“Schriftstellerinnen sehen ihr Land”


Im Literarischen Colloquium Berlin (Am Sandwerder 5, 14109 Berlin, Tel ++49 30 816996-0) finden am 30.6.2012 ab 10.00 Uhr zum zweiten Mal die Internationalen Gespräche der Autorinnenvereinigung statt.

Unter dem Thema „Schriftstellerinnen sehen ihr Land“, betrachten und hinterfragen deutschsprachige Autorinnen die  weibliche Literaturlandschaft in verschiedenen europäischen Ländern – von Deutschland über Österreich und die Schweiz bis Lettland.

Zeitnah und themenaktuell geht es In Vorträgen und Diskussionen u.a. um „Leben und Schreiben in der Mediengesellschaft“ (Ute Hacker, München), „Frauenbilder in Zeiten der Globalisierung“ (Silke Scheuermann, Offenbach) und „Netzwerke und Professionalisierung“ (Alexa Stein, Bremen). Schirmherrin ist in diesem Jahr Tanja Dücker.

Absolutes Highlight sind neben der Verleihung des Projektstipendiums 2012  die 60-Sekunden-Lesungen „Schriftstellerinnen auf freier Wildbahn“.

Anbei für Interessierte noch einmal die Flyer mit genauem Programm:

About Us

Die Idee zu der Seite www.gefangenes-wort.de entstand im Rahmen eines Germanistikseminars an der JLU Gießen unter der Leitung von Hon.-Prof. Dr. Sascha Feuchert. Dieses hatte das Thema “Literaturpolitik, Literaturevent, Literaturereignis” und beschäftigte sich unter anderem auch mit der Arbeit der Schriftstellervereinigung P.E.N. (Poets, Essayists, Novelists). Angeregt durch einen Vortrag der damaligen Vorsitzenden des deutschen “Writers-In-Prison-Comittee”, Katja Behrens, wurde 2008 die Idee zur Gründung einer Initiative geboren.

Die Initiative Gefangenes Wort hat sich zum Ziel gesetzt, durch öffentliche Kampagnen, Petitionen sowie durch kulturelle Veranstaltungen auf die bedrohliche Situation jener Menschen aufmerksam zu machen, die aufgrund ihrer literarischen, journalistischen, verlegerischen oder künstlerischen Tätigkeiten unter Repressionen leiden, zensiert, bedroht oder inhaftiert werden.

Ausführliche Informationen über Gefangenes Wort, unsere Grundlagen, Ziele und Aktivitäten – und wie man uns unterstützen kann – gibt es hier: Die Initiative Gefangenes Wort stellt sich vor (pdf).

Tsering Woeser – China

Tsering Woeser wurde 1966 in Lhasa geboren. Ihre Eltern waren loyale Kommunisten, der Vater ein tibetisch-chinesischer Vize-Kommandeur der Chinesischen Volksbefreiungsarmee. In Chengdu (Sichuan) besuchte sie die Oberschule sowie die Universität. Sie merkte schnell, dass sie zu einer Minderheit gehörte und begann, verbotene Schriften zu lesen: „Da standen Dinge, die das Gegenteil von dem waren, was man uns gelehrt hatte.“

Nach Abschluss des Studiums wurde sie Redakteurin einer literarischen Zeitung in Lhasa, wo sie mit Mönchen ins Gespräch kam, die ihr von der Niederschlagung der Proteste in Tibet 1989 erzählten. Diese Gespräche prägten sie nachhaltig. Nachdem sie ihren Arbeitsplatz verloren hatte, ging sie nach Peking, wo sie den chinesischen Schriftsteller Wang Lixiong heiratete.

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Mohammad Hassan Fallahiya – Iran

Im November 2006 wurde der Journalist Mohammad Hassan Fallahiya verhaftet, nachdem er regierungskritische Artikel veröffentlicht und angeblich oppositionelle Gruppen im Ausland kontaktiert hatte. Fallahiya wurde am 21. April 2007 in einem Verfahren zu drei Jahren Haft verurteilt, in dem ihm laut Amnesty International jeder Rechtsbeistand verweigert wurde. Der P.E.N. forderte fortwährend bedingungslos seine Freilassung, da seine Inhaftierung eine eindeutige Verletzung des Rechts auf freie Meinungsäußerung darstelle.

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Melissa Rocío Patiño Hinostroza – Peru

Die 21-jährige peruanische Dichterin und Studentin Melissa Rocío Patiño Hinostroza ist Mitglied des „Círculo del Sur“, einer Dichtergruppe in Lima und leitet eine Lyriksendung im Radio für junge Leute. Seit 2008 steht sie vor Gericht. Im Februar desselben Jahres besuchte sie eine Konferenz in Ecuador, die von der Coordinadora Continental Boliviariana (CCB) organisiert worden war. Als sie von dort zurückkehrte, wurde sie zusammen mit sechs weiteren Teilnehmern verhaftet.

