Worte in Ketten – Lesung und Autorengespräch

Gestern, am Freitag, den 24. November, fand die von der vhs Landkreis Gießen und uns organisierte Veranstaltung “Worte in Ketten” statt. Im Rahmen dieser las der Hörbuchsprecher Sven Görtz vor etwa 45 Gästen Texte verfolgter und verbotener Autoren aus Syrien, Russland, Kamerun, China, der Türkei und anderen Ländern vor. Des Weiteren gab der 2014 aus Syrien geflohene Autor Yamen Hussein durch das Lesen eigener Texte dem Publikum einen eindrucksvollen Einblick in arabische Originalwerke. Auf die Lesung folgte eine Gesprächsrunde, in welcher Yamen Hussein, die Landrätin Anita Schneider, Prof. Dr. Sascha Feuchert (Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN) und Sven Görtz über politisch-gesellschaftliche Fragen – aber auch die bedrückende und lebensbedrohliche Situation Betroffener diskutierten. Dank der tollen Lesung, dem guten anschließenden Gespräch und einem interessierten Publikum, war es ein rundum gelungener Abend!

 

Writers-in-Prison-Day 2017

Heute, am 15.11., ist der Writers-in-Prison-Day (Tag des inhaftierten Schrifstellers), durch welchen jährlich auf das Schicksal zu Unrecht inhaftierter Autoren, DoiW-2017Journalisten, Verleger und Blogger aufmerksam gemacht werden soll. Außerdem soll an eben jene erinnert werden, welche getötet wurden, weil sie ihre Meinung frei geäußert haben.

Der internationale PEN stellt jedes Jahr exemplarisch die Schicksale einiger Autoren und Journalisten vor. Dieses Jahr stehen die Türkei, Äquatorialguinea, Honduras, Vietnam und Syrien im Fokus. Hier gelangen Sie zum ganzen Artikel.

Notwendige Medikamente in Haft verweigert

In unserer September-Kolumne im Gießener Anzeiger berichtet diesmal Marco Rasch über die türkische Schriftstellerin und Journalistin Asli Erdogan und die schwierige Situation in der Türkei nach dem gescheiterten Militärputsch.

Den vollständigen Artikel gibt es unter dem folgenden Link:

http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/hochschule/notwendige-medikamente-in-haft-verweigert_17261216.htm

Kamerunischer Lyriker Enoh Meyomesse zu Gast im KiZ

Am Dienstag, den 05.07.2016 las der kamerunische Lyriker, Politiker und Menschenrechtsaktivist Enoh Meyomesse im Kultur im Zentrum. Eingeladen durch das Literarische Zentrum Gießen, las der Autor einiger seiner während und nach der Haft entstandenen Gedichte in französischer Sprache vor. Daniel Schneider verlas die deutsche Fassung, Julia Richter und Madelyn Rittner moderierten in englischer wie deutscher Sprache.img_L2ZtLzgxOS90aHVtYm5haWxzL0NPTl81Mjk0MTk2NjlfNjM0NzNfTS5qcGcuMzAzNjAzODQuanBn_L2ZtLzgxOS90aHVtYm5haWxzL0NPTl81Mjk0MTk2NjlfNjM0NzNfTS5qcGcuMzAzNjAzODYuanBn

 

Enoh Meyomesse, der aufgrund seiner regierungskritischen Texte und Äußerungen sowie seines Einsatzes für die Meinungsfreiheit über drei Jahre in Kamerun im Gefängnis saß, lebt seit Oktober 2015 in Darmstadt als Elsbeth-Wolffheim-Stipendiat im Writers-in-Exile-Programm des deutschen PEN. In seinen gelesenen Gedichten thematisierte er sowohl die Zensur seiner Texte, Isolations- und Dunkelhaft, Schutzgelderpressung und Folter, als auch die Gefühle und Zukunftserwartungen nach dem Ende seiner Haft und auf der Reise ins Exil.

Die facettenreiche Lesung endete mit einer Aufforderung des LZG und des PEN Zentrums Deutschland an das Publikum. Gebeten wurde um das Ausfüllen einer Postkarte an den türkischen Präsidenten, welche die Aufforderung der Freilassung Can Dündars und Erdem Güls enthielt.

Lesen Sie den ganzen Artikel zur Lesung von Enoh Meyomesse als PDF unter dem angezeigten Link oder auf der Seite des Gießener Anzeigers.

Hinauf in das winzige Zelt von Blau

Writers in Prison

Auch heute noch werden mehr Schriftsteller und Schriftstellerinnen inhaftiert oder ermordet als man in den westlichen Demokratien glauben mag.

