Druck auf den öffentlich Rundfunk in Österreich

Die rechtsextreme Partei FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs) droht dem Kanal des öffentlichen Rundfunks ORF mit internen Kündigungen. Nach dem Vorwurf der Verbreitung von Unwahrheiten von dem Parteivorsitzenden Heinz-Christian Strache vor etwa zwei Monaten hat nun der Abgeordnete und ORF-Vorstandsmitglied Norbert Steger Kündigungen in Aussicht gestellt, sofern die ORF sich „nicht korrekt verhalten“. Reporter ohne Grenzen berichtete hierüber, der Artikel ist hier.

GeWo am WG-Flohmarkt am 5. Mai

Wir sind auf dem diesjährigen WG-Flohmarkt mit einem kleinen Bücherstand vertreten. Er findet am 5. Mai von 16.00-22:00 statt.Ihr findet uns an der Ludwigstraße 56, 35390 Gießen. Wir freuen uns über Bücherspenden vorab, die wir gerne am selben Tag von 10:00-14:00 annehmen. Weitere Infos zum WG-Flohmarkt an und für sich gibts hier.

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Fotoaktion für Shawkan

Reporter ohne Grenzen hat eine Fotoaktion für den ägyptischen Fotografen Mahmoud Abou Zeid, besser bekannt als Shawkan, gestartet. Durch Selfies, die den Eindruck vermitteln, sich hinter Gittern zu befinden, soll der Druck auf die Freilassung des Fotografen erhöht werden. Mehr zur Kampagne befindet sich hier

Shawkan wurde im August 2013 in Kairo festgenommen. Seit 2015 steht er wegen verschiedenen Vorwürfen wie Waffenbesitz, illegaler Versammlung und Mord vor Gericht. Einen ausführlichen Bericht über die Hintergründe findet ihr hier

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Kundgebung in Ulm bezüglich Mesale Tolu

Die Solidaritätsinitiative Ulm ruft zu einer Kundgebung wegen dem dritten Prozesstag der inhaftierten Journalistin Mesale Tolu auf, wie “Reporter ohne Grenzen” berichtet. Die Kundgebung findet am am Freitag, 5. April 2018 um 18 Uhr am Münsterplatz in Ulm statt. Anschließend erfolgt im Kornhaus (Kornhausplatz 5, 89073 Ulm) eine Diskussion über die Lage der Meinungsfreiheit in der Türkei.

Die deutsche Journalistin wurde am 30. April letzten Jahres in der Türkei festgenommen und kam am 18. Dezember unter Auflagen wieder frei. Am 26. April soll der nächste dritte Prozesstag stattfinden.

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Zweifache Flucht aus der Heimat

Najet Adouani 2014 c Simone Ahrend sah-photo 5Im Rahmen unserer Artikelserie im Gießener Anzeiger steht im März das Schicksal der tunesischen Schriftstellerin Najet Adouani im Fokus. Annina Hofferberth berichtet über eine Autorin, die 2012 bereits zum zweiten Mal aus ihrer Heimat flüchten musste und dort nun Schreibverbot erhalten hat.

Im Februar 2014 machten wir erstmals in Form einer Kolumne auf Najet Adouani aufmerksam. Zudem war die Autorin erst kürzlich im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Worte in Ketten” bei uns zu Gast. Den aktuellen Artikel von Annina Hofferberth zu Najet Adouani finden Sie hier.

Eindrücke der Lesung “Worte in Ketten” mit Najet Adouani am 11.03.2018

Die Stadtbibliothek Lich war an diesem Vormittag gut besucht. © Yuen-Yee Leung

Die Lesung mit Najet Adouani war bereits die zweite Veranstaltung der Reihe “Worte in Ketten”. © Yuen-Yee Leung

In der einladenden Atmosphäre der Stadtbibliothek Lich fand gestern – am Sonntag, den 11. März 2018 – die Lesung mit Najet Adouani statt.

Dieses Mal stand das Werk der tunesischen Autorin Najet Adouani im Mittelpunkt. © Yuen-Yee Leung

Dies war die zweite Veranstaltung der Reihe “Worte in Ketten”, die erstmals im November 2017 stattfand. Wie auch schon am 24. November in der Licher Volkshochschule wurden gestern zunächst Texte verfolgter Autoren aus den Ländern Kamerun, Syrien und Russland vom Autor und Hörbuchsprecher Sven Görtz gelesen. Im Anschluss an diese kürzeren Leseteile stand das Werk der tunesischen Dichterin und Journalistin Najet Adouani im Fokus, die gestern in Lich zu Gast war. Die Autorin trug ausgewählte Gedichte in der Originalsprache vor und stand dem Publikum danach zur Diskussion über ihr Werk und ihre Verfolgungsgeschichte zur Verfügung. Najet Adouani lebt seit 2012 in Deutschland, nachdem in ihrem Heimatland Tunesien infolge des Arabischen Frühlings ein Veröffentlichungsverbot über sie verhängt wurde.

Investigativjournalist Ján Kuciak in der Slowakei ermordet

Dass Angriffe auf Journalisten und auf die Meinungsfreiheit nicht nur außerhalb der EU, sondern in ihrer Mitte stattfinden können, beweist der Fall, von dem Reporter ohne Grenzen heute berichtet: In der Slowakei wurden der Investigativjournalist Ján Kuciak und seine Lebensgefährtin ermordet. Wahrscheinlich hängt das Verbrechen mit Kuciaks journalistischer Tätigkeit zusammen, so die Vermutungen der Polizei.

