Rumänische Datenschutzbehörde fordert Daten von Informanten freier Journalisten

Reporter ohne Grenzen berichtet, dass die Datenschutzbehörde von Rumänien freie Journalisten zwingt, Daten über ihre Informanten herauszugeben. Die Behörde beruft sich hierbei auf die DSVGO. Gedroht wird mit einer Geldstrafe von 20 Millionen Euro. Es geht hier konkret um einen Artikel der über die Unterschlagung von EU-Mitteln seitens hochrangiger rumänischer Politiker. Laut ROG-Geschäftsführer Christian Mihr wird hier die DSVGO inhaltlich zweckentfremdet und missbraucht. 

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Tolle Aktion von ROG: Fonts for Freedom

Fonts for FreedomAllein im Jahr 2018 wurden bisher über 140 Medienorganisationen zensiert bzw. geschlossen. Aus diesem Grund hat Reporter ohne Grenzen eine unbedingt unterstützenswerte Aktion initiiert: Fonts for Freedom. ROG hatte die Schriften verbotenener Zeitungen nachgebaut und sie auf diese Weise zu Botschaftern der Pressefreiheit gemacht. Erfahren Sie hier mehr über die Aktion und unterstützen Sie das Projekt.

Doku-Tipp: “Schweig. Oder Stirb.”

Die ARD zeigt eine spannende, investigative Doku über den Mord an den beiden Journalisten Jan Kuciak (Slowakei) und Daphne Caruana Galizia (Malta). Der Film rekonstruiert nicht nur die Morde, sondern verfolgt die Recherchen weiter, die den beiden Reportern das Leben kosteten. In der Mediathek ist die Doku jederzeit abrufbar.

Rudolf Bahro im “Leseland DDR”

Diesen Monat widmet sich Michael Novian in seiner Kolumne einem historischen Thema: der Zensur im selbsternannten “Leseland DDR”. Er beschäftigt sich mit dem Autor Rudolf Bahro, der sich kritisch mit dem sozialistischen System auseinandersetze, weshalb seine Bücher in der DDR nicht erscheinen konnten. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Auslieferung von Can Dündar seitens der Türkei beantragt

Die Türkei bittet um die Festnahme und Auslieferung von Can Dündar. Der Antrag hierfür wurde kurz vor dem Besuch Erdogans in Berlin übermittelt. Der offizielle Grund für die Festnahme Auslieferung soll der Vorwurf gegenüber Dündar auf Verrat, Spionage und Propaganda sein. Das Außenministerium äußerte sich bislang nicht hierzu. Der türkische Journalist und Autor lebt seit Juli 2016 in Deutschland im Exil. Er wurde kurz zuvor wegen seiner kritischen Berichterstattung zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Weitere Informationen gibt es hier

Vermehrte Übergriffe auf Journalisten in Deutschland

Die Zahl der tätlichen Vorfälle gegenüber in Deutschland tätigen Journalisten soll in diesem Jahr angestiegen sein. Dies berichtet die FAZ. In diesem Jahr sollen es bereits 22 Angriffe gegeben haben, während im letzten Jahr fünf Vorfälle registriert wurden. Der Großteil der diesjährigen Angriffe sollen während rechten und rechtsextremen Veranstaltungen stattgefunden haben.

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Afrikanischer Journalist Hassan Murhabazi wieder aufgetaucht

Der afrikanische Journalist und Radiomoderator Hassan Murhabazi wurde letzten Freitag nach knapp drei Tagen des vermisst seins wieder aufgetaucht. Er verschwand am 11. September nach einem anyonymen Anruf. Zuvor hatte er bereits Drohbriefe erhalten. Die Ursache seines Verschwindens sind noch nicht geklärt. Weitere Informationen befinden sich hier

Facebook reagiert auf Posts seitens Militäroffiziere aus Myanmar

Facebook will die Konten von Militäroffizieren in Myanmar schließen, nachdem diese sich für die ethnische Säuberung von Rohingya-Muslime ausgesprochen haben. Bereits seit einem Jahr sind die Konten der Offiziere mit Aufrufen zu feindseligem Verhalten gegenüber Rohingya-Muslime aufgefallen und gemeldet worden, Facebook hat erst jetzt reagiert. Das soziale Netzwerk ist die wesentliche Nachrichtenquelle vor Ort. Genaueres lässt sich hier lesen. 

Pride-Zifferblatt von Apples Smartwatch in russischer Spracheinstellung nicht verfügbar

Das regenbogenfarbene Pride-Ziffernblatt von Apples Smartwatch ist nicht in russischer Sprache erhältlich. Diese grafische Variante der Selbstzensur von Seiten Apple lässt sich als Reaktion auf die schwierige gesetzliche Lage gegenüber Homosexuelle in Russland betrachten. Der Chef des Unternehmens, Tim Cook, hat sich selbst vor vier Jahren öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt. Der Artikel lässt sich hier einsehen.

Zeitung und Fernsehsender in Gabun verboten

Im zentralafrikanischen Gabun haben die Behörden die Pressefreiheit weiter eingeschränkt, wie Reporter ohne Grenzen berichtet: Für ein Jahr wurde dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender France 2 das Senden verboten. Und auch die Zeitung Echo du Nord wurde für einen Monat verboten. Beide hatten kritisch über den Präsidenten Ali Bongo und seine Verbündete berichtet. Anlass für den Verbot des Senders war eine Dokumentation über die Bongo-Familie, die laut Behörden die „öffentliche Ordnung“ stören könnte.

James Akena und weitere Journalisten in Uganda misshandelt

Einige Journalisten waren im ugandischen Kampala am 20. August anwesend, um über die dortigen Proteste zur Freilassung des Parlamentsabgeordneten Robert Kyagulanyi zu berichten. Unter ihnen war der Fotojournalist James Akena, der Fotograf Alfred Ochwo und zwei NTV-Journalisten Ronald Galiwango und Juma Kirya. Sie alle wurden von Soldaten verprügelt und gezwungen, den Inhalt ihrer Kameras und Smartphones zu löschen, wie Reporter ohne Grenzen berichtet.

Journalistin Meşale Tolu darf Türkei verlassen

Wie Zeit online berichtet, ist die Ausreisesperre gegen die deutsche Journalistin Meşale Tolu heute überraschend aufgehoben worden. Das Verfahren gegen sie wegen der Mitgliedschaft bei der linksextremen MLK sowie „Terrorpropaganda“ bleibt jedoch bestehen. Ebenfalls fortgesetzt wird das Verfahren gegen ihren Mann Suat Çorlu, der außerdem in der Türkei zurückbleiben muss.

Shawkan seit fünf Jahren im Gefängnis

Heute auf den Tag genau sitzt der ägyptische Fotograf Mahmud Abu Seid, bekannt als Shawkan, seit fünf Jahren ohne Anklage im Gefängnis in Kairo. Weil er über die gewaltsame Auflösung der Protestcamps von Anhängern des gestürzten Präsidenten Mursi berichtete, wurde er inhaftiert. Ein amerikanischer und ein französischer Journalist, die mit ihm verhaftet worden waren, kamen sofort wieder frei. Shawkan hingegen droht die Todesstrafe. 75 Todesurteile sind in dem Massenprozess, in dem auch er angeklagt ist, schon ausgesprochen worden.

Mehr Informationen finden sich bei der Süddeutschen Zeitung. Amnesty International bietet Informationen, was jeder Einzelne tun kann, um zu helfen: Ein Brief an die bei Amnesty genannte Adresse kann helfen. Wer Shawkan unterstützen möchte, findet alles weitere hier.