Gefängnis der Zensur

Es muss nicht immer physische Gewalt oder deren Androhung sein, mit der ein Regime versucht, Menschen zu unterdrücken und in ihrer Freiheit einzuschränken. Oft fängt Unfreiheit schon da an, wo es ist schlicht und einfach nicht möglich ist, das zu schreiben, was man denkt, zu erzählen was einen bewegt oder wovon man träumt. Manchen Autoren etwa müssen bei jedem Versuch. ein Buch zu veröffentlichen, mit der zensur kämpfen.Die Erfahrung, dass die Schikane der iranischen Regierung einem die Freiheit nehmen kann, auch wenn man nicht hinter sichtbaren Gittern lebt, hat auch Mohammad Baharlo gemacht.

Ahmad Zeidabadi – Iran

Portrait Ahmad ZeidabadisAutor-Patenschaft 2010

Zur Person:

Ahmad Zeidabadi, 1965 in der iranischen Provinz Kerman geboren, zählt zu den bekanntesten reformorientierten Journalisten im Iran und gilt als Experte für die politische Situation des Nahen Ostens. Er promovierte an der Universität in Teheran mit der Arbeit „Religion and Government in Israel“. U.a. schrieb für die gemäßigte Zeitung Hamshahri und zuletzt für Rooz Online, eine Nachrichtenwebseite mit Sitz in Belgien. Er war Mitglied der prodemokratischen Studentenvereinigung Daftar-e Tahkim-e Vahdat und wurde 2008 zum Präsidenten der Graduierten- vereinigung Advar-e Tahkim-e Vahdat ernannt, welche sich für staatliche Reformen und die Verbesserung der Menschenrechtssituation im Iran einsetzen.

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Gefangenes Wort kämpft für den iranischen Journalisten Zeidabadi (Gießener Anzeiger)

Der folgende Artikel stammt aus dem Gießener Anzeiger vom 6.11.2010:

Hochschule

Initiative „Gefangenes Wort“ kämpft für iranischen Journalisten Ahmad Zeidabadi

06.11.2010

GIESSEN (fod). Ahmad Zeidabadi ist Journalist im Iran und setzt sich seit Jahren für staatliche Reformen und eine Verbesserung der Menschenrechtssituation ein. Hierfür wie auch für seine Beteiligung an den Massenprotesten auf Teherans Straßen verbüßt der 45-Jährige nun eine sechsjährige Haftstrafe, noch dazu wurde er zu fünf Jahren Verbannung ins Exil und einem lebenslangen Schreibverbot in seinem Heimatland verurteilt. Als die in der Initiative „Gefangenes Wort“ engagierten Studierenden der Justus-Liebig-Universität (JLU) davon hörten, war ihnen sofort klar: Zeidabadi muss geholfen werden.

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