Writer-In-Residence-Woche geht zu Ende

Heute endet die erste Gießener Writer-In-Residence-Woche, in der der georgische Exil-Schriftsteller Zaza Burchuladze mit seiner Familie zu Gast in Gießen war. Die Woche war im literaturwissenschaftlichen Seminar „Zensiert. Verfolgt. Ermordet“ unter Leitung von Sascha Feuchert, Lars Meuser und Michael Weise  gemeinsam mit 20 Studierenden der Justus-Liebig-Universität wissenschaftlich begleitet und konzeptionell vorbereitet worden.

Am Dienstag gab es im Anschluss an eine Stadtführung die Gelegenheit für alle Beteiligten sich in gemütlicher Runde besser kennenzulernen. Am Mittwoch stand zunächst ein Empfang bei Oberbürgermeisterin Grabe-Bolz auf dem Programm, die Zaza Burchuladze als Gast der Stadt begrüßte und sich von ihm erläutern ließ, warum er sich vor gut zwei Jahren freiwillig ins deutsche Exil begeben hatte. Am Abend fand dann die erste von zwei öffentlichen Veranstaltungen statt: In der Ricker’schen Universitäts-Buchhandlung las Burchuladze aus seinem Roman „adibas“ vor knapp 60 Gästen und stellte sich anschließend den Fragen des Publikums. Eine erste Nachlese von Doris Wirkner zu dieser Veranstaltung können Sie bereits unter folgendem Link bei der Gießener Allgemeinen finden. In der Samstagsausgabe des Gießener Anzeigers hält Heidrun Helwig in einem ausführlichen Artikel Rückblick auf die Veranstaltungen der gesamten Woche.

Am Donnerstag fanden sich dann etwa 50 Gäste im Café Amélie ein: Die Studierenden hatten zu einem Polit-Talk geladen, an dem neben Zaza Burchuladze auch die georgisch-deutsche Übersetzerin Anastasia Kamarauli und Sascha Feuchert als Vizepräsident und Writers-In-Prison-Beauftragter des PEN-Zentrums Deutschland teilnahmen. In einer kurzweiligen und interessanten Gesprächsrunde wurden den Zuhörerinnen und Zuhörern spannende und mitunter irritierende Einblicke in die georgische Gesellschaft eröffnet, die geradezu zerrissen scheint zwischen gesellschaftlicher Öffnung und Pluralität einerseits und christlich-orthodox geprägter Traditionsorientierung andererseits. Vor diesem Hintergrund schilderte Burchuladze die Gründe für sein erzwungenes Exil, während insbesondere Anastasia Kamarauli den Blick auf das Wechselspiel von Politik, Öffentlichkeit und Medien während des Kaukasischen Fünftagekriegs von 2008 lenkte, der den thematischen Rahmen für Burchuladzes Roman „adibas“ bildet. Sascha Feuchert ordnete Burchuladzes Exilsgeschichte vor diesem Hintergrund in eine globale Perspektive von Literatur- und Pressezensur ein und erläuterte, welche Formen der Unterstützung der PEN in solchen Fällen bereitstellen kann.

Bevor die Writer-In-Residence-Woche heute mit einem gemeinsamen Abendessen im Kreise des Seminars endet, möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bei allen Kooperationspartnern und Sponsoren bedanken, die dieses besondere Projektseminar möglich gemacht haben. Neben den Studierenden sind dies das Literarische Zentrum Gießen und seine Programmleiterin Karina Fenner, das Institut für Germanistik der JLU Gießen, die Ricker’sche Universitäts-Buchhandlung und das Team vom Café Amélie, die allesamt Räume und Infrastruktur zur Verfügung gestellt haben. Auch danken möchten wir der Gießener Hochschulgesellschaft und dem Präsidium der JLU, dem PEN-Zentrum Deutschland, Ihring’s Wirtsstuben sowie den Firmen Faber & Schnepp aus Gießen und Pfeiffer Stahlrohrmaste aus Ortenberg, die diese Woche finanziell unterstützt haben. Nicht zuletzt gilt unser Dank der Gießener Allgemeinen und dem Gießener Anzeiger, die diese Woche journalistisch begleitet haben.

