Rückblick: Hermann Kesten-Preis 2020/21

In der letzten Woche haben zwei unserer Mitglieder die Verleihung des Hermann-Kesten-Preises im Staatstheater Darmstadt besucht. Da die Verleihung im vergangenen Jahr ausgefallen ist, wurden bei der diesjährigen Veranstaltung drei Personen mit dem Preis des deutschen PEN-Zentrums geehrt. Die Veranstaltung wurde von Michel Friedman moderiert, der neu gewählte PEN-Präsident Deniz Yücel hielt eine Begrüßungsrede.

Den Förderpreis für das Jahr 2020 erhielt die ägyptische Journalistin Lina Attalah. Nachdem die Zeitung “Egypt Independent”, für die sie schrieb, 2013 geschlossen wurde, gründete sie im selben Jahr das Online-Nachrichtenportal “Mada Masr”. Es besteht bis heute und gilt als eines der letzten unabhängigen Medien in Ägypten.

Den Hermann Kesten-Preis des vergangenen Jahres erhielt der Journalist Günter Wallraff. In seiner Laudatio hob der Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir die Bedeutung von Wallraffs Industriereportagen hervor und seinen unermüdlichen Einsatz für die Benachteiligten in der Gesellschaft. Seine in den 1970er Jahren entwickelten investigativen Recherchemethoden sind bis heute stilprägend für Journalist*innen in aller Welt.

Irena Brežná ist die diesjährige Preisträgerin des mit 10.000 Euro dotierten Preis. Die Schriftstellerin, die 1968 von der Slowakei in die Schweiz kam, hat sich in ihrem journalistischen wie literarischen Werk immer wieder mit Menschenrechten befasst und vielbeachtete Reportagen etwa über den Tschetschenien-Krieg in den 1990er Jahren veröffentlicht.

Im Anschluss an die Ehrungen kamen Deniz Yücel, Michel Friedman, Irena Brežná, Günter Wallraff sowie Cem Özdemir zu einem Podiumsgespräch zum Stellenwert der Meinungsfreiheit zusammen.

Die Reden aller Laudator*innen können hier nachgelesen werden.

Der PEN-Präsident Deniz Yücel eröffnet die Veranstaltung

Der PEN-Präsident Deniz Yücel eröffnet die Veranstaltung

Die ägyptische Journalistin Lina Attalah, Preisträgerin des Förderpreises 2020

Die ägyptische Journalistin Lina Attalah, Preisträgerin des Förderpreises 2020

Günter Wallraff erhält den Herrmann Kesten-Preis 2020

Günter Wallraff erhält den Hermann Kesten-Preis 2020

Irena Brežná ist die diesjährige Preisträgerin

Irena Brežná ist die diesjährige Preisträgerin

Podiumsdiskussion im Anschluss an die Preisverleihung

Podiumsdiskussion im Anschluss an die Preisverleihung

 

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Juni-Kolumne zu kurdischer Aktivistin Nurcan Baysal

Türkische Militäroffensive: Rauch steigt im Oktober 2019 zwischen Häusern nach einem Bombenangriff über der nordsyrischen Stadt Ras al-Ain auf. Symbolfoto: dpa

Im Juni geht es in unserer Kolumne im Gießener Anzeiger um die kurdische Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Nurcan Baysal. Über die kurdisch-türkische Konfliktlage informiert sie seit einigen Jahren und wurde für ihre Arbeit bereits mehrfach ausgezeichnet. Infolge der türkischen Militäroffensive in Syrien kam es im vergangenen Oktober eine Hausdurchsuchung, eine zehnmonatige Haftstrafe Baysals ist vorerst ausgesetzt.

Zum vollständigen Artikel hier entlang.

April-Kolumne über chinesischen Journalisten Li Zehua

Corona in Wuhan: Medizinisches Personal, das aufgrund der Pandemie Schutzanträge trägt, rollt einen Patienten ins Krankenhaus. Foto: dpa

In der April-Ausgabe unserer monatlichen Kolumne berichtet Daniel Schneider über den chinesischen Journalisten Li Zehua. Nachdem er in einem Wuhaner Krematorium gearbeitet hatte, äußerte er sich kritisch über die offizielle Darstellung der chinesischen Regierung zu den ergriffenen Maßnahmen der Viruseindämmung. Der 25-jährige ist seit dem 26. Februar verschollen.

Der Artikel ist hier nachzulesen.

Februar-Kolumne im Gießener Anzeiger

n der Februar-Ausgabe unserer Kolumne im Gießener Anzeiger berichtet Madelyn Rittner über den aserbaidschanischen Journalisten Afgan Mukhtarli. Er wurde im Mai 2017 zu sechs Jahren Haft verurteilt, nachdem er über Korruption in Regierungskreisen berichtet hatte. Seine Familie konnte nach Deutschland fliehen.

Den Artikel können Sie hier nachlesen.

Sacharow-Preis 2019 an Ilham Tohti

Der Sacharow-Preis für Menschenrechte geht in diesem Jahr an Ilham Tohti. Der uigurische Wirtschaftswissenschaftler ist seit 2014 infolge einer Verurteilung wegen “Separatismus” in einem chinesischen Gefängnis inhaftiert. Tohti setzt sich seit Jahren für eine Versöhnung im Konfilkt zwischen Han-Chinesen und Uiguren ein.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Oktober-Kolumne erschienen

In der Oktober-Ausgabe unserer monatlichen Kolumne im “Gießener Anzeiger” berichtet in diesem Monat Lena Frewer über den am 7. September erfolgten Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine. Unter den Freigelassenen befanden sich drei Journalisten, darunter auch der ukrainische Filmemacher Oleg Senzow.

Den Artikel können Sie hier nachlesen.

Hermann-Kesten-Preis an Philippe Lançon

Das deutsche PEN-Zentrum vergibt den diesjährigen Hermann-Kesten-Preis an den französischen Journalisten Philippe Lançon. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für verfolgte oder inhaftierte Schriftsteller*innen und Journalist*innen engagieren. Lançon überlebte im Januar 2015 das Attentat auf die Redaktion des Satiremagazins “Charlie Hebdo” und verarbeitet seine Erlebnisse im kürzlich auf Deutsch erschienenen Buch “Der Fetzen”.

Die Pressemitteilung zur Preisverleihung lesen Sie hier.

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“Dem Ausland wirft man Zückerchen hin” – April-Kolumne im Gießener Anzeiger erschienen

Auch in diesem Monat wird unsere Kolumne von Studierenden des Seminars “Online-Journalismus im Spannungsfeld von Pressefreiheit und Zensur” betreut. Im April schreibt Isabella Iskra über die Erfahrungen der türkischen Journalistin Pelin Ünker, die im Januar 2018 aufgrund ihrer Recherchen zu den “Panama-Papers” verhaftet wurde.

Den Artikel im Gießener Anzeiger können Sie hier nachlesen.