Titelcover Hinauf in das winzige Zelt von BlauDer Band widmet sich Autoren, die verfolgt, inhaftiert oder gar ermordet wurden und werden. Die »Case-List« des PEN verzeichnet derzeit 900 aktuelle Fälle. Vor allem in der Türkei und in China werden Menschen für literarisches Engagement hart bestraft. Doch nicht nur Staaten verfolgen Autoren: In Mexiko etwa wurden seit dem Jahr 2000 von Drogenkartellen knapp 100 Schreibende, vor allem Journalisten, ermordet oder verschleppt – die Aufklärungsrate liegt bei etwa 10%.

Sascha Feuchert, Hans Thill und Regula Venske haben einen Band zusammengestellt, in dem die Betroffenen selbst zu Wort kommen oder von bekannten Kollegen porträtiert werden. Ergänzt werden die Texte mit Grafiken bedrohter bildender Künstler.
Mit Beiträgen u.a. von Mohammed al-Adjami, Gioconda Belli, Sabine Kebir, Enoh Meyomesse, Roswitha Quadflieg, Johano Strasser, Ilija Trojanow und Liao Yiwu.

Zusammengestellt von Sascha FeuchertHans Thill und Regula Venske
Reihe: die horen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik (Hg. von Jürgen Krätzer); Bd. 261, 61. Jahrgang, Wallenstein Verlag, 2016.

Hermann Kesten-Preis 2015 für Verleger Madjid Mohit und Hermann Kesten-Förderpreis für Verein Gefangenes Wort e.V.

Wir gratulieren dem Verleger Madjid Mohit (Sujet-Verlag, Bremen), der dieses Jahr den Hermann Kesten-Preis des deutschen PEN-Zentrums erhält.

Erstmals verleiht der PEN auch den Hermann Kesten-Förderpreis. Unserem Verein kommt die Ehre zuteil als erste diese Auszeichnung zu erhalten! Wir freuen uns sehr darüber und danken dem deutschen PEN recht herzlich.

Link zur Pressemeldung

Writer-In-Residence-Woche geht zu Ende

Heute endet die erste Gießener Writer-In-Residence-Woche, in der der georgische Exil-Schriftsteller Zaza Burchuladze mit seiner Familie zu Gast in Gießen war. Die Woche war im literaturwissenschaftlichen Seminar „Zensiert. Verfolgt. Ermordet“ unter Leitung von Sascha Feuchert, Lars Meuser und Michael Weise  gemeinsam mit 20 Studierenden der Justus-Liebig-Universität wissenschaftlich begleitet und konzeptionell vorbereitet worden.

Am Dienstag gab es im Anschluss an eine Stadtführung die Gelegenheit für alle Beteiligten sich in gemütlicher Runde besser kennenzulernen. Am Mittwoch stand zunächst ein Empfang bei Oberbürgermeisterin Grabe-Bolz auf dem Programm, die Zaza Burchuladze als Gast der Stadt begrüßte und sich von ihm erläutern ließ, warum er sich vor gut zwei Jahren freiwillig ins deutsche Exil begeben hatte. Am Abend fand dann die erste von zwei öffentlichen Veranstaltungen statt: In der Ricker’schen Universitäts-Buchhandlung las Burchuladze aus seinem Roman „adibas“ vor knapp 60 Gästen und stellte sich anschließend den Fragen des Publikums. Eine erste Nachlese von Doris Wirkner zu dieser Veranstaltung können Sie bereits unter folgendem Link bei der Gießener Allgemeinen finden. In der Samstagsausgabe des Gießener Anzeigers hält Heidrun Helwig in einem ausführlichen Artikel Rückblick auf die Veranstaltungen der gesamten Woche.

Am Donnerstag fanden sich dann etwa 50 Gäste im Café Amélie ein: Die Studierenden hatten zu einem Polit-Talk geladen, an dem neben Zaza Burchuladze auch die georgisch-deutsche Übersetzerin Anastasia Kamarauli und Sascha Feuchert als Vizepräsident und Writers-In-Prison-Beauftragter des PEN-Zentrums Deutschland teilnahmen. In einer kurzweiligen und interessanten Gesprächsrunde wurden den Zuhörerinnen und Zuhörern spannende und mitunter irritierende Einblicke in die georgische Gesellschaft eröffnet, die geradezu zerrissen scheint zwischen gesellschaftlicher Öffnung und Pluralität einerseits und christlich-orthodox geprägter Traditionsorientierung andererseits. Vor diesem Hintergrund schilderte Burchuladze die Gründe für sein erzwungenes Exil, während insbesondere Anastasia Kamarauli den Blick auf das Wechselspiel von Politik, Öffentlichkeit und Medien während des Kaukasischen Fünftagekriegs von 2008 lenkte, der den thematischen Rahmen für Burchuladzes Roman „adibas“ bildet. Sascha Feuchert ordnete Burchuladzes Exilsgeschichte vor diesem Hintergrund in eine globale Perspektive von Literatur- und Pressezensur ein und erläuterte, welche Formen der Unterstützung der PEN in solchen Fällen bereitstellen kann.

