Lyriklesung mit dem kamerunischen Autor Enoh Meyomesse

© Jean Joël Oana

© Jean Joël Oan

Dienstag, 5.7. – 19:30 Uhr

KiZ (Kongresshalle)
Südanlage 3a
35390 Gießen

Eintritt frei

Moderation: Julia Richter              (Gefangenes Wort)
Deutscher Leser: Daniel Schneider (Gefangenes Wort)

 

In Kooperation mit dem Literarischen Zentrum Gießen und dem Institut für Germanistik der Uni Gießen. Mit freundlicher Unterstützung des PEN-Zentrums Deutschland.

Der Lyriker, Politiker und Menschenrechtsaktivist Enoh Meyomesse saß aufgrund seiner regierungskritischen Texte und Äußerungen über drei Jahre in Kamerun im Gefängnis. Er sah sich nicht nur mit der Zensur seiner Texte, sondern auch mit Isolations- und Dunkelhaft, Schutzgelderpressung und Folter konfrontiert.

Im April 2015 kam der Lyriker aus der Haft frei. Seit Oktober 2015 lebt er in Darmstadt als Elsbeth-Wolffheim-Stipendiat im Writers-in-Exile-Programm des deutschen PEN. In seinen Lyrikbänden Gedichte eines Häftlings in Kondengui, Blumen der Freiheit und Darmstadt: Eine afrikanische Liebeserklärung leistet Meyomesse Gedächtnisarbeit, die die vielschichtige koloniale Vergangenheit Kameruns zur Sprache bringt. Seine Lyrik ist Aufbegehren gegen erfahrene existentielle Bedrohung und Inhaftierung und sie ist subjektive Neubestimmung unter der gegenwärtigen Exilerfahrung in Deutschland.

Enoh Meyomesses Gedichte werden in französischer und deutscher Sprache gelesen.

Enoh Meyomesses afrikanische Liebeserklärung

Enoh Meyomesse„Ich kehrte zurück zu dir die hände sogleich in ketten oh land meiner geburt das so sehr ich liebe (…) oh MENSCHENRECHTE wo wart ihr als diese leute uns behandelten DERART“ – So schrieb der kamerunische Autor Enoh Meyomesse in seinem Werk “Gedichte eines Häftlings in Kondengui”.

Nun ist – pünktlich zu seiner gestrigen Ankunft in Darmstadt (wir berichteten davon) – sein neues Buch im Metropol Verlag erschienen. “Darmstadt. Eine afrikanische Liebeserklärung” heißt es und enthält eine Sammlung neuer Gedichte des Schriftstellers in deutscher wie französischer Sprache. Wir freuen uns sehr auf die Lektüre und empfehlen jedem Interessierten eine Bestellung beim Metropol Verlag: veitl@metropol-verlag.de

Enoh Meyomesse seit heute in Deutschland

Eine große Freude und Erleichterung ist, dass Enoh Meyomesse nicht nur seit April dieses Jahres frei, sondern auch seit heute in Deutschland ist! Er landete heute Morgen in Frankfurt und konnte schon kurz danach seine neue Wohnung in Darmstadt beziehen, wo der Schiftsteller ab sofort Elsbeth-Wolffheim-Stipendiat ist und durch das Writers-in-Exile-Programm des PEN betreut wird.

Enoh Meyomesse im Arbeitszimmer seiner neuen Wohnung mit Kerstin Martini (PEN Deutschland), Renate Rook (Stadt Darmstadt) und Julia Richter (Gefangenes Wort e.V.)

Enoh Meyomesse im Arbeitszimmer seiner neuen Wohnung mit Kerstin Martini (PEN Deutschland), Renate Rook (Stadt Darmstadt) und Julia Richter (Gefangenes Wort e.V.)

Unter den wenigen Dingen, mit denen er am Flughafen ankam, war auch der Laptop, den Gefangenes Wort Enoh Meyomesse durch Preisgelder und die Unterstützung des PEN senden konnte. Auch durch den Computer, erzählte er uns, habe sich für ihn im Gefängnis Vieles verändert. Er sei ein eines der Zeichen dafür gewesen, dass sein Schicksal in der Welt nicht unbemerkt geblieben ist.

 

Aufruf zur Bücherspende

Gießen, 06. Oktober 2014 – Es ist wieder soweit: Auch in diesem Jahr veranstaltet der Gießener Verein Gefangenes Wort e.V. einen Bücherflohmarkt. Im Vorfeld gibt es an zwei Samstagen, am 18. Oktober und am 01. November jeweils von 10-16 Uhr, die Möglichkeit, im KiZ (Südanlage 3a, 35390 Gießen) gut erhaltene Bücher abzugeben. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre können Bildbände, Zeitschriften und Schulbücher leider nicht angenommen werden. Auch die Abholung von Büchern ist aus personellen Gründen nicht möglich.

Der Erlös des Bücherflohmarkts kommt verfolgten, inhaftierten oder im Exil lebenden Schriftstellern zugute. Dieses Jahr liegt der Fokus auf den Ländern Äthiopien und Kamerun und der Erlös wird dort inhaftierten Autoren gespendet. Der Flohmarkt findet dieses Jahr am Samstag, den 15. November im KiZ und am 18./19. November an der Justus-Liebig-Universität (Philosophikum I, Otto-Behaghel-Str. 10A, 35394 Gießen) jeweils von 9-16 Uhr statt.

 

Wahlmanipulation und Schikanierung Andersdenkender

KAMERUN Zu sieben Jahren Haft verurteilter Menschenrechtsaktivist Enoh Meyomesse schreibt von Nahrung, Korruption und Schwarzmarkt / Prekäre Bedingungen
Leslie Kuhlmann stellt im Dezember-Artikel das Schicksal des kamerunischen Dichters und Menschenrechtsaktivisten Enoh Meyomesse vor, der sich gegen die Korruption und die Missstände in seinem Heimatland wandte und dafür nun in Haft sitzt. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.
Übrigens: Bei der Veranstaltung “Querleser Spezial” am 12.12.2013 um 19.30 Uhr in der Gießener Stadtbibliothek wird Leslie Kuhlmann den eben erschienen Lyrikband “Gedichte des Häftlings in Kondengui” (Löcker Verlag) von Meyomesse vorstellen. 

Enoh Meyomesse: Gedichte des Häftlings in Kondengui

Mit begleitenden Kommentaren von Jürgen Strasser, Philo Ikonya und Patrice Nganang.
Aus dem Französischen übersetzt von Jürgen Strasser.

Der Gedichtband des kamerunischen Schriftstellers und politischen Aktivisten Enoh Meyomesse ist während seiner Haft im berüchtigten Kondengui Gefängnis entstanden. Das Buch ist ein erschütterndes Dokument aus diesem Gefängnis – die Insassen bekommen bloß einmal täglich zu essen, die sanitären Anlagen sind dürftig. Mit Folter und Schutzgelderpressungen wird versucht, den Inhaftierten Geständnisse zu entreißen. Die Behörden missbrauchen das Strafrechtssystem, um Oppositionelle, MenschenrechtsaktivistInnen oder kritische JournalistInnen mundtot zu machen oder gegen Homosexuelle vorzugehen.

Löcker Verlag
19,80 €