Aserbaidschan: “Unverhohlene Repressalien gegen unabhängige Journalisten”

Lisa Weise geht in ihrem Artikel einerseits auf die Drangsalierungen ein, denen der Fotojournalist und Videoblogger Mehman Huseynov in Aserbaidschan ausgesetzt ist. Andererseits schildert sie das bedrückende Schicksal des Autors Rashad Ramazano, der in einem aserbaidschanischen Gefängnis inhaftiert ist und dessen Gesundheitszustand kritisch ist.Hier finden Sie Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Der internationale PEN ruft Im Fall des Autors Ramazano dazu auf Protestbriefe an die Regierung zu schreiben sowie Briefe zur Ermutigung an Ramazano ins Gefängnis. Adressen und weiter Informationen finden Sie hier beim internationalen PEN.

Auch der deutsche PEN hat einige Informationen sowie die Adresse der aserbaischanischen Botschaft auf seine Homepage gestellt.

Asli Erdogan berichtet über ihre Zeit im Gefängnis

Seit dem 29.Dezember 2016 ist die Schritstellerin Asli Erdogan wieder in Freiheit. Vorerst, denn das Gerichtsverfahren gegen Sie dauert an. Wie vielen anderen Journalist*innen, die in der Türkei verhaftet wurden, wird ihr die Gründung und die Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation vorgeworfen.
In einem bewegenden Interview berichtet die Schritstellerin Asli Erdogan in der FAZ über ihre Zeit in einem türkischen Frauengefängnis.

Derzeit sitzen nach Informationen von Reporter ohne Grenzen (ROG) noch mehr als 80 Journalist*innen in türkischen Gefängnissen. In einer Petition fordert daher ROG, der deutsche PEN sowie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. die Bundesregierung und die EU-Kommission auf, klar Position zur Lage in der Türkei zu beziehen, die Meinungs- und Pressefreiheitfreiheit in ihren Entscheidungen, Handlungen und Äußerungen kompromisslos und aktiv einzufordern und sie nicht zum Verhandlungsgegenstand zu machen. Hier kann man mitmachen.

Wortstark. Medien- und Meinungsfreiheit in Bangladesch

Der Verei2017-01-12 09.49.33n NETZ aus Wetzlar, der sich für Menschen in Bangladesch einsetzt, hat sich im vergangenen Jahr in einer Ausgabe der NETZ-Zeitschrift mit der Medien- und Meinungs-freiheit in Bangladesch auseinandergesetzt. Der Wandel der Medienlandschaft und die Rolle des Radios im bangladeschischen Unabhängigkeits- krieg werden dabei ebenso thematisiert wie der zunehmende Druck auf Medienmacher in Bangladesch. Die Ausgabe kann auf der Homepage der Organisation einzelnd bestellt oder heruntergeladen werden. 

Todesstrafe für Kritik an Missständen

In unserer ersten Kolumne des neuen Jahres berichtet Daniel Schneider über den mauretanischen Blogger Mohamed Cheikh Ould Mkhaitir, der seit 3 Jahren inhaftiert ist.
Sein Fall erinnert an den Blogger Raif Badawi mit einem entscheidenden Unterschied… Hier geht es zum Artikel auf der Homepage des Gießener Anzeigers.

Lebenslang für die Wahrheit

can_duendar_lebenslangIm November 2015 werden Can Dündar, Chefredakteur der regierungskritischen Tageszeitung »Cumhuriyet«, und Erdem Gül, Hauptstadtkorrespondent, verhaftet. Die türkische Staatsanwaltschaft wirft ihnen Spionage und Verrat von Staatsgeheimnissen vor, Staatspräsident Erdogan stellt persönlich Strafanzeige und fordert lebenslange Haft. Hintergrund ist ihre Berichterstattung über Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes an syrische Extremisten. Nach drei Monaten kommen die Journalisten vorläufig frei. Anfang Mai beginnt der Prozess: Dündar wird zu sechs, Gül zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt; das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

In »Lebenslang für die Wahrheit« erzählt Dündar die ganze Geschichte von der Entdeckung der geheimen Waffenlieferungen über die Entscheidung, das belastende Filmmaterial zu veröffentlichen, bis zu den Ereignissen, die der Veröffentlichung folgten: Die Drohungen, die er und die Redaktion erhalten haben, die Angst vor Terroranschlägen, seine Zeit in Einzelhaft. Dündars Aufzeichnungen aus dem Gefängnis zeigen, dass sein Widerstand ungebrochen ist und er nicht aufgeben wird im Kampf für Presse- und Meinungsfreiheit.

