Unterstützer von Gefangenes Wort

Hier wollen wir Ihnen einige Menschen vorstellen, die uns im Laufe der Zeit mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben. Auf diesem Wege wollen wir uns herzlich für ihre Hilfe bedanken und sie stellvertretend für die zahlreichen Unterstützer unserer Arbeit zu Wort kommen lassen.

„Die Initiative „Gefangenes Wort“ macht etwas ganz Wichtiges. Ihr Engagement macht Hoffnung, dass es Menschen gibt, die nicht gleichgültig sind und sich für andere einsetzen.“

- Katja Behrens, Schriftstellerin


„Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung sind nicht nur fest in den Menschenrechten verankert, sondern stellen auch wichtige Werte unseres täglichen Miteinanders dar. Die Initiative „Gefangenes Wort“ setzt sich aktiv für die Wahrung dieser Werte in unserer Gesellschaft ein – ein Engagement, das die Justus-Liebig-Universität Gießen gerne unterstützt.“

- Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen

Copyright Foto: JLU-Pressestelle / Franz Möller

 „Weltweit sitzen kritische Geister unter unmenschlichen Bedingungen in Gefängnissen. Ihr einziges Vergehen: Eine andere Meinung als die herrschende zu haben, die Stimme erhoben zu haben. Hunderte Schriftsteller/innen, Autoren/innen, Journalisten/innen, Künstler/innen – werden weggesperrt und damit dem Vergessen preisgegeben. Die Gießener Gruppe ‘Gefangenes Wort’ will diesem Vergessen entgegenwirken. Sie setzt sich mit zahlreichen Aktionen für die Meinungsfreiheit, für die gefangenen Autoren, für die Freiheit des kritischen Geistes ein. Sie tut auch unserer Gesellschaft damit einen großen Gefallen. Mit ihrem Einsatz weist sie uns darauf hin, dass wir für die Meinungsfreiheit kämpfen müssen, wenn wir den Gedanken der Freiheit ernst nehmen. Denn Freiheit ist immer auch die Freiheit des Andersdenkenden – hier und überall.”

- Dietlind Grabe-Bolz, Oberbürgermeisterin der Stadt Gießen


Ich hätte ahnen können, dass die Gruppe von Studenten, die in Giessen zueinander fand, weil sie verfolgten Schriftstellern helfen wollte, mehr als nur der gutwilligen Laune eines Tages folgte. Nicht nur sammelte sie auf einem Bücherbasar einen nennenswerten Betrag, um einem kubanischen, in Haft befindlichen Schriftsteller und seiner Familie beizustehen, sondern – was ihre Unverzagtheit und Entschlossenheit früh unter Beweis stellte – es gelang auf geheimnisvollen Wegen den Betroffenen in Kuba den Betrag zukommen zu lassen. Die an den Tag gelegte Beharrlichkeit wies den weiteren Weg – zu immer erfolgreicheren Basaren, und zu einem festen Zusammenschluss der Gruppe als Verein „Gefangenes Wort“. Längst hat das Engagement der jungen Leute auch die Stadt Giessen ergriffen. Auch das ist ein Gewinn und gibt der Stadt eine gewisse Einmaligkeit, dass eine Kommune die Ziele der Studenten in ihrem Wirken für die Verteidigung des freien Wortes zu ihrer Sache macht. In den Jahren, in denen ich im deutschen PEN für „Writers in Prison“ verantwortlich war, wurden die Studenten in Giessen meine verlässlichsten Mitstreiter. Es ist vielleicht bezeichnend, dass die Entwicklung nicht einfach am Institut für Germanistik ihren Ausgangspunkt hatte, sondern genauer an der Arbeitsstelle Holocaustliteratur. So kann man das, was mir wie ein Wunder erscheint, vielleicht treffender bezeichnen als die Wahrnehmung einer Aufgabe, die aus dem Vermächtnis erwachsen ist.

- Dirk Sager (1940-2014), Journalist und Autor