Alle Beteiligten haben durch ihre Hilfe einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass die Writer-In-Residence-Woche ein großer Erfolg geworden ist. Einer Neuauflage in naher Zukunft steht damit nichts im Wege.

 

Georgischer Exil-Autor Zaza Burchuladze als Writer-in-Residence zu Gast in Gießen

WIR-WeekIn der Woche vom 23. bis 29. März 2015 präsentieren Studierende der Germanistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen, Gefangenes Wort und das Literarische Zentrum Gießen ein neues literarisches Veranstaltungsformat. In Kooperation mit dem PEN-Zentrum Deutschland wird der im Exil lebende georgische Schriftsteller Zaza Burchuladze als Writer-in-Residence zu Gast in Gießen sein.

Burchuladze musste seine Heimat Georgien mit seiner Familie verlassen, nachdem er wegen seines literarischen Schaffens immer wieder angefeindet, bedroht und zuletzt körperlich angegangen worden war. Burchuladze spricht in seinen Texten wie auch in öffentlichen Debatten immer wieder gesellschaftspolitische Probleme an, wobei er die Kontroverse nicht scheut. Darüber hinaus stellt er Fragen nach überkommenen Vorstellungen zur sexuellen Orientierung und dem klassischen Geschlechterrollenverständnis. Auch findet die Auseinandersetzung mit der Rolle der georgisch-orthodoxen Kirche im georgischen Alltagsleben Einzug in seine Werke.

Im Rahmen des Germanistik-Seminars „Zensiert, Verfolgt, Ermordet“ unter der Leitung von Hon.-Prof. Sascha Feuchert, Michael Weise und Lars Meuser haben sich die Studierenden mit der Geschichte und Gegenwart der literarischen Zensur und dem Werk Burchuladzes auseinandergesetzt und verschiedene Veranstaltungsformate für die Writer-In-Residence-Week erdacht.

So wird es am Mittwoch, den 25.3.15 um 18.30 Uhr  in der Rickerschen Universitätsbuchhandlung eine Lesung aus Burchuladzes aktuellem Roman „adibas“ geben. Am Donnerstag, den 26.3.15 um 18.00 Uhr im Café Amélie wird ein Polit-Talk mit Zaza Burchuladze sowie den beiden Kaukasiologen Jost Gippert und Manana Tandaschwili stattfinden, bei dem die gegenwärtige gesellschaftspolitische Lage Georgiens in den Blick genommen werden soll. Beide Veranstaltungen werden jeweils in englischer Sprache stattfinden, der Eintritt ist frei. Hier gibt es den Flyer im pdf-Format.

Die Studierenden, Gefangenes Wort, das Literarische Zentrum Gießen und das Institut für Germanistik laden herzlich zu diesen Veranstaltungen ein.

“Schriftstellerinnen sehen ihr Land”


Im Literarischen Colloquium Berlin (Am Sandwerder 5, 14109 Berlin, Tel ++49 30 816996-0) finden am 30.6.2012 ab 10.00 Uhr zum zweiten Mal die Internationalen Gespräche der Autorinnenvereinigung statt.

Unter dem Thema „Schriftstellerinnen sehen ihr Land“, betrachten und hinterfragen deutschsprachige Autorinnen die  weibliche Literaturlandschaft in verschiedenen europäischen Ländern – von Deutschland über Österreich und die Schweiz bis Lettland.

Zeitnah und themenaktuell geht es In Vorträgen und Diskussionen u.a. um „Leben und Schreiben in der Mediengesellschaft“ (Ute Hacker, München), „Frauenbilder in Zeiten der Globalisierung“ (Silke Scheuermann, Offenbach) und „Netzwerke und Professionalisierung“ (Alexa Stein, Bremen). Schirmherrin ist in diesem Jahr Tanja Dücker.

