„…um aufzudecken den Schlamm meiner Niederlagen“

Kolumne im Gießener Anzeiger

Najet Adouani
Copyright Simone Ahrend

Im Februar berichtet Daniel Schneider in unserer monatlichen Zeitungskolumne im Gießener Anzeiger über das Schicksal der tunesischen Schriftstellerin und Journalistin Najet Adouni. Lesen Sie hier den Artikel:

http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/hochschule/um-aufzudecken-den-schlamm-meiner-niederlagen_13834537.htm

Hinweis: Najet Adouani kommt am Dienstag, den 04.02.2014 zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel “Die Gedanken sind frei. Die Worte auch?” nach Gießen. Alle Infos finden Sie bei uns auf der Homepage unter “Veranstaltungen”.

Die Gedanken sind frei! Die Worte auch?

Jeder Mensch darf denken, was er will. Aber darf er das auch äußern? In Deutschland kann man die Frage mit einem (relativ) klaren “Ja” beantworten. In vielen anderen Ländern dagegen drohen Literaten, Bloggern und Journalisten Gewalt, Verfolgung und mitunter sogar der Tod, wenn sie kritisch ihre Meinung äußern. Der Bundestagsabgeordnete Tom Koenigs (Bündnis 90/Die Grünen) diskutiert am 04.02.2014 um 19.30 Uhr im Literarischen Zentrum Gießen (Südanlage 3a, 35390 Gießen) mit der PEN-Vizepräsidentin und Writers-in-Exile-Beauftragten Franziska Sperr und der tunesischen Exil-Autorin Najet Adouani über die bedrohte Freiheit des Wortes und Möglichkeiten, diese zu schützen. Zwei kurze Lesungen von Adouani am Anfang und am Ende der Diskussion rahmen die Veranstaltung literarisch, die von Gefangenes Wort moderiert wird.
Der Eintritt ist frei.

Postkarten-Aktion: Publizieren legalisieren!

Dem unabhängigen belarussischen Lohvinau-Verlag wurde im Herbst 2013 aus politischen Gründen die Lizenz entzogen. Gemeinsam haben das PEN Zentrum Deutschland, Libereco und Gefangenes Wort eine Postkarten-Aktion lanciert um die Rückgabe der Verlags-Lizenz zu fordern. Bitte versenden auch Sie Appell-Postkarten!
Wenn Sie Postkarten verteilen und versenden möchten, teilen Sie bitte per E-Mail an info@lphr.org oder info@gefangenes-wort.de Ihre Adresse und die Anzahl der gewünschten Postkarten mit. Die Postkarten werden Ihnen dann kostenfrei zugesandt.
Hier können Sie sich die Postkarte als PDF ansehen.

Unbeirrt und mutig für Meinungsfreiheit eingesetzt

Wie wir bereits in unserem Blog berichtet haben, verstarb am 02.01.2014 der ehemalige ZDF-Korrespondent, Publizist und GeWort-Unterstützer Dirk Sager im Alter von 73 Jahren. Daher widmet sich unsere Januar-Kolumne der Würdigung seines langjährigen Kampfes für die Meinungsfreiheit. Lesen Sie hier den ganzen Artikel

Gefangenes Wort trauert um Dirk Sager

Heute, am 02. Januar 2014 ist Dirk Sager in Potsdam im Alter von 73 Jahren verstorben. Der langjährige Leiter des ZDF-Studios in Moskau setzte sich nicht nur beruflich, sondern auch ehrenamtlich über Jahrzehnte hinweg für die Meinungsfreiheit in der ganzen Welt, vor allem aber in Russland ein. Als Vizepräsident des deutschen PEN und Vorstandsmitglied von Reporter ohne Grenzen setzte sich Sager für seine Kollegen ein, die aufgrund ihrer Meinungsäußerung unterdrückt und verfolgt wurden. Auch die Arbeit von Gefangenes Wort hat Dirk Sager interessiert begleitet und immer wieder wertvolle Anregungen gegeben. Umso mehr bedauern wir den Verlust eines Menschen, der uns stets ein Vorbild bleiben wird

Texte aus dem Exil

Tschetschenischer Autor Adam Guzuev liest auf Einladung des Vereins “Gefangenes Wort”

GIESSEN (olz). “Nicht Bücher lehren, sondern das Leben”,  sagte der aus Tschetschenien stammende Autor Adam Guzuev am Donnerstag abend im Cafe Zeit-los. Auf Einladung des Vereins “Gefangenes Wort”, des PEN-Zentrums Deutschland und des Germanistikseminars “Engagierte Literatur und ihre Vermittlung” der Justus-Liebig-Universität Gießen war er nach Gießen gekommen, um aus seinem Werk vorzutragen.
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Repressalien und Berufsverbot