Bevor die Writer-In-Residence-Woche heute mit einem gemeinsamen Abendessen im Kreise des Seminars endet, möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bei allen Kooperationspartnern und Sponsoren bedanken, die dieses besondere Projektseminar möglich gemacht haben. Neben den Studierenden sind dies das Literarische Zentrum Gießen und seine Programmleiterin Karina Fenner, das Institut für Germanistik der JLU Gießen, die Ricker’sche Universitäts-Buchhandlung und das Team vom Café Amélie, die allesamt Räume und Infrastruktur zur Verfügung gestellt haben. Auch danken möchten wir der Gießener Hochschulgesellschaft und dem Präsidium der JLU, dem PEN-Zentrum Deutschland, Ihring’s Wirtsstuben sowie den Firmen Faber & Schnepp aus Gießen und Pfeiffer Stahlrohrmaste aus Ortenberg, die diese Woche finanziell unterstützt haben. Nicht zuletzt gilt unser Dank der Gießener Allgemeinen und dem Gießener Anzeiger, die diese Woche journalistisch begleitet haben.

Alle Beteiligten haben durch ihre Hilfe einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass die Writer-In-Residence-Woche ein großer Erfolg geworden ist. Einer Neuauflage in naher Zukunft steht damit nichts im Wege.

 

Zeichner verteidigen die Meinungsfreiheit

zeichner_verteidigen_meinungsfreiheit„Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein Grundrecht der Aufklärung und darf zu keiner Zeit verhandelbar sein. Wir brauchen eine offene Gesellschaft wie die Luft zum Atmen.“, schreibt der Aladin-Verlag zur Veröffentlichung dieses Buches. 29 Zeichner aus Australien, Deutschland, England, Frankreich, Österreich sind dem Aufruf des Aladin-Verlags gefolgt und treten mit ihren Bildern dafür ein, dass die Meinungsfreiheit respektiert und verteidigt wird.
Die gesamten Erlöse kommen dem „Writers in Prison“-Programm des PEN zugute.

Bei Ling: Ausgewiesen. Über China. Übersetzt v. Karin Betz

Bei Ling_AusgewiesenBei Ling: Ausgewiesen. Über China
Im Westen hoch angesehen, im eigenen Land unerwünscht: Bei Ling – Verleger, Autor und Freund der Dissidenten Liu Xiaobo und Ai Weiwei – gibt in diesem autobiographischen Sachbuch Einblicke in die Mechanismen der chinesischen Staatsmacht, insbesondere der Zensur. Durch seine Arbeit als Verleger und Autor gerät er immer wieder ins Visier der Partei, 2000 wurde er von den chinesischen Sicherheitsbehörden verhaftet, weil er die regimekritische Literaturzeitschrift Tendenzen herausgegeben hatte; Susan Sontag und Günter Grass setzten sich erfolgreich für seine Freilassung ein. Nicht nur im eigenen Land will man ihm den Mund verbieten – von der Frankfurter Buchmesse wurde der Exilchinese 2009 als Podiumsgast zunächst ein-, dann auf Druck der offiziellen chinesischen Delegation wieder ausgeladen. In »Ausgewiesen« gibt Bei Ling Einblicke in den chinesischen literarischen Untergrund, erzählt von seiner Zeit in Gefangenschaft und davon, wie es ist, keinen heimatlichen Boden betreten zu dürfen.

Suhrkamp
19,95 €

Writers-in-Prison-Day

WIPWas steckt eigentlich hinter der Entscheidung, den Bücherflohmarkt immer im November zu veranstalten?
Es ist der Writers-in-Prison-Day, der jedes Jahr am 15. November an alle diejenigen Schriftsteller, Blogger, Autoren und Journalisten weltweit erinnert, die wegen ihrer gewaltfreien freien Meinungsäußerungen inhaftiert sind.
Der internationale PEN stellte die Schicksale von Enoh Meyomesse aus Kamerun, Nelson Aguilera aus Paraguay, Gao Yu aus China, Azimjon Askarov aus Kirgisistan und Mahvash Sabet aus dem Iran in den Fokus (mehr Informationen finden Sie hier)

Reeyot Alemu

Reeyot Alemu

Wir unterstützen dieses Jahr die äthiopische Journalistin Reeyot Alemu (mehr Informationen über sie gibt es hier). Es kann jeder mitmachen: Auf dem Flohmarkt liegt eine Petition für sie aus. Außerdem bieten wir Ihnen die Möglichkeit, sich an einer Fotoaktion zu beteiligen und Reeyot Alemu eine Postkarte ins Gefägnis zu schicken. Dadurch können wir zeigen, dass sie nicht vergessen ist.