Worte in Ketten – Lesung mit Najet Adouani am 11. März

Najet Adouani 2014 c Simone Ahrend sah-photo 5Najet Adouani (Copyrights: Simone Ahrend)

Am Sonntag, den 11. März, findet um 11 Uhr die Lesung “Worte in Ketten” in der Stadtbibliothek Lich statt. Der Hörbuchsprecher und Autor Sven Görtz liest Texte verfolgter und verbotener Autoren aus Syrien, Russland, Kamerun, China, der Türkei und anderen Ländern. Auf die Lesung folgt ein Gespräch mit der tunesischen Autorin und Journalistin Najet Adouani, die aufgrund ihrer schriftstellerischen Tätigkeit in ihrer Heimat verfolgt wird.

Das freie Wort ist ein Menschenrecht. Doch nicht überall auf der Welt. In einer wachsenden Zahl von Diktaturen und autokratischen Staaten werden systematisch Menschen unterdrückt, ja teils mit dem Tode bedroht, die es wagen, öffentlich Kritik zu üben oder einfach nur das zu tun, was ihre Arbeit ist – Schreiben. Sei es als Journalist und Blogger, als Dichter, Dramatiker und Schriftsteller. Das freie Wort liegt in Ketten. Wer Glück hat, kann fliehen – wer nicht, verliert seine Freiheit oder sein Leben. Nicht erst seit der Verhaftung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel wirft das Problem eine drängende globale Frage auf: Wie können wir, die wir in einem Rechtsstaat leben, diesen Menschen Hilfe und Unterstützung sein?
Eine Antwort lautet: indem wir die verfolgten Autoren der Anonymität entreißen und ihren Texten Gehör verschaffen. Das ist neben der Freude an guter und ansprechender Literatur der Kerngedanke der Lesung und des Autorengesprächs.

Organisiert wird die Veranstaltung von Gefangenes Wort, der VHS Landkreis Gießen, Sven Görtz und der Stadtbilbiothek Lich.

Zwei iranische Journalisten nach Festnahme und Schlägen in Koma

Die Journalisten Reza Entesari und Kasra Nouri wurden im Iran während eines Konflikts zwischen der Polizei und dem religiösen Orden Gonabadi Dervishes festgenommen. Dabei wurden sie so schwer verletzt, dass sie zur Zeit im Koma liegen. Sie berichteten für die Nachrichtenseite Majzooban.org, die die einzige unabhängige Quelle für Informationen über den religiösen Orden darstellt. Die Polizei hat sich zur Zeit noch nicht zu den Gründen für die Festnahme, zum Zustand oder dem Aufenthaltsort der beiden Journalisten geäußert. Mehr Informationen finden sich bei Reporter ohne Grenzen.

Bahrainische Journalisten verlieren ihre Staatsbürgerschaft

In Bahrain wird Journalisten immer häufiger die Staatsbürgerschaft aberkannt – und mit ihnen verlieren auch ihre Kinder diesen Status. Seit 2011 haben sieben Journalisten und Bürgerjournalisten ihre Staatsbürgerschaft verloren. Damit sollen andere Journalisten und Medien beeinflusst werden, nicht kritisch von der Regierung zu berichten. Von den sieben Journalisten ohne Staatsbürgerschaft, so berichtet Reporter ohne Grenzen, wurden drei inhaftiert und vier leben im Exil.

Ägyptischer Journalist verschwindet in Haft

Moataz Wadnan, ein ägyptischer Journalist, wurde am 16. Februar 2018 zusammen mit drei seiner Verwandten verhaftet. Während diese jedoch am selben Tag wieder freigelassen wurden, wurde Wadnan zum Amt für die Strafverfolgung der Staatssicherheit gebracht – und seitdem ist er verschwunden. Das Amt bestreitet, er säße bei ihnen in Haft, doch sein Verbleib bleibt unbekannt. Mehr dazu ist beim Committee to Protect Journalists zu lesen.

Journalist am hellichten Tag in Uganda entführt

Der Journalist Charles Etukuri wurde in Uganda am 13. Februar 2018 am hellichten Tag von fünf Unbekannten in Militäruniform entführt. Fünf Tage zuvor hatte er noch in einem Artikel von einem finnischen Geschäftsmann berichtet, der Sicherheitssysteme verkauft hatte und am 5. Februar vom ugandischen Geheimdienst verhaftet worden sei. Ein Tag später war dieser tot in einem Hotel aufgefunden worden. Eine Verbindung zwischen dem Geheimdienst und dem Tod legte Etukuri nahe. Reporter ohne Grenzen fordert die Aufklärung der Entführung und die Befreiung des Journalisten.

Deniz Yücel kommt frei

Nach der vorgestrigen guten Meldung, dass Eskinder Nega freigelassen wurde, folgt nun die nächste: Auch Deniz Yücel ist aus dem türkischen Gefängnis entlassen worden. Vor einem Jahr war er wegen “Terrorverdachts” inhaftiert worden, eine Anklage oder einen Prozess hat es seitdem nicht gegeben. Nun ist er frei, auch wenn die türkischen Ermittlungen gegen ihn weiterlaufen. Das berichtet die Zeit.