Schreiben als Ausbruch aus dem Gefängnis

Eine eigene Form des Ausbruchs nutzt der türkische Autor Ahmet Altan, der im Zuge des türkischen Putschversuchs inhaftiert wurde: Während seiner Haft schrieb er eine Reihe von Essays mit dem Titel „I will Never See the World Again“, die er durch seine Anwälte aus dem Gefängnis schmuggeln ließ. Letztes Jahr erhielt er dafür den 50.000 Pfund dotierten Baillie Gifford Preis. Gerade schreibt er an einem Roman mit dem Titel „Lady Life“. The Observer berichtet ausführlich über sein Schicksal.

Fünf Journalisten aus türkischer Haft entlassen

Als Unterstützer von Terrorgruppen waren fünf Journalisten der Tageszeitung „Cumhuriyet“ letztes Jahr festgenommen und verurteilt worden. Der Vowurf: Sie hätten den im Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen unterstützt, der angeblich hinter dem Putschversuch gegen Erdogan stehen sollte. Nun sind Musa Kart, Guray Oz, Onder Celik, Mustafa Kemal Gungor und Hakan Kara endlich wieder frei. Eine Ausreisesperre besteht jedoch noch, sodass sie das Land vorerst nicht verlassen dürfen. Mehr Infos gibt es beim Spiegel.

Oleg Senzow nach einem Jahr Haft frei

Wir freuen uns unglaublich: Oleg Senzow ist frei! Im Rahmen eines Gefangenenaustausches zwischen Russland und der Ukraine ist er nach mehr als einem Jahr Haft frei gekommen. Zuletzt berichteten wir im Rahmen unserer Kolumne über das kürzlich erschienene Buch „Leben.Geschichten“ des ukrainischen Regisseurs und Autors. Mehr Informationen gibt es bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Ugandische Schriftstellerin zu 18 Monaten Haft verurteilt

Anfang August wurde die ugandische Schriftstellerin Stella Nyanzi zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Grund: Online-Belästigung, denn auf Facebook kritisierte sie den ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni. Der PEN ist davon überzeugt, dass sie nur verhaftet wurde, weil sie das Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen habe. Dr. Danson Kahyana, Präsident des ugandischen PEN, befürchtet, dass Leute jetzt davor zurückschrecken werden, ihre Meinung online auszudrücken. Mehr Infos finden sich hier.

Hermann-Kesten-Preis an Philippe Lançon

Das deutsche PEN-Zentrum vergibt den diesjährigen Hermann-Kesten-Preis an den französischen Journalisten Philippe Lançon. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für verfolgte oder inhaftierte Schriftsteller*innen und Journalist*innen engagieren. Lançon überlebte im Januar 2015 das Attentat auf die Redaktion des Satiremagazins “Charlie Hebdo” und verarbeitet seine Erlebnisse im kürzlich auf Deutsch erschienenen Buch “Der Fetzen”.

Die Pressemitteilung zur Preisverleihung lesen Sie hier.

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Freispruch in der Türkei

Reporter ohne Grenzen berichtet dass am 17. Juli der Türkei Korrespondent Erol Önderoglu wie auch seine Mitangeklagten Sebnem Korur Fincanci und Ahmet Nesin freigesprochen wurden. Die NGO zeigt sich erleichtert über diese Entwicklung, kritisieren aber dass die Presseschaffenden über drei Jahre hinweg stetig zu Verhandlungen anreisen mussten und fordern dass die letzen bestehenden Anklagen gegen Erol Önderoglu fallen gelassen werden. Es wurde gegen alle drei der Vorwurf erhoben dass sie sich an Terrorpropaganda beteilgten. Den Bericht findet ihr hier.

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Reporter ohne Grenzen kritisiert anhaltende Journalistenverfolgung in der Türkei

In der Türkei werden konstant Journalisten wegen der Ausführung ihrer Arbeit verfolgt. Es soll laut Reporter ohne Grenzen wiederkehrend der Vorwurf der terroristischen Vereinigung als Grund der Inhaftierung angeführt werden. Diese Woche stehen eine Reihe an Journalisten in Istanbul vor Gericht, unter anderem auch Erol Önderoglu. Der Türkeikorrespondent von Reporter ohne Grenzen wurde am 20. Juni festgenommen weil er an einer Solidaritätsaktion für die pro-kurdische Zeitung Özgür Gündem teilnahm. Den Beitrag gibt es hier

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Neue Kolumne über Oleg Senzow im Gießener Anzeiger

Die diesmonatige Kolumne im Gießener Anzeiger handelt vom Regisseur und Aktivisten Oleg Senzow anlässlich der Veröffentlichung seiner biografischen Textkollektion “Leben.Geschichten”. Der Ukrainer wurde wegen angeblicher Beteiligung an einer Terrorvereinigung zu 20 Jahren Haft verurteilt. Den ganzen Bericht lest ihr hier.

Yücels Haft war rechtswidrig

Wir haben immer wieder auch auf Deniz Yücels Fall hingewiesen. Nach seiner Freilassung 2018 folgt nun eine weitere gute Nachricht: Der türkische Verfassungsgerichtshof bestreitet zwar weiterhin, dass Yücel in Untersuchungshaft gefoltert worden sei – trotz dessen gegenteiliger und glaubhafter Aussagen. Doch es stellt fest, dass Yücels Verhaftung rechtswidrig gewesen sei. Das Urteil weist damit auch Edogans Allmachtsanspruch zurück und ist ein kleiner Sieg für die Meinungsfreiheit. Mehr Infos findet ihr bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Erfolgreicher Bücherflohmarkt 2019

Letztes Wochenende war unser Benefiz-Bücherflohmarkt im Rahmen des WG-Flohmarkts in Gießen. Dabei konnten 541 Bücher verkauft und 521,36 € eingenommen werden (sogar noch ein kleines Stück mehr als im letzten Jahr)! An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bei allen Helfer_innen bedanken, die für den guten Zweck stundenlang auf den Beinen waren!  Und danke natürlich auch an alle Spender_innen und Bücherfreund_innen, die fleißig Bücher gekauft haben!

Bücherflohmarkt Juni 2019

Sorge um Narges Mohammadis Gesundheit

Im Juni 2010 wurde die iranische Journalistin Narges Mohammadi verhaftet. Seitdem wurde sie zu fünf Jahren Gefängnis wegen „konspirativer Vereinigung“, einem Jahr wegen „Verbreitung regierungsfeindlicher Propaganda“ und zehn Jahre für ihre Arbeit mit Legam, die sich gegen die Todesstrafe richtet, verurteilt. Letzteres wurde als „Gründung und des Betriebs einer illegalen Organisation“ eingestuft.
Im Gefängnis entwickelte sie eine Infektion. Nach einer Operation wurden ihr die nötigen Medikamente wie Antibiotika vorenthalten. Erst entzündeten sich die OP-Wunden, nun breitete sich die Infektion auf ihren Blutkreislauf aus und ihr Zustand verschlechtert sich weiter.

Mehr Informationen zu Mohammadis Fall, findet ihr bei PEN International.