GERMANISTIKSEMINAR Studierende der JLU stellen „Engagierte Literatur und ihre Vermittlung“ vor

(olz). Zu einer Lesung mit dem tschetschenischen Autor Adam Guzuev laden der Verein „Gefangenes Wort“, das PEN-Zentrum Deutschland und Studierende des Germanistikseminars „Engagierte Literatur und ihre Vermittlung“ der Justus-Liebig-Universität (JLU) am 20. Juni um 19 Uhr ins „Café Zeitlos“ in der Bahnhofstraße ein.
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W.i.E. erzählt II – Lesung und Diskussion mit Adam Guzuev, Autor, Regisseur und Dokumentarist aus Tschetschenien am 20.06.2013

Weltweit sind Journalisten und Journalistinnen, Schriftsteller und Schriftstellerinnen von Verfolgung, Gefängnis und Folter bedroht. Gerade die globalisierte Medienvernetzung ermöglicht es, Genaueres über aktuelle Missstände und Verfolgungen in Ländern und Regionen weltweit zu erfahren. Damit stellt sich jedoch in verstärktem Maße auch die Frage nach Verantwortung und nach wirksamem Eintreten für verfolgte Menschenrechtsaktivisten, Autorinnen und Autoren.
In Zusammenarbeit mit dem PEN-Zentrum Deutschland und dem Gießener Verein Gefangenes Wort e.V. veranstalten Studierende der Germanistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen eine Lesung mit einem aktuellen Stipendiaten des Writers-in-Exile Programms.
Adam Guzuev, 1970 in Tschetschenien geboren, entstammt einer bekannten Theaterfamilie. Nach dem Studium der Philologie arbeitete er als Regisseur und Drehbuchautor beim staatlichen tschetschenischen Fernsehen. Er schrieb Stücke für das Staatstheater in Grosny und verfasste Gedichte, die in tschetschenischen Literaturzeitschriften veröffentlicht wurden.
In seinen Dokumentationen berichtete er über Verbrechen während des Tschetschenienkonfliktes und geriet somit ins Visier der Regierung. Er litt unter Berufsverbot und Repressalien.
Seit dem 1.11.2010 ist Adam Guzuev Stipendiat im Writers-In-Exile Programms des deutschen PEN. In Deutschland setzt er seine schriftstellerische Arbeit weiter fort. Derzeit wird ein Hörspiel mit Texten Guzuevs produziert. Ferner ist er mit Prosatexten und Gedichten in der neuen Anthologie des PEN-Zentrums Fremde Heimat – Texte aus dem Exil (Verlag Matthes & Seitz) vertreten. Im Rahmen der Lesung stellt Guzuev aktuelle schriftstellerische und szenische Arbeiten vor.
Die Veranstaltung findet in der Reihe W.i.E. erzählt statt, die vom Gießener Verein Gefangenes Wort e.V. ins Leben gerufen wurde. Ziel der Leserreihe ist es, den Autorinnen und Autoren des Writers-in-Exile Programms eine Plattform für ihre Arbeit zu bieten. Dieses Programm wurde 1999 vom PEN-Zentrum Deutschland gestartet und verhilft verfolgten Autorinnen und Autoren zu geschützten Arbeitsmöglichkeiten, juristischem Schutz und Unterkunft.
Trotz eines vermeintlich sicheren Lebens befinden sich die Autorinnen und Autoren in der Situation des Exils: Sie sind in einer rechtlich unsicheren Lage, leben mit einer fremden Sprache, sind isoliert von ihren Arbeits- und Veröffentlichungszusammenhängen und getrennt von ihren Familien.
Umso wichtiger ist es, den Stipendiatinnen und Stipendiaten Raum für Lesungen zu eröffnen, um so einen Dialog mit dem Publikum zu ermöglichen. Der Verein Gefangenes Wort e.V. macht auf die prekäre Situation verfolgter Schriftsteller und Schriftstellerinnen in der ganzen Welt aufmerksam, die entgegen dem Artikel 19 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte aufgrund ihrer literarischen Tätigkeit mit Repression zu kämpfen zu haben.

Do., 20.06.2013, 19.00 Uhr

Café Zeit-los

Bahnhofstraße 50, 35390 Gießen

Leitung und Organisation:
Kulturelle PraktikerInnen am Institut für Germanistik
der Justus-Liebig-Universität Gießen und Gefangenes Wort e.V.

