“Weltbürger gegen Gottesstaat” – Eine Rezension von Sascha Feuchert

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat PEN-Vizepräsident Sascha Feuchert Raif Badawis Buch „1000 Peitschenhiebe. Weil ich sage, was ich denke“ vorgestellt. Er nennt die Publikation „ein kleines großes Buch“.

Badawi selbst schreibt: „Wir werden erst anfangen, wenn uns klar bewusst wird, dass wir weder dort ansetzen müssen, wo unseresgleichen aufgehört haben, noch dort, wo unsere Vorgänger angefangen haben. Wir müssen dort anfangen, wo wir anfangen müssen: nämlich von neuem.“

Das Schicksal des saudischen Bloggers Raif Badawi bewegt seit Monaten die ganze Welt. Er sitzt wegen Beleidigung des Islams im Gefängnis, und immer noch drohen ihm wöchentliche Auspeitschungen, die jedoch im Moment wegen seinem schlechten gesundheitlichen Zustand ausgesetzt werden.

Die vollständige Rezension von Sascha Feuchert gibt es hier.

Buchtipp: “1000 Peitschenhiebe” von Raif Badawi

Morgen erscheint im Ullstein Verlag der Titel “1000 Peitschenhiebe”. Geschrieben hat ihn der saudische Blogger Raif Badawi, dessen Schicksal seit Monaten Menschen weltweit bewegt. Informationen von Spiegel Online folgend enthält das Buch nicht nur einen Text, den Badawi seiner Frau Ensaf Haidar per Telefon aus der Haft heraus diktiert habe, sondern – erstmals auch in deutscher Sprache – die mittlerweile gelöschten Blogeinträge, die zu seiner Verurteilung im vergangenen Jahr geführt hatten.

Der Gewinn soll Badawi und seiner Familie zugute kommen.

Saudischer Blogger Badawi: Neuauflage des Prozesses könnte Todesurteil bedeuten

Raif_Badawi_cropped

Quelle: Ensaf Haidar, provided by PEN International

Seit Monaten nehmen Menschen weltweit Anteil am Schicksal des saudischen Bloggers Raif Badawi, der 2014 wegen Beleidigung des Islam zu einer Geldstrafe, zehn Jahren Haft und 1000 Peitschenhieben verurteilt worden war: Er hatte auf seiner Internetpräsenz „Die Saudischen Liberalen“ sowohl Angehörige anderer Religionen als auch Atheisten als mit Muslimen gleichwertig bezeichnet und wiederholt Kritik an der strengen Auslegung des Islam in Saudi-Arabien geübt. Auch großer öffentlicher Druck konnte nicht verhindern, dass Anfang des Jahres die ersten 50 Peitschenhiebe vollstreckt wurden. Seither werden die wöchentlich angesetzten Peitschenhiebe immer wieder ausgesetzt – aus medizinischen Gründen, wie es von offizieller Seite heißt. Badawis Ehefrau, Ensaf Haidar, die seit seiner Verhaftung in Kanada lebt, berichtet, dass es ihm sowohl körperlich als auch psychisch sehr schlecht geht.

Nachdem Badawi in der vergangenen Woche der Freedom of Speech Award der Deutschen Welle DW (Link) verliehen worden war, hat sie sich gestern in einem Interview mit den heute-Nachrichten (Link) mit einer direkten Bitte an Vizekanzler Gabriel gewandt, sich für ihren Ehemann einzusetzen. Gabriel wird am kommenden Wochenende an einem deutsch-saudischen Wirtschaftsgipfel in Saudi-Arabien teilnehmen. Umso dringlicher erscheint die Bitte Haidars im Lichte aktuellster Informationen, nach denen Badawi bei einer Neuauflage des Verfahrens die Todesstrafe wegen des Abfalls vom Glauben drohen könnte (unter anderem Spiegel Online).

Auch Sie können aktiv werden. Unter dem Titel www.stopfolter.de hat Amnesty International eine Petition eingerichtet, mit der Sie sich für Raif Badawi und andere Opfer staatlicher Gewalt einsetzen können. Für Badawis Anwalt Waleed Abu al- Khair, der zu einer 15jährigen Haftstrafe verurteilt worden war, hat Amnesty sowohl einen Info-Flyer (Link) als auch eine Urgent Action (Link) geschaltet.