zunächst ein-, dann auf Druck der offiziellen chinesischen Delegation wieder ausgeladen. In »Ausgewiesen« gibt Bei Ling Einblicke in den chinesischen literarischen Untergrund, erzählt von seiner Zeit in Gefangenschaft und davon, wie es ist, keinen heimatlichen Boden betreten zu dürfen.

Suhrkamp
19,95 €

W.I.E. (Writers In Exile) erzählt… Teshome Damtew?

Teshome DamtewDer äthiopische Autor Teshome Damtew erzählt vom Leben und Schreiben im Exil und stellt seinen Roman Der Graf von Motta vor. „Du verschwindest – freiwillig oder unfreiwillig!“ Spätestens nach diesem „Ratschlag“ eines Ministeriumsmitarbeiters war Teshome Damtew klar, dass er Äthiopien verlassen würde. Im Jahr 1991, nachdem sein Roman Der Graf von Motta der staatlichen Zensur zum Opfer gefallen war, suchte er Asyl in Deutschland. Heute lebt er in Lahnau, wo er den Roman, der ihn das Leben hätte kosten können, vor kurzem noch einmal in deutscher Sprache publiziert hat. In dem Werk geht es um Ben, der vom Land in die Stadt zieht, um dort für sich und seine Familie das Glück zu finden. Einen besonderen Reiz macht dabei die einzigartige Weise aus, in der die Schilderung äthiopischer Kultur mit Verweisen auf die europäische Philosophie und Kultur verwoben wird.

5. November – 19.30 Uhr
Eintritt frei
KiZ (Kongresshalle)
Südanlage 3a
35390 Gießen

In Kooperation mit dem Literarischen Zentrum Gießen (LZG)

Auf der Homepage des LZG finden Sie auch eine Rezension zu Damtews Roman

 

Zekarias Kebraeb: Hoffnung im Herzen, Freiheit im Sinn: Vier Jahre auf der Flucht nach Deutschland. Aufgeschrieben von Marianne Moesle

Kebraeb_Hoffnung im Herzen, Freiheit im SinnEritreas Jugend kennt keine Zukunft: Mit Bussen werden die Abiturienten direkt nach der Zeugnisausgabe ins Militärlager gebracht, um dort unter Drill und Folter zu zerbrechen. Um dem zu entgehen, gibt es für den 17-jährigen Zekarias Kebraeb nur einen Ausweg: die Flucht nach Europa. Vier Jahre dauert der Höllentrip, den Zekarias nur knapp überlebt. Er erleidet Hunger, Durst und Elend auf seinem Weg durch den afrikanischen Busch, die Sahara und übers Mittelmeer. In Italien angekommen, wähnt er sich am Ziel. Doch er stößt auf Ablehnung und Widerstand durch Polizei und Behörden. Wieder muss er fliehen, und der Wunsch, ein normales Leben in Freiheit zu führen, rückt abermals in weite Ferne.

Bastei Lübbe
8,99 €

Mexikanischer Journalist Pedro Matías Arrazola angegriffen für Berichterstattung

OLYMPUS DIGITAL CAMERAPedro Matías Arrazola berichtet immer wieder kritisch über Korruption in der mexikanischen Regierung. Wegen eines gewalttätigen Übergriffes, hinter dem er die Regierung vermutete, musste er für ein Jahr ins Exil nach Deutschland. Mittlerweile arbeitet der Journalist wieder in seinem Bundesstaat Oaxaca. Madelyn Rittner berichtet in der Juni-Kolumne über das Schicksal des mutigen Reporters. Lesen Sie den gesamten Artikel entweder direkt beim Gießener Anzeiger oder hier als pdf-Datei.

Pinar Selek: Frau im Exil

In ihrem neuesten Buch blickt Pınar Selek auf eine Geschichte von fünfzehn Jahren juristischer Willkür zurück, der sie bis heute ausgesetzt ist. In diesem Essayband erzählt sie, was es bedeutet, im Exil zu leben, ohne Freunde und Familie und auch weit weg von der Heimat zu sein, nach der sie sich sehnt. Auf sehr berührende Weise beschreibt Pınar Selek, wie es sich anfühlt, nicht mehr selbst bestimmen zu können, wo man leben will.
Wir von Gefangenes Wort freuen uns sehr über das Erscheinen dieses Buches, insbesondere deshalb, da wir die Drucklegung dieses Werks finanziell unterstützt haben.