Can Dündar: Lebenslang für die Wahrheit – Aufzeichnungen aus dem Gefängnis
Hoffmann und Campe Verlag
In einer Übersetzung von Sabine Adatepe

„Vehement gegen Kurs von Präsident Erdogan gestellt“

can_dündarVor mehr als einem Jahr haben wir an dieser Stelle über Can Dündar berichtet. Damals deutete sich bereits an, dass dem türkischen Schriftsteller und Journalisten erneut juristische Sanktionen drohten. Hintergrund: Ein Bericht von Mai 2015 in der türkischen Tageszeitung Cumhuriyet, in dem Dündar zusammen mit dem Leiter des Hauptstadtbüros, Erdem Gül, Belege für mögliche Waffenlieferungen der Türkei an syrische Extremisten veröffentlichte. Videos und Fotos sollten dokumentieren, dass der türkische Geheimdienst MIT im Sommer 2014 Waffen an Extremisten in Syrien lieferte. Präsident Recep Tayyip Erdogan drohte nach Veröffentlichung des Berichts, dass die Verfasser hierfür einen hohen Preis zahlen würden.

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Weg sein – hier sein

Weg sein - hier sein - CoverWenige Themen werden in Europa mit mehr Leidenschaft diskutiert als das der Flüchtlinge. Doch die Betroffenen selbst nehmen daran nicht teil. Woher kommen sie eigentlich? Wie sah ihr Alltag aus, ihr Leben zwischen Wohnung, Arbeit, Familie, Freunden und Nachbarn? Welche Welt, welche Lieben und Sehnsüchte haben sie verlassen, und wie schwer ist es, in der neuen Welt einen Platz zu finden mit neuen Lieben und Sehnsüchten? Was löst es bei ihnen aus, wenn der europäische Mob Häuser anzündet, die zu ihrem Schutz gebaut wurden, wenn kaltherzige Politiker Angst vor ihnen schüren?
Dieses Buch soll die Stimme der Literatur hörbar machen, um überhaupt die Voraussetzung für eine ernsthafte »Flüchtlingsdebatte« zu schaffen, die sich um Schicksale dreht und nicht um Obergrenzen. Die jetzt in deutscher Sprache vorliegenden Texte können nur ein Anfang sein. Aber sie geben ihren Autoren eine Stimme zurück, von der wir hoffen, dass sie an vielen Orten zu hören sein wird.
Zu den Autoren gehört auch Amer Matar, der im November 2012 im Rahmen unserer Lesereihe “W.I.E. erzählt…” in Gießen zu Gast war.

“Exilliteratur im Jahre 2016. Reflektiert, anspruchsvoll und ohne das Pathos der Wehleidigkeit. Stimmen, die hierzulande so bislang nicht zu vernehmen waren – und doch das Hierzulande thematisieren.” (Jürgen Deppe in Neue Bücher auf NDR Kultur / 24 October 2016)

Weg sein – hier sein.
Mit einem Vorwort von Sherko Fatah
und 19 Porträtfotografien von Mathias Bothor
Secession Verlag für Literatur
24,00 €

Bücherflohmarkt 2016: Bilanz

Und schon ist er wieder vorbei. Der diesjährige Bücherflohmarkt von Gefangenes Wort ist vorüber und wieder haben viele Bücher einen neuen Besitzer gefunden. Um genau zu sein waren es dieses Jahr 1434 Bücher, mit deren Verkauf 2212,35 Euro erlöst wurden.
Ein herzliches Dankeschön geht an alle Spender, Käufer und Helfer! Nun hoffen wir, dass unsere Petition für den ägyptischen Fotojournalisten Shawkan etwas bewirken kann. Wer nicht zum Unterschreiben gekommen ist, kann das auf diesem Wege gerne tun:

https://www.reporter-ohne-grenzen.de/mitmachen/shawkan/

 

Bücherflohmarkt 2016: Bilanz des 1. Tages

Der erste BücherflohBücherflohmarkt 2016markttag ist vorbei und wir sagen DANKE:

- für viele, viele Unterschriften auf der Petition für den inhaftierten ägyptischen Fotojournalisten Shawkan
- für 803 verkaufte Bücher

Und natürlich besonders an alle Helfer, die heute stundenlang auf den Beinen waren!

Morgen sind wir von 9-16 Uhr nochmal im Phil 1, also kommt zahlreich vorbei!!

COUNTDOWN: 12h 19min +++ DRINGEND LAGERMÖGLICHKEIT GESUCHT

Noch 12 Stunden und 19 Minuten: Dann startet der Bücherflohmarkt 2016!
Wir hoffen natürlich ALLE Bücher zu verkaufen und am Mittwoch nur noch leere Kisten übrig zu haben, wissen aber aus Erfahrung, dass doch immer einiges wieder verpackt und eingelagert werden muss. Da wir leider nicht dauerhaft in unserem jetzigen Quartier bleiben können, suchen wir gerade dringend nach einer neuen Möglichkeit, unsere Kisten zu lagern. Falls jemand einen Tipp hat, schreibt uns oder sprecht uns auf dem Bücherflohmarkt an! Vielen lieben DANK!