Absolutes Highlight sind neben der Verleihung des Projektstipendiums 2012  die 60-Sekunden-Lesungen „Schriftstellerinnen auf freier Wildbahn“.

Anbei für Interessierte noch einmal die Flyer mit genauem Programm:

Nixtapes Vol. 1 – Ein voller Erfolg

Das erste Konzert der Nixtapes-Reihe, das am 5.6.2012 in Pits Pinte stattfand, war ein voller Erfolg: Über 120 Gäste rockten mit Redlich, The Morning After und Mike Dansen für die Meinungsfreiheit. Diese ist auch im musikalischen Bereich in vielen Ländern alles andere als selbstverständlich, weshalb wir mit der Konzertreihe Nixtapes ein deutliches Zeichen für dieses Menschenrecht auch und gerade in der Musik setzen wollen.

Ein herzlicher Dank geht an dieser Stelle an die drei Bands, die alle kostenlos für uns bzw. unser Anliegen gespielt haben. Dafür sind wir sehr sehr dankbar. Der nächste Termin wird bekannt gegeben, sobald Zeit und Ort feststehen.

NixTapes Vol. 1 – Rocken für die Meinungsfreiheit

Am 5.06.2012 startet unsere neue Konzertreihe „Nixtapes Vol. 1“ in Pits Pinte (Grünberger Straße 31, 35394 Gießen). Ab 19 Uhr geht es los, der Eintritt ist frei. Zu hören bekommt ihr The Morning After, redlich & Mike Dansen. Wir hoffen, dass ihr zahlreich vorbei schaut und mit uns für die Meinungsfreiheit rockt!

Aktion zum Welttag des Buches fand großes Interesse

Die Aktion der Initiative anlässlich des „Welttag des Buches“ am 23.04. 2012 war ein voller Erfolg. Viele Passanten nahmen gerne eines der Bücher entgegen, die wir zu verschenken hatten. Es wurden manchmal sogar Wünsche für ein besonderes Genre geäußert und so schmökerten die Bürgerinnen und Bürger in unseren Kisten nach Titeln, die sie interessierten. Besonders beliebt waren Kinderbücher und so konnten wir einige Familien mit neuem Lesestoff für ihre Kleinen versorgen.

Es entwickelten sich auch oft Gespräche mit Interessierten, die wissen wollten, zu welchem Zweck die Verschenk-Aktion von uns veranstaltet worden war. Somit konnten wir einmal mehr unser Anliegen, die Meinungs- und Pressefreiheit weltweit zu schützen und zu stärken, aufmerksam machen.

Eine ausführliche Berichterstattung findet man in der „Gießener Allgemeinen“ vom 25.04.2012 (s. Pressespiegel)

Welttag des Buches

Anlässlich des “Welttag des Buches” veranstaltet Gefangenes Wort heute im Gießener Seltersweg bei den “Schwätzern” ein tolle Aktion. Alle, die vorbeikommen, werden mit einem Buchgeschenk beglückt. Gerne würden wir mit Ihnen  ins Gespräch kommen und unsere Arbeit vorstellen. Der Welttag des Buches bietet dazu die passende Gelegenheit, um auf die vielerorts prekäre Lage der Publikations- und Meinungsfreiheit sowie die Einhaltung der Menschenrechte aufmerksam zu machen und zu werden. Kommen Sie ab 12 Uhr vorbei und diskutieren Sie mit.

Worldwide Reading für Liu Xiaobo

Am 20.3.2012 fanden weltweit Lesungen für den inhaftierten chinesischen Schriftsteller Liu Xiaobo statt. Auch Gefangenes Wort hat sich daran beteiligt. In Zusammenarbeit mit HR 2 wurden zwei Texte von Xiaobo während der Kultursendung “Libretto” gelesen.