Hermann Kesten-Preis 2014

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Morgen wird in Darmstadt der Hermann Kesten-Preis verliehen. Die Auszeichnung würdigt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für verfolgte und inhaftierte Schriftsteller und Journalisten einsetzen.

Dieses Jahr erhält ihn der Menschenrechtsanwalt Wolfgang Kaleck aus Berlin. Kaleck hatte sich immer wieder für die Opfer staatlicher Gewalt, etwa in Argentinien, Tschetschenien, Kolumbien, Pakistan, Mexiko, Usbekistan und im Irak engagiert. Darüber hinaus ist er als Edward Snowdens Rechtsbeistand bekannt geworden.

Weitere Imformationen finden Sie auf den Seiten des PEN.

Mexikanischer Journalist Jorge Torres Palacios tot aufgefunden

Jorge Torres PalaciosWir teilen die Bestürzung des internationalen PEN über die Ermordung des mexikanischen Journalisten Jorge Torres Palacios, der am 2. Juni 2014 tot aufgefunden wurde. Der PEN Mexiko forderte die örtlichen und staatlichen Behörden nachdrücklich zur Aufklärung des Falles auf. Neben Palacios sind allein in diesem Jahr bereits zwei weitere Journalisten in Mexiko tot aufgefunden wurden. Der Staat zeichnet sich durch seine hohe Straflosigkeit aus: Im Schnitt wird einer von 160 Morden aufgeklärt. Weitere Informationen zu Palacios gibt es hier.

Copyright Bild: La Jornada

Bericht zur Jahrestagung 2014 des PEN-Zentrums Deutschland

Vom 15. bis 18. Mai fand die Jahrestagung des PEN-Zentrums Deutschland  in Schwäbisch Hall statt. Während des viertägigen Treffens wurden nicht nur 25 Autorinnen und Autoren in die Schriftstellervereinigung aufgenommen, sondern auch Christoph Hein einstimmig zum neuen Ehrenpräsidenten gewählt. Hein war von 1998 bis 2000 Präsident des damals frisch wiedervereinigten deutschen PEN.

Darüber hinaus bestimmten aktuelle politische und literaturpolitische Entwicklungen die Jahrestagung. So zeigen sich die Mitglieder in ihren Resolutionen besorgt über die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine (zur Resolution) und unterstützen das gemeinsame Bemühen der PEN-Zentren Russlands und der Ukraine zu einer friedlichen Lösung (zur Resolution). Zudem protestieren sie vehement gegen die Strafanzeige des türkischen Premierministers Erdogan gegen den Journalisten Can Dündar (zur Resolution) und positionieren sich mit einem Zehn-Punkte-Manifest zum Urheberrecht (zur Resolution).

In einem ausführlichen Artikel berichtet Regula Venske, Generalsekretärin des PEN-Zentrums Deutschland, ausführlich über die Jahrestagung; für die Deutsche Welle berichtet Jochen Kürten. Unter folgendem Link kann zudem eine Foto-Serie abgerufen werden.

Isoliert im „Gefängnis im Gefängnis“

gihoch_atabek.jpgLars Meuser hat für den April-Artikel das Schicksal des kasachischen Schriftstellers Aron Atabek recherchiert, der seit 2006 in Haft sitzt, weil er sich für die Demokratie in seinem Heimatland einsetzt. Lesen Sie den ganzen Artikel entweder online unter: http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/hochschule/isoliert-im-gefaengnis-im-gefaengnis_14030848.htm oder als PDF-Datei.

“Diktatoren schlottern vor Schreibenden”

Am Dienstag den 4. Februar hatten wir interessante Gäste zu Besuch in Gießen:
Najet Adouani (tunesische Exil-Autorin) , Tom Koenigs (MdB) und Franziska Sperr (Vizepräsidentin des deutschen PEN). Es war ein spannender und eindrücklicher Abend. Hier die beiden Artikel zu unserer Podiumsdiskussion:

Gießener Anzeiger

Gießener Allgemeine Zeitung