Bücherflohmarkt von Gefangenes Wort 2016

AgfaPhotoDieses Jahr sind wir besonders früh dran: Unser alljährlicher Bücherflohmarkt findet bereits am 25. und 26. Oktober 2016 jeweils von 9 – 16 Uhr im Foyer des Philosophikums I der Uni Gießen statt (Otto-Behaghel-Str. 10a, 35394 Gießen). Die Auswahl reicht von Romanen über Krimis, Kinder- und Jugendbücher bis hin zu Literaturklassikern, Sach- und Fachbüchern sowie fremdsprachiger Literatur. Und das Beste: Mit ihrem Kauf unterstützen Sie die Arbeit des Vereins. Also kommen Sie vorbei, stöbern Sie und decken Sie sich mit ausreichend Lesestoff für die kalte Jahreszeit ein.

Bücher spenden für den guten Zweck

Am Samstag, den 15. Oktober 2016, sammelt Gefangenes Wort von 10 bis 16 Uhr im Literarischen Zentrum Gießen (Südanlage 3a, 35390 Gießen) Bücher für den guten Zweck. Gerne können Sie uns Romane, Literaturklassiker, Krimis, Kinder- und Jugendbücher sowie neuere Sach- und Fachbücher vorbeibringen. Bitte beachten Sie, dass wir keine Bildbände, Zeitschriften und alten Lexika annehmen. Schon jetzt möchten wir uns ganz herzlich bei allen Spendern bedanken!

Gedenken an Anna Politkowskaja

Anna Politkovskaja auf dem Blauen Sofa (Foto: Wiki-Commons)

Anna Politkovskaja auf dem Blauen Sofa (Foto: Wiki-Commons)

Heute vor zehn Jahren wurde die russische Journalistin Anna Politkowskaja im Treppenhaus vor ihrer Moskauer Wohnung erschossen. Politkowskaja hatte zuvor für die Zeitung Nowaja Gaseta mutig und kompromisslos über den Krieg in Tschetschenien berichtet, wobei sie sich nicht scheute, Verbrechen der russischen Armee anzuprangern, die von offizieller Seite verschwiegen bzw. dementiert wurden. In Deutschland wurde sie vor allem durch ihre Bücher Tschetschenien. Die Wahrheit über den Krieg, In Putins Russland und Russisches Tagebuch (alle bei DuMont erschienen) bekannt. Für ihre Arbeit wurde sie u.a. 2003 mit der Hermann-Kesten-Medaille des deutschen PEN-Zentrums und 2005 mit dem Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien ausgezeichnet. Gefangenes Wort widmete Anna Politkowskaja und ihrem unermüdlichen Einsatz für die Pressefreiheit im Rahmen der Ausstellung “Von Rebellen und Ketzern, Träumern und Tollköpfen. Meinungsfreiheit und Zensur weltweit” ein eigenes Plakat, das hier zum Download bereitsteht. Der Internationale PEN gedenkt Anna Politkowskaja heute als ” a tireless champion, a voice for the voiceless and a fearless colleague.”

Ägyptischer Fotograf Mahmud Abu Seid sitzt seit über drei Jahren im Gefängnis

Verhaftet. Der Fotograf Shawkan im Mai 2015 in Kairo - dpa

Verhaftet. Der Fotograf Shawkan im Mai 2015 in Kairo. Foto: dpa

Die Bilder des ägyptischen Fotografen Mahmud Abu Seid, genannt Shawkan, erzählen vom Wunsch der Ägypter nach Freiheit und Frieden in ihrem Land, zeigen aber auch politische Demonstrationen für soziale Gerechtigkeit und gegen Hunger. Leslie Kuhlmann schildert in der Oktober-Kolumne anschaulich, welche Wirkmacht Shawkans Bilder entfalten und welche Konsequenzen er dafür erdulden muss.

Redefreiheit

Der britische Historiker Garton Ash_Redefreiheit - CoverTimothy Garton Ash hat ein ebenso kluges wie anregendes Buch über die freie Rede bzw. Meinungsfreiheit unter den Bedingungen der vernetzten Welt geschrieben. Gustav Seibt hat dazu eine ebenfalls lesenswerte Rezension in der Süddeutschen Zeitung verfasst (SZ vom 28. September 2016, Feuilleton, S. 11). Auf einer eigens eingerichteten Webseite kann man sich umfassend über die Entstehung des Buches informieren und auch selbst über die Thesen des Autors mitdiskutieren.

Timothy Garton Ash: Redefreiheit. Prinzipien für eine vernetzte Welt. Aus dem Englischen von Helmut Dierlamm und Thomas Pfeiffer. Carl Hanser Verlag, München 2016, 28 Euro.