TTT hat einen Beitrag über die Aktionen für Liu Xiaobo gedreht, der über folgenden Link angeschaut werden kann:

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=9936594

 

 

 

Worldwide Reading für Liu Xiaobo

Am Dienstag, den 20.3.2012 finden weltweit Lesungen aus dem Werk Liu Xiaobos statt, um an das Schicksal des chinesischen Autors Wissenschaftlers und Friedensnobelpreisträgers zu erinnern. Liu Xiaobo wurde 2009, nachdem er mit anderen Dissidenten die Charta 08 verfasst hatte, zu sieben Jahren Gefängnis unter dem fadenscheinigen Vorwurf verurteilt, er habe „die Staatsautorität unterhöhlt“. Aus diesem Grund rief das internationale literaturfestival berlin zu einer weiteren weltweiten Lesung für den Friedensnobelpreisträger am 20. März 2012, dem Jahrestag der politischen Lüge, auf. “Gefangenes Wort” setzt sich bereits seit 2009 für das Schicksal Xiaobos ein und beteiligt sich daher auch an der weltweiten Lesung. In Zusammenarbeit mit HR 2 werden am 20.3.2012 in der Sendung “Libretto” zwei Texte aus Xiaobos Buch “Ich habe keine Feinde, ich kenne keinen Hass. Ausgewählte Schriften und Gedichte” vorgelesen. Damit wollen wir uns gegen das Vergessen und für die Freilassung dieses mutigen Autors einsetzen.

Mehr Informationen zum Worldwide Reading unter:

http://www.literaturfestival.com/programm/externe-veranstaltungen/weltweite-lesung-fuer-liu-xiaobo?set_language=de

http://www.pen-deutschland.de/htm/aktuelles/2012-Freiheit-fuer-Liu-Xiaobo.php

 

 

25. März 2012: Neue Medien gegen Alte Garde – Die digitale Revolution in der arabischen Welt

25. März 2012: Neue Medien gegen Alte Garde – Die digitale Revolution in der arabischen Welt

         Loay Mudhoon

Diskussion mit Youssouf Amine Elalamy und Loay Mudhoon

Zu den Umstürzen in der arabischen Welt haben die Neuen Medien einen entscheidendenBeitrag geleistet. Angesichts einer Vielzahl neuer publizistischer Stimmen und Plattformen kann man nun hoffen, dass die Zeiten von Zensur und eingeschränkter Berichterstattung endgültig vorüber sind.
Youssouf Amine Elalamy, Romancier (Gestrandet, 2008), Konzeptkünstler und Professor für Kommunikation und Medien an der Universität Kenitra, hat zahlreiche Artikel zu Medien, Kunst, Fotografie und Werbung veröffentlicht. Er ist Gründungsmitglied und Generalsekretär des marokkanischen PEN-Clubs.
Loay Mudhoon ist Redaktionsleiter des Internetportals Qantara.de – Dialog mit der islamischen Welt, Übersetzer und Lektor, Lehrbeauftragter am Institut für Internationale Politik und Außenpolitik sowie am Orientalischen Seminar der Universität zu Köln.
Moderiert von Kersten Knipp.

Beginn: 13 Uhr

Ort: Rautenstrauch-Joest-Museum, Cäcilienstraße 29-33, 50676 Köln

Eintritt: 5 € / 3 €

Eine Veranstaltung von Stimmen Afrikas / Allerweltshaus Köln e. V. in Kooperation mit dem Rautenstrauch-Joest-Museum und der Heinrich-Barth-Gesellschaft

Details unter www.allerweltshaus.de und www.museenkoeln.de/rautenstrauch-joest-museum/

Mahnwache für weißrussische Gefangene

Am 10.November findet in Warschau vor der weißrussischen Botschaft sowie in mehreren europäischen Städten eine Mahnwache für Andrey Sannikau, Dzmitry Bandarenka, Mykola Statkievich und andere politische Gefangene statt. Menschenrechtsaktivisten, weißrussische Oppositionelle und deren Familien protestieren gegen die unrechtmäßige Inhaftierung politischer Gefangener. Wir unterstützen diese Initiative ausdrücklich und fordern die weißrussische Regierung ebenfalls auf, Sannikau, Bandarenka, Statkievich und ihre Mitgefangenen freizulassen.