 

Orlanda Verlag
8,00 €

Unbändiger Wille die Verhältnisse zu verändern

MENSCHENRECHTE Mexikanische Journalistin Ana Lilia Perez wird wegen Veröffentlichungen verfolgt und bedroht / Mit Unterstützung des PEN im Exil in Deutschland

In der Oktober-Kolumne von Gefangenes Wort berichtet Mirka Jersch über das Schicksal der mexikanischen Journalistin Ana Lilia Perez, die aufgrund ihrer kritischen Berichterstattung aus ihrem Heimatland fliehen musste und nun in Deutschland im Exil lebt.
Hier geht’s zum Artikel

W.i.E. erzählt II – Lesung und Diskussion mit Adam Guzuev, Autor, Regisseur und Dokumentarist aus Tschetschenien am 20.06.2013

Weltweit sind Journalisten und Journalistinnen, Schriftsteller und Schriftstellerinnen von Verfolgung, Gefängnis und Folter bedroht. Gerade die globalisierte Medienvernetzung ermöglicht es, Genaueres über aktuelle Missstände und Verfolgungen in Ländern und Regionen weltweit zu erfahren. Damit stellt sich jedoch in verstärktem Maße auch die Frage nach Verantwortung und nach wirksamem Eintreten für verfolgte Menschenrechtsaktivisten, Autorinnen und Autoren.
In Zusammenarbeit mit dem PEN-Zentrum Deutschland und dem Gießener Verein Gefangenes Wort e.V. veranstalten Studierende der Germanistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen eine Lesung mit einem aktuellen Stipendiaten des Writers-in-Exile Programms.
Adam Guzuev, 1970 in Tschetschenien geboren, entstammt einer bekannten Theaterfamilie. Nach dem Studium der Philologie arbeitete er als Regisseur und Drehbuchautor beim staatlichen tschetschenischen Fernsehen. Er schrieb Stücke für das Staatstheater in Grosny und verfasste Gedichte, die in tschetschenischen Literaturzeitschriften veröffentlicht wurden.
In seinen Dokumentationen berichtete er über Verbrechen während des Tschetschenienkonfliktes und geriet somit ins Visier der Regierung. Er litt unter Berufsverbot und Repressalien.
Seit dem 1.11.2010 ist Adam Guzuev Stipendiat im Writers-In-Exile Programms des deutschen PEN. In Deutschland setzt er seine schriftstellerische Arbeit weiter fort. Derzeit wird ein Hörspiel mit Texten Guzuevs produziert. Ferner ist er mit Prosatexten und Gedichten in der neuen Anthologie des PEN-Zentrums Fremde Heimat – Texte aus dem Exil (Verlag Matthes & Seitz) vertreten. Im Rahmen der Lesung stellt Guzuev aktuelle schriftstellerische und szenische Arbeiten vor.
Die Veranstaltung findet in der Reihe W.i.E. erzählt statt, die vom Gießener Verein Gefangenes Wort e.V. ins Leben gerufen wurde. Ziel der Leserreihe ist es, den Autorinnen und Autoren des Writers-in-Exile Programms eine Plattform für ihre Arbeit zu bieten. Dieses Programm wurde 1999 vom PEN-Zentrum Deutschland gestartet und verhilft verfolgten Autorinnen und Autoren zu geschützten Arbeitsmöglichkeiten, juristischem Schutz und Unterkunft.
Trotz eines vermeintlich sicheren Lebens befinden sich die Autorinnen und Autoren in der Situation des Exils: Sie sind in einer rechtlich unsicheren Lage, leben mit einer fremden Sprache, sind isoliert von ihren Arbeits- und Veröffentlichungszusammenhängen und getrennt von ihren Familien.
Umso wichtiger ist es, den Stipendiatinnen und Stipendiaten Raum für Lesungen zu eröffnen, um so einen Dialog mit dem Publikum zu ermöglichen. Der Verein Gefangenes Wort e.V. macht auf die prekäre Situation verfolgter Schriftsteller und Schriftstellerinnen in der ganzen Welt aufmerksam, die entgegen dem Artikel 19 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte aufgrund ihrer literarischen Tätigkeit mit Repression zu kämpfen zu haben.

Do., 20.06.2013, 19.00 Uhr

Café Zeit-los

Bahnhofstraße 50, 35390 Gießen

Leitung und Organisation:
Kulturelle PraktikerInnen am Institut für Germanistik
der Justus-Liebig-Universität Gießen und Gefangenes Wort e.V.

Sprachproblem als Hindernis

GIESSEN (red). Auf die Bedrohung und Verfolgung von Schriftstellern und Journalisten wollen Studierende der Justus-Liebig-Universität (JLU) aufmerksam machen. Deshalb haben die jungen Leute im Jahr 2008 die Initiative „Gefangenes Wort“ gegründet und zahlreiche Aktionen gestartet. Um noch intensiver auf Einzelschicksale hinzuweisen, kooperiert der Gießener Anzeiger mit der Studierendeninitiative und stellt jeweils zu Beginn des Monats einen Fall auf der Hochschulseite vor. Heute berichtet Julia Richter über den aus Ghana stammenden Autor und Sozialwissenschaftler Issah Tikumah. Entwurzelung, Trennung von Familie und Freunden, eine prekäre finanzielle Lage auch in Folge der Sprachbarriere in einem anderen Land, die das literarische Schaffen unmöglich machen kann, das sind Probleme, mit denen Schriftsteller im Exil zu kämpfen haben, wenn die unmittelbare Bedrohung durch die Regierung oder andere Gruppen in ihrem Heimatland von ihnen abgefallen ist.
Weiterlesen