Don’t Play with the Dictator – Eishockey WM in Belarus

Nächste Woche beginnt die Eishockey-WM in Schweden und Finnland. Aus diesem Anlass möchte Gefangenes Wort auf die Aktion “Don’t Play with the Dictator” hinweisen, die u.a. von Libereco und dem norwegischen PEN organisiert wird. Ziel ist es, die Eishockey-WM 2014 nicht in Belarus stattfinden soll, da dieses Ereignis von Lukaschenka zur Selbstinszenierung genutzt werden kann und wohl auch wird.
Mehr dazu unter.
http://www.minsk2014.no/supporters/

2.-5. Mai 2013: Jahrestagung und Wahlen des PEN in Marburg

Das deutsche PEN-Zentrum veranstaltet vom 2-5. Mai 2013 seine Jahrestagung in Marburg. Dabei wird auch ein Teil des Vorstands neu gewählt. Gefangenes Wort wird während der Tagung die Betreuung der Writers-in-Exile-Stipendiaten übernehmen. U.a. wird auch Amer Matar, der im November auch in Gießen zu Gast war, vor Ort sein, um am Eröffnungsabend zusammen mit Najet Adouani über Syrien im Krieg und die enttäuschten Hoffnungen in Tunesien sprechen.
Weitere Informationen dazu unter:

http://www.pen-deutschland.de/de/2013/04/19/jahrestagung-und-wahlen-des-pen-in-marburg-vom-2-5-mai-2013/

 

 

 

 

 

 

„Die Menschen werden massenweise ermordet“

(olz). „Die Bilder in Syrien sind mit den Bildern des Ersten oder
Zweiten Weltkriegs zu vergleichen. Es ist alles kaputt. Die
Menschen werden massenweise ermordet“, sagt Amer Matar.
Auf Einladung der studentischen Initiative „Gefangenes Wort“
war der syrische Journalist, der als Stipendiat des „Writers in
Exile“-Programms des PEN mittlerweile im Exil in München lebt,
zu Lesung und Gespräch ins Café Giramondi gekommen. Vor
rund 30 Zuhörern berichtete er aus seinem Heimatland und von
seiner persönlichen Situation.

Der ganze Artikel

Zwischen zwei Welten

Vor über anderthalb Jahren setzte in Syrien der sogenannte Arabische Frühling ein. Doch die Proteste der Bevölkerung leiteten keinen friedlichen Umbruch ein. Stattdessen wurden sie von den syrischen Sicherheitskräften brutal unterdrückt. Dennoch gingen die Demonstrationen gegen das Regime von Machthaber Baschar al-Assad weiter, der seinerseits immer kompromissloser gegen die eigene Bevölkerung vorging. Nach Schätzungen verschiedener Menschenrechtsorganisationen kamen bisher über 26 000 Menschen bei den Protesten und Kämpfen ums Leben. Fast zehnmal so viele Syrer sind seit Beginn des Konfliktes aus ihrem Heimatland geflüchtet. Einer von ihnen ist Amer Matar.

Auf der Suche nach Gerechtigkeit

Menschenrechtsanwalt Muharrem Erbey kämpft um seine Freilassung – Faires Verfahren

GIESSEN (red). Auf die Bedrohung und Verfolgung von Schriftstellern und Journalisten wollen Studierende der Justus-Liebig-Universität (JLU) aufmerksam machen. Deshalb haben die jungen Leute im Jahr 2008 die Initiative „Gefangenes Wort“ gegründet und zahlreiche Aktionen gestartet. Um noch intensiver auf Einzelschicksale hinzuweisen, kooperiert der Gießener Anzeiger mit der Studierendeninitiative und stellt jeweils am ersten Samstag des Monats einen Fall auf der Hochschulseite vor. Diesmal berichtet Manuel Emmerich über den Menschenrechtsanwalt Muharrem Erbey.

Ausstellung “Kassiber. Verbotenes Schreiben”

Im Deutschen Literaturarchiv Marbach findet ab dem 27. September 2012 eine Ausstellung zum Thema Schreibverbot und Zensur statt. Unter dem Titel “Kassiber. Verbotenes Schreiben” zeigt die Ausstellung in zehn Kapiteln das Schreiben als Weg ins Freie bis in unsere Zeit der Twitter-Revolutionen. Das deutsche PEN-Zentrum gestaltet einen eigenen Raum, u.a. mit Aufzeichnungen von Liao Yiwu, der 1990 wegen »Verbreitung konterrevolutionärer Propaganda mit ausländischer Hilfe« in China zu vier Jahren Haft verurteilt und jetzt mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde.

Mehr dazu unter:

http://www.dla-marbach.de/dla/museum/ausstellungen/wechselausstellungen/index.html