Es wird ihr vorgeworfen, Mitglied einer linken politischen Organisation zu sein, die laut der peruanischen Regierung in Kontakt mit terroristischen Vereinigungen steht. Patiño selbst leugnet, politisch aktiv zu sein. Sie wurde fast drei Monate im Hochsicherheitsgefängnis in Chorrillos (Lima) unter strenger Aufsicht festgehalten. Am 8. Mai 2008 wurde sie schließlich gegen eine Kaution von umgerechnet 240 Euro freigelassen und wartet seitdem auf ihren Prozess.

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Jorge Olivera Castillo – Kuba

Jorge Olivera Castillo war zwischen 1983 und 1993 Redakteur des staatlichen kubanischen Fernsehens und wurde gezwungen, seine Arbeit niederzulegen, nachdem er sich öffentlich gegen die Zensurpolitik Kubas ausgesprochen hatte.

Am 1. März 2006 wurde Castillo erneut zu einer Anhörung vor das kommunale Volkstribunal in Havanna vorgeladen, wo er über eine große Anzahl von Auflagen informiert wurde, die er zu befolgen habe, sollte er weiterhin außerhalb des Gefängnisses leben wollen. Obwohl er aus gesundheitlichen Gründen im Dezember des Jahres 2004 aus der Haft entlassen worden war, lägen die Haftgründe weiterhin vor, weshalb Castillo auf Geheiß der kubanischen Behörden jederzeit dazu gezwungen werden könne, den Rest seiner 18jährigen Haftstrafe zu verbüßen.

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Doğan Akhanlı – Türkei

Dogan Akhanli wurde 1957 in der Türkei geboren. Nach dem Militärputsch am 12. September 1980 musste er in den Untergrund gehen, da er als Student Mitglied der maoistischen Gruppe TDKP war. 1984 wurde er in Izmir verhaftet und saß anschließend drei Jahre in Istanbul im Gefängnis, wo er mehrmals gefoltert wurde. 1988 kam er vorübergehend frei und ging wieder in den Untergrund. Drei Jahre später floh er nach Deutschland, wo er als politischer Flüchtling anerkannt wurde. Seit 2001 ist er deutscher Staatsbürger, nachdem die Türkei ihn 1998 zwangsausgebürgert hatte.

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“Meine Gefangenschaft in Kerkern des Castro-Regimes”

Der folgende Text entstammt einem Gespräch, das die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte mit Normando Herández González kurz nach seiner Ankunft im spanischen Exil führte. Das Original ist hier zu finden:

http://www.igfm.de

Normando Hernandez Gonzalez, im Gespräch mit der IGFM: “Meine Gefangenschaft in Kerkern des Castro-Regimes”

Normando Hernandez Gonzalez (Interview IGFM)Dank eines kubanischen politischen Gefangenen, der im Juli 2010 nach sieben Jahren Haft nach Spanien freigelassen wurde: Überleben war nur dank der internationalen Solidarität und der Liebe seiner Familie möglich

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Mit Schreibverbot belegt und fast zu Tode gefoltert (Lauterbacher Anzeiger)

Studentische Initiative “Gefangenes Wort” macht zum Gedenktag für inhaftierte Schriftsteller auf Schicksale aufmerksam – Lesung mit Dirk Sager

(klf). Rinchen Sangpo Geshe war 32 Jahre alt, als er von chinesischen Polizisten in einen unterirdischen Keller verschleppt wurde, wo er wochenlang gefangen gehalten und gefoltert wurde. Vor den Augen des tibetischen Mönches und Schriftstellers verbrannten die Sicherheitsbeamten sein Tagebuch und seine Manuskripte, verboten ihm jemals wieder zu schreiben. Der Mönch, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, an die Geschichte und Kultur Tibets zu erinnern, floh in die Berge. Bis heute hält er sich versteckt, leidet aber noch immer unter den Folgen der Folter, wegen der er manchmal tagelang seine Beine nicht benutzen kann.

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Aufruf zu Bücherspenden…

Anlässlich des kommenden “Writers-in-Prison-Day” (Tag der inhaftierten Autorinnen und Autoren) am 15. November veranstalten wir auch dieses Jahr vom 14.11 bis einschließlich 17.11 eine Ausstellung, sowie einen Bücherflohmarkt, der im Rathaus (14.&15.11.) und im Foyer von Haus A im Philosophikum I (16.&17.11)  stattfindet. Aus diesem Anlass bitten wir um Bücherspenden. Der Erlös der verkauften Bücher kommt heuer dem weißrussischen Autor Dimitry Bandarenka zugute, der in einem Straflager interniert ist und schwere gesundheitliche Probleme hat.

Die Bücher können in dem Zeitraum vom 10.10. – 07.11.2011 jeweils

- Di., 15h-19h, Do., 10-14h, im Literarischen Zentrum Gießen e.V., Lonystraße 2 (Kongresshalle), bei Manuel Emmerich, sowie
- Mo.-Do., 11h-15h in Phil. I, Haus B, Raum 141 und 140a

abgegeben werden. Zudem gibt es am Samstag, den 5.11. den ganzen Tag die Möglichkeit, Bücher im Literarischen Zentrum Gießen abzugeben.

Aufgrund der Erfahrungen aus den Bücherflohmärkten der letzten Jahre bitten wir Sie vorwiegend Belletristik und neuere Sachbücher zu spenden, sowie auf Zeitschriften und Bildbände zu verzichten.